Kurzbiographien

derer, die das Feldbergrennen gewinnen konnten, nach dem Alphabet.

Jack Ahearn, Australien,

wurde am 1924 geboren.

1954 gewann er nach einem spannenden Rad-an-Rad-Kampf mit Maurie Quincey, Australien, in der 500cm³-Klasse des Feldbergrennens. Nach der Zieldurchfahrt wurde er aus der folgenden Rechtskurve getragen und landete in einer großen Regenpfütze, die sich nach tagelangen Regenfällen hinter dem Fußballtor des Sportplatzes Oberreifenberg gebildet hatte. Völlig durchnässt nahm er seinen Pokal entgegen.

1964 wurde Jack Ahearn hinter Mike Hailwood Vizeweltmeister in der selben Klasse. Er gewann in diesem Jahr den Großen Preis von Finnland auf einer Manx-Norton.

Ahearn kam erst im Alter von 29 Jahren nach Europa, fuhr seinen ersten Grand Prix zu einem Zeitpunkt, in dem andere Fahrer ihre Karriere bereits beenden. Die Australier zogen in Europa von Rennen zu Rennen, kaum eine Rennstrecke, die sie ausliesen. Und überall erfolgreich. Bei seinem Sieg in Imatra war Jack Ahearn fast 40 Jahre alt. Lange Zeit war er der erfolgreichste Australier in der 500er-Motorradklasse. Erst 1987 wurde er von Wayne Gardner überboten, der damals Weltmeister wurde.

Dieses Jahr, 2012, starb Jack Ahearn im Alter von 88 Jahren, 58 Jahre nach seinem Triumpf auf dem Feldbergring. Don Cox erzählt: "Wenn ich Jack im Abstand einiger Jahre traf, war die Regenpfütze wieder größer geworden, mit der Zeit wurde sie zum Teich, dann zum See." Schön, solche Geschichten!

C.H.Walter Andreae

aus Frankfurt am Main gewann als Privatfahrer 1925 und 1926 auf Bugatti/37 bzw. 37A/2000cm³ seine Sportwagenklasse auf der 8km langen Bergstrecke zwischen Hoher Mark und dem Sandplacken. Er war nicht nur bei Bergrennen erfolgreich, sondern auch bei Rundstreckenrennen. Beispielsweise war er 1927 beim Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring dabei und gewann die Sportwagenklasse bis 1500cm³ mit dem Bugatti T37.

Andreae beendete seine Laufbahn 1928. Er kam Anfang der 30er Jahre bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Franz Baader

stammte aus Mannheim. Er gewann 1926 am Feldberg/Ts. mit seinem Bugatti 35C die Sportwagenklasse bis 2000cm³. Auch beim Großen Preis auf dem Nürburgring 1927 gewann er diese Klasse, wurde aber wegen Nachtankens auf der Strecke disqualifiziert.

Toni Babl

geboren am 4.12.1906 in Miesbach, war mit seinen 600er-Seitenwagenmaschinen als Bergspezialist bekannt. Er gewann zwischen 1927 und 1935 unter anderem die Bergrennen von Ratisbona, am Kesselberg, am Gaisberg, den Freiburger Bergrekord (4X), das Feldberg-Bergrennen im Taunus (1935) auf Douglas-Eigenbau vor Hans Kahrmann/Heinrich Eder auf DKW.

1932 wurde er auf Victoria/600 und 1934 auf Douglas/1000 Deutscher Bergmeister.

1936 stieg er um auf DKW und siegte mit Beifahrer Julius Beer beim Solitude-Rennen in Stuttgart und beim Großen Preis der Schweiz in Basel.

Beim Eifelring-Training am 14.6.1936 ereilte Toni Babl das Rennfahrerschicksal. Er stürzte so schwer mit seinem Douglas-Gespann, dass er wenige Tage später starb.

Hans Baltisberger

verunglückte am 26. August 1956 beim GP von Brünn tödlich.

Es ist über 50 Jahre her, dass es im Taunus die Feldbergrennen gab. Sie wurden von 1950 bis 1954 international und als Läufe zur Deutschen Motorrad-Meisterschaft (1951-1954) ausgetragen. 1951 kam Hans Baltisberger (* 10.9.1922) mit zwei Maschinen nach Oberreifenberg, der 350er AJS(73) und der 500er Norton(28). Die Werke DKW und BMW hatten die Hotels unseres Dorfes angemietet, die Fahrer ohne Werksvertrag wurden privat einquartiert. Und so wohnte Hans Baltisberger, sein Freund und Rennmechaniker Albert Kleindienst und einige andere Rennfahrer während der Rennwoche vom 17. bis 20. Mai 1951 bei uns im Salzgrund.

Ich war 13 Jahre alt und empfänglich für alles Neue. Und so glaube ich, dass mich damals Hans Baltisberger zu einem Anhänger des Jazz und des Swing machte, denn er konnte gut Klavier spielen. Für mich waren das ganz neue Töne und Rhythmen, die er da mitbrachte.

Der Tag des Rennens: Die 350cm³-Maschinen standen am Start. Natürlich waren wir Salzgrundbewohner mittlerweile alle zu Baltisberger-Fans geworden. Als sich die Startfahne senkte, drückten wir ihm die Daumen. Doch dann geschah das: Aus den Lautsprechern tönte es: "Der Start ist erfolgt, alle Fahrer sind in Richtung Oberreifenberg verschwunden, nur einer steht noch, Hans Baltisberger." Riesige Enttäuschung bei uns. Roland Schnell, Kläger, Knees führten das Feld an, als es bei uns am Salzgrund vorbeikam. Doch was war mit der Nummer 73, Hans Baltisberger? - Er ging mit riesigem Rückstand in das Salzgrund-"S". - Aber bereits in der 6. Runde kam er an 5. Stelle liegend an uns vorüber, in der 12. Runde war er bereits Dritter und - gewann das Rennen noch nach 13 Runden auf der 12,5 km langen Strecke vor Roland Schnell, mit dem er sich dann auch die Meisterschaftsführung teilte.

Deutscher Meister wurde Baltisberger trotzdem nicht, weil er beim letzten Meisterschaftslauf auf der Solitude - Rennstrecke bei Stuttgart wenige Meter vor dem Ziel unverschuldet eine Kollision mit Rudi Knees hatte und Roland Schnell passieren lassen musste.

Aber Baltisberger kam dann aber 1955 und posthum 1956 auf der NSU - Sportmax doch noch zu zwei deutschen Titeln. Der tödlich verunglückte Baltisberger führte vor dem letzten DM-Lauf auf der Avus mit 16 Punkten vor Horst Kassner (11). Dieser wäre bei einem Sieg auf 17 Meisterschaftspunkte gekommen und hätte den Titel gewonnen. Im Rennen lieferte ihm jedoch der von Albert Kleindienst unterstützte Roland Heck (NSU) einen so heftigen Widerstand, dass beide mit Defekten ausfielen. Somit blieb es dabei: Hans Baltisberger (16) vor Horst Kassner (11), Roland Heck und Kurth Knopf (je 8) und Helmut Hallmeier (7 Punkte). Horst Kassner gewann in den folgenden Jahren vier DM-Titel.

Aber an jenem 20. Mai 1951 war er der Held des Tages. Das Feldbergrennen galt damals als schwerstes Rennen in Deutschland und wurde oft mit der TT auf der Isle of Man verglichen, weil in jeder Runde, je nach Definition, 55 bis 65 Kurven zu bewältigen waren. Privatfahrer, die auf dieser Rennstrecke positiv auffielen, hatten im Jahr darauf meist einen Werksvertrag in der Tasche, so erhielt auch Hans Baltisberger von BMW einen Vertrag.

Hier seine internationalen Erfolge: 1954 war er WM-Fünfter bei den 250ern und Sechster in der 125er-Klasse. Er belegte bei der TT/125cm³ den 3. Platz und wurde beim Ulster-GP/250cm³ Zweiter hinter Werner Haas und vor H. P. Müller und auch hier 3. Platz bei den 125ern. 1955 gelang ihm ein zweiter Platz beim Preis der Nationen/250cm³ in Monza hinter Carlo Ubbiali, alle diese internationalen Erfolge auf NSU.

Hier zusammengefasst seine wichtigsten Siege:

1951 Donauring Norton/500cm³

1951 Feldbergring AJS/350cm³
1952 Dieburg AJS/350cm³
1952 St. Wendel AJS/350cm³
1952 Nürburgring AJS/350cm³
1955 Dieburg NSU/250cm³
1955 Mulhouse/Fra. NSU/250cm³
1955 Eilenriede NSU/250cm³
1955 Nürburgring NSU/250cm³
1955 Solitude NSU/250cm³
1956 Sachsenring NSU/250cm³
1956 Florette/Belgien NSU/250cm³
1956 Zandvoort/Holl. NSU/250cm³
1956 Zandvoort/Holl. NSU/350cm³
1956 Tubbergen/Holl. NSU/250cm³
1956 Tubbergen/Holl. NSU/350cm

Bei WM-Läufen belegte er zwischen 1952 und 1956 2X Rang sechs,

4X Rang vier, 3X Rang drei und 2X Rang zwei. Ein 6. Platz auf
Norton/500, alle anderen Platzierungen auf NSU/250cm³.

Edgar Barth

Was sucht der Name des dreimaligen Europa - Bergmeisters auf einer Seite des Feldbergrennens, werden Sie sich fragen?

Aber Edgar Barth stand 1952 mit einer BMW am Haus Brenner am Start der 500er-Klasse. Zu dieser Zeit lebte er noch in Herold/DDR. Meister des Sports wurde er dort 1956. Seine Rennfahrerlaufbahn hatte er bereits 1934 begonnen.

Erfolgreich war er aber erst, als er auf Sportwagen und Formel - Rennwagen umstieg. Edgar Barth gewann 1957 auf Porsche den GP von Deutschland für Formel 2 - Rennwagen. 1959 war er erstmals Europa-Bergmeister und Sieger der Targa Florio. Sein stärkstes Jahr hatte er 1963, als er von sieben Läufen zur EB-Meisterschaft sechs gewann. Ein weiterer EM-Titel folgte 1964.

Edgar Barth, *1917 in Herold/Erzgebirge, starb 1965 in Ludwigshafen im Alter von nur 48 Jahren an Krebs.

Toni Bauhofer,

geboren am 25.1.1892 in München, hat vor seiner Rennfahrerlaufbahn bereits den Ersten Weltkrieg als Jagdflieger überlebt.

Er kam 1934 mit einer 1000cm³-DKW zum Feldbergrennen in den Taunus, konnte sich aber nicht unter den ersten platzieren. Schlimm traf es ihn ein Jahr später. Er verunglückte bei Trainingsfahrten und brach sich den Oberschenkel. Dieser Sturz zwischen Hohe Mark und Sandplacken bedeutete für ihn leider das Ende einer sehr erfolgreichen Karriere mit fast 250 Siegen auf zwei Rädern und auch einigen auf dem Monoposto-F1, den er für DKW von 1931 bis 1934 zusätzlich zu seinem Motorrad-Engagement fuhr.

Vier Deutsche Meisterschaften gewann Toni Bauhofer: 1924 die erstmals ausgetragene DM auf Megola/ 1000cm³, einer Konstruktion des genialen Fritz Cockerell. Bauhofer konnte mit dieser Maschine die gesamte BMW-Mannschaft auf die Plätze verweisen. 1928 wurde er Deutscher Meister auf BMW/ 1000cm³, 1930 und 1932 auf DKW/500cm³. Werksverträge hatte er von 1925 bis 1929 bei BMW und von 1929 bis 1935 bei DKW in Zschopau.

Er leitete nach Karriereende bis zum Zweiten Weltkrieg die Renn-Abteilung bei DKW und baute sich ab 1937 in München eine Motorradvertretung mit angegliederter Werkstatt auf.

Toni Bauhofer starb am 10.1.1968 in München. Mehr über Fritz Cockerell und Megola auf www.cockerell.de

Walter Bäumer

Walter Bäumer wurde 1908 in Bünde geboren und starb nach einem Autounfall 1941 zwischen Herford und Bünde.

Er fuhr ab 1928 für NSU Motorradrennen, wechselte dann aber nach einem Unfall zu den Fahrzeugen mit den vier Rädern und war auf einem Austin sofort erfolgreich. Prompt erhielt er einen Werksvertrag und fuhr den in Austin-Lizenz gebauten BMW-Wartburg, genannt ´Dixi`, von Sieg zu Sieg. 1936 gewann er mit diesem Fahrzeug das Feldbergrennen in der Rennwagenklasse bis 1100 cm³. Zwei Siege am Dreifaltigkeitsberg bei Spaichingen 1936 und 1937 sind auch erwähnenswert. Insgesamt erzielte Bäumer 93 erste Plätze, wie Jörg Militzer recherchieren konnte.

1938 erhielt er von Mercedes eine Chance und hatte vier Einsätze bei GP-Rennen. Aber der Kriegsbeginn vereitelte eine weitere GP-Karriere. Das letzte GP-Rennen vor dem Zweiten Weltkrieg fand am 3.9.1939 statt. Danach kam es aber doch noch zu einem Höhepunkt in seiner Laufbahn. Er gewann an der Seite von Huschke von Hanstein die Mille Miglia in Brescia auf einem BMW 328. Von Hanstein wurde von den Nazis meistens als alleiniger Sieger genannt, weil er Mitglied der SS war. Walter Bäumer hatte jedoch den größeren Beitrag zum Sieg geleistet, denn er steuerte den BMW in den letzten drei Runden zum Sieg.

Seinen frühen Tod 1941, er war erst 32 Jahre alt, empfindet man um so tragischer, wenn man weiß, dass er seine Begleiterin während der Fahrt küssen wollte, bei der Aktion die Gewalt über sein Auto verlor, aus dem Wagen geschledert wurde und mit dem Nacken auf einer Holzkante aufschlug. Er war sofort tot.

Günter Beer,

Frankfurt/Main/Adler/250cm³ belegte 1954 den sechsten Platz beim Feldbergrennen, das damals international sehr stark besetzt war. Dennoch ahnte niemand, dass wir hier den fünffachen Deutschen Meister der Jahre 1962 bis 1966 am Start stehen hatten. 1958 war Günter Beer mit seiner Adler WM-Neunter der 250er-Klasse mit zwei vierten Plätzen bei den Grand Prix von Schweden/Hedemora und Italien/Monza. Beer war punktgleich mit dem Siebten. In den Jahre 1957 bis 1966 belegte er zehnmal die Plätze 4, 5 und 6 bei WM-Läufen.

Günter Beer wurde am 21.11.1926 in Frankfurt/Main geboren, er starb am 17.02.2012.

Hier sind seine wichtgsten Siege:

1957 Zandvoort/Holl. 250cm³/Adler

1959 Zandvoort/Holl. 250cm³/Adler
1960 Chimay/Belg. 250cm³/MZ
1960 Mettet/Belg. 250cm³/Adler
1960 Tubbergen/Holl. 250cm³/Adler
1961 Tubbergen/Holl. 250cm³/Adler
1962 Beveren-Waas/Belg. 250cm³/Adler
1962 Schauinsland 250cm³/Honda
1963 Schauinsland 250cm³/Honda
1963 Tubbergen/Holl. 250cm³/Honda
1964 Avus/Berlin 250cm³/Honda
1964 Mettet/Belg. 250cm³/Honda
1964 Schauinsland 250cm³/Honda
1965 Schauinsland 250cm³/Honda
1965 Tubergen/Holl. 250cm³/Adler
1966 Avus/Berlin 350cm³/Honda
1966 Schauinsland 250cm³/Honda

Herbert Berg

aus Altena gehört zu dem Kreis derer, die zwei Feldbergrennen gewinnen konnten. Er siegte 1935 auf Mercedes in der Sportwagenklasse bis 2Ltr. und 1936 mit einem Alfa-Romeo bei den Sportwagen mit Kompressor ebenfalls bis 2Ltr.. Im gleichen Jahr gewann er auch ein Bergrennen am Hohensyberg bei Dortmund.

Mehr konnte ich über ihn leider nicht erfahren. Wer mehr über den Rennfahrer Herbert Berg aus Altena berichten kann, der schreibe mir bitte eine E-mail.

Die E-mail kam tatsächlich, von Jörg Militzer. Er schrieb Folgendes:

Herbert Berg wurde am 9. Juli 1910 in Altena geboren und verstarb am 20.10.1938 in Düsseldorf an den Folgen eines Unfalls, bei dem er auf der Straße so unglücklich stürzte, dass er mit dem Hinterkopf auf den Bordstein aufschlug und kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus einer schweren Gehirnerschütterung erlag. In einem zeitgenössischen Artikel soll berichtet worden sein, dass er sich erst seit 1935 dem Rennsport gewidmet hatte, zunächst mit einem Maserati - Sportwagen, dann Mercedes Benz und Alfa Romeo. Das letzte Rennen fuhr er Anfang Oktober 1938 mit einem 1,5-Ltr.-Maserati-Rennwagen auf der Brooklandsbahn in England. Spezialist war er in Bergrennen.

Seine Beerdigung fand am 23.10.1938 in Altena statt.

Hans Birk

aus Düsseldorf/Mannheim, fuhr ab 1924 mit dem Rabag-Bugatti 1,5 Ltr., dessen Mitkonstrukteur er war, zahlreiche Siege ein, darunter auch die Gesamtsiege am Feldberg im Taunus am 5.10.1924 und zuvor im Juli an der Bergstraße (Oberbeerbach). Ein Jahr später gewann er erneut am Feldberg in seiner 1,5 Ltr.-Klasse. 1925 und 1927 siegte Hans Birk in dieser Klasse auf der Solitude-Rennstrecke.

Karl Bodmer

wurde 1911 in Ebingen auf der Schwäbischen Alb geboren.

Zunächst Radsportler, wandte er sich aber bald dem Motorrad zu. 1930 kaufte er sich eine Victoria/500cm³ und gewann sofort. Erster Start, erster Sieg auf der Solitude-Rennstrecke. Er wurde bei Victoria angestellt und gewann für diese Marke 1931 den Titel des Deutschen Bergmeisters. Zwei weitere Bergmeisterschaften folgten 1937 auf DKW/500 und 1947 auf NSU/500cm³. Von seinen unzähligen Erfolgen möchte ich nur die wichtigsten nennen. Dazu zählen seine beiden Siege beim GP von Deutschland 1937 auf DKW/250 und 1938 auf NSU/350. 1931 und 1937 gewann er das Schauinsland-Bergrennen.

Von 1934 bis 1937 war Bodmer DKW-Werksfahrer, ab dann fuhr er für NSU. Hinter Heiner Fleischmann belegte er beim Feldbergrennen 1936 den 2. Platz in der Klasse bis 500 cm³ auf DKW. Das Hamburger Stadtparkrennen konnte er 1938 auf NSU/350 gewinnen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde er 1944 im Rußlandfeldzug eingesetzt und wurde 1945 kurz vor Kriegsende noch verwundet. Trotzdem war Karl Bodmer auch noch in den 40er-Jahren auf einer 500er NSU erfolgreich. Er widmete sich aber zunehmend dem Aufbau seines Motorradgeschäftes, man konnte alle deutschen Marken bei ihm erwerben, Anfang der 50er-Jahren auch Kleinwagen. Karl Bodmer starb 1955 leider sehr früh, er wurde nur 44 Jahren alt.

Hermann Böhm - Karl Fuchs

waren 1952 am Feldberg auf ihrer neuen Norton Zweite hinter Noll - Cron (BMW) und am Saison - Ende DM-Zweite hinter Schorsch Eberlein - Ernst Sauer (BMW). Dies war zugleich der Abschluss ihrer Karriere. Karl Fuchs war vor und nach dem Krieg der Mann im Beiwagen von Hermann Böhm. Nur einmal wurde Fuchs durch Bleiplatten ersetzt und zwar bei Böhms Weltrekordfahrt für Seitenwagengespanne über 1km mit 248km/h. Insgesamt errangen sie als NSU - Werksfahrer drei Deutsche Straßenmeisterschaften: 1947, 1948 und 1950 über 600- bzw. 500cm³ und zudem 1947 in der 1000cm³-Klasse den Titel eines "Deutschen Bergmeisters". Karl Fuchs war 1948 auch an dem DM-Titel von Sepp Müller (1200cm³- Klasse) beteiligt, als er einige Male für Karl Rührschneck einsprang.

Schon vor dem Krieg hatte Hermann Böhm seine ersten großen Erfolge. 1934 wurde er im Boot von Hans Schumann/NSU/600 Europameister und 1933/34/35/ Deutscher Straßenmeister. Dann siegte er, selbst am Lenker, 1935 beim Schleizer - Dreiechsrennen und 1937 in Schotten auf einer NSU/600. Der Sieg brachte ihm den 2. Platz in der Meisterschaft hinter dem tödlich verunglückten Karl Braun.

Der 1916 in Nürnberg geborene Hermann Böhm starb auch dort 1983 im Alter von 66 Jahren. Er war einer der wenigen Motorsportler, dem das Silberne Lorbeerblatt verliehen wurde.

Wolfgang Brand,

geboren am 1.6.1932 in Hannover, war einer der Pechvögel am Feldbergring, denn er ist gleich zweimal an zweiter Stelle liegend ausgeschieden. 1953 lag er auf der NSU-Renn-Fox nach der dritten Runde hinter Werner Haas und vor Walter Reichert, kam aber dann nicht mehr vorbei. 1954 kam er in der 8. Runde mit seiner NSU-Sport-Max auf Platz 2 liegend am Salzgrund vorbei, fehlte jedoch in Runde 9. Ob er von der Strecke abkam oder ob die Maschine streikte, weiß heute niemand mehr. Sollte er dies hier einmal lesen, bitte ich ihn um Aufklärung.

Wolfgang Brand wurde 1950 Lizenzfahrer. 1953 bekamen er und Walter Reichert von NSU Werksverträge. Leider zog sich NSU im Folgejahr vom Rennsport zurück. Brand gehörte zu jenen, die sich eine Sport-Max erwarben und damit auch Erfolge erzielten.

Er wurde 1955 beim deutschen WM-Lauf auf dem Nürburgring Zweiter hinter H. P. Müller. Das brachte ihn auf den 9. WM-Platz. Auf dem Sachsenring wurde Brand ebenfalls Zweiter hinter Hallmeier und vor Baltisberger, alle auf NSU-Sport-Max. Er kam in der DM-Wertung auf den dritten Platz. Zwei weitere schöne Erfolge erzielte er 1955 in den Niederlanden. Er siegte in Tubbergen (hier hatte er bereits 1954 gewonnen) und in Zandvoort vor Stein und Kläger, bzw. Kläger und Stein (Sieg in der Schweiz vor Beer auf Adler), alle auf NSU/250cm³.

Bereits 1953 erreichte Brand schon hinter Werner Haas und Otto Daiker einen dritten Platz in der DM-Wertung der 125er-Klasse auf NSU-Renn-Fox.

Auch heute mit über 80 Jahren ist Wolfgang Brand noch immer motorsportinteressiert.

Georg Braun

wurde am 2. 9. 1918 in Hechingen geboren. Seine ersten motorsportlichen Versuche reichen in das Jahr 1939 zurück, wurden aber sofort wieder durch den Krieg beendet. So bezeichnete die Presse den 32 Jahre alten Fahrer 1950 als ´Nachwuchsfahrer`. 1952 belegte Braun auf Moto - Parilla/250cm³ am Feldberg im Taunus den dritten Rang.

Er war als guter Regenfahrer bekannt. Und so kam er auch bei Regen zu seinem größten Erfolg, als er 1954 auf einer NSU- Sportmax beim Großen Preis der Schweiz im Berner Bremgarten hinter NSU - Werksfahrer Rupert Hollaus Zweiter der 250er - Klasse wurde und H.P. Müller, Taveri und Colombo hinter sich ließ. Dieser Erfolg brachte ihm den 6. WM-Platz ein.

Im selben Jahr gewann er auf Horex/250cm³ den G.P. des Saarlandes in St. Wendel vor Pagani It./Moto Guzzi und Heck auf Adler- Eigenbau. Auf dem Nürburgring wurde er auf Horex/500cm³ Zweiter hinter Ray Amm/Austr. auf Norton.

Braun gehörte nach dem Krieg zu denen, die ihre Rennmaschinen in Eigenbau schnell machen konnten. Er fuhr in allen Soloklassen und auf vielen verschiedenen Motorradmarken: DKW-Kompressor, Mondial, Moto-Parilla und 1954 auf der Werks-Horex, mit der er hinter Walter Zeller (BMW) Deutscher Vizemeister wurde.

1955 startete Georg Braun auf der Isle of Man und verunglückte schwer. Nach seiner Genesung ging er nur noch zweimal an den Start. Als der Erfolg ausblieb, entschloss er sich, seine Karriere zu beenden. Er widmete sich fortan seiner Reparaturwerkstatt und seiner Tankstelle in Hechingen. Nach seinem Tod 1995 übernahmen seine beiden Söhne dieses Erbe.

Karl Braun - Erwin Badsching

Karl Braun fuhren 1934 und 1935 drei Siege am Feldberg heraus, zwei auf Horex und einen auf Tornax mit Horex-Motor. Hinzu kommt noch ein zweiter Platz 1936 auf DKW hinter dem schweizer Ehepaar Staerkle. 1934 konnten sie hinter Toni Babl Deutsche Berg-Vizemeister werden.

Auch auf anderen deutschen Rennstrecken waren Karl Braun und Beifahrer Erwin Badsching erfolgreich. So konnten sie sich zwischen 1933 und 1937 auf folgenden Rennstrecken mit je zwei Siege in die Analen einschreiben: Schauinsland bei Freiburg, Schleizer Dreieck, Solitude bei Stuttgart und auf dem Hockenheimring. Je einen Sieg feierten sie auf der Eilenriede bei Hannover, dem Marienberger Dreieck in Sachsen, dem Nürburgring und bei Rund um Schotten.

Braun - Badsching wurden 1935 auf Horex erstmals Deutsche Seitenwagen-Straßenmeister in der 1000cm³-Klasse vor Schumann-Böhm (NSU) und Ehrlenbruch (Imperia) und ex aequo Paul Weyres-A.Plum/ Aachen/ Harley-Davidson, dann folgten zwei weitere Titel 1936, jetzt aber als DKW-Werksfahrer, in der 600cm³-Klasse vor Bock-Vogt/Norton und Schumann-Höller/NSU und 1937, ebenfalls auf DKW/600.

Durch den Sieg beim Grand Prix der Schweiz in Bremgarten bei Bern wurde das Duo 1937 auch noch Europameister.

Dann aber... Karl Braun verunglückte beim Schleizer Dreieckrennen am 22.8.1937 tödlich. Erwin Badschnig blieb unverletzt. Das 600cm³-DKW- Seitenwagengespann war aus einer Kurve herausgetragen worden.

Braun wurde 28. August 1902 in Achern im Nord-Schwarzwald geboren. Er zog nach abgeschlossener Kaufmannslehre nach Karlsruhe.

Am 19.9.1937 wurde auf dem Schottenring der letzte Lauf zur Deutschen Meisterschaft ausgetragen und Hermann Böhm konnte mit einem Sieg zu dem in der Meisterschaft führenden Karl Braun aufschließen. Man vergab den Titel posthum an Braun-Badsching.

Angesichts der vielen tödlichen Seitenwagenunfälle (Toni Babl, Albert Schneider, Hans Schneider, Josef Lohner) der beiden letzten Jahre, wurden für 1938 alle SW-Rennen in Deutschland von der Obersten Motorsportbebörde verboten. Auf manchen Rennstrecken wurde der Rennbetrieb ganz eingestellt: Solitude, Schleiz und auch das Feldbergrennen. Erst nach dem Krieg wurden SW-Rennen wieder erlaubt.

Heinz Brendel

wurde am 16.1.1915 in Frankfurt am Main geboren.

Rennen fuhr er ab 1932 auf Fiat. Er gewann zweimal Feldbergrennen, 1935 und 1936, in der Sportwagenklasse bis 1100cm³ ohne Kompressor. 1937 bekam er bei Mercedes einen Werksvertrag als Test- und Ersatzfahrer. Nach dem Krieg setzte er seine Karriere fort und wurde 1952 Deutscher Sportwagenmeister auf einem Glöckler-1-Porsche/1100.
1953 beendete er seine Karriere nach einem Unfall. Heinz Brendel starb am 1.12.1989

Ich habe für Wikipedia eine Kurzbiographie über Heinz Brendel geschrieben. Wenige Stunden nach Eingabe waren auf der Seite zwei Mercedes-Sportwagen zu sehen. Brendel hat am Steuer eines Mercedes nie eine Zielflagge gesehen. Deutscher Meister wurde er 1952 auf Porsche.

Willi Briem

gewann 1934 mit einem Amilcar das Feldbergrennen und das Dreifaltigkeitsrennen bei Spaichingen in der Sportwagenklasse bis 1100cm³.

1938 belegten Willi Briem/Rudolf Scholz in Spa/Belgien einen dritten Platz in einem 2-Ltr.-BMW-328. 1939 wurden Briem/ Holschuh/BMW-328 bei der Langstreckenfahrt Tobruk-Tripolis als Sieger der 2-Ltr.-Klasse Gesamtzweite. In der Deutschen Meisterschaftswertung wurde Briem Dritter hinter Helmut Polensky und Huschke von Hanstein, alle auf BMW-328. 1940 war Willi Briem am Mannschaftssieg von BMW bei der Mille Miglia in Brescia beteiligt.

Nach dem Krieg gewann er in dem interessanten, von Hermann Holbein gebauten HH47, in Nürnberg auf dem Norisring die 2-Ltr.- Klasse und wurde Gesamtzweiter. Das Fahrzeug basierte auf dem BMW-328.

Adolf Brudes

328 MM Roadster (Prototyp) zusammen mit seinem Partner Ralph Roese Platz drei in der Gesamtwertung belegte. ist am 15.10.1899 in Kotulin/Oberschlesien geboren.

Er konnte das Feldbergrennen zweimal gewinnen. 1934 siegte er in der Sportwagenklasse bis 800cm³ auf MG und 1936 gewann er in seinem 2,3-Ltr.-Bugatti die Rennwagenklasse bis 3000cm³. Man kann seine Siege nicht alle aufzählen, es sind zu viele. Außer den bereits genannten Marken fuhr er auch NAG, Horch, Wanderer, BMW-328 MM Roadster (1940 2. Platz bei der Mille Miglia und 3. in der Gesamtwertung, Partner war Ralph Roese), nach dem Zweiten Weltkrieg Veritas, Borgward, Lloyd und Goliath.

Auch er fing als Motorradrennfahrer an, fuhr von 1924 bis 1927 für Victoria/Nürnberg. 1926 siegte er in der Rekordzeit von 165km/h beim Schauinsland-Flachrennen (500cm³), das er später auch auf vier Rädern gewinnen konnte. Bis 1928 war er bei weiteren 42 Motorradrennen erfolgreich. Auch, wenn er sich ab 1928 dem Autorennsport zuwandte, war seine Motorradkarriere keineswegs beendet. Er stand bei Bergrennen manchmal an einem Tag in zwei Motorrad- und zwei Autoklassen am Start und zwar erfolgreich; wer will die Siege zählen?

Für Borgward, Goliath und Lloyd fuhr er zwischen 1950 und 1955 100 Welt- und Klassenrekorde.

1953 wurde er beim 1000km-Rennen auf dem Nürburgring Klassensieger bis 1500cm³.

