wurde am 8.10.1924 geboren. Er siegte 1954 auf Norton nach einem spannenden
Rad-an-Rad-Kampf mit Maurie Quincey in der 500cm³-Klasse des Feldbergrennens. Nach der
Zieldurchfahrt wurde er aus der folgenden Rechtskurve getragen und landete in einer großen
Regenpfütze, die sich nach tagelangen Regenfällen hinter dem Fußballtor des Sportplatzes
Oberreifenberg gebildet hatte. Völlig durchnässt nahm er seinen Pokal entgegen.
1964 wurde Jack Ahearn hinter Mike Hailwood Vizeweltmeister in der großen Klasse.
Er gewann in diesem Jahr den Großen Preis von Finnland auf einer Manx Norton.
Ahearn kam erst im Alter von 29 Jahren nach Europa, fuhr seinen ersten Grand Prix zu einem
Zeitpunkt, wenn andere ihre
Karriere bereits beenden. Bei seinem Sieg in Imatra war er fast 40 Jahre alt. Lange Zeit war er
der erfolgreichte Australier in der 500er-Motorradklasse. Erst 1987 wurde er von Wayne Gardner
überboten, der damals Weltmeister wurde.
Dieses Jahr starb Jack Ahearn im Alter von 88 Jahren, 58 Jahre nach seinem Triumph auf dem
Feldbergring. Don Cox erzählt: "Wenn ich Jack im Abstand einiger Jahre traf, war die Regenpfütze
wieder größer geworden, mit der Zeit wurde sie zum Teich, dann zum See." Schön, solche Geschichten!
aus Frankfurt am Main gewann als Privatfahrer 1925 und 1926 auf Bugatti/37 bzw. 37A/2000cm³ seine
Sportwagenklasse auf der 8km langen Bergstrecke zwischen Hoher Mark und dem Sandplacken. Er war
nicht nur bei Bergrennen erfolgreich, sondern auch bei Rundstreckenrennen. Beispielsweise war er 1927
beim Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring dabei und gewann die Sportwagenklasse bis 1500cm³ mit
dem Bugatti T37.
Andreae beendete seine Laufbahn 1928. Er kam Anfang der 30er Jahre bei einem
Verkehrsunfall ums Leben.
stammte aus Mannheim. Er gewann 1926 am Feldberg/Ts. mit seinem Bugatti 35C die Sportwagenklasse bis 2000cm³. Auch beim Großen Preis auf dem Nürburgring 1927 gewann er diese Klasse, wurde aber wegen Nachtankens auf der Strecke disqualifiziert.
geboren am 4.12.1906 in Miesbach, war mit seinen 600er-Seitenwagenmaschinen als
Bergspezialist bekannt. Er gewann zwischen 1927 und 1935 unter anderem die Bergrennen
von Ratisbona, am Kesselberg, am Gaisberg, den Freiburger Bergrekord (4X), das Feldberg-Bergrennen
im Taunus (1935) auf Douglas-Eigenbau vor Hans Kahrmann/Heinrich Eder auf DKW.
1936 stieg er um auf DKW und siegte mit Beifahrer Julius Beer beim Solitude-Rennen in Stuttgart und
beim Großen Preis der Schweiz in Basel.
1932 wurde er auf Victoria/600 und 1934 auf Douglas/1000 Deutscher Bergmeister.
Beim Eifelring-Training am 14.6.1936 ereilte Toni Babl das Rennfahrerschicksal. Er stürzte so
schwer mit seinem Douglas-Gespann, dass er wenige Tage später starb.
verunglückte am 26. August 1956 beim GP von Brünn tödlich.
Es ist über 50 Jahre her, dass es im Taunus die Feldbergrennen gab.
Sie wurden von 1950 bis 1954 international und als Läufe zur Deutschen Motorrad-Meisterschaft
ausgetragen.