1957 richtete er sich eine NSU-Vertretung in Bremen ein. Adolf Brudes beendete seine Karriere bie 1968 auf Raten. Mit seinem BMW-328 zeigte er sich auch 1976 noch auf dem Nürburgring. Er starb 5.11.1986 in Bremen im Alter von 87 Jahren. Mehr als 50 Jahre davon war er aktiver Motorsportler.

Ernst Günther Burggaller,

geboren am 21.3.1896 in Tillendorf, begann seine Karriere, wie viele andere, als Motorradrennfahrer und konnte zwischen 1922 uns 1928 24 Siege einfahren. Seine Erfolge beim Feldbergrennen erzielte er jedoch auf vier Rädern. Er war 1934 Doppelstarter und wurde in der Sportwagenklasse bis 800cm³ auf Austin Zweiter hinter Adolf Brudes (MG) und siegte anschließend in der Sportwagenklasse bis 1500cm³ auf Bugatti.

Burggaller war Luftwaffen-Major. Am 2.2.1940 berührte seine Maschine bei einer Tiefflugübung bei Immenstadt den Boden und zerbarst. Ernst Günther Burggaller starb bei dem Unglück.

Hellmuth Butenuth

wurde am 19.2.1898 in Dortmund geboren. Ab 1922 war er bei Hanomag als Versuchs-Ingenieur an der Entwicklung des ersten deutschen Kleinwagens beteiligt, 499cm³ und 10 PS, das Volk nannte das Auto "Kommissbrot". Um die Ausdauer des Fahrzeugs zu beweisen nahm Butenuth an Langstreckenrennen teil und um die Stritzigkeit des Autos zu demonstrieren, fuhr er Bergrennen - und gewann. So 1927 beim Feldbergrennen im Taunus und beim Eröffnungsrennen des Nürburgring (Rennw. bis 750cm³). Butenuth erhielt von Hanomag die Generalvertretung von Berlin und Brandenburg.

Während des Krieges stattete er Ford-LKWs mit Dampfmotoren aus und führte die Entwicklung dieser Motoren nach dem Krieg für die Berliner Dampfmotoren Gesellschaft, die von 1946 bis 1952 bestand, weiter. Der Zweitakt-Dampfmotor lief mit Koks und Steinkohle. 1948 wurde Butenuth dann auch selbst Firmengründer. Seine Firma "Econom" stellte zum Teil mit Mitteln des Marshallplanes preiswerte LKWs mit hoher Zugkraft her. Er musste das Werk aber schon 1954 schließen, weil er mit den Großen der Branche nicht konkurrieren konnte.

Hellmuth Butenuth führte dann ein Ford-Autohaus in Berlin-Spandau. 1978 gehörte er zu den fünf Personen, die in diesem Jahr mit der Ernst-Reuter-Plakette ausgezeichnet wurden. Er starb am 20. Aug. 1990 in Berlin.

Keith Campbell

Der Australier belegte am Feldberg 1954 den 4. Platz auf einer 350er Norton. Er wohnte damals im Salzgrund/Oberreifenberg. Zwischen 1954 und 1956 gewann Keith Campbell in Europa 20 internationale Rennen.

1956 erhielt er von Moto Guzzi einen Werksvertrag und wurde prompt 1957 nach Siegen bei den WM-Läufen in Assen/Holland, Belgien und Ulster/Irland Weltmeister der 350cm³-Klasse. Er heiratete im selben Jahr die Schwester von Geoffrey Dukes Ehefrau Pat Geraldine Reid.

1958 mußte er wieder auf Norton umsteigen, weil sich Moto Guzzi und Gilera vom Motorsport zurückzogen. Keith Campbell, der am 2.10.1931 in Melbourne geboren wurde, verunglückte am 13.7.1958 in Cadours/Frankreich tödlich. Seine Maschine war auf einer Ölspur weggerutscht. Ausführlicher bei http://www.eggersdorfer.info/campbell/campbell.htm

Willi/Willy Cleer

*21.3.1889 in Frankfurt am Main, gewann 1924 die Gesamtwertung des Ettal-Bergpreises bei Garmisch-Partenkirchen und beim Feldberg-Bergrennen im Taunus die Rennwagenklasse der Privatfahrer, beides in einem Stoewer. Die Stoewer-Werke befanden sich bis 1945 in Stettin. Mit dem Stoewer Typ D 2,6 Ltr. hatte er bereits im Jahr zuvor ein Bergrennen bei Oberbeerbach an der Bergstraße gewonnen.

1926 war Willi Cleer am Großen Feldberg wiederum erfolgreich und siegte in der 12PS-Klasse auf Alfa Romeo-RLSS. Im selben Jahr war er beim ersten Großen Preis von Deutschland, der auf der Avus ausgetragen wurde und nur für Sportwagen ausgeschrieben war, am Start. Er wurde mit dem Alfa Gesamt-Dritter und Zweiter in der 1,5-Ltr.-Klasse-P. Gesamt-Sieger war damals Rudolf Caracciola.

1927 fuhr Willi Cleer einen 1,5-Ltr.-Bugatti, achtzylindrig, mit Kompressor und mit obenliegender Nockenwelle. Mit diesem Fahrzeug startete er bei der Eröffnung des Nürburgrings und wurde als Zweiter seiner Klasse Gesamt-Sechster. Am Neroberg in Wiesbaden holte er sich einen weiteren Klassen-Sieg.

Willi Cleer zog sich am Ende der Saison 1927 vom aktiven Rennsport zurück.

Otto Daiker

wurde am 17.9.1911 in Boll(Hechingen) geboren. Nach Abschluss einer Mechanikerlehre, begann er Anfang der 30er Jahre Motorradrennen zu fahren. Auf einer englischen Rudge wurde er 1935 Dritter beim Schauinsland-Bergrennen im Breisgau.

1951 erhielten Otto Daiker und Heiner Dietrich Werksverträge von NSU. Bei den Rennen am Großen Feldberg im Taunus fuhren sie den neuen Lambretta-Motorroller. Dietrich wurde Dritter, Daiker Vierter. Bei weiteren Rennen fuhren die beiden jedoch die NSU-Rennfox. Daiker wurde Vizemeister hinter H.P.Müller (DKW), vor Heiner Dietrich. 1952 aber wurde Daiker Deutscher Meister vor H.P.Müller (Mondial/125) und Hubert Luttenberger (NSU). 1953 war Otto Daiker dann Vizemeister hinter Werner Haas und vor Wolfgang Brandt, alle NSU/125cm³. Mit der NSU/250cm³ wurde er DM-Dritter. Mit einem 3. Platz beim GP von Deutschland in Schotten 1953 erreichte den 9. WM-Platz in 125er-Klasse. Nach der Saison beendete Otto Daiker seine Karriere. Er verdiente dann sein Geld bei Aral.

Hier seine Rennsiege: 1938 250cm³ DKW Dreifaltigkeitsrennen Wachenburg 1949 250cm³ DKW Internationales Solitude-Rennen 1951 125cm³ NSU Dieburger Dreiecksrennen, Norisring und das Grenzlandring-Rennen 1952 125cm³ NSU Rund um Schotten und Feldbergrennen 1953 250cm³ NSU Internationales Solitude-Rennen und auf NSU/125 das AVUS-Rennen Otto Daiker ist bereits am 13.6.1968 im Alter von 57 Jahren in Hechingen gestorben.

Heiner Dietrich/Frankfurt/Main

gewann 1948 das Septemberrennen auf dem Norisring in Nürnberg auf Puch/125cm³ und 1951 auf NSU/125cm³ in Hockenheim. Weiter ist ein zweiter 1949/Puch (hinter Döring/DKW) ein dritter Platz 1950/Puch (hinter H.P. Müller/DKW und Kluge/DKW) auf dem Donauring bekannt. Beim Feldbergrennen 1950 fuhr Heiner Dietrich eine Vespa/125cm³ und wurde Fünfter, 1951 einen NSU-Rennroller/125cm³. Dieser interessante Versuch brachte ihm Platz drei hinter Rudi Felgenheier/Privat-DKW und H.P. Müller auf Werks-DKW. In diesem Jahr 1951 wurde der Frankfurter Deutscher Vizemeister in der 125er-Klasse, aber nicht auf dem Renn-Roller, sondern auf einer normalen Werks-NSU. Ab 1952 war Heiner Dietrich nicht mehr aktiv.

Arthur F. Dom, NL,

war als Diplomingenieur bei den Standard-Werken in Ludwigsburg tätig, die von Wilhelm Gutbrod (1890-1948) 1926 gegründet wurden. Dom war als Konstrukteur und als Rennfahrer gleichermaßen erfolgreich. So gelang ihm 1927 auf seinen ´Standard`- Werksmaschinen (500- und 1000cm³) ein Doppelsieg beim Feldbergrennen. Zwischen 1927 und 1930 siegte er unzählige Male, darunter waren Erfolge in Schotten, Solitude(2X), Schleiz, beim Schleizer Dreieckrennen (4), am Klausenpass (2), beim Marburger Bergrennen (2), dem Königsbrücker Rundstreckenrennen, beim Marienberger Dreieckrennen und auf der Eilenriede bei Hannover. 1930 konnte er seine Karriere mit der Deutschen Meisterschaft in der 350-cm³-Klasse krönen. Er durfte sich allerdings nur ein halbes Jahr über diesen Erfolg freuen, denn 1931 legte Konkurrent Arthur Hiller gegen Doms Sieg 1930 in Schotten Protest ein, der zu Gunsten Hillers entschieden wurde.

Conrad Dürr - Heiner Frey

Conrad Dürr wurde 1907 in Ludwigsburg geboren. Mit seinem Copiloten Heiner Frey belegte er auf Standard-Jap-1000 1934 hinter Braun-Badsching auf Tornax mit 1000cm³-Horex-Motor den zweiten Platz beim Feldbergrennen im Taunus.

Im selben Jahr konnten die beiden in der damals wichtigen Deutschen Bergmeisterschaft hinter Toni Babl (Douglas) und Karl Braun, noch vor Joseph Möritz (Victoria), den dritten Platz belegen. Neben dem Feldbergrennen zählten auch die Platzierungen am Kesselberg und im Schauinsland bei Freiburg zu dieser Meisterschaft. Dürr-Frey müssen also auch dort vordere Plätze belegt haben.

Auf der Internet-Seite www.standard-gutbrod.de findet man die Erfolgsliste des Conrad Dürr auf deutschen Bergrennstrecken (Klausenberg, Ratisbona, Eisrennen Titisee und Gabelbach bei Ilmenau). Schwiegersohn Hans Jürgen Schneider weiß aber auch von Siegen in der Schweiz: Solothurn, Lugano und Basel. Das alles zwischen 1931 und 1934.

Dürr startete auch bei Solo-Rennen auf Moto-Guzzi/250 und Norton/500. Er starb 1999 fast 93-jährig.

Ernst Ebersberger - Hans Strauß,

Feldberg - Sieger 1952, nach ständig wechselnder Führung auf dem relativ schmalen Straßenkurs, vor Hillebrand - Barth, beide BMW/750cm³. Dritte damals Mohr - Müller (MFK), Vierte Sepp Müller-Karl Bauer (BMW).

Hillebrand wurde 1952 dann doch noch Deutscher Meister vor Ernst Ebersberger mit Hans Strauß im Seitenwagen, der später mit Walter Schneider 2x Weltmeister werden konnte. Ernst Ebersberger beendete Ende 1952 seine Karriere und verkaufte seine BMW an Rudi Wegener aus Beierfeld/Erzgebirge.

Zwischen 1949 und 1952 feierten Ebersberger.-.Strauß auf BMW/750cm³ u.a. Siege:
beim Hofer Dreieckrennen (1950/BMW/1200cm³)
auf dem Donauring in Ingolstadt (1951),
in München-Riem (1951)
dem Feldbergrennen in Oberreifenberg/Taunus (1952),
beim Großen Preis von Österreich (1952),
dem Schleizer Dreieckrennen (1949 und 1952)
und am Sachsenring (1952).

Margot von Einsiedel, geborene von Gans

wurde am 11.7.1899 in Boulogne sur Mer geboren. Sie war in zweiter Ehe ca. drei Jahre mit Adolkar Haubold Siegfried von Einsiedel verheiratet. Nach der Scheidung behielt sie den Namen ihres Mannes. Sie war später mit Huldreich Heusser liiert, daher auch das "Rennteam" Heusser/von Einsiedel. Heusser fuhr meist in der Rennwagenklasse, sie den Sportwagen. Nach Heussers Rennfahrer-Tod heiratete sie 1929 einen Briten und zog nach Südafrika. Diese und die nächste Ehe hielten nicht sehr lange, aber in 5. Ehe heiratete sie 1947 den Engländer Harold Rydon, dessen Name sie auch annahm. Mit ihm lebte sie als Mrs. Margot Rydon in Tansania.

Und nun ihre motorsportlichen Erfolge: Mit Ernst Udet unternahm sie in den 20er Jahren spektakuläre Flüge, wandte sich aber dann dem Autorennsport zu und war sehr erfolgreich. Zunächst mit dem Chiribiri, den auch ihr Bruder Jozsi fuhr.

1927 erzielte sie ihren größten Coups, als sie das Feldbergrennen in der Sportwagenklasse bis 5000cm³ im Steyr/4500 des Rennteams Heusser/von Einsiedel gewann. Im selben Jahr gehörte sie zu den Erststartern am neuen Nürburgring. Sie wurde Dritte ihrer Klasse. Bei der Targa Florio auf Sizilien konnte sie den 12. Rang belegen. Auch ihr Bruder Jozsi von Gans war Feldberg-Sieger. Er gewann 1924 die Tourenwagenklasse 3 im Chiribiri.

Ende 1927 zog sich Steyr vom Motorsport zurück und das Team Heusser/von Einsiedel kaufte zwei Bugattis: für ihn den 35B, für sie einen T37A.

Heusser und sein Beifahrer Otto Feldmann verunglückten 1928 in Ungarn mit dem Bugatti tödlich. Es ist möglich, dass sich Gräfin Einsiedel (später Rydon) daraufhin vom Motorsport zurückzog. Sie starb 1986 in Dänemark.

Es gab noch eine zweite Bugatti-Fahrerin mit dem Namen ´von Einsiedel`:

Beatrice "Bea/Beatrix" Else Frieda Margarethe von Einsiedel

(* 2.9.1908 in Berlin; gest. Anfang der 90er), auch bekannt als Beatrix Gilka-Bötzow (erste Ehe mit Carl-Albrecht Gilka-Bötzow, einem Großgrundbesitzer). Beide Damen fuhren einen Bugatti T37, wobei Margot ihren Wagen (37A) aus dem Rennstall Huldreich Heussers bekam, "Bea" fuhr einen normalen T37 ohne Kompressor.

Bea startete zunächst mit Autro Daimler, später mit dem Bugatti, bei Bergrennen in Deutschland, der Tschechoslowakei und der Schweiz, nahm aber meines Wissens nicht an den Feldbergrennen teil.

Ich danke Herr Oliver Kuhn aus Duisburg, der mir bei den beiden von Einsiedel-Kurzbiographien behilflich war.

Willi Faust - Karl Remmert

waren 1954 Zweite der Deutschen Meisterschaften hinter Noll - Cron und Dritte am Feldbergring. Ihr großes Erfolgsjahr folgte 1955. Faust - Remmert wurden sowohl Deutsche Meister, als auch Weltmeister vor Noll - Cron und Schneider - Strauß, alle auf BMW. Außerdem gingen drei Grand - Prix - Siege auf ihr Konto. Willi Faust war den anderen Gespannfahrern nicht durch besseres Maschinenmaterial überlegen, sondern wegen seiner Fahrweise. Er verstand es, mit starkem Kurvendrifting seine Konkurrenten abzuhängen. Faust - Remmert gewannen jeweils 1954 und 1955 auf dem Sachsenring und bei ´Rund um Schotten`. Auf der Eilenriede bei Hannover und auf der Solitude bei Stuttgart siegten sie 1955. Ihre wichtigsten Erfolge waren natürlich die Grand Prix-Siege 1955 in Spanien, in Deutschland auf dem Nürburgring und bei der Assen-TT in Holland.

Leider konnten sich Willi Faust und Karl Remmert ihrer Erfolge nicht lange erfreuen. Am 18. April 1956 erprobten sie ihre neue BMW auf dem Hockenheim - Ring. Sie kamen von der Strecke ab und wurden in eine Fahrbahnbegrenzung geschleudert. Karl Remmert, geboren am 20.1.1925, war sofort tot. Willi Faust wurde schwer verletzt und lag sechs Wochen in Koma. Er konnte nie mehr ein Rennen bestreiten und wurde in Fulda Tankstellenbesitzer.

Willi Faust, geboren 1924 in Fulda, starb 1992.

Rudi Felgenheier

wurde am 23.12.1930 in Horchheim am Rhein geboren. Das erste Rennen, das er mit der Ende 1949 erworbenen Fahrerlizenz bestritt, gewann er bereits. Es war 1950 auf dem Nürburgring die 125er-Saugmotorenklasse, die damals noch von den Kompressormaschinen getrennt gewertet wurde. Weitere Siege 1950 gelangen ihm auf der Solitude - Rennstrecke und in Saarbrücken.

Sein Sieg 1951 auf einer privaten DKW-125cm³ auf dem Feldbergring im Taunus, der damals mit etwa 60 Kurven pro Runde schwersten Rennstrecke Deutschlands, Deutsche TT genannt, bedeutete, Werksvertrag von DKW ab 1952. Hinter drei Werksfahrern von DKW und NSU wurde Rudi Felgenheier ´Bester deutscher Privatfahrer des Jahres 1951`.

1952 gewann er sensationell den Großen Preis von Deutschland auf der Solitude-Rennstrecke bei Stuttgart in der 250er-Klasse mit fast einer Minute Vorsprung vor dem Zweiten des Rennens Hein Thorn-Prikker. Mit diesem Sieg erreichte er den 5. WM-Platz. Es sollte der einzige DKW-WM-Sieg bleiben. Im selben Jahr 1952 siegte Felgenheier auf dem Sachsenring vor Ewald Kluge.

Nach einem schweren Sturz im Training zur Tourist-Trophy auf der Isle Of Man 1953 musste Rudi Felgenheier vorzeitig seine Karriere beenden. Er betrieb dann eine Mechanische Werkstatt in Lahnstein.

Rudi Felgenheier starb am 20.10.2005. Er war in seinen letzten Lebensmonaten blind.

Heiner Fleischmann,

geboren am 02.02.1914 in Amberg, erhielt 1936 einen Werksvertrag von NSU und wurde in der 350cm³ - Klasse noch im selben Jahr Deutscher Meister und wiederholte diesen Erfolg ein Jahr später. 1938 gelang ihm die Wiederholung nicht, er wurde DM-Vize hinter Walfried Winkler auf DKW. Fleischmann wechselte 1939 zu DKW. Mit zwei Grand - Prix - Siegen auf der 350er wurde er Europameister vor den Velocette - Fahrern Mellors, G.B., Woods, Irl. und DKW-Fahrer Siegfried Wünsche, D.. Beim Ulster-GP wurde er Zweiter hinter Woods und vor Wünsche und auf der Isle of Man, bei der TT in Assen und dem GP in Belgien belegte er jeweils den dritten Platz. Außerdem holte er sich wieder die Deutsche Meisterschaft.

Sein Bruder Toni war bereits Anfang der 30er-Jahre NSU - Werksfahrer, auch er war sehr erfolgreich. So belegte er zum Beispiel 1933 in Hockenheim den zweiten Platz hinter Bernd Rosemeyer/NSU und vor Walfried Winkler/DKW und siegte auf NSU/1000cm³ im selben Jahr im Schwarzwald beim Schauinsland-Bergrennen. Auch Bruder Heiner gewann hier 1936 auf NSU/350cm³.

1947 wurde Heiner Fleischmann auf einer 500er - NSU Deutscher Bergmeister und 1950, wie schon 3X vor dem Krieg, Deutscher Meister in der 350cm³ - Klasse: sein fünfter DM-Titel.

Auch am Feldberg feierte er Erfolge. 1935: Zweiter über 350cm³ und Dritter über 500cm³, 1936 konnte er in den genannten Klassen auf NSU einen Doppelsieg landen. 1951 kam er mit der riesigen 500cm³ - NSU auf den dritten Rang beim Feldbergrennen hinter Zeller und Meier, beide BMW.

Er beendete seine Laufbahn im selben Jahr. NSU hatte die Strategie geändert, man wendete sich den leichten Klassen zu und zog die 350- und 500cm³-Motorräder vom Motorsport zurück. Heiner, der 2-Zentner-Mann, auf einer 125er-Maschine? Unvorstellbar.

Hier aber nochmal eine Gesamtübersicht seiner Rennsiege:

1936:
350 cm³ NSU Solitude bei Stuttgart
350 cm³ NSU Hockenheim
350 cm³ NSU Rund um Schotten
350 cm³ NSU Schauinsland-Bergrennen
350 cm³ NSU Feldberg-Bergrennen
500 cm³ NSU Feldberg-Bergrennen

1937:

350 cm³ NSU Eilenriederennen bei Hannover
350 cm³ NSU AVUS-Rennen in Berlin
350 cm³ NSU Solitude
350 cm³ NSU Hockenheim
350 cm³ NSU Rund um Schotten
500 cm³ NSU Rund um Schotten
350 cm³ NSU Schleizer Dreieckrennen
500 cm³ NSU Schleizer Dreieckrennen
350 cm³ NSU Marienberger Dreieckrennen

1938:

350 cm³ NSU Hockenheim

1939:

350 cm³ DKW Eilenriederennen
350 cm³ NSU Eifelrennen Nürburgring-Nordschleife
350 cm³ DKW Großer Preis von Frankreich Reims
350 cm³ DKW Großer Preis von Schweden Saxtorp

1947:

350 cm³ NSU Hockenheim
350 cm³ NSU Eifelrennen Nürburgring-Südschleife

1950:

350 cm³ NSU Eilenriederennen
500 cm³ NSU Eilenriederennen
350 cm³ NSU Norisring
500 cm³ NSU Norisring
350 cm³ NSU Hockenheim
350 cm³ NSU Solitude
500 cm³ NSU Solitude
350 cm³ NSU Rund um Schotten
350 cm³ NSU Dieburger Dreiecksrennen
350 cm³ NSU Sachsenring
500 cm³ NSU Sachsenring
350 cm³ NSU Hamburger Stadtparkrennen
350 cm³ NSU Grenzlandring, Wegbergring
500 cm³ NSU Grenzlandring

Eigentlich hätte ich mit die Mühe sparen können, Heiner hat

halt auf allen wichtigen deutschen Rennstrecken gewonnen.

Heiner Fleischmann starb in Amberg bereits am

25.12.1963 an Kehlkopfkrebs, er wurde nur 49 Jahre alt.

Ines und Maurice Folville

Ines Folville, geb. Katharina Burkhart, *15.8.1885 in Frankfurt am Main, belegte mit ihrem Steiger 2,5 Ltr beim Feldbergrennen 1922 hinter Carl Iron/Adler/ den zweiten Platz in der Sportwagenklasse, 1926 war sie wieder Zweite, diesmal bei den Rennwagen bis 1100cm³ hinter Hans von Meister, beide Amilcar. Ines Folville war wohl die erste Berufs- Rennfahrerin, unterhielt aber auch eine "Steiger"-Vertretung in Frankfurt. Ihr erster Ehemann Maurice Folville gewann 1925 die Klasse der Sportwagen bis 2 Ltr. auf Bignan.

Ines Folville hatte schon 1922 bei einem Berg-Turnier in Bad Nauhein einen Gesamtsieg herausgefahren. Vier 24-Stunden-Rennen hat sie gewonnen, das letzte 1928 in Holland.

Nach ihrer Scheidung von Folville heiratete sie Hans Keil, behielt jedoch auch den Namen Folville weiter im Doppelnamen. Ihren eigentlich schönen Vornamen "Katharina" hatte sie bereits vor Jahren geändert und nannte sich "Ines". Das kann man nur verstehen, wenn man weiß, was die Frankfurter aus dem Namen "Katharina" machen: meist in der Jugend "Kätsche" und später dann "Kätha".

Ines Keil-Folville wurde 95 Jahre alt, sie starb am 25.8.1980 in Frankfurt am Main..

Weitere Frauen-Rennerfolge s. auch unter ´Änne Wiest`

Richard Fuchs

Der Privatfahrer aus Ransbach gewann 1925 mit seinem Rabag-Bugatti/1500 Typ-13 das Bergrennen am Feldberg/Ts. in seiner Klasse.

Horst Fügner

wurde am 11.3.1923 geboren. Der Chemnitzer gewann am Feldberg 1954 die 125cm³ - Klasse auf Ifa. Er war dreimal DDR - Meister auf einer 125er Ifa/MZ.

Mit einem Sieg beim GP von Schweden in Hedemora 1958 und dem zweiten Platz beim WM-Lauf auf dem Nürburgring, gelang es ihm, Vizeweltmeister der 250er-Klasse zu werden. Nur dem Italiener Tarquinio Provini auf MV Agusta musste sich Horst Fügner geschlagen geben. Die meisten Rennen gewann er in der 125er-Klasse, WM-Zweiter aber wurde er mit der 250er-MZ.

In Halle/Saale war er viermal siegreich: 1954, 1955, 1956 und 1958 auf Ifa/MZ/125 (ab 1957 nannte sich die Firma MZ).

Je zweimal war er auf dem Sachsenring (1953/Ifa/125 und 1958/MZ/250) und in Rostock (1954/Ifa/125 und 1956/IFA/125cm³) erfolgreich.
Je einen Sieg feierte Horst Fügner in Stralsund, auf dem Feldbergring im Taunus (1954/Ifa/125), in Schotten (1955/Ifa/125),
dem Nürburgring (1955/Ifa/125), beim Schleizer Dreieckrennen (1955/Ifa/125), in Dessau (1955/Ifa/125),
in Tubbbergen/Holland (1957/MZ/250), in Wismar (1958/MZ/125), in Dresden (1958/MZ/250cm³),
auf dem Salzburgring (1959/MZ/250) und in Bernau/Österreich (1959/MZ/250).

Fügner musste seine Karriere 1959 nach einem Sturz in Spa Francochamps beenden. Er leitete nach seiner Genesung die Rennabteilung von MZ.

Horst Fügner starb am 22.11.2014 im Alter von 91 Jahren

Hermann Gablenz

war schon 1938 Dritter der Europameisterschaft und Deutscher Vizebergmeister auf einer 250er - DKW. Auch zwei Siege am Nürburgring und in Amriswil/Schweiz stehen 1938 zu Buche.

Nach dem Weltkrieg gewann er 1947 die Deutsche Geländemeisterschaft, ebenfalls auf DKW - 250cm³. 1950 wurde Gablenz auf Moto Parilla / 250cm³ Deutscher Straßen - Meister und 1951 Vizemeister.

Am Feldberg gewann er 1950 die Saugmotorenklasse mit der Moto-Parilla/250cm³, 1951 schied er mit dieser Maschine an dritter Stelle liegend aus. Mit einer Horex/250cm³ kam er 1952 nicht ins Ziel.

Hier seine wichtigsten Siege ( bis einschl. 1949 auffährt Gablenz DKW/250, ab 1950 eine Moto Parilla/250cm³):

Schotten 1938 und 1951, Nürburgring 1938, Hamburger Stadtpark 1947 und 1949, Schauinsland Bergrennen 1949, Hockenheim 1949, Dieburg 1949, Grenzlandring 1949, Norisring 1949, Sachsenring 1950, Eilenriede 1951.

Hermann Gablenz wurde am 27.7.1913 in Weingarten geboren. Er starb am 30.7.2000 in Karlsruhe.

Josef Paul, ´Jozsi` von Gans,

*1897 in Cannes, gewann auf Chiribiri 1924 die Tourenwagenwertung bis 1500cm³ auf der 8km langen Feldberg - Rennstrecke zwischen Hohe Mark/Oberursel und Sandplacken. Chiribiri klingt zwar lustig, war aber ein ernstzunehmender Automobil-Hersteller in Turin. Das Werk wurde 1910 von Antinio Chiribiri gegründet und mußte 1929 schließen. Tazio Nuvolari war Anfang der 20er Jahre erfolgreicher Chiribiri-Werksfahrer. 1926 konnte Jozsi am Feldberg im Chiribiri noch einmal Dritter der Rennwagenklasse bis 1500 cm³ werden.

Von 1927 bis 1938 arbeitete er für die I.G. Farben in Frankfurt, Berlin und Wien. Nach dem Anschluß Österreichs an Deutschland ging er mit seinen beiden Söhnen nach Australien ins Exil, wurde dort aber als ´Deutscher` interniert. Ende 1944 erhielt er die australische Staatsbürgerschaft. Nach dem Krieg kehrte er zunächst nach Frankfurt zurück, leitete später in Düsseldorf ein Büro in der Firma seiner Schwester.

Josef Paul ´Jozsi` von Gans starb am 9.1.1963.

Gotthilf Gehring

wurde am 7.1.1927 vermutlich in Ostelsheim geboren. Er war mit seiner Moto Guzzi/250cm³ 1952 Zweiter beim Feldbergrennen, hinter Hein Thorn-Prikker/Moto-Guzzi, vor Georg Braun/ Moto Parilla und Wilhelm Hofmann/NSU. beim Großen Preis von Deutschland auf der Solitude bei Stuttgart Fünfter und beim Großen Preis der Schweiz Sechster: WM-Gesamtrang 13.

Gotthilf Gehring verunglückte am 10.5.1953 beim Maipokalrennen in Hockenheim tödlich. Ihm war ein junger Polizist, der eine auf der Strecke liegende Motorradbrille beseitigen wollte, vors Motorrad gelaufen. Auch der Polizist starb.

Arthur Geiss

wurde 1903 in Hockenheim geboren. Er fuhr ab 1923 Motorradrennen auf verschiedenen Marken, jedoch ab 1925 nur noch auf DKW. Auf seiner Erfolgsliste stehen 10 Grand-Prix-Siege. Unter anderem siegte er in Assen/Holland, in Ungarn, in Italien beim Preis der Nationen und 2X beim GP von Deutschland. Er gewann 7X das Schauinsland-Bergrennen. Und nicht zu vergessen, Arthur Geiss war 1925 auf DKW/175 und 1935 auf DKW/250 auch zweimal beim Feldbergrennen erfolgreich. Dass er auf allen anderen bedeutenden deutschen Rennstrecken auch siegte, braucht man nicht einzeln aufzuzählen.

In den Jahren 1926 bis 1935 war er 6X Deutscher Meister, 1X Vize-EM (1927 175cm³), 1X EM-Dritter (1934 250cm³) und 1935 folgte dann der Sieg in der Europameisterschaft der 250er-Klasse. Der Vorkriegs-Europameister-Titel ist mit dem heutigen nicht zu vergleichen, denn damals gab es noch keine Weltmeisterschaften und somit entspricht der damalige Titel dem WM-Titel von heute. Erfolgreiche Weltrekordversuche 1933 auf, wie könnte es anders sein, der 250er-DKW runden die Erfolgsbilanz ab.

Auf dem Weg zu einer Siegerehrung 1936 stürzte er mit seiner Maschine so schwer, dass er 15 Monate im Krankenhaus zubringen musste. Der linke Arm war hinterher nicht mehr voll beweglich. Arthur Geiss musste seine Karriere beenden. Er betreute jetzt den Rennfahrer-Nachwuchs von DKW.

Auch nach 1945 blieb er DKW treu, er betrieb ein Geschäft und eine Reparaturwerkstatt in Zaisersweiher. Arthur Geiss starb 1982.

Seine Enkelin, die Kunstmalerin Rita Sinnl, erinnert an ihn mit den Internetseiten www.arthur geiss.de

Eugen Gerlach

aus Weil im Dorf, heute ein Ortsteil von Stuttgart, siegte 1927 am Feldberg in der Klasse bis 250cm³ auf Standard. Er gewann 1927/28 auch das Schleizer Dreieckrennen, das Bergrennen am Oberjoch und 1928 beim Eilenriede-Rennen bei Hannover.

Josef ´Sepp` Giggenbach

Startete 1934 auf einer Rudge/500cm³ beim Feldberg-Bergrennen und 17 Jahre später, 1951, beim Feldberg-Rundstreckenrennen. Seine Puch/125cm³ brachte ihn auf den 6. Platz, er war damit drittbester Privatfahrer.

Sepp Giggenbach ist am 1. April 1906 in Trostberg geboren und am 25. Mai 1980 in Mühldorf am Inn gestorben. Ab 1924 startete er bei Sandbahn-, Gras- und Eisbahnrennen, wechselte dann aber zu Berg- und Straßenrennen.

Sein größter Erfolg: 1927 gewann er den Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring und wurde Europameister auf seiner Bayerland-Jap/1000cm³. Damals wurde die EM in nur einem Lauf ausgetragen. Für die 510 km lange Strecke brauchte er fast sechs Stunden und hatte am Ende einen Vorsprung von 16 Minuten vor dem Zweiten des Rennen, Werner Huth auf Harley-Davidson. Dritter wurde Heinz Kürten auf Andrees. 1929 gewann Sepp Giggenbach das Schleizer Dreieckrennen auf Bayerland/1000cm³. Bayerland-Motorräder wurden von 1924 bis 1930 in München gebaut. Das Werk musste wegen mangelndem Umsatz während der Weltwirtschaftskrise geschlossen werden. Giggenbach musste die Marke wechseln und wurde 1930 noch einmal Zweiter auf dem Nürburgring auf einer NSU. Er richtete sich im selben Jahr eine Kfz.-Werkstatt ein.

Zwölf Jahre (zw. 1936 und 1948) bestritt er keine Rennen. Dann aber wollte er es noch einmal wissen. Seine Werkstatt war im Krieg zerstört worden, und so arbeitete er in einer Motorradwerkstatt in Würzburg, in der er sich auch seine Puch rennfertig machen konnte. 1952 richtete er sich mit seinem Bruder in Mühldorf/Inn wieder eine eigene Werkstatt ein und beendete seine Rennfahrerlaufbahn 1954 endgültig. Er war dann Sportwart bei der OMK und 16 Jahre lang im Stadtrat von Mühldorf, der Stadt, die eine Straße nach ihm benannte.

Erna, Helm, Otto, Walter, Wilhelm Glöckler

Als Walter Glöckler (*15.12.1908) am 2. Oktober 1950 am Feldberg in einem VW-Eigenbau die Sportwagenklasse bis 1100cm³ gewann, war er schon Deutscher Meister in dieser Kategorie.

Bereits 1927 startete Walter Glöckler beim Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring mit einer 250er-NSU und gewann. Er war 19 Jahre alt. 1936 gewann er auf Hanomag/1500 das Feldberg-Bergrennen. 1949 siegte er in einem Hanomag-Eigenbau beim Schauinsland-Bergrennen. Zwischen 1948 und 1954 konstruierten Walter Glöckler und Hermann Ramelow sieben verschiedene Rennsportwagen, meist auf Porsche-Basis. Drei Fahrer wurden in dem Glöckler-Porsche/1100 Deutsche Sportwagenmeister: 1950 Walter Glöckler selbst, 1951 Hermann Kathrein und 1952 Heinz Brendel. Mit einer 1500cm³-Porsche-Eigenkonstruktion gewann Walter Glöckler 1951 das Schauinsland-Bergrennen und wurde Deutscher Sportwagenmeister in dieser Klasse. Walter-Glöckler-Konstruktionen wurden auch in die USA verkauft.

Im September 1951 fuhren Walter Glöckler, Petermax Müller aus Hannover, Huschke von Hanstein, Hermann Ramelow und Richard von Frankenberg mit dem 1500cm³-Glöckler-Porsche einen 72h-Weltrekord.

1953 konstruierten Walter Glöckler und Hermann Ramelow für den Rennfahrer Richard Trenkel einen 1100cm³-Porsche-Roadster, mit dem Trenkel prompt die Deutsche Sportwagenmeisterschaft 1953 gewann.

Auch sein Vetter Helm Glöckler (*13.1.1909), der 1949 und 1952 Deutscher Rennsportmeister/1500cm³ (in einer weiteren verbesserten Walter-Glöckler-Porsche-Konstruktion) und 1955 zusammen mit Wolfgang Seidel auf Glöckler-Porsche-Spyder Mille Miglia-Sieger war, startete auch beim Feldbergrennen, kam aber nicht ins Ziel.

Erna Glöckler gewann 1931 in einem Dixi-BMW die 10000-km-Fahrt durch Europa. Ihr Bruder Helm fuhr als Begleiter mit. Am Feldberg belegte sie 1927 einen 2. Platz in der Klasse bis 1500 cm³ in einem NSU-Tourenwagen.

Sie starb 24-jährig durch einen Unfall im Haushalt.

Walter starb am 4.1.1988 79-jährig und Helm Glöckler 18.12.1993 im Alter von 84 Jahren.

Bereits in den 20er-Jahren konnten zwei weitere Angehörige der Glöckler-Familie bei Motorradrennen Siege erringen: 1921 und 1925 gewann Otto Glöckler aus Frankfurt (Walters Vater) auf Norton/1000 bzw. 750 am Feldberg und 1923 das Solitude-Rennen auf NSU/1000cm³. 1926 war Wilhelm Glöckler (*1876-1945, Vater von Helm) auf Norton/600cm³ am Feldberg siegreich. Er war außerdem 1921 auf vier Rädern beim Feldbergrennen in der 9PS-Klasse in einem NSU erfolgreich.

Fritz Gömöri,

Privatfahrer aus Frankfurt/Main, gewann 1926 in einem Steiger die 3 Ltr.- Klasse des Feldbergrennens. Beim Eifelrennen des Jahres 1928 wurde er Zweiter in dieser Kategorie. Bevor er auf vier Räder umstieg, war Fritz Gömöri 1924 Deutscher Meister im Zweierbob: Wetzel/Fritz Gömöri (BC Taunus).

Paul von Guilleaume,

*11.11.1893 in Köln, gewann am 3.10.1926 das Feldbergrennen der Klasse bis 2000cm³ auf Steyr. Am 15.8. des selben Jahres hatte er bereits das Rennen an der Hohen Eule bei Breslau und ein Bergrennen im Siebertal jeweils in der Klasse 12St.-PS = 3144cm³ gewonnen. Im Jahr zuvor war von Guilleaume beim Harzer Bergrennen erfolgreich, auch hier auf Steyr.

1927 siegte der Graf beim Buckower Dreiecksrennen in der Rennwagenklasse bis 3Ltr auf Steyr.

Zehn Jahre später wurde er in Le Mans gemeinsam mit Otto Löhr Gesamt-Neunter und Zweiter seiner Klasse mit der neuen Adler Trumpf Rennlimousine und 1938 Gesamt-Siebter und Sieger seiner Klasse. 1951 Klassensieg bei der Fernfahrt Lüttich-Rom-Lüttich zusammen mit Heinz Graf von der Mühle auf Porsche.

Nach dem Krieg war Paul von Guilleaume einige Jahre ADAC-Sportpräsident. Er starb am 16.12.1970 77jährig.

Werner Haas,

geboren am 30. Mai 1927 in Augsburg, begann seine Rennfahrer-Laufbahn auf selbstgebastelten Maschinen als Grasbahn- und Geländefahrer. Gleichzeitig erhielt er eine Ausbildung als KFZ-Mechaniker bei der Post.

Nach dem Krieg hatte er eine Anstellung bei den US-Streitkräften. Er setzte seine Karriere mit einer NSU 500SS Bullus fort. Er fiel dem Ardie-Händler Sepp Wiedemann auf, der ihn förderte und ihm einen Vertrag als Versuchsfahrer bei Ardie in Nürnberg verschaffte.

1952 aber erschien er mit einer Puch-Eigenbau auf dem 60-Kurven-Kurs (pro Runde), dem Feldbergring, und beendete das Rennen als Vierter und bester Privatfahrer hinter den drei NSU-Werksfahrern Otto Daiker, Wilhelm Hofmann und Hubert Luttenberger und vor Walter Reichert (Puch). Er fiel den NSU-Chefs auf und erhielt beim Solitude-Rennen seine große Chance, weil Colombo und Wilhelm Hofmann im Training gestürzt waren.

Sein erstes Rennen als Werkfahrer beendete Werner Haas mit dem erstem Sieg. Und das nicht bei irgend einem Rennen, sondern beim Großen Preis von Deutschland in der 125cm³-Klasse vor dem neunfachen Weltmeister Carlo Ubbiali, FB-Mondial und Cecil Sandford auf MV Agusta.

1953 gewann Haas auf dem Feldbergring die 125cm³-Klasse vor Walter Reichert, beide Rennfox. Er wurde im gleichen Jahr Deutscher Meister und Weltmeister in den Klassen 125 und 250cm³ auf NSU-Rennfox und NSU-Rennmax.

Dafür wählte ihn die Deutsche Sportpresse zum Sportler des Jahres 1953.

Auch 1954 wurde er wieder in beiden Klassen Deutscher Meister, Vize-WM der 125ccm-Klasse (hinter Rupert Hollaus, Österreich) und Weltmeister bei den 250ern. 1954 war auch das Jahr seines Tourist Trophy-Sieges. Insgesamt gewann er 11 Weltmeisterschaftsläufe. Von Theodor Heuss wurde er mit den Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet, der höchsten staatlichen Auszeichnung für Sportler.

Nach dem tödlichen Sturz von Hollaus im Training zum G.P. von Italien in Monza zog sich NSU vom Motorsport zurück. Werner Haas beendete deshalb seine Karriere und fuhr 1955 und 1956 nur noch zusammen mit seinem Bruder Otto einige Gelände-Rennen. Auch an einigen Rallyes beteiligte er noch mit seinem aus zwei Unfallwagen zusammengebauten 300erSL. Beruflich betrieb Werner Haas eine DEA-Großtankstelle.

Er erwarb die Privatpiloten-Lizenz und stürzte am 13. November 1956 nach Wartungsarbeiten an seiner ´Jodel` nach einer Flugplatzrunde aus 50m Höhe auf den Flugplatz Neuburg an der Donau. Er war sofort tot.

Helmut Hallmeier

(1933 - 1976) lag 1954 auf seiner Adler/250cm³ in der vorletzten Runde des Feldbergrennens an dritter Stelle, schied aber dann leider aus. Dennoch war das Jahr 1954 eines der erfolgreichsten in seiner Karriere, denn er belegte mit der Adler beim Großen Preis von Deutschland auf der Solitude hinter Haas und Hollaus (beide NSU) den dritten Platz, vor Wheeler/Irl. auf Moto Guzzi und Walter Reichert auf NSU. Durch diesen Erfolg kam er auf den 9. Platz in der WM-Wertung.

Im selben Jahr gewann er das Dieburger Dreieck-Rennen und in Zandvoort vor František Bartoš/CSR/CZ und Walter Reichert/NSU.

Am Sachsenring siegte Hallmeier zweimal: 1955 auf Adler/250 und 1957 auf NSU/305 (aufgebohrte 250er), auf dem Schleizer Dreieck feierte er vier Siege auf NSU: 1955/350, 1957/250, 1957/350, 1958/250cm³, auf der Halle-Saale-Schleife gewann er 1957 und 1958 in der 250er-Klasse.

Ja, 1957 war sicherlich das Jahr seiner größten Erfolge. Beim Großen Preis von Deutschland belegte er mit seiner aufgebohrten NSU/305 den dritten Platz hinter Liberati/Gilera und Hartl/Norton. Das reichte ihm, wie schon 1954, zum 9. WM-Gesamt-Rang. Er gewann in Tubbergen/Holl., auf der Nordschleife des Nürburgrings, in Halle (auch 1958) und wurde Deutscher Meister der 350er-Klasse.

1958 beendete Hallmeier seine Karriere und eröffnete nicht, wie viele seiner Rennfahrer-Kollegen, eine Werkstatt, sondern ein Café, in Nürnberg.

Helmut Hallmeier starb am 26.6.1976. Er wurde nur 43 Jahre alt.

Walter Hamelehle

wurde am 21.10.1912 in Stuttgart geboren. Schon, weil er am selben Tag wie mein verstorbener Bruder Geburtstag hatte, muss ich ihn hier erwähnen.

Beim Feldbergrennen 1936 wurde Hamelehle Vierter in der 350er-Klasse. Es gewann Heiner Fleischmann auf der Werks-NSU. Auf seiner privaten Norton/350cm³ konnte Walter Hamelehle im selben Jahr hinter Fleischmann Deutscher Vizemeister werden. Und so wurde DKW auf ihn aufmerksam und er erhielt für 1937 einen Werksvertrag. Er war nun Mitglied einer sehr starken Mannschaft. Das Team bestand aus Walfried Winkler, Siegfried Wünsche, Bernhard Petruschke, und ihm selbst. 1939 kam noch Heiner Fleischmann hinzu.

1938 stürzte Hamelehle am Sachsenring, 1939 gewann er dort den Großen Preis von Deutschland auf DKW/350cm³ vor den Velocette -Piloten Ernie Thomas und Franz-Josef Binder. Es war ein Lauf zur Europameisterschaft und blieb sein größter Erfolg, denn nur wenige Wochen später brach der Zweite Weltkrieg aus und beendete seine Karriere.

Nach dem Krieg eröffnete er in Metzingen eine Tankstelle und reparierte Autos und Motorräder.

Walter Hamelehle starb am 11.8.1946 33-jährig an einem Krebsleiden. (Mehr über ihn finden Sie bei: Eggersdorfer s.u.).

Huschke von Hanstein

ist am 3. Januar 1911 in Halle geboren. 1940 siegte SS-Mitglied Huschke von Hanstein gemeinsam mit Walter Bäumer beim Ersatzrennen der Mille Miglia auf BMW 328. 1950 wurde er Zweiter beim Feldbergrennen der Formel 3-Rennwagen in einem Monopolette/500cm³ hinter Gottfried Vollmer in einem Atlas und Dritter auf VW in der Klasse der Sportwagen bis 1100cm³ hinter Walter Glöckler/VW-Eigenbau und Gustav Hennig/AFM. 1956: Sieg bei der Targa Florio mit Porsche 550 Spyder. 1960: Europa-Bergmeister in der GT-Kategorie auf Porsche. Nach Beendigung seiner Rennfahrerkarriere wurde er Vizepräsident der Automobilsportkommission.

Huschke von Hanstein starb am 5. März 1996 in Stuttgart.

Seine Erfolge: •1939: Deutscher Sportwagen-Bergmeister •1940: Sieg zusammen mit Walter Bäumer beim Mille Miglia-Ersatzrennen im BMW 328 Touring-Coupé •1956: Sieg zusammen mit Umberto Maglioli/It. bei der Targa Florio im Porsche 550 Spyder vor Maserati und Ferrari. •1960: Europa-Bergmeister in der GT-Kategorie mit Porsche

Rudolf Hasse,

geboren am 30.5.1906 in Mittweida, ist am 12. August 1942 in einem Lazarett in Makejewka bei Stalino an der Ostfront in der Ukraine gestorben.

Der größte Erfolg seiner Rennfahrerkarriere war sein Grand-Prix-Sieg in Belgien 1937 auf Auto Union. Er gewann vor Hans Stuck/Auto Union und Hermann Lang/Mercedes. Hinzu kam noch ein 5.Platz beim Großen Preis von Deutschland. Diese beiden Platzierungen reichten in der Europameisterschaft zum 7. Rang. Auf der AVUS, das Rennen zählte nicht zur EM, belegte Hasse den dritten Platz hinter Lang/Mercedes und von Deluis/Auto Union. 1939 wurde er mit einem zweiten Platz beim GP von Belgien EM-Sechster. Rudi Hasse bestritt im Auto Union insgesamt 20 Grand-Prix-Rennen (Stuck 43 und Rosemeyer 33).

Er hatte zunächst als Motorradrennfahrer begonnen (Sieg 1927 beim Badberg-Viereck-Rennen in Hohenstein-Ernsthal auf Wanderer/750), wechselte dann 1929 zu den Automobilen. Seinen Feldbergrennsieg feierte er 1935 in einem Adler-Sportwagen/2000cm³.

Er starb 1942, 36jährig, in dem ukrainischen Lazarett nicht an einer Kriegsverletzung, sondern an der Asiatischen Ruhr.

Xaver Heiß

aus Augsburg brachte seine 350er Velocette viermal an den Start des Feldbergrennen, aber wegen der starken internationalen Besetzung der Rennen sprang dabei nur ein einziger achter Platz heraus. Besser waren seine Platzierungen in der 125er-Klasse, hier belegte er 1953 auf Puch den 6. (Schauinsland Platz 3) und 1954 auf MV-Agusta den 5. Rang.

1951 belegte er aber mit der Velocette/350 auf dem Donauring bei Ingolstadt den zweiten Platz hinter Fritz Kläger vor Gotthilf Gehring. Mit seinem Sieg auf dem Sachsenring wurde Xaver Heiß 1954 auf der Velocette Vierter der Deutschen Meisterschaft. Manchmal lief die Maschine.

Nun verschwand er für zwei Jahre aus den Ergebnislisten, um dann 1957 mit einer NSU - Sportmax/250 und einem Sieg in Mettet/Belgien wieder auf sich aufmerksam zu machen. 1958 kam er beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring auf den 5. Platz, das brachte ihm den 16. Rang in der WM ein. In der Deutschen Meisterschaft wurde er Dritter. 1959 gelang Xaver Heiß ein Sieg in Zolder/Belgien. 1961 Platz 3 im Schauinsland auf Rimi/125cm³, Sieger wurde der Konstrukteur der Maschine Michael Schneider. Heiss wurde mit der Rimi/125 1962 DM-Dritter (in St.Wendel bester Fahrer der DM-Wertung) und kam 1963 mit der NSU-Sportmax/250 ebenfalls auf den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften.

Wilhelm Herz

wurde am 18.1.1912 in Lampertheim geboren. Seine Karriere begann er 1932 auf einer 500er DKW. 1937 wurde er in das Werksteam aufgenommen. Aber bereits 1938 zog sich DKW aus der "großen" Klasse zurück. Herz kaufte zwei Maschinen und mit der 500er DKW konnte er im selben Jahr "Bester Privatfahrer" werden.

1939 wechselte er zu NSU. Der Krieg zerschlug weitere Pläne. Jedoch schon 1948 war er wieder im Sattel und wurde Deutscher Straßenmeister in der 350er-Klasse auf NSU. Er gewann in Dieburg, 2X (Mai und Sept.) in Nürnberg (Norisring), in Hamburg, auf dem Grenzlandring, in Hockenheim und in Schotten. 1949 folgten Siege in Hockenheim, Nürnberg, Schotten, Stuttgart (Solitude) und auf dem Grenzlandring. Nur Siegfried Wünsche lag in der Deutschen Meisterschaft vor ihm.

1951 stellte Wilhelm Herz auf der Autobahn München - Ingolstadt und 1956 in Bonneville/Utah zahlreiche Weltrekorde für NSU auf. Er fuhr als erster Motorradrennfahrer schneller als 300km/h.

Wilhelm Herz war nach seiner Motorsport-Karriere 38 Jahre lang Geschäftsführer des Hockenheimrings. Theodor Heuss verlieh ihm das Silberne Lorbeerblatt und Gustav Heinemann das Bundesverdienstkreuz.

Am Feldberg im Taunus war Herz weniger erfolgreich. 1934 war er mit einer privaten NSU/500 am Start, möglicherweise auch in den Jahren 1935 und 1936, jedoch vordere Platzierungen blieben aus.

Wilhelm Herz starb am 5.1.1998.

Huldreich Heusser

wurde am 1.11.1889 in der Schweiz geboren. Er besaß in Klein-Schmalkalden eine Elektrogeräte-Fabrik.

Er war zwischen 1924 und 1928 einer der besten Bergfahrer. So gewann er in diesen vier Jahren 4X das Gabelbergrennen bei Ilmenau, je 3X das Naumburgrennen bei Leipzig und das Feldbergrennen im Taunus (1925/26/27), je 2X Winterberg bei Bad Wildungen, am Fichtelberg bei Chemnitz, Krähberg im Odenwald und je 1X die Bergrennen in oder bei Prag, Kückendorf, Hohnstein bei Dresden, Mansfeld, Hainberg bei Göttingen, Ettersberg bei Weimar, das Schauinsland-Bergrennen im Schwarzwald und an der Hohen Wurzel bei Wiesbaden. Es handelt sich bei dieser Aufzählung seiner Erfolge um Gesamtsiege. Hinzu kommen natürlich noch unzählige Klassensiege. Huldreich Heusser war mindestens 1X Deutscher Bergmeister.

Bis 1927 fuhr er den Steyr 4,5 Ltr. Mit diesem Fahrzeug belegte er beim Eröffnungsrennen des Nürburgrings hinter August Momberger, Bugatti T35B, den 2. Platz. Dann zog sich Steyr vom Rennsport zurück und Heusser erwarb einen Bugatti/35B. Mit diesem Wagen lieferte er sich in der Saison 1928 spannende Kämpfe mit Rudolf Caracciola (Merc.).

Beim Buckower Dreiecksrennen am 20.8.1928 verunglückten Huldreich Heusser und sein Beifahrer Otto Feldmann tödlich. Feldmann war sofort tot, Heusser starb am nächsten Tag im Krankenhaus Müncheberg.

Hans Hieronymus,

geboren am 18.12.1902 in Nürnberg, war in allen Sparten des Motorradsports zu Hause. Er fuhr Bahn- und Straßenrennen, war im Gelände erfolgreich, aber was er 1926 beim Feldberg-Bergrennen schaffte, dass zeigt seine ganze Klasse. Mit seiner 250er- Ermag siegte er nicht nur in seiner Kategorie, sondern er war auch schneller als alle 128 Starter, auch schneller als Fritz Kleemann mit seiner 1000cm³-Horex. In diesem seinem wohl erfolgreichsten Karriere-Jahr 1926 erzielte er auf der Ermag noch zahlreiche Siege.

Nach seiner Lehrzeit bei Zündapp in Nürnberg war er bald der erfolgreichste Fahrer dieser Marke auf der Bahn und im Gelände. Aber sein größter Erfolg im Jahr 1923 war sein Avus-Sieg. 1924 wechselte er zu Hecker/Nürnberg, denn dort hatte man ihm einen Werksvertrag angeboten. Schon ein Jahr später sattelte er wieder um, er ging als Werksfahrer zu Ermag nach Erlangen. Dass dies kein Fehler war, bewies er beim Feldbergrennen 1926. Aber das haben Sie ja bereits weiter oben lesen können. 1927 musste Hieronymus erneut die Marke wechseln. Ermag war in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, die ihn zwangen, zu Zündapp zurückzukehren. Dort wurden aber keine Spezial-Rennmaschinen gebaut. Aber im Gelände war die Zündapp sehr erfolgreich. Für die Bahn- und Bergrennen setzte Hieronymus einen englischen JAP-Motor ein. Von seinen vielen Erfolgen möchte ich nur noch die Siegesserie in der Tschechoslowakei zwischen 1927 und 1936 hervorheben. Dort gewann er die ´Große Tourenfahrt` zehnmal hintereinander.

Leider beendete Ende 1936 auch bei ihm ein Sturz bei einer Probefahrt die Karriere. Er lag über zwei Wochen bewußtlos im Krankenhaus.

Hans Hieronymus konnte sich aber nach seiner Genesung eine Existenz in Witten/Ruhr aufbauen.

Friedrich Hillebrand,

geboren 22.11.1917 in Weisbach / Zell am See, lebte aber, wie Heiner Fleischmann, in Amberg. Vor dem Krieg war er Sandbahnfahrer. Nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1947 fuhr er 1948 auf einer Victoria sein erstes Straßenrennen als Ausweisfahrer, und erhielt 1949 die Fahrerlizenz. 1951 war das Jahr seiner ersten Erfolge und des ersten Desasters. So konnte er in Halle an der Saale auf BMW das Rennen der 750cm³-SW-Klasse gewinnen. Der Mann in seinem Seitenwagen war Kurt Prätorius aus Röthenbach. Am 15.7.1951 verunglückten die beiden Motorsportler beim DM-Lauf in Schotten. Kurt Prätorius überlebte den Sturz nicht.

1952 und 1954 belegte Hillebrand mit Barth bezw. Grunwald zweite Plätze am Feldberg. Er wurde 1952 mit Georg Barth/Amberg Deutscher Meister in der Seitenwagenklasse bis 750cm³ und 1954, jetzt mit Grunwald, Vizemeister hinter Noll/Cron und somit ´Bester Privatfahrer`. Bereits ab 1953 fuhr Hillebrand mit dem Gymnasiasten Manfred Grunwald aus Erlangen. 1956 wurden die beiden hinter Noll / Cron Vize-Weltmeister und nach deren Rücktritt 1957, Weltmeister vor Schneider/Strauß/D. und, mit gleicher Punktzahl, Camathias/Galliker/Schweiz (alle BMW).

Bei fünf Weltmeisterschaftsläufen kamen Hillebrand-Grunwald als Sieger ins Ziel: zweimal auf der Isle of Man, zweimal in Assen/Holland und einmal beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim (1957). Auf dem Nürburgring gewann Hillebrand dreimal, je einmal mit Prätorius (1951), Barth (1952) und Grunwald (1957). In Halle an der Saale siegte er 1952 und 1953, in Schotten 1952, Sachsenring 1956, in St.Wendel 1956, in Salzburg 1956 und 1957.

Das Jahr seines größten Erfolgs war auch das Jahr seines größten Unglücks. Am 24. August 1957 verunglückte er beim Training zum Großen Preises von Bilbao tödlich. Sein Beifahrer Grunwald überlebte schwer verletzt. 1958 verunglückte das Gespann Drion/Stoll in Brno tödlich, Inge Stoll war Grunwalds Ehefrau.

Manfred Grunwald ist am 22.1.2008 in Erlangen gestorben.

Ernst Hiller,

*19.11.1928 in Gütersloh. Als er 1954 am Feldberg aufkreuzte und mit seiner 350er AJS Elfter wurde, ahnte keiner der Zuschauer, dass aus ihm einmal ein ganz Großer würde.

Aber nur er (zwischen 1957 und 1973 auf BMW/RS und Kawasaki) und Georg Meier (zwischen 1938 und 1953 auf BMW) gewannen je 6 DM-Titel in der Klasse bis 500cm³. Beide hatten zwischendurch 7 Jahre Rennpause. 1960 und 1971 war Ernst Hiller Deutscher Vizemeister. 1958 belegte er Platz 7 in der Weltmeisterschaft. 1973 war sein Sohn Reinhard WM-14ter und er selbst 19ter.

Ich bin froh, dass ich 1973 beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim dabei war, als Vater und Sohn Hiller die Plätze drei und sechs belegten. Das dürfte in der Geschichte des Rennsports ein einmaliges Ereignis gewesen sein. Beide fuhren eine ´König`. Dieses Motorrad wurde von einer Berliner Firma, die eigentlich Außenbordmotoren herstellte, gebaut. Sieger des Rennens war damals Phil Read/GB auf MV-Agusta vor Werner Giger/Schz. auf Yamaha.

Ernst Hiller siegte auf allen deutschen Rennstrecken, aber auch im Ausland (Tubbergen 1957, 1959, 1970, Zandvoort/Holl. 1957 und 1958 alles auf BMW/500cm³)

Ernst Hiller starb am 27.2.2008. (Mehr über ihn finden Sie auf http://www.eggersdorfer.info/hiller/ernst_hiller.htm).

August, "Gustl", Hobl,

wurde am 13.4.1931 in Frankfurt am Main geboren.

Seine Eltern stammten aus Bayern. Der Vater hatte nach langer Arbeitslosigkeit bei der Firma Adler in Frankfurt eine Anstellung gefunden. Leider nur für kurze Zeit, denn bereits im Juli 1931 zog die junge Familie wieder nach Ingolstadt. 1949 bestand Gustl Hobl die Gesellenprüfung als Kfz-Mechaniker und fand eine Anstellung bei Auto-Union. Er nahm 1951 an ersten Rennen teil und stand 1952 in Riem erstmals mit einer Werks-DKW am Start. Er gewann im selben Jahr das Trostberger Dreieck-Rennen auf DKW/125cm³. 1953 gewann er, erstmals als Lizenzfahrer, das Dieburger Dreieckrennen auf der 250er DKW, kam im Juni danach mit der DKW-Werksmannschaft nach Oberreifenberg im Taunus und belegte beim Rennen der 250er-Klasse den dritten Platz. Anschließend gewann er in Tubberge/Holland. 1954 folgte sein Sieg beim Feldbergrennen auf der 350er-Dreizylinder-´Singenden Säge` vor den Norton-Fahrern Maurie Quincey und Jack Ahearn, beide Australien.

1955 wurde er mit der 350er-DKW Deutscher Meister vor seinen beiden Teamkollegen Siegfried Wünsche und Karl Hofmann und außerdem Dritter der Weltmeisterschaftswertung hinter Bill Lomas und Dickie Dale, beide Moto Guzzi. Er gewann die Rennen ´Rund um Schotten`, das Eifelrennen und auf der Eilenriede bei Hannover in der 350cm³ - Klasse, außerdem auf dem Sachsenring und auf der Eilenriede in der 125er-Klasse. Bei den WM-Läufen in Spa-Francorchamps und auf der Nordschleife des Nürburgrings war er mit der DKW-Werksmaschine/350cm³ jeweils Zweiter hinter Bill Lomas/ Moto Guzzi.

Das Jahr 1956 sollte für August Hobl noch erfolgreicher werden: Deutscher Meister den Klassen bis 125 und 350cm³ und außerdem Vizeweltmeister in der 350cm³-Klasse. In Assen/Holland wurde er in den Klassen bis 125 und bis 350cm³ jeweils Dritter, beim Großen Preis von Deutschland auf der Solitude bei Stuttgart und beim Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps belegte er jeweils den zweiten Platz hinter Bill Lomas/Moto Guzzi, bzw. John Surtees/MV Agusta. Siege gab es 1956 für Gustl Hobl noch in Hockenheim (125 und 350cm³), auf dem Sachsenring (vor Baltisberger/NSU-Sportmax/350) und auf der Avus mir der 350er-DKW.

Leider musste die DKW-Rennabteilung nach Saison-Ende wegen sinkender Umsatzzahlen aufgelöst werden. August Hobl blieb der Auto-Union treu, obwohl er aus Italien das Vertragsangebot eines Motorrad-Herstellers vorliegen hatte. Er arbeitete im Marketing und bei der Kundenbetreuung der Firma. Die Liebe zum Motorrad hat er an seine beiden Söhne weitergegeben.