1951 kam Hans Baltisberger (* 10.9.1922) mit zwei Maschinen nach Oberreifenberg,
der 350er AJS(73) und der 500er Norton(28). Die Werke DKW und
BMW hatten die Hotels unseres Dorfes angemietet, die Fahrer ohne
Werksvertrag wurden privat einquartiert. Und so wohnte Hans Baltisberger, sein Freund und
Rennmechaniker Albert Kleindienst und einige andere Rennfahrer während der
Rennwoche vom 17. bis 20. Mai 1951 bei uns im Salzgrund.
Ich war
13 Jahre alt und empfänglich für alles Neue. Und so glaube ich,
dass mich damals Hans Baltisberger zu einem Anhänger des Jazz und des Swing
machte, denn er konnte gut Klavier spielen. Für mich waren das
ganz neue Töne und Rhythmen, die er da mitbrachte.
Der Tag des Rennens: Die 350cm³-Maschinen standen am Start.
Natürlich waren wir Salzgrundbewohner mittlerweile alle zu Baltisberger-Fans geworden.
Als sich die Startfahne senkte, drückten wir ihm die Daumen. Doch dann geschah das: Aus den
Lautsprechern tönte es: "Der Start ist erfolgt, alle Fahrer sind in
Richtung Oberreifenberg verschwunden, nur einer steht noch,
Hans Baltisberger." Riesige Enttäuschung bei uns. Roland Schnell, Kläger,
Knees führten das Feld an, als es bei uns am Salzgrund vorbeikam. Doch was war mit der
Nummer 73, Hans Baltisberger? - Er ging mit riesigem Rückstand in das Salzgrund-"S". -
Aber bereits in der 6. Runde kam er an 5. Stelle liegend an uns vorüber, in der 12. Runde war
er bereits Dritter und - gewann das Rennen noch nach 13 Runden auf der 12,5
km langen Strecke vor Roland Schnell, mit dem er sich dann auch
die Meisterschaftsführung teilte.
Deutscher Meister wurde Baltisberger trotzdem nicht, weil er beim letzten
Meisterschaftslauf auf der Solitude - Rennstrecke bei Stuttgart wenige
Meter vor dem Ziel unverschuldet eine Kollision mit Rudi Knees hatte
und Roland Schnell passieren lassen musste.
Aber Baltisberger kam dann aber 1955 und posthum 1956 auf der NSU - Sportmax doch noch zu zwei
deutschen Titeln. Der tödlich verunglückte Baltisberger führte vor dem letzten DM-Lauf auf der
Avus mit 16 Punkten vor Horst Kassner (11). Dieser wäre bei einem Sieg auf 17 Meisterschaftspunkte
gekommen und hätte den Titel gewonnen. Im Rennen lieferte ihm jedoch der von Albert Kleindienst
unterstützte Roland Heck (NSU) einen so heftigen Widerstand, dass beide mit Defekten ausfielen.
Somit blieb es dabei: Hans Baltisberger (16) vor Horst Kassner (11), Roland Heck und Kurth Knopf
(je 8) und Helmut Hallmeier (7 Punkte). Horst Kassner gewann in den folgenden Jahren vier DM-Titel.
Aber an jenem 20. Mai 1951 war er der Held des Tages.
Das Feldbergrennen galt damals als schwerstes Rennen in Deutschland
und wurde oft mit der TT auf der Isle of Man verglichen, weil in
jeder Runde, je nach Definition, 55 bis 65 Kurven zu bewältigen waren. Privatfahrer, die
auf dieser Rennstrecke positiv auffielen, hatten im Jahr darauf meist einen
Werksvertrag in der Tasche, so erhielt auch Hans Baltisberger von BMW einen Vertrag.
Hier seine internationalen Erfolge: 1954 war er WM-Fünfter bei den 250ern und Sechster in der
125er-Klasse.
Er belegte bei der TT/125 den 3. Platz und wurde beim Ulster-GP/250cm³
Zweiter hinter Werner Haas und vor H. P. Müller und auch hier 3. Platz bei den 125ern. 1955 gelang ihm ein zweiter Platz beim Preis der
Nationen/250cm³ in Monza hinter Carlo Ubbiali, alle diese internationalen Erfolge auf NSU.