Hier noch einmal eine Zusammenfassung seiner größten Erfolge:
1955 Deutscher Meister DKW/350cm³
1955 Dritter der Weltmeisterschaft DKW/350cm³
1956 Deutscher Meister DKW/125cm³
1956 Deutscher Meister DKW/350cm³
1956 Vizeweltmeister DKW/350cm³
Er war insgesamt viermal GP - Zweiter und dreimal GP -Dritter.

(In meiner Kurzbiographie in Wikipedia wurde mir unter der Rubrik "Erfolge" der Eintrag "1956 Vizeweltmeister" wiederholt gestrichen mit der Begründung, Vizemeister/Vizeweltmeister sei kein Titel im Motorsport und auch kein Euphemismus. "Vizeweltmeister" ist in der Tat kein Titel, aber die Bezeichnug für ´jemand, der nach dem Meister in einem sportlichen Wettkampf Zweiter geworden ist` (Duden). Vizeweltmeister zu werden ist jedenfalls ein ungleich höher zu bewertender Erfolg als ein DM-Titel. Das "Vize" sagt aber auch aus, dass ein anderer besser war.)

Karl Hofmann,

aus Frankfurt/Main schied 1951 mit seiner Puch auf dem Feldbergring in Führung liegend aus. Er war auf anderen Rennstrecken erfolgreicher, z.B. auf dem Nürburgring. Dort gewann er zwischen 1951 und 1954 3x auf Puch/125 und 1954 auf DKW/350 vor seinen Markenkollegen Hobl und Bodmer. Auf dem Sachsenring war er 2x erfolgeich (1951/Puch/125, 1956/DKW/125). Auch auf der Eilenriede bei Hannover (1953) und im Schauinsland siegte er 1953 auf DKW/350cm³.

1956 war Karl Hofmann auf Werks-DKW in den Klassen 125 und 350cm³ jeweils DM-Zweiter hinter August Hobl, vor Erhard Krumbholz Ifa/125 bzw. Hans Bartl DKW/350. Erwähnenswert ist dabei sein 350er-Sieg in Nürnberg auf dem Norisring vor Hobl. Im selben Jahr war er WM-Achter auf DKW/125 und WM-Zehnter auf DKW/350cm³.

Sein erstes Rennen hatte er 1948 gefahren, bekam 1950 die Fahrerlizenz, gewann 1950 und 1951 den Titel ´Bester Deutscher Privatfahrer in der 125er-Klasse. Ab 1952 war er DKW-Werksfahrer.

Karl Hofmann, der 1927 in Frankfurt geboren wurde, starb 1978.

Wilhelm Hofmann,

wurde 1952 beim Feldbergrennen Zweiter hinter Otto Daiker auf einer NSU 125cm³. Im selben Jahr gewann er das Avus-Rennen in Berlin auf NSU/250cm³. 1953 war er bei der Int. Sechstagefahrt Goldmedaillengewinner auf NSU/250.

Beim Training zum Weltmeisterschaftslauf 1952 auf der Solitude stürzten die NSU-Werksfahrer Roberto Colombo und leider auch Wilhelm Hofmann, sie konnten am Rennen nicht teilnehmen und so brachten sie dem jungen Werner Haas die Chance seines Lebens. Und der nutzte sie. Er gewann das Rennen in der 125cm³-Klasse vor dem neunfachen Weltmeister Carlo Ubbiali, FB-Mondial und Cecil Sandford auf MV Agusta. Des einen Leid ist des anderen Freud`.

Rupert Hollaus, Österreich,

wurde am 4.9.1931 in Traisen, Niederösterreich, geboren. Er gewann 1954 mit 5 GP - Siegen die Weltmeisterschaft in der 125cm³-Klasse. NSU war 1953 auf ihn aufmerksam geworden, als er auf dem Feldbergring auf einer Mondial hinter den NSU - Werksfahrern Haas und Reichert Dritter wurde. Rupert Hollaus verunglückte am 11.9.1954 beim Training in Monza tödlich.

Thomas Karny hat ein Buch über ihn geschrieben: Rupert Hollaus - Weltmeister für 1000 Stunden.

Karl Hoppe

Diekholzen/AJS/Nr.73, stand zwar 1954 am Start des Feldbergrennens, aber die Zielflagge sah er nicht. Hoppe ist am 5. Januar 1923 in Diekholzen bei Hildesheim geboren und er starb dort am 3. August 1987. Er war eine der herausragenden Persönlichkeiten des deutschen Motorradrennsportes. Hoppe war achtmal Deutscher Meister der "großen Klassen", fünfmal in der 350er auf AJS (1970 auf Yamaha) und dreimal in der 500er auf Matchless. Nur Werner Schwärzel (10) und Hans Georg Anscheidt (9) haben mehr DM-Titel eingefahren, H.P.Müller war achtmal Deutscher Meister und zusätzlich einige male ´Bester Saugmotorenfahrer` oder´ Bester Privatfahrer`, fünfmal Vizemeister, einmal Vize-EM der Seitenwagenklasse und 1939 nach damals gültigen Regeln Automobil-Europameister mit Auto Union, zu vergleichen mit der heutigen Weltmeisterschaft.

Außerdem war er häufig in der Motorrad-Weltmeisterschaft am Start. Dort erzielte er 1968 auf dem Sachsenring mit einem fünften Platz in der 350-cm³-Klasse seine ersten WM-Punkte. Seinen größten Erfolg feierte er 1969 beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim: Platz 2 hinter Giacomo Agostini/MV Agusta. Er fuhr die von Helmut Fath und Friedel Münch konstruierte 90-PS-Münch-URS.

Leider konnte er die meisten internationalen Rennen nicht mitfahren, weil er seinen Beruf nie aufgegeben hat und sich außerdem politisch angagierte. Er war 6 Jahre lang SPD-Bürgermeister seiner Heimatstadt. Und so kam es, dass ein 13. Rang seine beste Platzierung in der WM blieb. Er war bei WM-Läufen 2X Siebenter, 1X Fünfter, 3X Vierter, 1X Zweiter. Karl Hoppe hatte Lieblingsstrecken: Zwischen 1962 und 1969 siegte er sechsmal in Tubbergen/Holl. mit seiner 500er Matchless. Auf dem Nürburgring gewann er zweimal die Klasse bis 500cm³, und den Schauinsland Bergpreis gewann er gar sechsmal (4X 500cm³ und 2X 350cm³) und wurde dreimal Zweiter mit der AJS/350cm³.

1971 verlieh ihm Gustav Heinemann das Silberne Lorbeerblatt der Bundesrepublik.

Seine Deutschen Meistertitel:

1958: 350 cm³ auf A.J.S.

1961: 350 cm³ auf A.J.S.
1965: 350 cm³ auf A.J.S.
1965: 500 cm³ auf Matchless
1966: 350 cm³ auf A.J.S.
1966: 500 cm³ auf Matchless
1969: 500 cm³ auf Matchless
1970: 350 cm³ auf Yamaha

Ernst Hoske,

*Mai 1921 in Groß Hilligsfeld bei Hameln, war als Gelände- und als Straßenfahrer erfolgreich. Seine größten Rennerfolge hatte er 1950. Er gewann das Dieburger Dreieckrennen auf Norton/500cm³ und das Feldbergrennen auf BMW/500cm³. Im selben Jahr war er auf dem Grenzlandring Zweiter hinter Heiner Fleischmann (NSU), im Jahr zuvor hatte er dort den dritten Platz hinter Georg Meier und Wiggerl Kraus (alle BMW) belegt. Beide Male war er ´Bester Privatfahrer`.

Nach seiner Rennfahrerkarriere stellte er in seiner Auto- und Motorradwerkstatt in Groß Hilligsfeld BMW-Tanks, Sitze und Auspuffanlagen her. Er war deutschlandweit dafür bekannt. Seine Schalldämpfer waren am sonoren Klang der Motorräder zu erkennen und wurden allgemein ´Hoske-Tüten` genannt.

Ernst Hoske starb im April 1976.

G. Huth

fuhr meines Wissens stets die Tourenwagen des Presto-Werks/Chemnitz, das 1895 von Georg Günther zunächst als Fahrrad-Werk gegründet wurde.

Er konnte mit dem Presto/2350cm³/Typ D 1922 die ADAC-Reichsfahrt am Schmiedeberg-Pass/Erzgebirge gewinnen und 1923 bei der Sachsenfahrt in Lückendorf/Sudetenland Gesamtsieger werden. 1924 startete Huth am Feldberg/Ts. und gewann in seiner Klasse Tourenwagen bis 3000cm³ den Siegespokal.

Kurt Illmann

gehört zu der erlauchten Gruppe der Feldbergrennsieger. 1935 gewann er die Sportwagenklasse bis 1500cm³ vor Ralph Roese, beide im BMW/315/1. Auf der AVUS in Berlin war er 1938 siegreich:

1. Kurt Illmann, 2.Heinrich v.d.Mühle-Eckart, 3.Adolf Brudes alle auf BMW/328/2000cm³.

Carl Iron

war Ingenieur bei Adler in Frankfurt. Er hat natürlich alle seine Erfolge auf dieser Marke erzielt. Am Feldberg/Ts. waren es gleich drei Siege bei den Bergrennen: 1920 Gesamtsieg mit dem Adler 12S-PS/2820cm³/50PS, 1922 und 1924 gewann er die Tourenwagen-Klasse bis 4500cm³.

Von 1921 ist auch ein Sieg von ihm am Krähberg im Odenwald bekannt.

Carl Jörns

wurde 8.(lt. Geburtsurkunde am 11.) Dezember 1875 in Ludwigshafen geboren. Er war zunächst Radsportler. Zu seinen Konkurrenten zählten die Opel-Brüder. Jörns holte als Radrennfahrer ca. 300 Pokale und Silberschalen, wurde 1895 Vize-Europameister und 1896 Europameister im Bahnsprint, zusätzlich Deutscher- und Luxemburg-Meister.

Die Firma Opel begann 1899 mit der Autoproduktion. Carl Jörns ließ sich 1903 als Einfahrmeister und Fahrlehrer anstellen. Sein erstes Autorennen fuhr er auf der Pferde-Rennbahn in Frankfurt 1903. Ein Jahr später folgte der erste Sieg. 1907 wurde Carl Jörns Dritter beim Kaiserpreis-Rennen und sorgte dafür, dass Opel ´Hoflieferant` wurde. 1914 baute Opel ein Monster, mit 12300 cm³ Hubraum und 260 PS. Jörns erreichte damit 250 km/h.

Am 22.10.1922 gewann Carl Jörns auf Opel die Gesamtwertung des Feldbergrennens und 1925 konnte er auf Opel mit 2620cm³ die Wertung der Werksfahrer für sich entscheiden, der Sieger der Privatfahrer-Wertung Huldreich Heusser war auf Steyr/2620cm³ jedoch schneller als er.

Auch bei Bergrennen in der Rhön, an der Hohen Wurzel bei Wiesbaden, am Krähberg im Odenwald, dem Herkules-Bergrennen in Kassel, dem Wartberg bei Heilbronn und in Bad Kissingen war er in den 20er-Jahren erfolreich. 1926 beendete er im Alter von 51 Jahren seine Laufbahn. Bei 295 Starts war er 288-mal unter den ersten drei im Ziel.

Nach 1945 kümmerte er sich um die Erhaltung der historischen Opel-Wagen. Carl Jörns starb am 19.7.1969 in Rüsselsheim.

Hans Kahrmann - Heinrich Eder (und Hans Witzel†)

Hans Kahrmann (*18.Februar 1908 in Fulda; †26.März 1973 in Fulda) gewann bereits mit 18 Jahren mit einem 600cm³-Gespann ´Rund um Schotten`. Meistens war er Doppelstarter (Seitenwagen und 250cm³). Er gewann mit seiner Hercules 1931 und 1932 Deutsche Meisterschaft in der 250cm³-Klasse. 1931 ex äquo mit Arthur Geiss/DKW.

Ab 1934 war er DKW-Werksfahrer. Ihm gelang in der 250er-Klasse auch gleich ein Sieg auf dem Nürburgring. Kahrmann wurde zusammen mit Hans Witzel auf Imperia/600 Deutscher SW-Bergmeister 1934 vor Hans Schumann-Hermann Böhm (NSU). Dennoch nahm die Saison ein schlimmes Ende. Er hatte am 9. September mit seiner Seitenwagenmaschine auf der Feldberg-Strecke zwischen Hohe Mark und Sandplacken, kurz nach der "Großen Kurve", einen schweren Unfall. Beifahrer Hans Witzel war sofort tot.

1936 und 1937 war er auf DKW mit Heinrich Eder im Boot Deutscher Seitenwagenmeister in der großen Klasse bis 1000cm³. 1937 belegten deutsche Gespanne die drei ersten Plätze in der Europameisterschaft. Hans Schumann - Julius Beer vor Hans Kahrmann - Heinrich Eder (NSU) und Paul Weyres - Barths (Harley-Davidson).

Hier kurz zusammengefasst seine Siege bei den wichtigsten Rennen:

250cm³ auf Hercules-Jap (6) und DKW (2):

Eilenriede 1931 und 1932

Schotten 1931
Misdroy/Ostseering 19,8km 1931
Avus/Berlin 1931
Schauinsland 1932
Nürburgring 1934/DKW
Avesta/Schwedische TT 1935/DKW

Seitenwagen 600cm³ (T.A.S., Horex/2, Raleigh, Hercules/2, DKW/2)

und 1000cm³ alle auf DKW/1936/1937/7:

Rund um Schotten 1926, 1927, 1930, 1931, 1932 und 1936/T.A.S./Horex/DKW

Avus in Berlin 1930/Raleigh
Hockenheim 1933/Hercules, 1935/DKW, 1936/DKW und 1937/DKW
Schauinsland/Schwarzwald 1934/Hercules
Solitude bei Stuttgart 1935
Nürburgring 1936 und 1937
Großer Preis von Ungarn 1936
Marienbader Dreieck 1937
(bis 1934 mit Hans Witzel, 1935 mit Franz Höller und dann mit Heinrich Eder).

Hugo-Otto Kalinowski

Geboren am 26.01.1888 in Bremerhafen.

Er fuhr Rennen mit Autos (Selve), Motorrädern
und Gespannen (Viktoria, Wanderer). Beifahrerin
war seine Frau Gretel. Sieg beim Feldbergrennen
1922 in der 8-PS-Klasse im Selve/2096cm³ vor
Grün/Dürkopp, Glöckler/NSU und Rasche/Dürkopp.
Und das Seitenwagen-Gespann Hugo und Gretel
Kalinowski holte sich am selben Tag den Klassensieg
und belegte Platz 2 in der SW-Gesamtwertung.

Ab 1921/22 arbeitete Hugo-Otto Kalinowski für

eine Motorrad-Zeitschrift.

Nach der Geburt seiner Tochter 1924 fuhr er nur

noch wenige Rennen. 1922 gründete er zusammen mit
Georg Kruck die Fa. Kalinowski & Co. GmbH in
Frankfurt und fertigte Beiwagen für Motorräder.
Ca. 1927 verließ er die Firma und ging zur OTA (VDO).
1932 machte er sich mit Autozubehör selbstständig.

1963 starb er in Frankfurt.......... von Jürgen Roth

Hugo-Otto Kalinowski

Karl "Charlie" Kappler

wurde am 21. Aug. 1891 in Gernsbach/Baden geboren. Er war einer der erfolgreichsten Bergfahrer der 20er Jahre. Ich kann seine Siege nicht alle aufzählen, wie ich das bei anderen Fahrern mache. Das würde meine Absicht, es bei Kurzbiographien zu belassen, sprengen. Deshalb operiere ich bei Kappler einfach mit Zahlen.

Zwischen 1922 und 1928 erzielte er vierzehn Gesamtsiege bei Bergrennen. Die Klassensiege sind nicht zu zählen. Und doch, einen will ich nennen: Karl Kappler gewann 1927 in einem Simson-Supra/2000 die Sportwagenklasse des Feldbergrennens im Taunus. Bereit 1925 war er hier Zweiter hinter Maurice Folville aus Frankfurt/M./Bignan geworden.

Die Bergrennen bestritt er zunächst auf Benz, dann mit seinem Mercedes, die meisten Erfolge brachten ihm jedoch Simson-Supra und Bugatti T35C. Insgesamt stehen 278 Siege auf seinem Konto. Das dürfte einmalig sein.

Kappler zog sich 1936 vom aktiven Motorsport zurück. Er konnte sich jetzt verstärkt seinem Reifen- Groß- und Einzelhandel widmen, aber auch seinem Hobby, der Foxterrier-Zucht.

Karl Kappler starb am 30. Nov. 1962 in Gernsbach-Scheuern.

Martin Walter hat ein Buch über das aufregende Leben des Karl Kappler geschrieben: "Im Donner der Motoren >> Karl Kappler".

Philipp Karrer

aus Frankfurt war einer der Erfolgreichsten bei den Feldbergrennen. Er war Werksfahrer bei Horex. Auf seinem Konto stehen vier Siege in den 20er-Jahren. 1924 und 1925 gewann er auf einer 250cm³-Horex und 1926 auf einer 750er der gleichen Marke. Außerdem konnte er im selben Jahr noch einen Pokal für den Sieg in einem Opel-Kleinwagenklasse mit nach Hause nehmen. 1925 ist von ihm noch ein dritter Platz beim Solitude-Rennen bekannt.

Horst Kassner

*12. Mai 1937 in Schwabhausen bei Dachau wurde 1954 auf seiner NSU-Sport-Max hinter Walter Reichert, Fritz Kläger und Hubert Luttenberger Vierter beim Feldbergrennen in der 250cm³-Klasse. Er erreichte im selben Jahr Platz Fünf in der Weltmeisterschafts-Gesamtwertung dieser Klasse, ebenso 1956. Horst Kassner war auf NSU 3X Deutscher Motorradmeister in der 250er-Klasse, 1957, 1959, 1961. 1959 konnte er sogar Doppelmeister werden, denn mit seiner Norton gewann er auch den 350er-Titel.

Auf zwei Rennstrecken war Kassner besonders erfolgreich. In Brünn (Brno) gewann er 1955 und 1956 auf NSU/250cm³ und 1958 im Seitenwagen von Florian Camathias, Schweiz, BMW und in Tubbergen/Holl. gewann er dreimal, 1958/59/NSU/250, 1959/Norton/350.

Horsts Bruder Helmut war zwischen 1974 und 1977 fünfmal Deutscher Meister in der 500cm³-Klasse, 4X auf Yamaha, einmal auf Suzuki. Bei dem Boykott-Grand-Prix 1974 auf dem Nürburgring wurde er Sieger in den Klassen bis 250cm³ und 350cm³ und Zweiter über 500cm³. Allein drei Rennen an einem Tag zu fahren ist schon eine Sonderleistung.

Bernd Kassner, der Sohn von Horst, gewann 1992 den DM-Titel auf einer Aprilia/250cm³.

Lore Keller (später Lore Stößer)

Die Münchnerin gewann 1927 den Feldberg - Bergpreis und besiegte alle ihre männlichen Kollegen in der Seitenwagen - Klasse bis 600 cm³ auf einer belgischen FN. Zweiter wurde A. Munk aus Offenbach auf BMW vor Franz Bücker/Oberursel auf Bücker, Vierter W. Schmidt/Frankfurt auf Horex. Zudem war Lore Keller wesentlich schneller als der Sieger der 1000 cm³ - SW - Klasse. 1926 war sie bereits in Österreich beim Zirler Bergrennen vor allen männlichen Konkurrenten siegreich.

Sie heiratete später ihren Rennfahrer-Kollegen Alois Stößer, der 1927 mit der 500er FN Zweiter hinter Arthur Dom wurde.

Dr. Ullrich Kerwer

aus Bonn war Privatfahrer. In einem Opel gewann er am Feldberg 1925 und 1926 die Sportwagen-Kategorie bis 1100cm³. 1926 war er sogar Doppelsieger, denn auch in der Rennwagen- Klasse bis 1100cm³ durchfuhr er die Strecke Hohe Mark - Sandplacken als Schnellster. Auch beim Eifelrennen gewann er 1925 die 1100cm³-Tourenwagenklasse und 1926 war er bei den Rennwagen bis 1100cm³ am schnellsten.

Georg Kimpel

* 1895, war Feuerwehr-Hauptmann im BASF-Werk/Ludwigshafen. Bei dem Oppauer Explosionsunglück von 1921 erwies sich Kimpel Held. Er sperrte unter Lebensgefahr eine Gasleitung ab und verhinderte damit noch grösseren Schaden.

Georg Kimpel fuhr seit 1925 Autorennen, zunächst auf Simson-Supra, dann auf Mercedes 10/40/65. Es folgten Starts in einem Bugatti T39.

Bei seinem ersten Start am Feldberg im Taunus 1926 wurde er in einem Bugatti T35 gleich Gesamtsieger. Die Rennen wurden am 3. Oktober ausgetragen. Ein Jahr später gewann er die große Sportwagenklasse bis 5000cm³ auf Mercedes S und wiederholte den Gesamtsieg auf dem Bugatti T35-Rennwagen/2000cm³. Auch 1927 waren die Rennen erst am 16. Oktober, ein Wagnis im Gebirge. Georg Kimpel siegte auf der Strecke Hohe Mark - Sandplacken in 5,1 Minuten, das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 96,o1 km/h. Ab 1929 leistete sich Georg Kimpel einen Mercedes SSK.

Wie am Feldberg, so konnte er auch auf der Eibsee-Bergstraße bei Garmisch zwei Jahre hintereinander die Gesamtwertung gewinnen. Hinzu kommen Siege am Ruselberg bei Deggendorf und am Neroberg in Wiesbaden 1926.

Georg Kimpel fiel im 2.Weltkrieg an der Ostfront.

Fritz Kläger

wurde am 14.1.1914 in Dornstetten/Freudenstadt geboren. Er war nach dem Krieg einer der wichtigsten Fahrer, denn er baute zwischen 1946 und 1951 schnelle Motore und Getriebe, nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine Freunde und Konkurrenten.

14 X war Kläger bei Deutschen Meisterschaften unter den sechs und 20 X unter den zehn besten. 1954 holte er sich auf Horex - Regina den Titel "Bester Deutscher Privatfahrer" der 350er-Klasse und 1957 wurde er auf der Horex Deutscher Vizemeister hinter Hallmeier/NSU und vor Karl Hoppe und Hans Hötzer, beide AJS.

Seine Siege beim Schauinsland-Bergrennen (1936/Ardie/B.Pf./ Doppelsieg 1950/250/NSU/B.Pf. u. 350/Jap/B.Pf./ Doppelsieg 1951/250/NSU u. 350/AJS, 1961/350/Horex, 1969/250/Fritz Kläger-Special) Sachsenring (1951/AJS), dem Donauring-Rennen (1951/350/Velocette), dem Feldbergrennen (1952/AJS), Burgringrennen/Monschau (1952/350/AJS und Zweiter hinter Goffin/Belg./beide Norton), dem Herkulesring in Kassel (1954/Gilere/500) und dem Schleizer- Dreiecksrennen (1955/NSU/250) sind legendär. Er fuhr auch im Ausland, ich erinnere mich an einen zweiten Platz hinter Baltisberger auf einer Rennstrecke in Mulhouse/Fra. 1955 und einen Sieg in Tubbergen/Holland 1958 auf einer Horex/350cm³.

Von 1966 bis 1970 baute Kläger eine Kleine Serie Rennmaschinen, FKS, Fritz Kläger Special, und gewann 1969 das 250er-Rennen auf seiner Lieblingsstrecke, dem Schauinsland-Bergrennen.

Kläger war aber bereits vor dem Krieg aktiv. 1934 erwarb er die Fahrerlizenz nach Siegen beim Titisee-Eisrennen und weiteren Klassensiegen bei Bergrennen. Am Schauinsland belegte er 1936 auf Ardie als bester Privatfahrer den dritten Platz hinter Arthur Geiss und Ewald Kluge, beide DKW.

Fritz Kläger starb am 22.3.2007 in Kirchzarten.

Seine wichtigsten Siege:
1936: Schauinsland-Bergrennen/ Ardie/250cm³/Bester Privatfahrer
1950: Schauinsland-Bergrennen/ NSU/250cm³/Bester Privatfahrer
1950: Schauinsland-Bergrennen/ Jap/350cm³/Bester Privatfahrer
1951: Schauinsland-Bergrennen/ NSU/250cm³
1951: Schauinsland-Bergrennen/ A.J.S./350cm³
1951: Sachsenring/ A.J.S./350cm³
1951: Donauring/ Velocette/350cm³
1952: Feldbergrennen/ A.J.S./350cm³
1952: Burgringrennen/Monschau/ A.J.S./350cm³
1953: Trostberger Dreieck-Rennen A.J.S./350cm³
1955: Schleizer Dreieck/ NSU/250cm³
1958: Tubbergen/Holland/ Horex/350cm³
1961: Schauinsland-Bergrennen/ Horex/350cm³
1969: Schauinsland-Bergrennen/ FKS-Fritz Kläger-Special/250cm³

Seine Titel:

1954: „Bester Deutscher Privatfahrer“ auf Horex/350cm³
1957: Zweiter der Deutschen Meisterschaft auf Horex/350cm³

Max Klankermeier - Herman Wolz

Schade! Als am 1. Oktober 1950 das erste Auto- und Motorradrennen rund um den Feldberg im Taunus gestartet wurde, hatte sich Max Klankermeier gerade mit Siegen auf dem Donauring, dem Schauinsland-Bergrennen, dem Norisring und bei Rund um Schotten vom aktiven Seitenwagenrennsport verabschiedet. Er fuhr also nie ein Feldbergrennen. Weil er aber seine Karriere als Deutscher Vizemeister 1950 beendet hat, soll er in meine Kurzbiografieen-Reihe aufgenommen sein.

Max Klankermeier ist am 9.7.1909 in München geboren. Ab 1923 war er als Ingenieur und Maschinenbauer bei BMW beschäftigt, 50 Jahre lang bis 1973. Er war maßgeblich am Aufbau der BMW-Sportabteilung beteiligt. Bis zu seinem Ruhestand 1973 fuhren die Gespannfahrer 20 WM-Titel ein und Walter Zeller wurde solo Vizeweltmeister 1956. Klankermeiers Hobby war stets der Sport, er hätte auch als Skirennläufer, Fußballer oder Leichtathlet erfolgreich sein können, er blieb aber beim Motorradsport hängen. Mit 19 Jahren machte er den Führerschein.

Wer Max Klangermeier sagt, der muss auch Hermann Wolz sagen. Er war der ständige Partner im Beiboot der BMW. Wolz hatte noch einen Bruder, Max, der Solorennen fuhr. Die Wolz-Brüder waren ebenfalls gebürtige Münchner. Am Karriereverlauf des Duos Klankermeier-Wolz sieht man, wie sehr der Zweite Weltkrieg den Sportlern geschadet und ihnen größere Möglichkeiten genommen hat. 1934 bereits aktiver Geländefahrer, kam Klankermeier erst 1947 zur Fahrerlizenz und auch gleich zu einem ersten Titel: er wurde SW-Juniorenmeister. 1948 gewannen Klankermeier-Wolz auf dem Bavariaring/München und in Schotten, 1949 wieder in Schotten, dann in Hockenheim, auf dem Nürburgring, auf der Solitude bei Stuttgart, dem Donauring, auf dem Norisring und Doppelsiege 600cm³ und 1200cm³ auf dem Karlsruher Autobahndreieck und im Schauinsland.

Den Deutschen Meistertitel der Gespanne bis 600cm³ gewannen sie 1949, nachdem sie bereits 1948 Vizemeister waren hinter Böhm-Fuchs/NSU. Zum Karriereabschluss 1950 folgte dann noch eine Vizemeisterschaft, wieder waren Böhm-Fuchs vor ihnen. Das große Erfolgsjahr 1949 brachte dem Duo Klankermeier-Wolz dreizehn Siege und vier zweite Plätze. Und als Zugabe noch Platz drei in der SW-Klasse bis 1200cm³. Warum keine Siege im Ausland? Deutsche Fahrer durften nach dem Krieg erst wieder ab 1952 im Ausland starten.

So ganz konnte Klankermeier dann doch nicht aufhören, er holte sich bei der Internationalen Sechstagefahrt 1952 eine Goldmedaille mit dem BMW-Gespann und war auch noch bis 1954 mit Hermann Wolz als Geländefahrer unterwegs. 1957 bis 1961 fuhr er mit der BMW-Isetta fünfmal bei der Internationalen Österreichischen Alpenfahrt zum Sieg. 24 wietere Siege als Automobil-Rennfahrer gehen auf Klankermeiers Konto. Stets mit BMW.

Von Bundespräsident Scheel erhielt er 1974 die Verdienstmedaille der Bundesrepublik. Später wohnte Max Klankermeier in Gräfelfing.

Fritz Kleemann

war der Sohn des Horex-Gründers Friedrich Kleemann, der 1923 die bereits bestehende Rex-Glasfabrik erweiterte und dann auch Motorräder herstellte. Der Name setzt sich zusammen aus ´HO` für Homburg und ´REX` für die bekannten Rex-Einmachgläser.

Sohn Fritz konnte das Feldbergrennen viermal gewinnen. 1922 wurde er Doppelsieger in den Klassen bis 750cm³ auf English Triumph und bis 1000cm³ auf NSU, 1925 auf Horex in der 1000cm³-Klasse. Auch im Automobil war er erfolgreich. Er gewann 1924 in einem Bugatti das Tourenwagenrennen bis 8PS.

Es hat am Feldberg noch zwei weitere Horex-Siege gegeben, 1935 durch Braun-Badsching in der SW-Klasse bis 1000cm³ und 1950 durch Friedel Schön auf der Horex-Regina in der Saugmotorenklasse bis 350cm³. 1927 wurde der Frankfurter Philipp Karrer auf Horex/1000cm³ Zweiter hinter Arthur F. Dom (Standard). 1921 war Karrer bereits auf einem Opel-Rennwagen 17/70 GP auf der Saalburg-Strecke erfolgreich.

Horex war 1953 die meistgebaute 350er der Welt, 3/4 der Produktion wurde exportiert, doch 1956 musste die Motorradherstellung dennoch eingestellt werden, weil nicht einmal mehr 3000 Maschinen abgesetzt werden konnten. Die Zeit des Autos war gekommen. Das Horex-Inventar kaufte Motorradbauer Friedel Münch.

Josef ´Sepp` Klein

wurde am 4.2.1904 in Merzig/Saarland geboren.

Mitte der 20er Jahre fuhr er seine ersten Motorradrennen. 1924 startete er beim Feldberg-Bergrennen und gewann auf Allright die Klassen bis 150cm³ und bis 350cm³. 1927 erreichte er auf Horex in den Klassen bis 500cm³ den zweiten und bis 1000cm³ den dritten Platz. Sieger in beiden Kategorien F. Dom auf Standard.

1929 war sein stärkstes Jahr. Er wurde hinter Soenius/BMW/500 Deutscher Vizemeister auf DKW/500. Und noch besser! Beim GP von Barcelona siegte er in der 175er-Klasse auf DKW und wurde Europameister.

Auf der Frankfurter Zementbahn wurde Klein auf DKW 1930 und 1933 Deutscher Bahnmeister in der 175er-Klasse. Zu den Höhepunkten seiner Karriere zählen Siege beim Eifelrennen, in Schotten, der Eilenriede und der Ungarischen TT. Josef ´Sepp`Klein starb am 17.12.1973.

Ewald Kluge

geboren am 19.1.1909 in Lausa-Weixdorf bei Dresden, war in den Jahren 1936 bis 1939 viermal Deutscher Meister auf der 250er DKW. Nachdem Kluge 1936 bereits EM-Vizemeister und 1937 EM-Dritter war, konnte er 1938 und 1939 den Europameister - Titel zweimal hintereinander gewinnen. Er siegte damals bei elf EM - Meisterschaftsläufen, darunter war 1938 auch ein TT - Sieg auf der Isle of Man. Als erstem Deutschen gelang ihm ein Sieg auf der Motorsport - Insel. 1938 und 39 erhielt er den Titel "Meister aller Europameister".

Ewald Kluge arbeitete seit 1934 bei DKW in Zschopau / Sachsen, erhielt dort 1936 einen Werksvertrag und wurde noch im gleichen Jahr, wie schon erwähnt, Deutscher Motorradstraßenmeister in der 250er-Klasse. Neben seinen vier DM-Titeln gewann er 1938 auch die Deutsche Bergmeisterschaft vor Hermann Gablenz. Mit der 250er war er am Berg meist schneller als die Fahrer der 350er und der 500er - Klasse. Auch nach dem Krieg war Ewald Kluge noch 3X Deutscher Vizemeister.

Hier noch ein Kuriosum: 1952 lieferten Ewald Kluge und Siegfried Wünsche, beide DKW/350, beim Hamburger Stadtparkrennen ein ´Totes Rennen`.

Am Feldberg belegte Kluge 1935 hinter Arthur Geiss den zweiten Platz, gewann aber dann 1936 und 1950 in ´seiner`, der 250cm³-Klasse. Ihm gelang als einzigem Fahrer vor und nach dem Krieg ein Sieg am Feldberg. Er blieb der Marke DKW stets treu und wohnte zuletzt auch am neuen DKW - Standort Ingolstadt.

Ein schwerer Sturz beim Eifelrennen 1953 beendete abrupt seine Rennfahrerlaufbahn.

Ewald Kluge starb bereits 1964 im Alter von nur 55 Jahren in seiner neuen Heimat an einem Krebsleiden.

Fritz Knappke

Opel/250 (1922) s.unter Opel

Rudi Knees und Sohn Peter Knees

Rudi Knees wurde am 19. Mai 1907 in Stettin geboren. 1952 gewann er auf dem Feldbergring im Taunus auf Norton die 500er-Solo -Klasse. Im gleichen Jahr wurde er auch Deutscher Meister vor Siegfried Fuß (Norton), Georg Meier (BMW) und Friedel Schön (Horex). Schon 1950 war Rudi Knees auf AJS Vizemeister in der 350er-Klasse hinter Heiner Fleischmann (NSU-Kompressor) und vor Siegfried Wünsche (DKW-Kompressor). Dies bedeutete, dass er in den Sonderwertungen "Bester Privatfahrer" und "Bester Saugmotorenfahrer" jeweils den ersten Platz belegte. Auf seiner Lieblingsstrecke, dem Schleizer Dreieck, gewann Rudi Knees 1951 und 1953 drei Rennen, und 1953 war er auch auf dem Sachsenring erfolgreich. Hinzu kommen drei Siege auf der Strecke Leipzig-Scheibenholz, zwei in Dresden-Hellerau, zwei in Halle/Saale und ein Sieg in Rostock, alle 1952/53, alle auf Norton.

Ein Kuriosum möchte ich noch erwähnen: das 500er-Rennen in Dresden-Hellerau 1952 beendeten Karl Rührschneck und Rudi Knees (beide Norton) in "Totem Rennen".

Seine Leidenschaft für schnelle Motorräder vererbte er an seinen Sohn Peter (*4.12.1935 in Königsberg). Peter Knees war 1954 Deutscher Juniorenmeister in den Klassen 350cm³ auf Norton und 500cm³ auf BMW-RS und 1955 Dritter der Deutschen Motorradmeisterschaft hinter Walter Zeller und Ernst Riedelbauch, beide BMW. In Halle an der Saale siegte Peter Knees 1954 und 1956 mit der BMW/500-RS. Sein Vater hatte dort 1952 und 1953 auf seiner Norton/500 gewonnen. Bereits 1950 turnte Peter im Seitenwagen von Bruno Ziemer, der aus Danzig stammte. Am Feldberg belegten die beiden mit einer 600cm³-NSU den zweiten Platz hinter Noll-Cron auf BMW.

Rudi Knees starb am 16. April 1982, sein Sohn Peter starb 2012, beide in Nagold).

Otto Kohfink

wurde am 27.6.1907 in Bietigheim geboren. Bereits 1930 landete er seinen ersten bedeutenden Sieg. Er gewann auf einer Montgomery-Jap die Klasse bis 250cm³ auf der Solitude-Rennstrecke bei Stuttgart.

Seine größten Erfolge feierte er jedoch 1933 und 1934. 1933 war er mit seiner 250er - Imperia Deutscher Zementbahnmeister. Er siegte zwischen 1927 und 1950 nicht weniger als 77 Mal auf dem Zementoval, 59 Mal war er Zweiter. 1934 wurde Otto Kohfink mit Erwin Schumacher im Boot nach seinem zweiten Platz am Feldberg im Taunus Deutscher Seitenwagen-Bergmeister auf Imperia. 1938 siegte er in Lausanne/Schweiz mit der 250er-Imperia.

Nach dem Krieg hatte er 1948 auf dem Hockenheimring einen schönen Erfolg. Er siegte in der 250er-Klasse auf einer DKW.

Ausgerechnet auf dem Feldbergring, an diesem regnerischen Oktobertag 1950, stürzte er am ´Roten Kreuz` so schwer, dass er ins Bad Homburger Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Es war das Ende seiner Karriere. 1952 mußte ihm als Folge des Sturzes der linke Arm amputiert werden und er litt fortan permanent an Schmerzen.

Dennoch hat er im selben Jahr in Bietigheim eine Fahrradgeschäft gegründet, später kam eine Tankstelle und eine Ford-Vertretung hinzu. Ab 1967 wechselte Kohfink zu Renault und 1987 übergab er die Geschäfte an seinen sein Sohn.

Otto Kohfink starb 1994. Er wurde 84 Jahre alt.

Robert ´Bobby` Kohlrausch

wurde 1904 in Eisenach geboren.

In den 20er-Jahren probierte er sechs verschiedene Rennmaschinen aus und war erfolgreich: 18 Siege. Ein Sturz beim Schleizer Dreieckrennen veranlasste ihn, auf vier Räder umzusteigen. Zunächst fuhr er den Dixi, der in Eisenach hergestellt wurde. Dann schenkte ihm sein Vater einen BMW 3/15-Wartburg. Sein erstes Rennen damit fuhr er im Juni 1930. Erstes Rennen, erster Sieg, er gewann in der Klasse bis 750cm³ am Kesselberg. Es folgten bis 1933 weitere 26 Siege bei Bergrennen, darunter ein Erfolg am Neroberg in Wiesbaden.

1934 startete Bobby Kohlrausch erstmals im Taunus beim Feldbergrennen und erzielte in der Sportwagenklasse bis 1100cm³ den zweiten Platz auf einem MG-Magnette. Sieger wurde Willi Briem auf Amilcar. Im Jahr darauf gewann Kohlrausch auf MG die Rennwagenklasse bis 1100cm³ vor Walter Baeumer und 1936 konnte er mit dem MG hinter Baeumer/Austin den 2. Rang in der Sportwagenklasse bis 1100cm³ mit Kompressor belegen.

Bobby Kohlrausch war auch nach dem Krieg wieder bei Bergrennen am Start und ausgerechnet ein Trainingslauf auf der geliebten Schauinsland-Strecke, wurde ihm zum Verhängnis. Er verunglückte am 12.8.1953 tödlich. Es gibt allerdings eine zweite Version zu seinem Tod: Kohlrausch sei auf der Reise dorthin an einem Schlaganfall gestorben. Er wurde nur 49 Jahre alt.

Ludwig ´Wiggerl` Kraus - Bernhard Huser

verabschiedeten sich 1953 vom Straßenrennsport. Kraus fuhr noch einige Geländerennen und gewann 1956 in Garmisch auch noch eine Goldmedaille. Das war`s dann.

Wiggerl Kraus, geb. 1907, ging im Alter von 14 Jahren zu BMW in die Mechanikerlehre. 1929 kam er im SW - Boot von Sitzberger auf der Solitude bei Stuttgart zu seinem ersten Sieg. 1930 probierte er es selbst auf der Sandbahn in Daglfing und 1933 fuhr er sein erstes Bergrennen am Kesselberg. 1935 bildete er zusammen mit Sepp Müller, Ernst Henne und Georg Meier die Deutsche Nationalmannschaft der Geländefahrer und sie gewannen die Int. 6-Tage-Fahrt. Ab 1936 war Wiggerl Kraus BMW-Werksfahrer für den Straßenrennsport und wurde 1939 u. a. mit einem Sieg am Nürburgring Deutscher Meister in der Solo-Klasse bis 500 cm³. 1938 und 1939 gewann er den GP von Bukarest.

Nach dem Krieg war ´Wiggerl` Kraus zunächst als Privatfahrer, sowohl solo, als auch mit Seitenwagen unterwegs. Im Boot saß stets Bernhard Huser. Ab 1950 wurden Kraus-Huser wieder als offizielle BMW-Werksfahrer geführt und wurden gleich auf einer 750er BMW Gesamtdeutscher Seitenwagen-Meister in der 1200-cm³-Klasse.

1951 und 1953 wurden sie DM in der 500er-SW-Klasse, jetzt aber nicht mehr gesamtdeutsch. Da Wiggerl Kraus viele Jahre Doppelstarter war, gelangen ihm in der 500er-Klasse auf BMW 1948 und 1949 noch zwei Solo-Vize-Meisterschaften hinter Georg Meier. 1950 gewann er in Hockenheim solo.

Auch ein Sieg am Feldberg (1951) fehlt nicht in der Erfolgs-Statistik von Kraus-Huser. Berühmt war die Startnummer 56, mit der die beiden meist weiß pullovert antraten und sich so von allen anderen Fahrern abhoben. Legendär waren auch die Auseinandersetzungen des 4-maligen Weltmeisters Eric Oliver und Wiggerl (Ludwig) Kraus auf dem Hockenheim-Ring 1952 und 1953. Das Duell endete 1:1 unentschieden. Hochtourig im 3. Gang fahrend hat Wiggerl den Weltmeister einmal auf der Ziellinie abfangen können.

Wie er begonnen hatte, so ließ Wiggerl Kraus seine Karriere ausklingen: als Geländefahrer. Bei den Int. Sechstagefahrten 1951 bis 1956 holte er nicht weniger als vier Gold- und eine Silbermedaille. Wiggerl Ludwig Kraus starb am 3. Nov. 1987, 80-jährig.

Ewald Kroth

ist als langjähriger Sportpräsident des ADAC bekannt, geschätzt ist auch die nach ihm benannte Medaille, die der ADAC an verdiente Sport-Organisatoren verleiht. Durch einen Doppelsieg bei den Bergrennen am Feldberg im Taunus 1922 wurde er aber zunächst als Motorsportler berühmt. Er gewann die Klassen bis und über 10-Steuer-PS = 2620cm³ auf Adler.

Erhard Krumpholz

wurde 1912 in Wilkau bei Zwickau geboren und starb 2008 in einem Pflegeheim in Marienberg.

Obwohl er seine Rennfahrerkarriere bereits 1936 begonnen hatte, stellten sich Erfolge erst nach dem Krieg ein. Auf der 125er-Ifa-MZ wurde er 1952 DDR-Meister. 1950, 1954 und 1956 landete er auf dem 2. Platz. Auf dem Feldbergring belegte Erhard Krumbholz 1954 den dritten Platz hinter Horst Fügner und Karl Lottes.

In seinem Sohn fand er einen Nachfolger, Dieter Krumpholz wurde 1963 DDR-Meister, ebenfalls in der 125cm³-Klasse. Er schien ein ganz Großer zu werden, als er 1965 beim WM-Lauf auf dem Sachsenring Zweiter wurde. Dann aber kam der Schicksalsschlag. Dieter Krumpholz verunglückte 1966 tödlich.

Ferdinand Lehder

wurde im Oktober 1913 in Neu Isenburg geboren. Er baute sich im Eigenbau 1948 seinen ´LTE-Juwel` nach den Regeln für Deutsche Kleinst-Rennwagen. Er gewann 1949 drei Läufe zur Deutschen Meisterschaft, das reichte zum zweiten Platz in der DM hinter Walter Komossa/Scampolo.

Er baute 1950 zusammen mit Georg von Opel einen 500cm³-Renner auf NSU-Basis und erzielte damit im Okt. 1951 eine Rekord-Serie auf der Autobahn München Ingolstadt. Über 1 km fliegend erreichte er im NSU-Spezial 261 km/h. Georg von Opel fuhr mit einem 350cm-Motor 213km/h. Die Deutsche Meisterschaft endete 1950 wie folgt: 1.Toni Kreuzer/Cooper Mk IV, 2.Ferdi Lehder/LTE Brillant, 3. Walter Schlüter/ Monopoletta, 4. Walter Komossa/Scampolo, 5. Helmut Polensky/Monopoletta, 6. der Sieger am Feldberg Gottfried Vollmer/"Atlas" Cooper.

Seine Erfolge:
1948 Leverkusen Platz zwei/LTE Juwel
1948 Grenzlandring Platz zwei/LTE Juwel
1949 Hockenheim 8.Mai, Platz drei/LTE Juwel
1949 Schottenring Sieg/LTE Juwel
1949 Dieburg Sieg/LTE Juwel
1949 Nürburgring/G.P.v.Deutschland, Platz zwei/LTE Juwel
1949 Köln Sieg/LTE Juwel
1950 Hockenheim Platz drei/LTE Brillant
1950 Nürburgring Platz zwei/LTE Brillant
1950 Solitude Sieg/LTE Brillant
1950 1.10. Feldbergrennen Platz vier/LTE Brillant

Otto Ley,

geboren 1903 in Nürnberg, war zweimal Deutscher Zementbahnmeister auf Triumph- Jap/350cm³ (1930) bzw. auf Triumph-M.A.G./1000cm³ (1931). Die Deutsche Bergmeisterschaft gewann er 1931 und 1932 auf Triumph- Jap/350cm³. Zugleich konnte er 1932 hinter Ernst Loof Deutscher Vizemeister auf der Straße werden, auch hier auf Triumph- Jap/350cm³. Es folgten 1933 und 1934 zwei Staßen-DM-Titel auf Norton/500cm³ und DKW/500cm³. Mit der DKW gewann er auch 1934 den Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring.

Für 1935 bekam er einen Werksvertrag von BMW und gewann einige Meisterschaftsläufe. 1936 siegte er beim GP von Schweden und verabschiedete sich vom Motorsport 1937 mit einem Sieg in Hockenheim auf dem Höhepunkt seiner Karriere .

Am Feldberg hat er nur einen fünften Platz in der Statistik stehen. 1927 belegte er bei einem Sieg von Arthur F. Dom auf Standard diesen Platz auf einer Triumph/500cm³.

Der 6-fache Deutsche Motorradmeister Otto Ley eröffnete 1938 ein Fahrzeuggeschäft in Nürnberg.

Ernst Loof,

geboren 1907 in Neindorf, gewann acht Deutsche Meisterschaften: 1931, 1932 und 1934 auf einer 350cm³-Imperia, sowie ebenfalls 1934 in der SW-Klasse bis 350cm³. Zudem konnte er vier Deutsche Bergmeisterschaften in den Soloklassen bis 350 und 500cm³ gewinnen. Dazu gab es vier Siege bei den Bergrennen im Schauinsland. Einen der vier Bergmeisterschaften wurde in einem Entscheidungsrennen im Schauinsland gegen Bernhard Petruschke (Rudge/500cm³) ausgetragen.

Am Feldberg siegte er 1934 sowohl 350cm³/solo, als auch mit Seitenwagen/350cm³, jeweils auf Imperia, der Marke also, die damals in Bad Godesberg hergestellt wurde. Zweiter in der Seitenwagenklasse bis 350cm³ wurde Otto Kohfink. Die beiden Kontrahenten teilten sich 1934 die D. Meistertitel. Loof wurde Straßenmeister, Kohfink Bergmeister.

Nach dem Krieg gründete Loof 1948 zusammen mit Georg Meier und Lozenz Dietrich die Firma Veritas. Ernst Loof war der begnadete Konstrukteur der neuen Firma. Mit Veritas wurden acht Deutsche Meisterschaften gewonnen. Unter den Titelträgern waren Fahrer wie Karl Kling, Helm Glöckler, Fritz Ries (2X), Paul Pietsch(2X) und Toni Ulmen.

Ernst Loof starb, erst 49 Jahre alt, 1956 in Bonn.

Karl Lottes

kam 21 Jahre nach seinem Debüt im Rennsattel zu seinem größten Erfolg. Er wurde 1955 Deutscher Motorrad-Straßenmeister der 125er - Klasse auf MV-Agusta vor Ifa-Werksfahrer Horst Fügner und wiederholte diesen Erfolg 1957 auf einer Ex-Werks-DKW. 1951 (250cm²) und 1952 (125cm³ und 250cm³) hatte er bereits drei Zementbahnmeisterschaften gewonnen. Außerdem war Karl Lottes auf DKW 1938 und 1939, dann nach dem Krieg 1953 bis 1957 jeweils "Bester Deutscher Privatfahrer" auf der Straße. Am Feldberg kam er zweimal als Gesamt-Zweiter, bzw. dreimal als bester Privatfahrer ins Ziel.

1950 teilten sich Hein Thorn - Prikker und Karl Lottes in einem der im Motorradsport seltenen so genannten "Toten Rennen" den 250er - Sieg beim Burgringrennen in Monschau.

Seine Titel:

1939 Bester Deutscher Privatfahrer Klasse 250cm³
1951 Deutscher Bahnmeister Klasse 250cm³
1952 Deutscher Bahnmeister Klasse 250cm³
1952 Deutscher Bahnmeister Klasse 125cm³
1953 Bester Deutscher Privatfahrer Klasse 125cm³
1954 Bester Deutscher Privatfahrer Klasse 125 cm³
1955 Deutscher Motorrad-Straßenmeister Klasse 125cm³/MV Agusta
1956 Bester Deutscher Privatfahrer Klasse 125cm³/MV Agusta
1957 Deutscher Motorrad-Straßenmeister Klasse 125cm³/Ex-Werks-DKW

Hier eine Zusammenfassung seiner Siege:
1947 Hockenheim DKW/250
1947 Norisring DKW/250
1950 Rund um Schotten DKW/250
1950 Monschau DKW/250
1953 Halle/Saale MV Aguste/125
1953 Halle/Saale DKW/250cm³
1953 Tubbergen/Holl. MV Agusta/250
1954 Sachsenring DKW/250
1954 Leipzig-Scheibenholz DKW/250cm³
1955 Solitude MV Agusta/125
1955 Hockenheim MV Agusta/125
1956 Schleizer Dreieck DKW/125
1956 Schleizer Dreieck DKW/250
1956 Tubbergen/Holl. DKW/125

Karl Lottes, geboren 1912, ist 1997 im Alter vom 85 Jahren gestorben.

Hans Ludwig

aus Bad Homburg/Oberursel gewann in den 20er-Jahren als Privatfahrer vier Bergrennen am Feldberg: 1921 schaffte er den Sieg in einem Selve/6 PS, 1922 im Opel/8PS, 1924 im Opel/16PS und 1926 gewann er mit einem 3Ltr.-Rennwagen von Opel die 5Ltr.- Klasse.

Eine Selve-Fahrerin Ludwig wird 1922 in der Sportwagenklasse bis 6 PS als Fünftplatzierte genannt. Ich nehme an, dass es sich hier um die Schwester oder die Ehefrau von Hans Ludwig handelt.

Hubert Luttenberger,

der 1926 geboren wurde, wohnte während der Feldbergrennwoche im Salzgrund bei Oberreifenberg. Er wurde zweimal Dritter, 1952 auf einer Werks-NSU/125 und 1954 auf Adler/250. 1958 konnte er auf einer Mondial Deutscher Meister in der 125er-Klasse werden. Willi Scheidhauer lag punktgleich auf Platz zwei, Karl Kronmüller wurde Dritter, beide auf Ducati. In St. Wendel hatte er 1951 in der Klasse bis 125cm³ auf einer DKW gewonnen, beim Dieburger Dreieck-Rennen siegte er 1954 auf MV-Agusta/125, ebebso auf dem Herkulesring in Kassel. 1958 gewann Hubert Luttenberger in Frontière-Chimay/Belgien ein weiteres Rennen mit seiner Mondial/125cm³.

2009 Hubert Luttenberger, 2.von rechts. Links Albers Kleindienst, der Hans

Baltisbergers NSU betreute. Die Damen: Monika Balthasar und Tini Luttenberger (re).

Daniel Maier

aus Laupheim war Werksfahrer bei Steiger/Burgrieden. Er gewann 1924 die Tourenwagenklasse/4,5 Ltr. des Feldbergrennens.

Hier seine größten Erfolge auf anderen Rennstrecken:
2. Preis - Großer Preis von Italien (Monza) 27. Mai 1923
1. Preis - Klausenpaß-Rennen am 29. Juli 1923
1. Preis - Solitude Stuttgart am 18. Mai 1924
4. Preis - Targa-Florio im Mai 1924
2. Preis - Eifelrennen Sportwagenklasse bis 2,5 Ltr. am 20. Juni 1925.

Kurt Mansfeld

gewann 1934 auf einer BMW/1000cm³ das Feldbergrennen im Taunus und belegte 18 Jahre später, 1952, auf einer 500er-Horex- Imperator den 3. Platz.

Die meisten seiner vielen Erfolge hatte er vor dem Weltkrieg: 1933 gewann er das Hohnstein-Bergrennen bei Dresden, das Riesengebirgs- und das Gabelbach-Bergrennen. Zu seiner Erfolgsbilanz zählen zwei Siege in Hockenheim 1934 und 1935 auf einer 1000cm³-BMW, 1935 auf DKW/500 Sieg auf der Eilenriede und der Solitude. Auch ein Deutscher Meister-Titel gehört zur Bilanz seiner Laufbahn. Er war 1934 Deutscher Bergmeister im der Klasse bis 1000cm³ auf einer BMW/750cm³ vor Karl Bodmer/Norton, Toni Bauhofer/DKW und Sebastian Roth/Imperia. Der Titel war in einem Entscheidungsrennen auf dem Schauinsland-Bergkurs ausgetragen worden, da alle vier Fahrer zunächst punktgleich waren.

1935 folgte dann hinter Steinbach/NSU die deutsche Vizemeisterschaft auf DKW/500, ex aequo mit dem 5fachen Deutschen Meister Toni Bauhofer. Auf dem Marienberger Dreieck gewann Mansfeld.

1936 gewann er wiederum das Eilenriederennen und das Kölner Stadtwaldrennen, 1937 das Internationale Solitude-Rennen bei Stuttgart, das Marienberger Dreieckrennen und den Großer Preis von Estland. Alle Rennen auf DKW/500.

Dann der Krieg! Danach gewann Kurt Mansfeld 1947 auf dem Nürnberger Norisring und 1948 das Hamburger Stadtparkrennen auf DKW/350cm³. Hinter Wilhelm Herz auf einer DKW/350 wurde er erneut Deutscher Vizemeister.

Kurt Mansfeld wurde am 3. April 1910 in Hindenburg/Oberschlesien geboren; er starb am 15. Januar 1984 in Bad Kreuznach.

Georg Meier,

geboren am 9.11.1910 in Mühldorf am Inn, begann seine Laufbahn 1933 als Geländefahrer und gewann mit der deutschen Mannschaft 1938 die "Silber-Vase", wurde im gleichen Jahr mit drei GP-Siegen (in Deutschland, den Niederlanden und in Italien) auf BMW/500 Straßen-Europameister.

1939 siegte er auf zwei Rädern beim GP von Europa in den Niederlanden und der "Senior" Tourist-Trophy auf der Isle of Man und wurde Vize-EM hinter Serafini/Italien. Auf vier Rädern belegte er beim Formel 1 - GP von Frankreich in Reims auf Auto-Union den 2. Platz hinter H.P. Müller (AU). Der Krieg störte den weiteren Verlauf seiner Karriere. Er chauffierte in Frankreich den Chef der Abwehr Canaris.

Georg Meier gewann sechs Deutsche Meistertitel auf BMW/500cm³, 1938, 1947, 1948, 1949, 1950 und 1953. Legendär waren zu dieser Zeit seine Duelle mit Heiner Fleischmann (NSU). 1951 war er beim, wegen seiner 29 Rechts- und 34 Linkskurven pro Runde (lt. Holger Rühl), schwersten deutschen Rennen, dem Feldbergrennen, Zweiter hinter Walter Zeller (BMW). Einige Wochen vor den Rennen war sich der Ex-Europameister nicht zu schade, mit Pinsel und einem Eimer weißer Farbe die 11,5 km lange Strecke abzugehen und Unebenheiten zu markieren, die dann noch rechtzeitig behoben werden konnten. Dennoch konnte er das Rennen nicht gewinnen, weil ihm in der letzten Runde am Sandplacken der Motor ausging und er wie auf einem Kinder-Sitzroller hinter Walter Zeller, aber noch rechtzeitig vor Heiner Fleischmann, ins Ziel ´gehen` musste.

1953 konnte er das Rennen dann aber gewinnen und erneut vor Gerhard Mette (BMW) und seinem Bruder Hans Meier (BMW) Deutscher Meister werden. Schorsch Meier gewann fünfmal in Folge das Hamburger Stadtparkrennen und sechsmal hintereinander "Rund um Schotten".

Auf vier Rädern war Meier auch nach dem Krieg wieder erfolgreich. 1948 gewann er auf Veritas RS-BMW die Deutsche Formel-2-Meisterschaft und in der Freien Formel auf Maserati vor Egon Brütsch. 1954 siegte er bei der Tulpen-Rallye in den Niederlanden.

Die Deutsche Sportpresse wählte ihn 1949 zum "Sportler des Jahres". In Hockenheim hat man eine Straße nach ihm benannt: Georg-Meier-Straße.

Nach seinem Rücktritt vom Motorsport 1954 führte er seine BMW-Vertretung in München bis 1970.

Gestorben ist "Schorsch Meier" am 19. 2.1999 im Alter von 88 Jahren.

Hier sei noch erzählt, wie Meier 1949 seine Frau kennen lernte. Ihm war, während er in Hockenheim Trainingsrunden abspulte, an der Strecke eine Frau in aufgefallen, die bayrische Lederhosen trug. In der folgenden Woche liess er ein Suchinserat in die regionale Presse setzen. Edith Winter, die Frau in Lederhosen und Lehrerin aus Heidelberg, meldete sich, und ein Jahr später war Hochzeit.

Hans Meier

ist der jüngere Bruder von Georg. Auch er war in den 1950er Jahren ein erfolgreicher BMW - Werksfahrer.

So siegte er 1951 beim Rundstreckenrennen in Erding vor seinem Bruder. Zweimal war er Dritter der Deutschen Straßen- Meisterschaft in der 500cm³-Klasse. Am Feldberg im Taunus konnte er sich nicht platzieren. Beim Training 1951 wurde er aus der Salzgrundskurve getragen und flog in das selbe Brennnesselnfeld, in dem auch ich vor einigen Wochen mit meines Vaters NSU gelandet war, in kurzen Hosen. Zu unserer Überraschung ließ er zunächst seine Maschine liegen, wo sie lag, und lief zu uns Zuschauern zurück. Wir saßen auf zwei Bänken vor der alten Fabrik und beobachteten das Training. Er bat uns eindringlich, seinem Bruder Schorsch nichts von seinem Sturz zu verraten. Der Gußeiserne, wie er auch genannt wurde, war offenbar gar nicht so eisern, er hatte um seinen Bruder schlichtweg Angst. Und die war, wie sich zeigen sollte, nicht unbegründet, denn wenig später kam Hans Meier hinter dem Sprungbrett auf eine nasse Stelle, bei der Korrektur der wegrutschenden Maschine setzte aber der abstehende Zylinder auf der Straße auf, die BMW wirbelte herum und warf ihren Fahrer ab. Hans Meier brach sich dabei den Oberschenkel. Bruder Schorsch war als Erster zur Stelle und sorgte für die Einlieferung seines Bruders ins Bad Homburger Krankenhaus.

Hans Meier war aber kein schlechter Rennfahrer. Seine Stärke war die Geländefahrt. Er teilte sich 1954 auf BMW mit Harald Oelerich/Horex den Sieg bei der DMV-Zwei-Tage-Fahrt bei Oberreifenberg und wurde 1955 zum Abschluß seiner Karriere Deutscher Gelände-Meister in der Klasse bis 500cm³.

Hans von Meister

aus Bad Homburg hat wahrscheinlich viele Klassensiege herausgefahren. Mir sind nur die am Feldberg/Ts. und in Münnerstadt bei Würzburg 1926 und der auf der Solitude 1927 bekannt. Er erzielte diese Erfolge in einem Amilcar. Die Deutsche Dauerprüfung 1923 hat er mit einem Steiger gewonnen.

Rudi Meister

wurde am 14.11.1916 in Wiesbaden geboren. Er begann seine Kariere 1936 als Geländefahrer. Nach dem Krieg fuhr er zunächst auf Puch/125cm³, mit der er 1950 und 1951 am Feldbergrennen teilnahm. 1952 erwarb er eine italienische Mondial und belegte mit der neuen Maschine beim Großen Preis von Deutschland auf der Solitude-Rennstrecke als bester deutscher Privatfahrer den achten Rang. 1953 startete Rudi Meister mit der Mondial beim Feldbergrennen und war leider der einzige Fahrer, der sich an diesem Renntag bei einem Sturz verletzte. Er brach sich den Knöchel, was ihn aber nicht daran hinderte, seine Laufbahn fortzusetzen.

Rudi Meister starb 2002 in Wiesbaden.

Fritz K. Mettenheimer

aus Königstein im Taunus siegte 1922 am Feldberg/Ts. auf einer 1000cm³- NSU und wiederholte seinen Erfolg 1924 als Gesamtsieger auf Sunbeam/500cm³. Seine Familie unterhielt eine bekannte Kraftfahrzeugfirma. Mettenheiner wechselte 1928 nach einem schweren Sturz auf der Opel-Versuchsstrecke von zwei auf vier Räder und startete jetzt mit einem Bugatti bei Sportwagenrennen.

Franz Mohr - Günther Müller

erzielten ihre größten Erfolge 1951, als sie das Feldbergrennen und auf dem Norisring die Seitenwagenklasse bis 750ccm auf ihrer BMW gewannen. 1952 siegten sie beim Dieburger Dreieckrennen und waren Dritte auf dem Feldbergring. Mohr - Müller waren 1951 und 1952 Dritte der Deutschen Meisterschaft der Seitenwagen bis 750cm³.

August Momberger

Geboren: 06.06.1905 in Wiesbaden aus Bad Homburg begann seine Rennfahrer-Karriere 1923.

In diesem Jahr 1923 hatte die französische Besatzungsmacht das Rennen zwischen Hohe Mark und Sandplacken verboten und so wich man zur Saalburg aus. Und dieses Rennen vor seiner Haustüre gewann der damals 18jährige Gymnasiast August ´Bubi` Momberger in einem Mercedes.