Was sucht der Name des dreimaligen Europa -
Bergmeisters auf einer Seite des Feldbergrennens, werden Sie sich
fragen?
Aber Edgar Barth stand 1952 mit einer BMW am Haus Brenner am
Start der 500er-Klasse. Zu dieser Zeit lebte er noch in Herold/DDR. Meister
des Sports wurde er dort 1956. Seine Rennfahrerlaufbahn hatte er bereits 1934 begonnen.
Erfolgreich war er aber erst, als er auf Sportwagen und Formel -
Rennwagen umstieg. Edgar Barth gewann 1957 auf Porsche den GP von Deutschland für Formel 2 - Rennwagen.
1959 war er erstmals Europa-Bergmeister und Sieger der Targa Florio. Sein stärkstes Jahr hatte
er 1963, als er von sieben Läufen zur EB-Meisterschaft sechs gewann. Ein weiterer EM-Titel
folgte 1964.
Edgar Barth, *1917 in Herold/Erzgebirge, starb 1965 in Ludwigshafen im Alter von nur 48 Jahren
an Krebs.
geboren am 25.1.1892 in München, hat vor seiner Rennfahrerlaufbahn bereits
den Ersten Weltkrieg als Jagdflieger überlebt.
Er kam 1934 mit einer 1000cm³-DKW zum Feldbergrennen in den Taunus, konnte sich aber nicht
unter den ersten platzieren. Schlimm traf es ihn ein Jahr später. Er verunglückte im Training
und brach sich den Oberschenkel. Dieser Sturz zwischen Hohe Mark und Sandplacken bedeutete für
ihn leider das Ende einer so erfolgreichen Karriere mit fast 250 Siegen auf zwei Rädern und
auch einigen auf dem Monoposto-F1, den er für DKW von 1931 bis 1934 zusätzlich zu seinem
Motorrad-Engagement fuhr.
Vier Deutsche Meisterschaften gewann Toni Bauhofer: 1924 die erstmals ausgetragene DM auf Megola/
1000cm³, einer Konstruktion des genialen Fritz Cockerell. Bauhofer konnte mit dieser Maschine
die gesamte BMW-Mannschaft auf die Plätze verweisen. 1928 wurde er Deutscher Meister auf BMW/
1000cm³, 1930 und 1932 auf DKW/500cm³. Werksverträge hatte er von 1925 bis 1929 bei BMW und von
1929 bis 1935 bei DKW in Zschopau.
Er leitete nach Karriereende bis zum Zweiten Weltkrieg die Renn-Abteilung bei DKW und baute sich ab 1937
in München eine Motorradvertretung mit Werkstatt auf.
Toni Bauhofer starb am 10.1.1968 in München.
Mehr über Fritz Cockerell und Megola auf
www.cockerell.de
Walter Bäumer wurde 1908 in Bünde geboren und starb nach einem
Autounfall 1941 zwischen Herford und Bünde.
Er fuhr ab 1928 für NSU Motorradrennen, wechselte dann aber nach einem Unfall zu den
Fahrzeugen mit den vier Rädern und war auf einem Austin sofort erfolgreich.
Prompt erhielt er einen Werksvertrag und war auf dem in Austin-Lizenz gebauten BMW-Wartburg,
genannt ´Dixi`, genauso erfolgreich. 1936 gewann er das Feldbergrennen auf
einem Austin in der Rennwagenklasse bis 1100 cm³. Zwei Siege am Dreifaltigkeitsberg bei
Spaichingen 1936 und 1937 sind auch erwähnenswert. Insgesamt erzielte Bäumer 93 erste Plätze,
wie Jörg Militzer recherchieren konnte.
1938 erhielt er von Mercedes eine Chance und hatte vier Einsätze bei GP-Rennen. Aber der
Kriegsbeginn vereitelte eine weitere GP-Karriere. Das letzte GP-Rennen fand am 3.9.1939 statt.