1927 konnte er dann auch einen Sieg auf der ´richtigen` Feldberg-Rennstrecke landen. Er gewann auf Bugatti die Rennwagenklasse bis 3000cm³. 1929 wurde er beim Großen Preis von Italien in Monza Dritter in einem Merc.-Benz hinter Varzi/It. und Nuvolari/It., beide Alfa Romeo. 1934 konnte Momberger hinter Hans Stuck Zweiter im Bremgaten/Schz. werden. Beide fuhren Auto Union.

August Momberger probierte in seiner Rennfahrerlaufbahn bis 1935 viele Marken aus und fuhr Wagen von Mercedes, Steyr, NSU und Auto Union. Seine größten Erfolge jedoch hatte er in seiner Bugatti T35B-Zeit, als er acht Siege, darunter den im Eröffnungsrennen des Nürburgrings 1927 (Klasse Rennwagen bis 5000 cm³/ vor Huldreich Heusser/Steyr) und den auf der Solitude im gleichen Jahr einfuhr.

Nach dem Krieg versuchte Momberger noch einmal einen neuen Anfang mit Borgward.

August Momberger, geboren am 26.06.1905 in Wiesbaden, starb am 22.12.1969 in Ronco Gruppaldo/Schweiz.

Joseph Möritz

aus München war 1934 zweimal am Start des Feldbergrennens an der Hohen Mark: einmal auf drei und einmal auf vier Rädern. Er wurde jeweils Dritter in der Seitenwagenklasse bis 600cm³ auf Victoria und im Sportwagenrennen bis 1100 cm³ auf MG-Magnette.

Die Höhepunkte seiner Karriere waren die beiden Europa-Bergmeistertitel 1931 und 1932 mit einer Victoria-Jap/1000cm³ und die GP-Siege zwischen 1933 und 1935 in Barcelona (2X), Frankreich und der Schweiz (1934). Auch bei den Schauinsland-Bergrennen war er 2X erfolgreich.

Möritz besaß am Gärtnerplatz in München ein Motorrad-Geschäft, eine Werkstatt in der Blumenstraße und in der Nymphenburger Straße eine Tankstelle.

Joseph Möritz wurde am 27.11.1896 geboren und starb bereits 40-jährig am 18.7.1937, höchstwahrscheinlich an Gallensteinen.

H.P. (Hermann-Paul) Müller

wurde am 21. Nov. 1909 in Bielefeld geboren.

Er war einer der eleganten Fahrer, einer, der sich seine Rennen klug einteilte und erst gegen Renn-Ende kontinuierlich zulegte, um seine Konkurrenten abzuwehren.

H.P. Müller war im wahrsten Sinne des Wortes ein "Meister aller Klassen", denn seine acht Deutschen Meistertitel holte er in den Klassen bis 125cm³ (1950, 1951/DKW, fast auch 1952, als er mit Otto Daiker punktgleich war), bis 250cm³ (1947, 1948/DKW), bis 350cm³ (1954/NSU), in der Seitenwagenklasse bis 600cm³ (1932/Victoria) und in der 500cm³-Solo-Klasse (1936/DKW). Im selben Jahr wurde er auch Vize-Europameister in dieser Klasse hinter dem Briten Jimmy Guthrie auf Norton. Dazu war das Phänomen H.P. Müller noch fünfmal Vizemeister, unter anderem 1952 auf Mondial-125 und 1953 als bester Privatfahrer auf Horex-Regina-350cm³.

Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, 1936 gewann HPM die Gelände-Sechs-Tage-Fahrt.

1937 bis 1939 war er Werksfahrer bei Auto-Union, gewann 1939 den GP von Frankreich in Reims und wäre nach dem damals gültigen Reglement entsprechend Europameister (was der heutigen WM entspricht) gewesen, wenn Hitler nicht im September Polen angegriffen hätte. Das letzte Rennen fand am 3.9.1939 statt. Der internationale Verband unterlies es, einen Europameister zu benennen und die deutsche Sportbehörde unter nationalsozialistischer Führung "ernannte" Herrmann Lang zum Europameister: Lang war Mitglied der SS, H.P. Müller nicht, und Mercedes war die Marke, die Hitler bevorzugte.

Warum dieses Unrecht nach 1945 nicht von Nachfolgeorganisationen korrigiert wurde, kann ich nicht verstehen.

Der Deutschen Leichtathletik-Verband hat den Deutschen Hochsprungrekord (1,60m) von Gretel Bergmann, den sie im Jahre 1936 aufstellte, 2009 mit 73-jähriger Verspätung anerkannt. Was der DLV kann, sollte im Motorsport auch möglich sein: die nachträgliche Anerkennung des Europameistertitels für H.P. Müller. Wo man Nazi-Willkür berichtigen kann, muss man das tun.

Hier der immer noch inoffizielle EM-Endstand 1939: 1. H.P. Müller 2. Hermann Lang 3. Rudolf Caracciola 4. Manfred von Brauchitsch und Tazio Nuvolari 6. Rudolf Hasse und Rene Dreyfus 8. Georg Meier 9. Raymond Sommer und Hans Stuck.

Nach dem Krieg errang H.P. Müller von 1947 bis 1951 vier DM-Titel auf DKW. Bei seinen vielen Siegen war natürlich auch ein Erfolg auf dem Feldbergring im Taunus dabei: 1950 auf DKW/125/Kompressor. In Hamburg gewann er ein Rennen auf VW-Eigenbau. 1952 wechselte er auf eine private Mondial und wurde, wie oben schon erwähnt, Deutscher Vizemeister der 125er-Klasse. 1953 gewann er auf Horex-Imperator im Schauinland vor Fritz Kläger/Gilera. Hier hatte er 1936 auf DKW/500 und 1951 auf DKW/125 bereits zweimal gewonnen. Nach seinem Wechsel zu NSU erreichte er 1954 jeweils dritte Weltmeisterschafts-Plätze in den Klassen 125 und 250cm³.

Und dann gewann er 1955 den Großen Preis von Deutschland auf der Solitude bei Stuttgart, wurde auf der Isle of Man und bei der Dutch TT in Assen jeweils Dritter, und wurde Weltmeister in der 250cm³-Klasse vor Cecil Sandford/GB/ Moto Guzzi, Bill Lomas/GB/MV Agusta, Luigi Taveri/Schweiz/MV Agusta und Umberto Masetti/It./MV Agusta. Im Jahr des Höhepunktes seiner Karriere war H.P. Müller bereits 45 Jahre alt. Theodor Heuss verlieh ihm das Silberne Lorbeerblatt und bei der Wahl zum Sportler des Jahres 1955 erreichte er den 4. Rang. Mit seinem Sieg in Hockenheim vor Hans Baltisberger feierte er 1955 auf der 250er-Sport-Max seinen 200. Renn-Sieg. Seine lange Karriere lässt sich sehr gut an seinen insgesamt fünf Erfolgen auf dem Schotten-Ring ablesen. Erster Sieg 1928/Grindlay-Peerless/350cm³, letzter Sieg 1955/NSU/250cm³. Nürburgring, vier Siege, der erste 1936/DKW/500cm³, der letzte 14 Jahre später DKW/125cm³. Schauinsland, drei Siege, der erste 1936DKW/500cm³, der letzte 1953/Horex/500cm³, usw., usw....

1956 stellte H.P. Müller auf dem Salzsee in Utah (Bonneville) 38 Motorrad-Weltrekord in den Klassen 50 bis 350cm³ auf. Er fuhr mit dem von Gustav Adolf Baumm für NSU konstruierten "Fliegenden Liegestuhl" in der 50cm³-Klasse, 13,5 PS, 196 km/h, bis 100cm³, 15 PS, 222km/h und bis 125 cm³, 20 PS, 242 km/h. Wilhelm Herz erzielte Weltrekorde in den Klassen 350 bis 1000cm³, darunter 339 km/h auf einer NSU-Delphin-3/500cm³. Hermann Paul Müller beendete im selben Jahr seine 28-jährige (1928 bis 1956) Rennfahrer-Karriere.

Danach arbeitete er für Audi in Ingoldstadt. Dort starb er auch nach langer Krankheit am 30. Dez.1975.

Reinald Schumann hat ein Buch über H.P. Müller geschrieben, ISBN 3-935517-02-5

Hier seine Titelsammlung in Zusammenfassung:

1932 Deutscher Seitenwagenmeister Victoria/600cm³
1936 Deutscher Meister DKW/500cm³
1936 Europäischer Vizemeister DKW/500cm³
1939 Europameister Formel 1 Auto Union
1947 Deutscher Meister DKW/250cm³
1948 Deutscher Meister DKW/250cm³
1950 Deutscher Meister DKW/125cm³
1951 Deutscher Meister DKW/125cm³
1953 ´Bester Privatfahrer` Horex-Regina/350cm³
1954 Deutscher Meister NSU/350cm³
1955 Weltmeister NSU/250cm³
(außerdem war H.P. Müller 5X Vizemeister in div. Klassen)

Josef Sepp Müller-Fred Minderlein

gewannen 1950 das Feldbergrennen auf einer BMW/1200cm³. Sepp Müller aus München war in den Jahren von 1947 bis 1951 viermal Deutscher Seitenwagenmeister. Mit Josef Wenshofer, Karl Fuchs, Karl Rührschneck holte er je einmal den Titel in der 1200cm³- Klasse. 1951 wurde das Reglement geändert und Sepp Müller wurde mit Hermann Huber in der neuen 750er-Kategorie erneut Deutscher Meister. Sein Name ist in den Sieger-Listen fast aller deutschen Rennstrecken finden.

Müller begann seine Karriere vor dem Zweiten Weltkrieg im Seitenwagen der BMW-Maschinen von Wiggerl Kraus und Josef Stelzer. Sein erstes Rennen bestritt er 1932. Im Jahr 1935 gewann er in Kraus' „Boot“ die FIM-World-Trophy bei der 17. Internationalen Sechstagefahrt in Oberstdorf. Nach dem Krieg fuhr Müller selbst und blieb dabei stets der Marke BMW treu.

Als nach der Saison 1952 auch die 750-cm³-Klasse vom Terminkalender gestrichen wurde, zog sich Sepp Müller vom Rennsport zurück.

Meistertitel:
1947 – Deutscher 1200-cm³-Gespann-Meister auf BMW (mit Beifahrer Josef Wenzhofer)
1948 – Deutscher 1200-cm³-Gespann-Meister auf BMW (mit Karl Fuchs und Karl Rührschneck)
1949 – Deutscher 1200-cm³-Gespann-Meister auf BMW (mit Karl Rührschneck)
1951 – Deutscher 750-cm³-Gespann-Meister auf BMW (mit Hermann Huber)

Rennsiege von Sepp Müller:

1936 (600 cm³) BMW Beifahrer Wiggerl Kraus Hockenheim
1938 (1200 cm³) BMW Karl Fuchs Hamburger Stadtparkrennen
1947 (1200 cm³) BMW Hermann Eder Hockenheim
1947 (1200cm³) BMW Josef Wenshofer Nürburgring
1947 (1200 cm³) BMW Josef Wenshofer Hamburger Stadtparkrennen
1948 (1200 cm³) BMW Weiß Hockenheim
1948 (1200 cm³) BMW Karl Fuchs Norisring/Nürnberg (Mai)
1948 (1200 cm³) BMW Karl Fuchs Hamburger Stadtparkrennen
1948 (1200 cm³) BMW Karl Fuchs Grenzlandring
1948 (1200 cm³) BMW Karl Rührschneck Norisring-September-Rennen
1948 (1200 cm³) BMW Karl Rührschneck Dieburger Dreieck
1949 (1200 cm³) BMW Fred Minderlein Nürburgring
1949 (1200 cm³) BMW Karl Rührschneck Rund um Schotten
1949 (1200 cm³) BMW Karl Rührschneck Norisring
1950 (1200 cm³) BMW Karl Rührschneck Hockenheim
1950 (1200 cm³) BMW Fred Minderlein Feldbergrennen
1951 (750 cm³) BMW Karl Fuchs Eilenriede

Leonhart (Loni) Neußner,Röthenbach

trat beim Feldbergrennen mit drei verschiedenen Beifahrern an. Mit Prätorius belegte er 1950 den vierten Platz/NSU/1200, mit Fred Minderlein 1951 Platz sechs und mit Günter Weber 1953 ebenfalls Platz sechs. Mit Hess wurde er 1958 Deutscher Vizemeister.

Siege:

1938 Hamburger Stadtpark NSU/600 mit Fred Minderlein
1947 Hamburger Stadtpark NSU/600 mit Ihler
1947 Norisring-Rennen NSU/600 mit F. Rothenbach
1948 Hamburger Stadtpark NSU/600 mit Fred Minderlein
°
1949 2. Platz beim Donauring-Rennen Zündapp/1200 mit Kurt Prätorius

Wilhelm Noll-Fritz Cron

holten 1954 auf ihrer Werks-BMW den ersten von insgesamt 22 SW-Weltmeistertiteln, die deutsche Gespannfahrer bis 1982 (Schwärzel) errangen. Sie gewannen den Titel vor den Briten Oliver und Smith.

1955 waren Noll-Cron Vize-Weltmeister hinter Faust-Remmert und vor Schneider- Strauß und 1956 folgte ihr zweiter WM-Titelgewinn vor Friedrich Hillebrand auf BMW und dem Briten Harris auf Norton.

Zweimal waren sie Deutsche Meister und dreimal Vizemeister, zweimal ´Beste Privatfahrer` und einmal ´Beste Saugmotorfahrer`. Bei Läufen zur Weltmeisterschaft waren Noll-Cron achtmal Erste, viermal Zweite und dreimal Dritte.

Das Feldbergrennen gewannen sie fünfmal (4X Gesamtwertung, 1X Privatfahrerwertung) und waren damit die erfolgreichsten Fahrer auf dieser Rennstrecke.

1952 Frankfurter Rundschau
°
Hier zusammengefasst ihre wichtigsten Rennsiege:

1950 Feldbergrennen auf BMW/600cm³

1951 Sachsenring, ab 1951 stets auf BMW/500cm³
1951 Feldbergrennen 1. Privatf.- und 2. Gesamtwertung
1952 Eilenriede
1952 Feldbergrennen
1953 Nürburgring
1953 Feldbergrennen
1954 GP von Deutschland Solitude
1954 GP der Schweiz Bremgarten
1954 GP von Italien Monza
1954 Feldbergrennen
1955 Dieburger Dreieck
1955 St. Wendel
1955 Hockenheim
1955 GP von Belgien Spa Francorchamps
1955 GP von Italien Monza
1956 Avus Berlin
1956 Hockenheim
1956 GR von Belgien Spa Francorchamps
1956 GP von Deutschland Solitude
1956 GP von Irland Ulster

1955 Weltrekordler Wilhelm Noll 288km/h

Wilhelm Noll (*15.3.1926 in Kirchhain bei Marburg) und

Fritz Cron (*31.3.1925 ebenfalls in Kirchhain bei Marburg) beendeten Ende 1956 ihre Laufbahn.
Mehr über Noll-Cron bei: http://www.eggersdorfer.info/noll/wilhelm_noll.htm

Eric Oliver, GB,

war viermal Weltmeister und 17-facher GP-Sieger. 1949 gewann er auf Norton mit Denis Jenkinson im Boot die erste Weltmeisterschaft der Gespannklasse. Jenkinson gewann 1955 zusammen mit Stirling Moss die Mille Miglia. Am Ende der Saison stellte Oliver für Norton auf der Rennstrecke von Montlhéry/Frankreich Geschwindigkeitsweltrekorde für Seitenwagen auf.

Mit dem Italiener Lorenzo Dobelli ließ Eric Oliver 1950 und 1951 gleich zwei weitere WM-Titel folgen. Seine vierte Weltmeisterschaft gewann er mit Stanley Dibben 1953. Im gleichen Jahr war er beim Feldbergrennen Zweiter hinter Noll-Cron und vor Kraus-Huser.

1954 hatte Oliver, der jetzt mit Nutt unterwegs war, in der ersten Saisonhälfte mit Siegen in England, Irland und Belgien bereits wieder einen erheblichen Punktevorsprung, sodass ihm ein einziger Sieg oder zweite und dritte Plätze zum erneuten Titelgewinn gereicht hätten.

Aber das Feldbergrennen brachte ihm diesmal kein Glück. Er brach sich bei einem Sturz zwischen Teufelsquartier und Stockborn, unterhalb des Feldbergs den linken Oberarm. Nach kurzem Krankenhausaufenthalt in Bad Homburg holte er seinen Transporter und die Seitenwagenmaschine alleine im Salzgrund, wo er während der Rennen einquartiert war, ab. Ich half ihm, das schwere Gerät auf den Transporter zu ziehen, denn sein Arm hing ja in einer Schlinge. Eric Oliver verlor durch sein Pech die Chance auf einen fünften WM-Gewinn. Der Titel ging an die nun überlegenen Noll und Cron auf BMW.

1955, wieder mit Nutt im Boot, fand Oliver nicht mehr zu seiner alten Form zurück, denn nach dem Sturz am Feldberg fehlte ihm die Kraft im linken Arm. Er zog es vor, Ende 1955 seine großartige Karriere zu beenden und verdiente nun als Motorradhändler sein Geld.

1960 starteten Eric Oliver und Stanley Dibben noch einmal bei der Tourist-Trophy und verunglückten schwer, bei Oliver wurde sogar ein doppelter Bruch der Wirbelsäule diagnostiziert und Dibben entging mit viel Glück einer Enthauptung durch einen Draht, der in dem Moment riss, als er Dibbens Hals berührte. Gott sei Dank genasen die beiden Pechvögel wieder.

Eric Oliver, geboren am 13.4.1911, starb am 1.3.1980 an einem Herzinfarkt.

Fritz, Hans und Wilhelm von Opel (Georg von Opel siehe bei Ferdinand Lehder)

1922 standen zwei Opel-Motorräder auf der Siegerliste des Feldbergrennens, Fritz von Opel (*1917 in Rüsselsheim, +1971 in Samedan/Schweiz) in der 150cm³- und Fritz Knappke in der 250cm³-Klasse. Von Opel gewann im selben Jahr das Eifelrennen und das Krähberg-Rennen im Odenwald in einem Opel 14HP/2100cm³. Mit diesem Fahrzeug hatte Fritz von Opel 1921 bereits das Avus- Rennen gewonnen.

Am 23.5.1928 fuhr er mit dem Opel-Raketenwagen RAK 2 mit 230 km/h neuen Rekord,

und am 23.6.1928 stellte er mit RAK 3 einen neuen Weltrekord für Schienenfahrzeuge auf, 254 km/h.

Am 29.9.1929 gelang ihm mit Opel-Sander RAK 1 der erste öffentliche Raketenflug.

Auch Hans von Opel, geboren 1899 in Rüsselsheim, gewann 1925 ein Feldbergrennen mit einem Opel-Sportwagen/5000cm³. In den Jahren zuvor war er Zweiter, bzw. Dritter. Hans von Opel war Enkel des Automobilbauers Adam Opel und Sohn von Carl von Opel und Helene Wilhelmine Mouson. Er starb 1948 in Liestel/Schweiz.

Vater und Firmenchef Wilhelm von Opel hatte sich zuvor ebenfalls als Rennfahrer einen Namen gemacht, nicht jedoch beim Feldbergrennen. Wilhelm von Opel, geboren 1871 in Rüsselsheim, verkaufte das Opel-Werk 1929 an General Motors. Er starb 1948 in Wiesbaden.

Erich Pätzold

aus Hannover gehört zu den wenigen Rennfahrern, denen es gelang, bei den Bergrennen am Feldberg im Taunus einen Sieg herauszufahren. Er gewann 1936 das Rennen der Sportwagen ohne Kompressor auf einem 2Ltr.-Ford.

Im selben Jahr wollte er beweisen, wie schnell ein Autofahrer unter optimalen Bedingungen auf der Autobahn tatsächlich vorankam. Mit einem in Köln gebauten "Ford V 8" durchfuhr er mit drei Fahrgästen die Autobahnstrecke Frankfurt - Bruchsal dreimal (Gesamtstrecke: 652 Kilometer) und benötigte dafür mit zwei Tankpausen fünfeinhalb Stunden.

Bevor er Autorennen fuhr, war schon, wie bei vielen anderen Rennfahrern, eine Motorrad-Karriere voraus gegangen. Erich Pätzold war 1924 auf Imperia und 1928 auf Sunbeam Deutscher Motorrad-Straßenmeister über 350cm³. Der Nürburgring lag ihn, hier gewann er 1924, 1925, 1926 und 1929.

Bernhard Petruschke,

geboren am 6.4.1910 in Kleinmachnow, fuhr zu Beginn seiner Karriere (1931 Ausweisfahrer, 1932 Rennlizenz) eine englische Rudge. Mit dieser Maschine siegte er 1934 in der Klasse bis 500cm³ am Großen Feldberg im Taunus. Es war sein erster großer Erfolg.

Im selben Jahr wurde er hinter Ernst Loof jeweils Deutscher Vizemeister der Bergfahrer in den Klassen 250 und 350cm³. 1935 holte er sich hinter Oskar Steinbach (NSU) in der Straßenmeisterschaft auf einer Rudge/350cm³ den deutschen Vizetitel ex aequo mit Werner Mellmann (NSU).

Ab 1936 fuhr er eine Werks-DKW/175 u. 250cm³ und gewann damit 1937 den GP von Belgien auf der 175er. Außerdem wurde er hinter Ewald Kluge Deutscher Vizemeister. 1938 gewann er in Bern und in Hockenheim und belegte im selben Jahr, sowie 1939 jeweils den zweiten Platz hinter Ewald Kluge bei den Europameisterschaften. In diesen beiden letzten Jahren vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, 1938 und 1939, kam Bernhard Petruschke bei Grand-Prix-Rennen nicht weniger als achtmal auf den zweiten Platz, je zweimal Assen/Holland und Spa Francorchamps/Belgien und je einmal Genf/Schweiz, Nizza/Frankreich, Sachsenring/Deutschland, Saxtorp/Schweden. Hinzu kam noch der Sieg bei ´Rund um Schotten` 1939. Dann folgten zehn verlorene Jahre in seiner Karriere.

Nach dem Krieg wurde Petruschke 1948 mit einer DKW/350cm³ Zweiter in der Gesamtdeutschen Meisterschaft. Es folgten 1951 und 1952 zwei Siege bei Rennen in Halle/Saale auf einer DKW/125cm³. 1953 und 1954 holte sich Petruschke auf Ifa/125cm³ zweimal die DDR- Straßenmeisterschaft mit Siegen u.a. am Sachsenring und beim Schleizer Dreieckrennen. Er startete aber nach wie vor auch in West-Deutschland, was ein Sieg auf Ifa/125 beim Schauinsland-Bergpreis 1953 vor Hubert Luttenberger, Xaver Heiß/beide MV Agusta und Friedrich Rückert/Puch beweist. Auch 1955 noch: Großer Preis von Deutschland/ Nordschleife/Nürburgring: Platz fünf und WM-Gesamt-Rang dreizehn in der 125er-Klasse.

Bernhard Petruschke, dem man Nähe zur SED nachsagte, starb 94jährig am 1.1.2005.

Paul Pietsch

wurde am 20.6.1911 in Freiburg im Breisgau geboren.

Seine Rennfahrerkarriere begann 1932 auf Bugatti/35B/2,3 Ltr. beim Flugplatzrennen in Wiesbaden-Erbenheim. 1933 erwarb er einen Alfa Romeo, mit dem er 1934 den Gesamtsieg beim Feldbergrennen im Taunus errang. Er gewann in den 30er-Jahren noch sieben weitere Bergrennen. 1935 und 1936 fuhr er für Auto-Union und belegte 1935 den 3. Platz beim GP von Italien.

1937 setzte er seine Laufbahn in einem privaten Maserati fort und hätte 1939 fast gegen die Übermacht von Auto-Union den Großen Preis von Deutschland gewonnen, aber Brems- und Zündprobleme warfen ihn vom 1. auf den 3. Platz zurück.

Paul Pietsch war zweimal Deutscher Meister, 1950 im 1,5 Ltr.-Veritas-RS-Sportwagen und 1951 im Veritas-Meteor Formel-2- Rennwagen. 1950/51/52 fuhr er je einen Grand Prix.

Nach einem Trainingsunfall zu einem Formel-2-Rennen auf der AVUS zog er sich 1952 vom Rennsport zurück und widmete sich fortan seiner Verlegertätigkeit.

Am 31.Mai 2012 ist Paul Pietsch im Alter von fast 101 Jahren in Karlsruhe gestorben.

Maurie Quincey, Australien,

wurde am 10. Mai 1929 geboren. Sein Vater war Aschenbahn-Rennfahrer und hat seine Begeisterung für den Motorsport an seinen Sohn weitergegeben.

Sohn Maurie Quincey fuhr schon als 17-jähriger 1947 erste Rennen. Zunächst mit einer Triumpf, dann stieg er um auf eine Velocette, fuhr aber auch Marken wie Matchless, BSA, war aber später auf Norton-Manx/350 und 500cm³ am erfolgreichsten.

Er kaufte sich 1954 in England die beiden Maschinen und für ihren Transport einen alten Möbelkwagen. Auf dem Feldbergring errang er mit seinen beiden Norton-Motorrädern wahrscheinlich seine größten Erfolge in Europa. Er kam jeweils auf Platz zwei in den Klassen bis 350cm³ hinter August Hobl auf DKW und anschließend nach einem spannenden Rad-an-Rad-Finish mit Jack Ahearn in der 500cm³-Klasse. Nach der Zieldurchfahrt wurde Ahearn aus der folgenden Rechtskurve getragen und landete in einer großen Regenpfütze. Völlig durchnässt nahm er seinen Pokal entgegen.

Im selben Jahr wurde Maurie Quincey auch auf dem Norisring Zweiter hinter Ray Amm, beide auf Norton/500 und Dritter in Schotten hinter Walter Zeller/BMW/500 und Ray Amm/Norton. Hinzu kommen ein vierter und ein sechster Platz bei WM-Rennen: Rang 17 in der Motorradweltmeisterschaft bis 350cm³.

1955 hatte Quincey bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man, nach einem fünften Platz in der 350er-Klasse, einen schweren Unfall mit der 500er-Norton. Er verbrachte viele Monate im Krankenhaus und kehrte erst Anfang 1956 nach Australien zurück. 1957 hatte er in Phillip Island erneut einen Sturz, der ihn einen Monat ins Melbourne Hospital brachte. 1957 beendete er seine Motorrad-Karriere, versuchte sich aber nach zehn Jahren Pause nochmal als Formel-2-Fahrer.

Er gewann in Australien in den Jahren 1950 bis 1953 über 100 Rennen und insgesamt neun australische Titel. 1952 gewann er zum Beispiel am 26. und 27. Dezember bei der ´Austalien TT` in Little River in der 125er, der 500er und der 1000cm³-Klasse, hinzu kam ein dritter Platz bei den 350ern.

Verheiratet war er mit der Springreiterin Betty Selby. Sein Sohn Ray teilte seine Leidenschaft als Motorradrennfahrer, er wurde fünfmal Australischer Meister. Er führte das Motorradgeschäft in Melbourne, das sein Vater schon während seiner Karriere unterhielt, weiter.

Maurie Quincey starb 2012 im Alter von 83 Jahren.

Maurie Quincey
Programmheft des Feldbergrennens 1954,
500cm³- und 350cm³-Klasse

1954 Programmheft/500cm³

1954 Programmheft/350cm³
Die Programmhefte werden nach schriftlicher Anmeldung mit Unterschrift der Fahrer erstellt.

Don Cox Rückseite des Buches

I had a three-year plan Autogramm vergrößert

Oben: Autogramm

Links:

Das Motorbuchautor Don Cox hat 479 Seiten, 24x32cm,
schrieb über die Rennfahrer Australiens, die in den
50er Jahren die Rennsaison in Europa verbrachten.
Er kannte sie alle, er ließ sich ihre Geschichten erzählen.
Er hat Maurie Quincey ein ganzes Kapitel gewidmet
und er erwähnt ihn bereits auf dem Bucheinband/Rückseite.

Das Buch ist im Internet zu sehen. ISBN 9780646534251

mit Autogramm mit Autogramm

Maurie Quincey (Deutlich zu erkennen: er heißt ´Maurie` und nicht Maurice)

Auf der Internetseite http://www.mcw-motorsporthistoriker.de/erinnerungen-memories/ findet man den folgenden Brief von Maurie Quincey.

Der letzte Satz lautet: ´Herzliche Grüße an alle: Maurie Quincey`

Ein Brief, geschrieben von Maurie Quincey °

Karl Raufenbarth

aus Oberursel war lange Jahre Werksfahrer bei Bücker. Er gewann 1926 auf einem 175cm³-Motorrad dieses Fabrikats ´Rund um Schotten` und er holte sich 1927 auf der 8 km langen Strecke zwischen Hohe Mark und Sandplacken die Sieges-Trophäe beim Feldbergrennen. Das Bücker-Werk wurde 1922 von Franz Bücker auf dem Grundstück seines Schwiegervaters Konstantin Raufenbarth gegründet. Er stellte Motorräder von 125 bis 1000cm³ her. Aber er beteiligte sich auch, wie sein Schwager Karl Raufenbarth auch, an Bergrennen. So belegte er am Feldberg 1926 Platz 2 und 1927 Platz 3 in der 600er-SW-Klasse).

Den größten Erfolg für den Motorradhersteller erzielte jedoch Friedel Schön, der 1949 mit einer Bücker-JAP Deutscher Straßenmeister der 250cm³-Klasse wurde.

1958 wurde die Produktion von Bücker-Motorrädern eingestellt. Ein kleines Museum in der Schreinerei Kunz GmbH in Oberursel zeigt 13 restaurierte Bücker-Maschinen.

Walter Reichert

war 1952 hinter drei Werksmaschinen und Werner Haas Fünfter am Feldberg. Er fuhr wie Haas eine Puch. Beide erhielten durch diesen Erfolg ein Werksangebot von NSU. Wie es Haas nutzte wissen wir. Auch Walter Reichert, der aus Ingelheim stammte, war mit der Renn-Fox/125cm³ und der Renn-Max erfolgreich und belegte 1953 am Feldberg jeweils den zweiten Platz hinter Werner Haas/NSU/125 bzw. Siefried Wünsche/DKW/250cm³ und konnte 1954 sogar einen Sieg mit der Sport-Max herausfahren. Im gleichen Jahr war er "Bester Deutscher Privatfahrer" der 250cm³-Klasse.

Hier seine wichtigsten Siege:

1952 Dieburger Dreieck/Puch/125cm³

1952 St. Wendel/Puch/125cm³
1954 Feldbergrennen NSU-Sportmax/250cm³
1954 Bernauer Schleife/NSU-Fox/125cm³
1954 Bernauer Schleife/NSU-Sportmax/250cm³
1954 Schleizer Dreieck/NSU-Sportmax/250cm³
1954 Schleizer Dreieck/NSU-Sportmax/350cm³
1954 Herkulesring/Kassel/NSU-Sportmax/250cm³
1954 Herkulesring/Kassel/NSU-Sportmax/350cm³
1957 Sachsenring/NSU-Sportmax/250cm³
1958 Wismar-Hanseatenring/250cm³

Walter Reichert, der am 26. Mai 1933 in Ingelheim geboren

wurde, starb 26. April 1999. Er wurde nur 66 Jahre alt.
http://www.eggersdorfer.info/reichert/walter_reichert.htm

Ernst Riedelbauch

wurde am 7.3.1922 in Röslau-Grün geboren.

1952 wurde er Lizenzfahrer, gewann 1953 auf der Autobahnschere Chemnitz auf BMW/500cm³, kaufte 1954 von Hans Bartl eine Federbett-Norton, mit dieser Maschine belegte er beim international stark besetzten Feldbergrennen den 6. Platz. Im selben Jahr wechselte er aber wieder zu BMW und siegte in Wunsiedel und beim Schleizer Dreieckrennen.

1955 gab es Siege in Dieburg, Schleiz und Halle/Saale. Das reichte ihm zur Deutschen Vize-Meisterschaft. Ernst Riedelbauch wurde 1956 mit guten Platzierungen in Hockenheim, der Solitude, am Norisring und auf der Avus Deutscher Meister in der 500cm³- Klasse vor Alois Huber/Traunstein/BMW. Hinzu kamen Siege in Tubbergen/Holl. und Zandvoort/Holl.

Er beendete seine Karriere am Saison-Ende 1957 und konnte sich dann ganz seiner Kunststoff- Wiederverwertungsfirma in Röslau -Grün widmen.

Ernst Riedelbauch starb am 12.7.1997 an Krebs. (Mehr über ihn finden Sie auf www.eggersdorfer.info)

Liliane Roehrs

aus Hannover stand 1927 zweimal am Start an der "Hohe Mark" und war im Ziel am "Sandplacken" Siegerin der Sportwagenklasse bis 1500cm³ in einem Adler und mit ihrem Hanomag (ihr Ehemann war Hanomag-Händler) Zweite der Sportwagenklasse bis 500cm³. Liniane Roehrs war langjährige Präsidentin des 1926 gegründeten Deutschen Damen Automobil Clubs e.V. DDAC.

Hans Rösch

ist am 24.12.1914 in München geboren. Sie werden sich oder mich fragen, was der Viererbob-Weltmeister von 1958 unter all diesen Auto- und Motorradrennfahrern zu suchen hat. Hier die Antwort:

Erstens hat er 1956 mit der Mannschaft Sylvester Wackerle, Alfred Hammer und J. Hummerl einen seiner vier Deutschen Meistertitel auf der 1954/55 von Philipp Schneikert zwischen Feldberg und Schülerheim/Oberreifenberg erbauten Bobbahn, gewonnen. Das war sein Feldbergrennen der anderen Art.

Und zweitens hat er seine Sportlerlaufbahn als Motorradrennfahrer begonnen. Er war 1936 unter den Teilnehmern des Feldbergrennens Hohe Mark - Sandplacken. Seine Bob-Karriere hat er erst 1953 als 38jähriger begonnen.

1960 gewann er mit der Viererbob-Mannschaft Alfred Hammer / Theo Bauer / Alfred Kandbinder die Vizeweltmeisterschaft und beendete danach seine Karriere als Bobfahrer und widmete sich seiner Farbenfabrik in München.

Adolf Ralph Roese

belegte 1935 hinter Kurt Illmann, beide auf BWM, den 2. Platz beim Feldbergrennen.

Geboren wurde er am 27.7.1900 in Mettmann als eines von 11 Kindern. Er war schon als Motorradrennfahrer sehr erfolgreich und wurde 1931 und 1932 auf BMW Deutscher Straßenmeister in der 1000cm³-Klasse. 1939 folgte dann ein DM-Titel auf vier Rädern in der Rennwagen-Klasse bis 1500cm³ auf BMW 315/1. 1940 errang er zusammen mit Adolf Brudes den 3. Gesamtrang bei der Mille Miglia. Dann folgten acht lange Jahre Kriegs- und Nachkriegspause. 1948 wurde Roese Deutscher Vizemeister in der 2Ltr.- Sportwagen-Klasse auf Veritas-BMW. Seinen letzten Sieg fuhr er 1949 auf dem Grenzlandring heraus.

Am 8.Februar 1950 verunglückte Ralph Roese zusammen mit drei Kollegen auf der Autobahn Köln - Frankfurt bei Neuwied. In einer Baustelle kollidierten sie unverschuldet mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Die vier Motorsportler verbrannten in ihrem Auto.

Bernd Rosemeyer

wurde am 14.10.1909 in Lingen an der Ems geboren. Am 28.1.1938 verunglückte er auf der Autobahn bei Mörfelden-Walldorf tödlich, als er mit dem Auto Union-Rekordwagen den Weltrekord Rudolf Caracciolas von 432/kmh verbessern wollte.

Sein Gesamt-Sieg am Feldberg 1936 gehört nicht zu seinen großen Erfolgen. Eigentlich hatte er mit Ernst von Delius nur einen Gegner. Vor dem Rennen sagte Rosemeyer zu von Delius, er werde bei diesem Regenwetter nicht alles riskieren und meinte wohl damit, sein Freund Ernst solle sich auch zurückhalten. Das tat dieser aber nicht, sondern gab Gas, denn er sah seine Chance, endlich einmal gegen Bernd zu gewinnen, was man ihm nicht verdenken konnte. Delius gewann nicht, er übertrieb und landete neben der Straße. Später musste er sich von Rosemeyer den Vorwurf gefallen lassen, er habe die Situation ausnutzen wollen. Es kam zum Zerwürfnis zwischen den Freunden.

Bernd Rosemeyer fuhr ab 1930 auf DKW und NSU Motorradrennen, gewann u.a. 3X das Schleizer Dreieck-Rennen, wurde aber bereits 1935 Auto Union-Werksfahrer. Ex-Rennfahrer und Rennleiter Willi Walb hatte ihn ins Team geholt. Rosemeyer war sofort erfolgreich. 1936 wurde er Europameister. Dieser Titel entspricht ja bekanntlich dem heutigen Weltmeistertitel. Er gewann drei von den vier GP-Rennen, die für den Titel angesetzt waren. Zweiter in der EM wurde Hans Stuck, gemeinsame Dritte wurden Nuvolari und Varzi, 5. Rudolf Caracciola.

Bernd Rosemeyer heiratete im gleichen Jahr die bekannte Fliegerin Elly Beinhorn und hatte einen Sohn mit ihr.

1933 trat Rosemeyer in die SS ein, wohl um seinen Wunsch, Berufsrennfahrer zu werden, zu beschleunigen.

Adolf Rosenberger

wurde am 8.4.1900 in Pforzheim geboren.

Er gewann 1924 mit seinem Mercedes-Rennwagen mit Kompressor das Bergrennen am Großen Feldberg im Taunus in seiner Klasse und die Gesamtwertung des Solitude-Bergpreises.

1925 konnte Rosenberger bei den folgenden Bergrennen die Gesamtwertung gewinnen: Solitude- Bergpreis, Herkules/Kassel, beides im Benz-Tropfenwagen, beim Pforzheim-Bergrennen im Mercedes und am Kniebis bei Baden-Baden im Mercedes 1.5 c/s.

1926 gelang ihm ein Gesamt-Sieg auf der Eibsee-Bergstraße bei Garmisch-Partenkirchen in dem selben Wagen.

Am 11. Juli 1926 kam es beim Großen Preis von Deutschland auf der Berliner Avus zu einem tragischen Unfall. Adolf Rosenberger verlor bei einem Überholmanöver die Kontrolle über sein Fahrzeug und schleuderte in ein Zeitnehmerhäuschen. Drei junge Männer starben. Rosenberger und sein Beifahrer wurden verletzt.

1927 gewann er wieder am Herkules/Kassel auf Mercedes-GP, am Klausenpass auf Mercedes-GP, an der "Hohen Wurzel" bei Wiesbaden, Semmering bei Wien und beim Schauinsland-Bergrennen bei Freiburg, jeweils im Mercedes Typ S. Hinzu kamen noch unzählige Klassensiege bei anderen Bergrennen.

Bei dem Eröffnugsrennen des Nürburgrings, belegte Adolf Rosenberger hinter Rudolf Caracciola (beide Mercedes-Benz S.) den zweiten Platz.

1928 wurden Adolf Rosenberger und Georg Kimpel auf Mercedes SS Fünfte beim Großen Preis von Deutschland und

1929 war Rosenberger zusammen mit Willy Rosenstein bei gleicher Veranstaltung Sechster auf Mercedes SSK.

1931 wurde Adolf Rosenberger 15%-Teilhaber der neu gegründeten Dr. Ing. h.c. F. Porsche G.m.b.H.. Die weiteren Anteile lagen zu 70% bei Ferdinand Porsche und zu 15% bei Dr. Anton Pièch. Rosenberger wurde kaufmännischer Direktor der Firma.

Sein Bekanntheitsgrad und sein Renommee als einer der besten europäischen Rennfahrer verhinderte nicht seine Verhaftung am 5.9.1935 wegen "Rassenschande". Die Nazis brachten Rosenberger in das KZ Kislau bei Mingolsheim/Baden. Nach vier Tagen ließ man ihn wieder frei. Es folgte der Zwangsverkauf seiner Anteile an der Porsche G.m.b.H. an den Sohn des Firmen-Inhabers Ferry Porsche und die Emigration Rosenbergers über Frankreich und England in die USA. Er wurde 1944 US-Bürger und änderte seinen Namen in Alan Arthur Robert. Er baute sich in Kalifornien eine neue Existenz auf. Auch hier war er im Motorsport und der Automobilbranche tätig. Nach dem Krieg forderte Robert von Ferry Porsche eine Abfindung und erhielt DM 50000.- und einen Porsche.

Alan Arthur Robert starb in Los Angeles/Kalifornien am 6. Dezember 1967.

Friedrich Rückert

aus Wiesbaden nahm an allen Nachkriegs-Feldbergrennen teil. Er wohnte in der Rennwoche bei der Familie Meister in Oberreifenberg-Salzgrund. 1951 war er auf seiner 125er-Puch-Eigenbau zweitbester Privatfahrer hinter Rudi Felgenheier. Auf einer Tornax belegte er 1953 beim Schauinsland-Bergrennen hinter Bernhard Petruschke/Ifa, Hubert Luttenberger/MV Agusta und Xaver Heiss/Puch den 4. Rang.

Karl Rührschneck

gehörte vor und nach dem Krieg zu den bedeutenden Solofahrern. Bei den Europameisterschaften 1939 belegte er in der 500er-Klasse den Siebten Platz. Nach dem 2. Weltkrieg gewann er 1947 in Nürnberg das 500er-Rennen auf NSU, fuhr aber auch Zementbahnrennen auf Puch/125. 1950 siegte er beim Hofer Dreieckrennen, belegte er beim Feldberg-Rennen den zweiten Platz hinter Ernst Hoske und 1952 siegte er auf den Sachsenring. Beide Erfolge erzielte er auf Norton/500.

Als Schmiermaxe im Boot von Sepp Müller hatte er jedoch die größeren Erfolge: Die beiden wurden 1948 und 1949 Deutsche Meister und 1950 DM-Dritte in der 1200cm³-Klasse.

Es dürfte ein einmaliges Ereignis gewesen sein, dass zwei Brüder sich einen solch bedeutenden Sieg geteilt haben. Otto und Karl Rührschneck fuhren 1938 bei ´Rund um Schotten` Rad an Rad über die Ziellinie und wurden beide als Sieger genannt. Auch in Dresden-Hellerau endete ein Rennen mit Karl Rührschneck ex aequo. Damals waren Rudi Knees und er im Ziel gleichauf.

Willi Scheidhauer

Willi Scheidhauer/Niederlinxweiler/MV Agusta/125cm³ belegte 1954 beim Feldbergrennen den sechsten Platz. In seiner weiteren Karriere wurde er dreimal Deutscher Meister in der 125er-Klasse: 1959, 1960, 1961, alle auf Ducati. Nach Saisonende 1961 verkaufte er seine Ducati und beendete seine Rennfahrer-Karriere. Er widmete sich nun seinem Volvo-Haus, das 1988 sein Sohn Reiner (*18.9.1954) übernahm, der auch zweimal Deutscher Motorradmeister war (1978 auf Kreidler/50cm³ und 1988 auf Seel/80cm³). Reiner ist mittlerweile 60 Jahre alt und immer noch in der IDM aktiv. Siege erzielte Willi Scheidhauer in Zandvoort 1956 und 1958 (vor dem 9-fachen Weltmeister Mike Hailwood).

Willi Scheidhauer, geboren am 27.9.1924, starb am 25. Juli 2012 im Alter von 88 Jahren.

Hans Schäfer - Franz Höller

wurden 1950 Zweite des Feldbergrennens in der 1200cm³-Klasse. Im gleichen Jahr siegten sie auf dem Nürburgring.

Beifahrer Franz Höller hatte schon vor dem Krieg große Erfolge mit den Fahrern Hans Kahrmann, Hans Schumann und Erwin Zimmermann durch Siege in Hockenheim, dem Nürburgring, Ingolstadt, Schleiz(2) und Solitude(3).

Otto Schmid-Otto Kölle

beide aus Sindelfingen. Otto Schmid ist dort am 22.1.1913 geboren. 1948 Schmid mit Reuter siegt in Hockenheim auf NSU/600 1948 Solitude bei Stuttgart mit Mittermeyer NSU/600 1949 Lustenau/Öst. mit Mittermeyer NSU/600 1950 (Ab 1950 fuhr Otto Schmid mit Otto Kölle) 1952 Sachsenring Norton/500 1953 Sachsenring Norton/500 ex aequo mit Bagge-Schönherr/Norton 1953 Schleizer Dreiecksrennen Norton/500 1953 Dieburger Dreiecksrennen BMW/500 1953 Senigallia/It. Norton/500 1954 Màlaga/Span. Norton/500 1954 Dieburger Dreiecksrennen BMW/500 1954 Schleizer Dreiecksrennen Norton/500 1954 Frontières-Chimay/Belg. Norton/500 1955 Schleizer Dreiecksrennen BMW/500 1956 Schleizer Dreiecksrennen BMW/500

Bei Läufen zur Motorradweltmeisterschaft konnten Schmid-Kölle zwei vierte Plätze belegen: 1952 in Barcelona und 1954 auf der Solitude bei Stuttgart.

Ab 1959 fuhr Otto Kölle selbst. Nach dem Rücktritt von Otto Schmid zu Saisonende 1958 übernahm er dessen BMW-Gespann und war sehr erfolgreich damit. Zwischen 1960 und 1968 platzierte er sich mit den Beifahrern Reiner Kamm, Dieter Hess, Heinz Marquard und dem Sohn von Otto Schmid, Rolf bei den Weltmeisterschaften neunmal auf den Plätzen vier bis elf. Am 13.10.1968 verunglückte das Kölle-Schmid-Gespann in Hockenheim. Rolf Schmid starb an seinen Verletzungen. Otto Kölle fuhr danach keine Rennen mehr.

Albert Schneider

war Deutscher Meister der Seitenwagen-Gespanne bis 350cm³ 1931 und 1932 auf Velocette. Er gewann die Rennen auf der Avus in Berlin 1931 und 1932. 1933 siegte er bei ´Rund um Schotten` auch auf Velocette. Mit einer NSU/600 belegte er 1934 Platz eins in Hockenheim. Im selben Jahr startete Albert Schneider/Düsseldorf/Velocette/350cm³ auch beim Feldbergrenneund wurde Dritter hinter Ernst Loof und Otto Kohfink, beide Imperia.

Am 30.8.1936 verunglückte Albert Schneider beim Schauinsland-Bergrennen tödlich. Zuvor waren schon Namensvetter Hans Schneider und sein Beifahrer Josef Handelshauser am 17.5.1936 beim Solitude-Rennen tödlich verunglückt.

Walter Schneider - Hans Strauß

Walter Schneider wurde am 15.1.1927 in Weidenau geboren.

1958 und 1959 waren Schneider und sein Copilot Stauß die überragenden Seitenwagen-Artisten und wurden in beiden Jahren Weltmeister, 1958 auch Deutsche Meister. Dreimal siegten sie bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man. Zwischen 1967 und 1975 sollten dann Siegfried Schauzu mit den Beifahrern Horst Schneider und Wolfgang Kalauch 9X gewinnen. Enders- Engelhardt siegten dort 1969 bis 1973 4X, Ralf Steinhausen gewann 1975-1978 mit Josef Huber und Wolfgang Kalauch 3X, ebenso Deubel-Hörner zwischen 1961-1965, zwei TT-Siege für Hillebrand-Grunwald 1956/57, je ein Sieg verbuchten Fath- Wohlgemuth 1960, Georg Auerbacher-Hermann Hahn 1971 und Luthringshauser-Hermann Hahn 1974. Schneider-Strauß gewannen sieben Grand Prix-Rennen in ihrer Laufbahn, ebenfalls 7X belegten sie den 2. Platz. Auf dem Höhepunkt des Erfolges traten Schneider-Stauß Ende 1959 vom aktiven Motorradsport zurück. Theodor Heuss verlieh ihnen das Silberne Lorbeerblatt, die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik an Sportler.

1953 hatte Walter Schneider sein erstes erfolgreiches Jahr, als er mit Walter Nüssen im Boot Vierter in der Deutschen Meisterschaft wurde. Die beiden waren sogar hinter Schmid-Kölle/Norton zweitbeste Privatfahrer. 1954 belegte Schneider, der jetzt mit Hans Strauß unterwegs war, auf dem Feldbergring und in der DM den vierten Platz. 1955 reichte die Punktzahl bereits zu Platz drei in der DM. Einen Werksvertrag bei BMW erhielten Schneider-Strauß 1956 und 1957 konnten sie bereits hinter Hillebrand-Grunewald Vizeweltmeister werden.

So ganz konnte Walter Schneider nach seinem Rückzug jedoch nicht von seiner Leidenschaft lassen. Er kehrte 1961 auf vier Rädern in die Motorsportszene zurück und wurde auf BMW Deutscher Automobil-Rundstreckenmeister. 1964 lag er in der Tourenwagen-EM in Führung, als er bei einem Bergrennen in Mont-Ventoux 200m tief in eine Schlucht stürzte, aber, Gott sei Dank, überlebte.

Hier noch einmal die Grand-Prix-Siege der zweifachen Weltmeister Walter Schneider-Hans Strauß:
Isle of Man Tourist Trophy: 1955, 1958, 1959
Großer Preis von Belgien: 1957, 1958, 1959.
Großer Preis von Deutschland; 1958

Walter Schneider starb im März 2010 in Siegen.

Roland Schnell

wurde 1921 geboren. Er war 1951 und 1952 auf Deutscher Meister in der 350er-Klasse auf einer Moto-Parilla. Bereits 1949 konnte er hinter Siegfried Wünsche/DKW und vor Wilhelm Herz/NSU den zweiten Platz in der DM belegen. Er war punktgleich mit Wünsche, wurde aber durch ein ungerechtes Regelwerk auf den 2.Platz gesetzt. Auf einer Horex-Regina wurde er im Laufe der 50er-Jahre noch einmal "Bester Deutscher Privatfahrer".

1951 belegte er am Feldberg den zweiten Platz hinter Hans Baltisberger. Er gewann aber auf dem Norisring, in Dieburg, der Eilenriede, in Hockenheim und auf dem Nürburgring. 1952 gewann er in Locarno/Schweiz das Rennen der 500cm³-Klasse auf einer Werks-Horex.

Roland Schnell ist 1980 gestorben.

Friedel Schön

aus Frankfurt/Main wurde am 7.2.1914, also kurz vor dem Ersten Weltkrieg, geboren.

Er begann seine Karriere als Motorradrennfahrer Anfang der 30er Jahre. 1933 siegte er auf einer Bücker-Jap/250 bei "Rund um Schotten".

1948 kam er aus englischer Kriegsgefangenschaft zurück und wurde 1949 mit Siegen in Hockenheim, beim Eifelrennen, bei Rund um Schotten, dem Hamburger Stadtparkrennen und in Nürnberg mit Höchstpunktzahl Deutscher Motorrad-Straßenmeister in der 250cm³-Klasse. Und das mit der selben Bücker-Jap, mir der er schon 1933 in Schotten gewonnen hatte. Dass ein Rennfahrer in einem Abstand von 16 Jahren zweimal auf der selben Maschine auf derselben Rennstrecke gewann, dürfte weltweit einmalig sein.

Zweimal war er Deutscher Zementbahnmeister, einmal auf Bücker-Jap/250 und einmal auf einer von Harald Oelerich 1949/50 aufgebauten 350er Horex. Wenn einige Wochen vor dem Feldbergrennen Äthergeruch über der Strecke lag, dann wussten wir, dass ein Rennfahrer aus den nahen Städten Königstein, Wiesbaden oder Frankfurt einige Trainings-Runden dreht, manchmal war es Friedel Schön. Als Frankfurter hatte er es nicht weit zu Rennstrecke. Damals waren die Rennfahrer noch an der Tatsache, dass sie Sturzhelme trugen, zu erkennen, denn kein privater Motorradfahrer wäre auf die Idee gekommen, sich ein solch "lästiges Ding" auf den Kopf zu setzen, dies war Sache der Rennfahrer. Gott sei Dank hat sich das Bewusstsein in dieser Hinsicht geändert. Am Feldberg war Friedel Schön 1950 Doppelsieger der Saugmotorenklassen bis 125cm³ auf Vespa (vor Willi Thorn, Wiesbaden-Bierstadt, ebenfalls auf Vespa) und bis 350cm³ auf der Oelerich-Horex.

1952 wurde Schön von Horex/Bad Homburg als Werksfahrer verpflichtet.

Hinter Siegfried Wünsche auf DKW belegte er 1953 auf einer 350cm³-Einzylinder-Schnell-Horex den zweiten Platz beim Feldbergrennen. Mehrfach hatte Friedel Schön das Pech, in Führung liegend, wegen kleiner technischer Defekte, ausscheiden zu müssen, so auch am Feldberg. Ihm lag aber diese damals schwerste Rennstrecke Deutschlands mit ihren vielen Kurven. Schön hat in seiner Laufbahn Siege in allen Soloklassen aufzuweisen: 125, 250, 350cm³ und als Werksfahrer auch zwei Siege auf der Horex-Imperator/500cm³: 1952 in Hockenheim und auf der Avus.

Als sich Horex 1953 vom Motorsport zurückzog, holte Schön noch einmal seine alte Velocette/350 und seine Norton/500 aus dem Schuppen belegte mit diesen Altertümern auf dem Herkulesring in Kassel Platz zwei hinter Reichert/NSU und Platz drei hinter Kläger/Gilera und von Woedtke/Norton. Ende 1954 beendete er dann endgültig seine Karriere. Er betrieb im Frankfurter Ostend eine Tankstelle.

Friedel Schön starb 2005.

Schultze-Steprath

gewann 1921 in der Jägerallee in Baden-Baden die Gesamtwertung eines Bergrennen auf Mercedes 95. Am Feldberg wurde er, obwohl Tagesschnellster, nach der damals gültigen Formel, auf den zweiten Platz der 12-Steuer-PS-Klasse gesetzt, hinter den Adler-Werksfahrer Schwarz. Die so genannte Slevogt- Formel berücksichtigte neben der gefahrenen Zeit auch das Gewicht des Wagens und die Steuer-PS (1 Steuer-PS = 262cm³). 1922 war er beim Feldbergrennen der Tourenwagen bis 2,5 Ltr. siegreich, vor Hans von Opel (Opel). Und 1923 siegte er am Hainberg bei Göttingen in der Gesamtwertung auf Benz.

Hans Schumann

wurde 14. April 1904 in Nürnberg geboren. 1937 wurde er mit Julius Beer im Boot auf der Werks-DKW/1000cm³ beim Großen Preis der Schweiz in Berner Bremgarten Europameister.

Beim Gewinn seiner drei DM-Titeln auf NSU 1933, 1934 und 1935 (vor Kahrmann und Loof) fuhr Hans Schumann mit Hermann Böhm im Seitenwagen.

Fünf zweite und dritte Plätze belegte Hans Schumann bei den Rennen am Feldberg 1934 bis 1936. Im Seitenwagen turnte 1934/35 Hermann Böhm und 1936 Franz Höller.

1949 ging Hans Schumann noch einmal mit dem DKW-Vorkriegs-Werksgespann UL-600cm³ an den Start und feierte Siege in Dieburg, Ingolstadt, Hof und Tübingen (hier gewann er auch die 1200er-Klasse). Zweite Plätze erzielte er in Aachen und im Schauinsland.

Dieses Gespann wurde 1980 von Karl Reese für das Deutsche Zweirad-Museum restauriert und befindet sich im Besitz der Auto Union.

Hans Schumann starb am 9.3.1968 in Stuttgart. Hermann Böhm, geb. 1916, starb 1983. Die Lebensdaten von Franz Höller aus München fehlen mir leider.

Hier die Vorkriegs-Siege von Hans Schumann:

1933 600cm³/NSU mit Hermann Böhm im Seitenwagen, AVUS-Rennen

1934 600cm³/NSU/Hermann Böhm, Marienberger Dreieckrennen
und 600cm³/Norton/Hermann Böhm, Eifelrennen Nürburgring-Nordschleife
1935 1000cm³/NSU/Hermann Böhm, Eifelrennen Nürburgring-Nordschleife
und 600cm³/NSU/Hermann Böhm, Schleizer Dreieckrennen
1936 1000cm³/NSU/Franz Höller, Internationales Solitude-Rennen
und 1000cm³/NSU/Franz Höller, Schleizer Dreieckrennen
1937 1000/cm³/DKW/Julius Beer, Großer Preis der Schweiz im Berner Bremgarten, EM
und 600cm³/DKW/Julius Beer, Hockenheim-Rennen
1938 600cm³/DKW/Julius Beer, Amriswil/Schweiz

Wilhelm Schwarz

aus Koblenz, in den 20er-Jahren noch Coblenz, ist dreifacher Feldberg-Rennsieger. Mit seiner privaten Saroléa gewann er 1925 die 350cm³-Klasse, 1926 siegte er in einem Diabolo-Dreirad-Kleinauto, das zwischen 1922 und 1927 in Stuttgart und Bruchsal hergestellt wurde. Vorne zwei, hinten ein Rad. 1927 kehrte Wilhelm Schwarz wieder auf das Zweirad zurück und gewann auf AJS/350cm³. Im selben Jahr war er hinter Arthur Hiller/Montgomery/350cm³ Zweiter auf der Solitude-Rennstrecke.

Schweder aus München

gehört zu der ehrwürdigen Truppe der Sieger eines Feldbergrennens. Der Sport-Journalist aus München gewann 1936 mit seinem Adler-Trumpf-Sport die Klasse der Sportwagen bis 2000cm³ ohne Kompressor. In der kleineren Klasse bis 1500cm³ wurde er Zweiter. Mehr konnte ich leider nicht über ihn in Erfahrung bringen. Für weitere Infos wäre ich dankbar.

Ludwig Schweitzer

gewann 1924 auf Harley-Davidson die Seitenwagenklasse bie 750cm³ und 1925 die Soloklasse bis 1000cm³, ebenfalls auf einer Harley-Davidson.

Willi Seibel

Willi Seibel wurde 1897 in Diez an der Lahn geboren.

Das Feldbergrennen 1926 war eines seiner ersten Rennen überhaupt. Und er gewann mit seinem Bugatti/1,5 Ltr. in seiner Klasse. 1927 folgte ein zweiter Platz beim Eifelrennen und beim Feldbergrennen.

Seibel blieb der Marke Bugatti stets treu. Zunächst fuhr er den Typ Brescia, dann den Typ "37A", den er 1928 nach einem Unfall auf dem Nürburgring durch einen neuen "37A" ersetzen mußte.

Es folgten noch viele Erfolge, darunter 1935 und 1936 jeweils ein zweiter Platz am Feldberg. Ende 1936 zog er sich vom Rennsport zurück, fuhr aber bis zu seinem Tod Veteranenrennen mit seinem Bugatti 37A.

Während des Zweiten Weltkrieges hatte er das Fahrzeug, in Einzelteile zerlegt und in Kisten verpackt, in seinem Garten vergraben. So konnte er den "37A" über die Zeit retten.

Thomas Seppenhauser-Josef Wenshofer

aus München waren beim Feldbergrennen 1950 Dritte und 1951 Vierte. In diesen beiden Jahren wurden die beiden hinter Kraus-Huser/BMW/1200cm³ bzw. Sepp Müller/Rührschneck/BMW/750cm³ Deutsche Vizemeister. Josef Wenshofer hatte mit Sepp Müller/BMW/1200cm³ 1947 bereits die Deutsche Meisterschaft gewonnen.

Thomas Seppenhauser gewann mit Franz Höller
1947 das Norisring-Rennen auf BMW/1200cm³
Ab 1948 fuhr Seppenhauser stets mit Wenshofer.
Hier die Siege der beiden:
1948 Karlsruher Dreieck BMW/1200
1949 Hofer Dreieck BMW/1200
1949 Dieburg BMW/1200
1950 Dieburg auf BMW/1200
1950 Tübinger Stadtring BMW/1200
1950 Eilenriede BMW/1200
1951 Sachsenring BMW/750

Hans Soenius

brachte es in seiner 12-jährigen Karriere auf acht Deutsche Meistertitel. Vier davon auf der Zementbahn: 1925, 1926, 1930, 1931 und vier auf der Straße: 1927, 1928, 1929 in der 500er-Klasse auf BMW und 1934 auf NSU/1000cm³. Insgesamt konnte er 198 Siegespokale mit nach Hause nehmen. Neben den genannten Marken fuhr er auch Imperia und Norton.

Geboren ist Hans Soenius 1901 in Godorf bei Köln, dort ist er auch 1965 gestorben. Ein Sturz beim Training in Schotten hatte ihn 1936 gezwungen, den Motorsport aufzugeben. Seine Eltern hatten ein Hotel, das er nach deren Tod übernahm.

Ehepaar Hans und Cilly Staerkle

aus Basel waren 1936 die gefeierten Doppelsieger beim Feldberg-Bergrennen im Taunus. Sie gewannen auf NSU die Rennen bis 600cm³ vor Hans Schumann-Erwin Badsching _NSU_ und bis 1000cm³ vor Karl Braun-Franz Höller _DKW.

Das schnelle Ehepaar belegte bereits 1928 bei der Gespann-Europameisterschaft in Genf auf Scott den dritten Platz. Zwischen 1929 und 1936 waren sie sechsmal Schweizer Meister. Nur Hans Haldemann konnte das Kunststück 1948-1954 wiederholen. Hans Staerkle gewann mit seiner Frau im Boot auf NSU/600cm³ fünfmal den Großen Preis der Schweiz im Berner Bremgarten (1931 bis 1935), sein Bruder Ernst 1935 auf BMW die 1000er-Klasse.

Auch in Deutschland waren Stärkle/Stärkle auf allen bedeutenden Rennstrecken erfolgreich. Sie gewannen dreimal im Schauinsland (1928 auf Scott, 1932 auf NSU/600 und 1936 auf NSU/1000cm³, zweimal auf der Eilenriede bei Hannover (1933 und 1936) und auch einmal auf dem Nürburgring (1933). In den 30er Jahren waren sie auf NSU unterwegs. Die deutschen Gespannfahrer Conrad Dürr/Heiner Frey und die Stärkles bildeten ab 1934 eine Renngemeinschaft.

Siege in der Schweiz: Wasen-Lüderenalp-Bergrennen 1931 (vor seinem Bruder Ernst Stärkle/Scott), Lugano 1935, Schaffhausen 1936, Genf 1936 und 1937, Lausanne 1937, Porrentruy 1947. Die Europameisterschaften der Gespannfahrer wurden 1947 in Basel ausgetragen. Zunächst gewann Luigi Cavanna/It./Moto Guzzi, er wurde aber später disqualifiziert, und so kam es zu einem schweizer Doppelsieg: Hans Haldemann/Norton vor Hans Stärkle/NSU (19 Jahre nach dem dritten Platz bei der EM in Genf). Nur aus dem Jahr 1935 sind zwei Siege des Stärkle-Duos außerhalb Deutschlands und der Schweiz bekannt: Sie siegten beim Großen Preis von Barcelona und holten sich die Großglockner-Trophy. 1952 gehörte Hans Stärkle zu den Goldmedaillengewinner der Int. Sechstagefahrt auf einer Horex/350cm³.