Danach kam es aber doch noch zu einem Höhepunkt in seiner Laufbahn. Er gewann an der Seite von
Huschke von Hanstein die Mille Miglia in Brescia auf einem BMW 328. Von Hanstein wurde von den
Nazis meistens als alleiniger Sieger genannt, weil er Mitglied der SS war. Walter Bäumer hatte
jedoch den größeren Beitrag zum Sieg geleistet, denn er steuerte den BMW in den letzten drei
Runden zum Sieg.
Seinen frühen Tod 1941, er war erst 32 Jahre alt, empfindet man um so tragischer, wenn man weiß,
dass er seine Begleiterin während der Fahrt küssen wollte, bei der Aktion die Gewalt über sein
Auto verlor, aus dem Wagen geschledert wurde und mit dem Nacken auf einer Holzkante aufschlug.
Er war sofort tot.
aus Altena gehört zu dem Kreis derer, die zwei Feldbergrennen gewinnen
konnten. Er siegte 1935 auf Mercedes in der Sportwagenklasse bis 2Ltr. und 1936 mit einem
Alfa-Romeo bei den Sportwagen mit Kompressor ebenfalls bis 2Ltr.. Im gleichen Jahr gewann er
auch ein Bergrennen am Hohesyberg.
Mehr konnte ich über ihn leider nicht erfahren. Wer mehr über den Rennfahrer Herbert Berg aus
Altena berichten kann, der schreibe mir bitte eine E-mail.
Die E-mail kam tatsächlich von Jörg Militzer. Er schrieb Folgendes:
Herbert Berg wurde am 9. Juli 1910 in Altena geboren und verstarb am 20.10.1938 in Düsseldorf
an den Folgen eines Unfalls bei dem er auf der Straße so unglücklich stürzte, dass er mit dem
Hinterkopf auf den Bordstein aufschlug und kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus einer
schweren Gehirnerschütterung erlag. In einem zeitgenössischen Artikel soll berichtet worden
sein, dass er sich erst seit 1935 dem Rennsport gewidmet hatte, zunächst mit einem Maserati -
Sportwagen, dann Mercedes Benz und Alfa Romeo. Das letzte Rennen fuhr er Anfang Oktober 1938
mit einem 1 ½ l Maserati-Rennwagen auf der Brooklandsbahn in England. Spezialist war er in
Bergrennen. Seine Beerdigung fand am 23.10.1938 in Altena statt.
aus Düsseldorf/Mannheim, fuhr ab 1924 mit dem Rabag-Bugatti 1,5 Ltr., dessen Mitkonstrukteur er war, zahlreiche Siege ein, darunter auch die Gesamtsiege am Feldberg im Taunus am 5.10.1924 und zuvor im Juli an der Bergstraße (Oberbeerbach). Ein Jahr später gewann er am Feldberg in seiner 1,5 Ltr.-Klasse. 1925 und 1927 siegte Hans Birk in der 1,5 Ltr-Klasse auf der Solitude-Rennstrecke.
wurde 1911 in Ebingen geboren.
Zunächst Radsportler, wandte er sich aber bald dem Motorrad zu. 1930 kaufte er sich eine
Victoria/500cm³ und gewann sofort. Erster Start, erster Sieg auf der Solitude. Er wurde bei
Victoria angestellt und gewann für diese Marke 1931 den Titel des Deutschen Bergmeisters.
Zwei weitere Bergmeisterschaften folgten 1937 auf DKW/500 und 1947 auf NSU/500cm³. Von seinen
unzähligen Erfolgen möchte ich nur die wichtigsten nennen.
Dazu zählen seine beiden Siege beim GP von Deutschland 1937 auf DKW/250 und 1938
auf NSU/350. 1931 und 1937 gewann er das Schauinsland-Bergrennen.
Von 1934 bis 1937 war Bodmer DKW-Werksfahrer, ab dann fuhr er für NSU. Hinter Heiner Fleischmann
belegte er beim Feldbergrennen 1936 den 2. Platz in der Klasse bis 500 cm³ auf DKW. Das
Hamburger Stadtparkrennen konnte er 1938 auf NSU/350 gewinnen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde er 1944 im Rußlandfeldzug eingesetzt und wurde 1945 kurz vor Kriegsende noch
verwundet. Trotzdem war Karl Bodmer auch noch in den 40er-Jahren auf einer 500er NSU erfolgreich.