Friedrich Staschel-Theo Schick

waren am Feldberg viermal am Start, aber nur einmal im Ziel. Da aber 1951 Platz zwei hinter Mohr-Müller/BMW/750cm³. Staschel-Schick gewannen mit der 750er BMW 1952 das Eilenriede-Rennen bei Hannover, in Halle an der Saale und das Grenzlansring-Rennen bei Wegberg. Zwei weitere Siege 1955 und 1956 in Halle/Saale/BMW/500cm³ bestritt Friedrich Staschel allerdings mit Edgar Perduß im Boot.

1951 wurde das Duo Staschel-Schick Deutscher Vizemeister hinter Müller-Bauer und vor Mohr-Müller/beide BMW. 1950 und 1952 waren sie jeweils DM-Vierte.

Oskar Steinbach

gehört zu der erlesenen Schar der Feldberg-Rennsieger. Er landete 1935 einen Doppelsieg für NSU und gewann über 350 und 500cm³. Im selben Jahr kam es beim Schleizer-Dreiecksrennen zu einem legendären Ex Aequo zwischen Steinbach und Werner Mellmann. Beide auf NSU/500 rasten sie Rad an Rad als Sieger über die Ziellinie. Steinbach wurde 1935 Deutscher Meister in beiden Klassen. Er gewann unter anderem den Meisterschaftslauf auf der Solitude bei Stuttgart. 1936 konnte er auf NSU/350cm³ hinter Freddie L. Frith (GB) und vor Heiner Fleischmann Vize-Europameister werden. Er gewann in Mettet/Belgien ein 250er-Rennen auf einer Werks-DKW.

Oskar Steinbach ist am 10.3.1937 bei Probefahrten in der Nähe von Mannheim tödlich verunglückt.

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Leo Steinweg
Leo Steinweg

Leo Steinweg wurde am 11.Juni 1906 in Münster/Westf. geboren und 1945 im KZ Flossenburg von den Nazis ermordet. Ich weiß nicht, ob Leo Steinweg an einem der Feldbergrennen teilgenommen hat, aber ich möchte doch an dieser Stelle an ihn erinnern.

Er war ab 1924 DKW-Werksfahrer mit 175- und 250er-Maschinen und konnte sich 1929 mit den Preisgeldern ein Motorrad- und Fahrradgeschäft mit Werkstatt einrichten. Aber 1933 hat ihm die SA das Geschäft geschlossen. Auch wurden an Juden ab 1933 keine Fahrerlizenzen mehr vergeben. Zu spät flüchtete er 1938 mit seiner Frau Emmy, die er 1935 geheiratet hatte, nach den Niederlanden, lebte dort mit ihr in Utrecht in einem Versteck, wurde 1942 entdeckt und nach Auschwitz gebracht, wo er Motorräder und Autos der Wehrmacht reparierte. Kurz vor der Befreiung durch die Alliierten wurde Leo Steinweg im KZ Flossenburg umgebracht.

Auch andere Sportler jüdischen Glaubens waren den Nazi-Schikanen ausgesetzt oder auch Menschen, die einer Ethnie angehörten, die von den Nazis als minderwertig bezeichnet wurde, wie der Deutsche Box-Meister im Halbschwergewicht und Sinto Johann Wilhelm Trollmann, die damals weltbeste Hochspringerin Gretel Bergmann, die Deutsche Tennismeisterin von 1929 Paula von Reznicek, der deutsche Tennis-Ranglistenerste Dr. Daniel Prenn. Die so genannte "Halbjüdin" Helene Mayer konnte nur nach der Intervention des Olympischen Komitees an den Spielen von 1936 teilnehmen. Viele flüchteten in die Vereinigten Staaten von Amerika. Trollmann jedoch starb 1944 im Außenlager Wittenberge des KZ Neuengamme. Er wurde von einem Kapo erschlagen.

Emmy Herzog, vormals Steinweg, hat 97jährig ihre Erinnerungen an Leo Steinweg aufgeschrieben. Hier die ISBN-Nummer des Buches: 3-402-05369-1.

Rudolf Steinweg,

geboren 1888 vermutlich in München, war Bergspezialist auf vier Rädern.

Er war ab 1929 als Berufsrennfahrer zunächst auf BNC 1100cm³, dann auf NSU 1500cm³ und schließlich auf Amilcar 1100cm³ unterwegs. Auf diesem Fahrzeug war er am erfolgreichsten, denn er gewann in drei Jahren 21 Bergrennen. Dann verkaufte er den Amilcar an Willi Briem und erwarb einen Bugatti, den vor ihm schon Karl Kappler (mindestens 20 Siege bei Bergrennen) und Fürst von Feiningen besaßen. Er fuhr zwar stets ´Gebrauchtwagen`, aber immer ergolgreich. So siegte er 1934 beim Feldbergrennen auf dem neu erworbenen Bugatti 2000cm³ und am 27.10.1935 auf einem zweiten Bugatti/1500cm³.

Leider ereilte ihn nur eine Woche später das Rennfahrerschicksal. Beim Training zum Guggenbergrennen bei Budapest am 2.11.1935 verunglückte Rudolf Steinweg mit einem seiner Bugattis tödlich. Er wurde 47 Fahre alt.

Alois und Eugen Stößer

Alois Stößer wurde 1927 am selben Tag, an dem seine spätere Ehefrau Lore Keller das Seitenwagenrennen am Feldberg im Taunus gewann, Zweiter hinter Arthur Dom in der 500cm³-Klasse auf FN. 1928 siegte er am Kesselberg auf einer Standard/350, nachdem er bereits Dritter in der 500er-Klasse geworden war. 1930 wurde er an gleicher Stelle Zweiter mit der FN/350. Sein Bruder Eugen siegte mit seiner 250er Puch. Eugen Stößer setzte seine Rennfahrerlaufbahn auf vier Rädern fort und gewann 1931 das Kesselberg-Rennen und das Ratisbona-Rennen bei Regensburg im BMW-Dixi/750.

Hans Stuck Sen.,

geboren 1900 in Freiburg, fuhr 1924 sein erstes Autorennen. Er wurde 1930 erstmals Europa-Bergmeister für Rennwagen auf einem Austo-Daimler vor Laszlo Hartmann. 1932 wiederholte er diesen Erfolg in der Sportwagenklasse auf Mercedes-Benz, der Name des Titels war allerdings geändert worden und hieß jetzt ´Internationaler Alpenmeister`. Rudolf Caracciola holte sich diesen Titel in der Rennwagenklasse auf Alfa-Romeo. 1934 gewann Stuck die Großen Preise von Deutschland und der Schweiz für Auto Union, war aber auch bester europäischer Bergfahrer. Um das ganze abzukürzen, Hans Stuck siegte in seiner 38jährigen Laufbahn in 455 Autorennen, fuhr 38 Weltrekorde und war 12X Deutscher Meister. 1936 war Stuck hinter Bernd Rosemeyer auf Auto Union Vize-Europameister. Als 60jähriger wurde er 1960 auf einem BMW/700 noch einmal Deutscher Tourenwagen-Bergmeister.

Am Feldberg im Taunus hat dieser überaus erfolgreiche Rennfahrer 1927 auf Austro-Daimler die Sportwagenklasse bis 3000cm³ gewonnen und wurde 1935 auf Auto-Union Gesamtsieger.

Die Leute im Hochtaunus waren stolz auf ´ihr` Feldbergrennen. Aber leider muss man an dieser Stelle auch über negative Tatsachen seitens der Besucher berichten.

Hans Stuck wurde am Feldberg von Nazis diffamiert. Es wurden Flugblätter verteilt und Hasstiraden auf die Strecke geschmiert. Stuck war mit der ´Halbjüdin` Paula von Reznicek verheiratet. Die Auto Union weigerte sich aus diesem Grund 1934, Stuck wieder unter Vertrag zu nehmen. Aber die Nazis, u.a. Himmler, setzten die Auto Union unter Druck, weil sie Sympathieverlust beim größeren Teil der Bevölkerung befürchteten, denn Hans Stuck sen. war ein sehr bekannter und erfolgreicher Mann.

Er starb 1978 in Grainau an Herzversagen.

Willy Thorn

Wiesbaden-Bierstadt, war 1950 auf einer Vespa/125 Dritter am Feldberg. Sein größter Erfolg war ein Sieg auf dem Schottenring 1948 auf einer DKW/125er. Im Hamburger Stadtpark gewann er 1949 auf FBS/125. Willy Thorn verunglückte 1952 beim Bamberger Zementbahnrennen tödlich.

Hein Thorn - Prikker

war in der 250er-Klasse zweimal Deutscher Meister (1951 und 1952) und einmal Vize auf Moto-Guzzi. Bei den Feldbergrennen war er zweimal siegreich. Sein zweiter Platz beim GP von Deutschland 1952 auf der Solitude bei Stuttgart hinter Rudi Felgenheier/DKW brachte ihm den siebten WM-Platz ein.

Er musste seine Kariere, die 1935 begonnen hatte, 1954 nach einem Unfall beenden.

Hein Thorn-Prikker, geboren am 6.1.1911 in Hagen/Westfalen, starb 1998 im Alter von 87 Jahren.

Seine Siege:
1947 Rund um Schotten Velocette/350cm³
1947 Norisring/Nürnberg/Velocette/350cm³
1948 Dieburger Dreieck Velocette/350cm³
1949 Grenzlandring DKW/125cm³
1950 Donauring-Rennen 350cm³/Velocette
1950 Nürburgring Moto Guzzi/250cm³
1950 Gr.P. v. D. Solitude Moto Guzzi/250cm³
1951 Nürburgring Moto Guzzi/250cm³
1951 Norisring Moto Guzzi/250cm³
1951 Avus/Berlin Moto Guzzi/250cm³
1951 Dieburger Dreieck Moto Guzzi/250cm³
1951 Feldbergrennen Moto Guzzi/250cm³
1951 Grenzlandring Moto Guzzi/250cm³
1951 Sachsenring Moto Guzzi/250cm³
1951 Zürich Moto Guzzi/250cm³
1952 Dieburger Dreieck Moto Guzzi/250cm³
1952 Burgringrennen/Monschau Moto Guzzi/250
1952 Feldbergrennen Moto Guzzi/250cm³
1952 Eilenriede/Hannover Moto Guzzi/250cm³
1952 St. Wendel/Saar Moto Guzzi/250cm³
1952 Zandvoort Moto Guzzi/250cm³
1952 Scheibenholz/Leipzig Moto Guzzi/250cm³
1953 Scheibenholz/Leipzig Moto Guzzi/250cm³
1953 Schleizer Dreieck Moto Guzzi/250cm³
1953 Zürich Moto Guzzi 250cm³

Ernst-Dietrich Troeltsch

*1913 in Wildgutach bei Freiburg im Breisgau, gewann 1936 die Rennwagenklasse bis 1500cm³ des Feldbergrennens im Taunus mit dem Bugatti/T51A-51134, den zuvor schon Emil Bremme, Burggaller und der 1935 tödlich verunglückte Rudolf Steinweg gefahren hatten. 1937 verkaufte er den Wagen an Leonhard Joa. Nach dem Zweiten Weltkrieg fuhr Ernst-Dietrich Troeltsch einen von Ernst Loof konstruierten Veritas mit Erfolg. Mit seinem Freund Paul Pietsch gründete er 1946 die Zeitschriften "Das Motorrad" und "auto motor sport".

Ernst-Dietrich Troeltsch wurde nur 42 Jahre alt. Er starb am 21. März 1956.

Gottfried ´Friedel` Vollmer

gewann 1950 am Feldberg auf VW-Spezial die Rennwagenklasse der Formel-3 bis 500cm³ vor Huschke von Hanstein. 1949 war Gottfried Vollmer Deutscher Vizemeister auf diesem Fahrzeug. Schon vor dem Krieg gewann er 1939 ein Rennen im Hamburger Stadtpark in der 1,1 Ltr.-Sportwagenklasse.

Emil Volz

aus Frankfurt am Main konnte 1921 in dem Adler 12 S-PS = 2820cm³ den Gesamtsieg am Feldberg/Ts. erringen. 1924 und 1925 folgten zweite Plätze hinter Hans Birk/Bugatti in der Rennwagen-Klasse 1.57 Ltr.

Willi Walb

wurde in Schriesheim geboren.

Walb gewann 1924 die Gesamtwertung des Rennen am Königstuhl bei Heidelberg in dem berühmten von Edmund Rumpler unter aerodynamischen Gesichtspunkten entwickelten Tropfenwagen, der schon 1921 auf der Deutschen Automobilausstellung in Berlin vorgestellt wurde. Im gleichen Jahr siegte er auf Benz im Bergrennen Usingen-Wehrheim.

1925 konnte Willi Walb auf Benz beim Stettener und beim Schrießheimer Bergrennen die Gesamtwertung für sich entscheiden. Das Feldbergrennen im Taunus gewann er in seiner Klasse mit einem Benz/2620cm³. Viele Klassen-Siege bei anderen Bergrennen bleiben hier unerwähnt.

1926 und 1927 siegte er beim Solitude-Rundstreckenrennen im Mercedes 620 K bzw. 680 S.

Die Rennen um den Großen Preis von Deutschland der Jahre 1927 und 1928 auf dem Nürburgring beendete er mit Copilot Christian Werner jeweils auf Rang drei, mit dem Mercedes Typ S bzw. Typ SS.

Vor seiner Rennfahrer-Karriere war Willi Walb Ingenieur bei Benz und Mercedes, danach Rennleiter bei Auto Union. Walb war es, der die erfolgreichen Paul Pietsch und Berd Rosemeyer in dieses Team holte.

Hugo Walther

aus Hameln gewann als Privatfahrer 1923 und 1925 in seinem Selve/3000cm³ das Sauerland-Bergrennen. Am Feldberg im Taunus war er 1926 erfolgreich.

Ernst Günther von Wentzel-Mosau

aus Züllichau/Brandenburg fuhr auf Mercedes-Benz drei Siege bei Bergrennen heraus, die mir bekannt sind. 1921 gewann er in Baden-Baden auf Mercedes 28/95, am Feldberg/Ts. siegte er im Oktober 1925 in der 5000cm³-Tourenwagen-Klasse der Privatfahrer und an der Hohen Eule bei Breslau im Oktober 1927. Im Rahmen des G.P. von Deutschland gewinnt von Wentzel-Mosau die Klasse der Sportwagen bis acht Liter auf Mercedes-Benz Typ SS. Ernst-Günther von Wentzel-Mosau verunglückte am 29. April 1929 beim Training zum Steudel-Bergrennen tödlich.

Friedel Wessinger.

Lore Keller war nicht die einzige Frau, die am Feldberg ein Seitenwagen-Gespann steuerte und gewinnen konnte. Bereits 1925 siegte Friedel Wessinger aus Pforzheim auf Wanderer in der Seitenwagenklasse bis 1000cm³. Beim Schauinsland-Bergrennen im selben Jahr soll sie auch unter den Besten gewesen sein.

Einen dritten Platz belegte sie 1927 auf der Solitude bei Stuttgart hinter Hermann Dobler/New Imperial und Josef Möritz/ACE.

Paul Weyres

ist 1900 in Aachen geboren und auch dort 1984 gestorben. Er fuhr 1923 sein erstes Rennen. 1927 war Weyres bei der Eröffnung des Nürburgrings dabei. Er erhielt als einer der ersten einen Werksfahrer, und zwar von Harley-Davidson. Ein weiterer Sponsor war Continental. Es ist müßig all seine Erfolge aufzählen zu wollen. Es waren über 100 Siege bei ca. 400 Starts. Vielleicht sollte ich doch die folgenden hervorheben: Paul Weyres gewann mit Beifahrr Barths 4X den GP der Schweiz: 1931, 1932, 1933 und 1936, 3X in Folge am Nürburgring 1932/33/34, zwischen 1931 und 1934 wurde er 4X Deutscher Seitenwagen-Meister und er erzielte 1935 mit Josef Allemand im Boot einen 3. Platz am Feldberg im Taunus hinter Karl Braun und Hans Schumann.

Der Krieg beendete seine Karriere und nach dem 12jährigen Reich, das 1000 Jahre dauern sollte, widmete er sich seinem Lebensmittelgeschäft in Aachen.

Änne Wiest

aus Darmstadt gewann in ihrem Hanomag am Feldberg 1927 die 500er-Sportwagen-Kategorie.

Vordere Plätze konnten auch Franzisca Lüning (Fiat), Erna Glöckler (NSU) und Else Bull (Fiat) beim Feldbergrennen des Jahres 1927 belegen.

Änne Wiest und und fünf weitere Frauen (Friedel Wessinger, Cilly Staerkle, Liliane Röhrs, Ines Folville und Margot von Einsiedel) standen in den 20er Jahren in den Sieger-Listen der Feldbergrennen.

Aber auch auf anderen Rennstrecken konnten Frauen Erfolge erzielen:

Ada Otto auf Otto gewann 1923 das Ruselbergrennen bei Deggendorf.

Edith Frisch fuhr Opel und Bugatti und gewann 1933 bei der 6. Int. Alpenfahrt einen Gletscher-Pokal.

Jule Kroh 1927 am Nürburgring mit Amilcar und

Ernes Merck, geb. Rogalla von Biberstein, Darmstadt (1898 - 1929) belegte 1922 beim Baden-Badener Automobilturnier den 2. Rang auf Steiger.

Die Pragerin Elisabeth Junek (Eliška Junková-Khásová / 1900-1994), gewann zwischen 1926 und 1928 zahlreiche Rennen, darunter das Klausenpass-Bergrennen und beim Großen Preis von Deutschland 1927 die 3Ltr.-SpW.-Klasse. Nach dem tödlichen Unfall ihres Mannes auf dem Nürburgring 1928 fuhr sie keine Rennen mehr.

Clärenore Stinnes (1901-1990) gewann zwischen 1924 und 1927 mit ihrem Adler 17 Rennen, bevor sie von 1927 bis 1929 in 25 Monaten von Frankfurt/Main nach Berlin reiste, aber nicht auf dem direkten Weg, sondern erst einmal rund um den Globus durch 23 Länder.

Und war es nicht ohnehin Berta Benz, die bereits 1888 mutig mit ihren Kindern an Bord die 106 km von Mannheim nach Pforzheim und drei Tage später auch wieder zurückfuhr?

In den 30er-Jahren erschien dann aber nur noch die Schweizerin Cilly Staerkle im Seitenwagen ihres Mannes am Start. Die Nazis bereiteten der Emanzipation der Frauen ein jähes Ende. Das Leben der Frauen sollte sich nur noch in Küche und Kinderzimmer abspielen.

Hier ein Artikel von 1936 aus dem Usinger Anzeiger:

Deutsche Frauen
Usinger Anzeiger vom 25.3.1936 im Hochtaunus-Archiv

Herbert Wimmer

aus Kappelroteck in Baden-Württenberg erwarb 1933 von Paul Pietsch einen Bugatti, der zuvor bereits im Besitz des Frh. von Morgen war. Trotzdem fuhr Herbert Wimmer mit dem ´Gebrauchtwagen` sehr erfolgreich Bergrennen und gewann zum Beispiel das Feldbergrennen 1935 in der Rennwagenklasse bis 3000cm³. 1934 hatte er an gleicher Stelle schon den 2. Platz hinter Paul Pietsch belegt. Ebenfalls zum 2. Platz reichte es 1936 hinter Adolf Brudes. Im gleichen Jahr gewann er das Wachenburgrennen bei Weinhein, das er schon 1934 einmal gewonnen hatte.

Walfried Winkler,

geboren 1904 in Chemnitz, gewann 1934 nicht nur das Taunus-Feldbergrennen, sondern auch den Großen Preis von Europa in Assen und somit den Titel des Europameisters auf DKW/250cm³. Bereits 1927 war er schon einmal Vize-Europameister.

Zwischen 1927 und 1938 wurde er 3X Deutscher Straßenmeister auf DKW/250 und 1X auf DKW/350cm³. Walfried Winkler war außerdem 2X Deutscher Zementbahnmeister und 1X Deutscher Bergmeister (1934 vor Hans Kahrmann). Er fuhr für DKW zahlreiche Weltrekorde.

1935 war er zusammen mit Arthur Geiss und Ewald Kluge Sechs-Tage-Sieger. Auch nach dem Krieg probierte es Winkler noch einmal und gewann 1950 auf dem Norisring den Lauf der 250cm³-Maschinen. Insgesamt erzielte Winkler in seiner Laufbahn ca. 200 Siege, alle auf DKW.

Walfried Winkler starb 1982 in Heßloch.

Siegfried Wünsche

wurde 23.7.1916 in Dresden-Langebrück geboren.

Er kam 1935 erstmals in den Taunus zum Feldbergrennen und gewann prompt auf DKW/250cm³ die Ausweisfahrerklasse.

1937 war er bereits bester deutscher Privatfahrer und erhielt deshalb von DKW für 1938 einen Werksvertrag und wurde bei den Europameisterschaften, die ja der heutigen WM entspricht, hinter Ted Mellors (GB/Velocette) und John White (GB/Norton) Dritter in der 350er-Kategorie. Auch bei Bergrennen war Wünsche erfolgreich, er gewann u.a. 1938 den Großen Bergpreis von Deutschland am Groß Glockner.

Dann der Krieg!

1949 wurde Siegfried Wünsche Deutscher Meister in der 350er Klasse auf DKW, 1950 Sieger des Feldbergrennens in dieser Kategorie. Um Anschluss an internationale Regeln zu finden, kam 1951 das Kompressor-Verbot, da deutsche Fahrer 1952 auch wieder im Ausland starten durften.

1953 war Wünsche wieder Deutscher Meister in der 350er-Klasse, wie immer auf DKW. Mit der 250er-Maschine belegte er auf der Tourist Trophy auf der Isle of Man den dritten Platz (vor 17 Jahren war er dort schon einmal Fünfter) und wurde hinter Werner Haas (NSU) Deutscher Vizemeister und WM-Siebter. Außerdem gelang ihm auf dem Feldbergring ein Doppelsieg (250/350cm³).

Im Schauinsland bei Freiburg gewann Wünsche die 350cm³-Klasse 1949 und 1950, jeweils vor Heiner Fleischmann/NSU und 1953 vor H.P. Müller/Horex und Hans Baltisberger/AJS.

1955 beendete Siegfried Wünsche seine Laufbahn mit dem 2. Platz in der 350er-DM. Er hatte zwar mehr Punkte als August Hobl, doch der profitierte von Streichresultaten.

Ein Kuriosum: 1952 lieferten Ewald Kluge und Siegfried Wünsche, beide DKW/350, beim Hamburger Stadtparkrennen ein Unentschieden ab, ein ´Totes Rennen` also.

Siegfried Wünsche starb am 20.8.2000 im Alter von 84 Jahren.

Robert Zeller

aus Offenbach war im Juni 1952 auf AJS/350cm³ Dritter beim Feldbergrennen hinter Fritz Kläger/Norton und Rudi Knees/AJS, aber vor dem späteren Deutschen Meister Roland Schnell/Horex und dem Offenbacher Heinz Grösch/AJS. Er kam am 13.Juli 1952 mit seinem zweiten Platz hinter Ray Amm/Norton, der damals noch für die britische Kronkolonie Südrhodesien, heute unabhängiges Simbabwe, fuhr, bei ´Rund um Schotten` auf die Höchstpunktzahl in der DM-Wertung. Auf der Solitude bei Stuttgart belegte er beim GP von Deutschland den 8. Platz und war hinter Ewald Kluge/DKW zweitbester Deutscher. Bei einer DM-Punktewertung 6,4,3,2,1, müsste Robert Zeller 1952 mit 13 Punkten Deutscher Vizemeister gewesen sein, war er aber nicht. Die Offizielle Rangliste lautet: 1.Roland Schnell/Horex(16), 2.Ewald Kluge/DKW(12), 3.Siegfried Wünsche/DKW mit gleicher Punktzahl wie Kluge , 4.Xaver Heiß/Velocette(10), 5.Robert Zeller, gleiche Punktzahl, 6. Knees/AJS(8), Kläger/AJS(7), Baltisberger/AJS(6), Heinz Grösch/AJS(5), Hansgünther Jäger/AJS(4), Erwin Aldinger/AJS(3), Rudi Meier/Moto Parilla(2) und Hans Hötzer/AJS(1). Ich habe keine Ahnung, was da nicht stimmt.

Vielleicht seinen größten Erfolg feierte Robert Zeller aber bereits 1951, als er das Avus-Rennen in Berlin gewinnen konnte. Wie immer auf AJS/350cm³.

2001/2002 hat die offenbacher Abbruch-Firma Robert Zeller in Frankfurt die Zementbahn abgerissen, 3500 Tonnen Beton! Ob der Enkel wohl wußte, dass auf dieser Bahn 1951 Robert Zeller/Sen. ein damals so beliebtes Zementbahnrennen gewonnen hat. Mit der Rekordgeschwindigkeit von 138,9 km/h. Diese Zeit wurde niemals übertroffen.

Walter Zeller,

dreimal Deutscher Meister (1951, 1954, 1955), 2x deutscher Vizemeister, ist bis heute der einzige deutsche Motorrad- Rennfahrer, der seit Austragung der Motorrad-Weltmeisterschaften, in der Königs-Klasse Vize-Weltmeister werden konnte. Bei zwei GP - Läufen belegte er 1956 den 2. Platz, und zwar in Spa-Francorchamps und in Assen. Bei der Tourist Trophy war er zuvor Vierter. Weltmeister wurde John Surtees auf MV-Agusta.

1957 wurde er mit zwei dritten Plätzen beim Großen Preis von Deutschland auf der Solitude und bei der Dutch TT, wie schon 1955, WM-Siebter.

Zeller musste aber dann seine Karriere beenden, weil er nach dem Tod seines Bruders in den elterlichen Betrieb einsteigen musste.

Das Feldbergrennen gewann er 1951. Noch heute, 2010, erzählt man sich in Oberreifenberg das aufregende Geschehnis, als man Walter Zeller, der bei einem Trainingsunfall zwischen Sprungbrett und Sandplacken unter eine Holzbegrenzung gerutscht war, aus seiner Lage befreien und ihn mit einem Unterarmgriff unter der Begrenzung hervorziehen wollte, aber erschreckt innehielt, weil sich Zellers Beine in die Länge zogen. Man begriff aber dann, dass sich lediglich die Stiefel abgestreift hatten.

Walter Zeller, geboren am 11.9.1929, ist am 4.2.1995 in Hammerau an Herzversagen gestorben.

Großer Feldberg im Taunus 1954
Großer Feldberg Anfang der 50er Jahre. Foto Walter Elkins

Am Ende

die Liste derer, die zwar Rennsiege am Feldberg errangen, von denen ich

aber zu wenig weiß, um von ihnen eine Kurzbiographie schreiben zu können.
Nach dem Alphabet: (P = Privatfahrerwertung)

Adler Albert P. Benz/10PS (1924)

Baumeister C.C. Wanderer-TW/5PS (1924)
Becker Gerhard Indian/750 (1924)
Bormann August Frankfurt New Gerrard/350 (1926)
Bücker Franz siehe bei Karl Raufenbarth
Christ August Frankfurt/M. P. Stoewer/3000 (1926)
Conrad auf Adler/10 PS (1920)
Derenberg Hans Frankfurt O.M./1500 (1926)
Debowiak M. P. D-Rad/750 (1924)
Dörper Heinrich Düsseldorf Opel/750/SpW.(1926 und 1927)
Eckartsberg B. von P. Sunbeam/500 (1924)
Eickelmann Karl Wiesbaden Ariel/500 (1926)
Eisenauer August Stuttgart Salmson/1100 (1926)
Engel Karl Griesheim BSA-SW-1000 (1926)
Engel M. P. Wanderer bis 6 PS (1920/22)
Fischer P. Bugatti/8PS (1924)
Frey P. Marmon/üb. 16PS/ (1924)
Fuchs Richard Ransbach P. Rabag-Bugatti/1500 (1926)
Geyer Hans Wiesbaden BMW/500 (1925)
Götz F. Englisch-Triumph/SW (1922)
Grohé Otto Griesheim P. DKW/175 (1925)
Herzberger F. NSU/500 (1921)
Hess Wilhelm Siegen Opel/1100
Hofmann Ernst Offenbach P. Engl. Triumph/600 (1925)
Jacobi Frankfurt Hanomag/2000 (1926)
Kathe Hans Wanderer/350 (1922)
Keilhold A. Leipzig Bugatti/1500 (1926)
Kellner Alfred Dixi/6PS (1922)
Kellner Willy Adler/10PS (1922)
Kern Erwin P. Pforzheim MT/250 (1925)
Kleyer Otto Frankfurt Adler/6PS (1926)
Könning Ernst Kassel P. Mercedes/2620 (1925)
Köllner A. Dixi/6PS (1922)
Kruck Heinz Serolea/SW/500 (1924)
Krug auf Ardie/350 (1921)
Krumm H. Offenbach P. Pluto/1100 (1926)
Dr. Lharp Bad Nauheim P. Harley Davividson/1000 (1925)
Link Max Frankfurt P. NSU/1500 (1924 und 1926)
Dr. Link Neuwied Stoewer/3000 (1926) May Georg FN /350 (1924)
Melzer Franz Mercedes (1926)
Metzger Adolf Frankfurt P. Engl.Montgomery/750 (1925)
Mohr Adolf P. Cockerell/150 (1924)
Platzer A.C. Essen Stoewer/10PS (1926)
Pullig Fritz Frankfurt Guldner-SW-600 (1926)
Roeth Wilhelm P. Ingelheim Grade/125
Rossel August Wiesbaden P. Sunbeam/500 (1925)
Ruckle Richard Stuttgart P. Salmson/1570 (1925)
Schäde Hans P. Ley/6PS (1924)
Schäfer Karl Frankfurt a.M. New Imperia (1925)
Schäfer Paul Amilca-TW/4PS (1924)
Schwarz auf Adler (1921)
Sourdot A. Genf Monet-Goyon/175 (1926)
Stark Willi P. Horex/250 (1924)
Vogt H. Frankfurt P. Hanomag/2000 (1926)
Wendel Wilhelm NSU-Rennwagen/Kl. 1A (1924)
Weiß B. Berlin Steyr/12PS (1926)
Werrhausen Fritz Frankfurt Grade/125
Wetzel Eugen Frankfurt Ansaldo (1926)
Wruck Albert Frankfurt/M. Adler/1500 (1926)
Zimmermann Limburg Pluto/750/RW.

Biographien sind meistens nur eine Datensammlung

und lassen die Personen unbekannt. (Virginia Woolf)

1925 vom Hoffotografen Schilling aufgenommen

Umfangreiche Statistik über Motorradrennen finden Sie bei :

http://www.eggersdorfer.info und

http://www.motorsportstatistik.com/ und

http://members.aon.at/motorsport-autogramme/ und

http://racingmemo.free.fr/M%20COURSES%20INTER/MOTO%20a-sommaire%20grandes%20courses.htm

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Letzte Änderung dieser Seite: 19.06.2014
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