Er widmete sich aber zunehmend dem Aufbau seines Motorradgeschäftes, man konnte alle deutschen
Marken bei ihm erwerben, Anfang der 50er-Jahren auch Kleinwagen.
Karl Bodmer starb 1955 leider sehr früh, er wurde nur 44 Jahren alt.
waren 1952 am Feldberg auf ihrer neuen Norton Zweite hinter
Noll - Cron (BMW) und am Saison - Ende DM-Zweite hinter Schorsch Eberlein - Ernst Sauer (BMW).
Dies war zugleich der Abschluss ihrer Karriere. Karl Fuchs war vor
und nach dem Krieg der Mann im Beiwagen von Hermann Böhm. Nur einmal wurde Fuchs durch
Bleiplatten ersetzt und zwar bei Böhms Weltrekordfahrt für Seitenwagengespanne über 1km mit 248km/h.
Insgesamt errangen sie als NSU - Werksfahrer drei Deutsche Straßenmeisterschaften:
1947, 1948 und 1950 über 600- bzw. 500cm³ und zudem 1947 in der 1000cm³-Klasse den Titel
eines "Deutschen Bergmeisters". Karl Fuchs war 1948 auch an dem DM-Titel von Sepp Müller (1200cm³-
Klasse) beteiligt, als er einige Male für Karl Rührschneck einsprang.
Schon vor dem Krieg hatte Hermann Böhm seine ersten großen Erfolge. 1934 wurde er im Boot von Hans
Schumann/NSU/600 Europameister und 1933/34/35/ Deutscher Straßenmeister. Dann siegte er, selbst
am Lenker, 1935 beim Schleizer - Dreiechsrennen und 1937 in Schotten auf einer NSU/600. Der Sieg
brachte ihm den 2. Platz in der Meisterschaft hinter dem tödlich verunglückten Karl Braun.
Der 1916 in Nürnberg geborene Hermann Böhm starb auch dort 1983 im Alter von 66 Jahren.
Er war einer der wenigen Motorsportler, dem das Silberne Lorbeerblatt verliehen wurde.
geboren am 1.6.1932 in Hannover, war einer der Pechvögel am Feldbergring, denn er ist gleich zweimal an zweiter Stelle liegend ausgeschieden. 1953 lag er auf der NSU-Renn-Fox nach der dritten Runde hinter Werner Haas und vor Walter Reichert, kam aber dann nicht mehr vorbei. 1954 kam er in der 8. Runde mit seiner NSU-Sport-Max auf Platz 2 liegend am Salzgrund vorbei, fehlte jedoch in Runde 9. Ob er von der Strecke abkam oder ob die Maschine streikte, weiß heute niemand mehr. Sollte er dies hier einmal lesen, bitte ich ihn um Aufklärung.
Wolfgang Brand wurde 1950 Lizenzfahrer. 1953 bekamen er und Walter Reichert von NSU Werksverträge. Leider zog sich NSU im Folgejahr vom Rennsport zurück. Brand gehörte zu jenen, die sich eine Sport-Max erwarben und damit auch Erfolge erzielten.
1955 wurde er beim deutschen WM-Lauf auf dem Nürburgring Zweiter hinter H. P. Müller. Das brachte ihn auf den 9. WM-Platz. Auf dem Sachsenring wurde Brand ebenfalls Zweiter hinter Hallmeier und vor Baltisberger, alle auf NSU-Sport-Max. Er kam in der DM-Wertung auf den dritten Platz. Zwei weitere schöne Erfolge erzielte er 1955 in den Niederlanden. Er siegte in Tubenbergen und in Zandvoort vor Stein und Kläger, bzw. Kläger und Stein (Sieg in der Schweiz vor Beer auf Adler), alle auf NSU/250cm³.
Bereits 1953 erreichte Brand schon hinter Werner Haas und Otto Daiker einen dritten Platz in der DM-Wertung der 125er-Klasse auf NSU-Renn-Fox.
Heute ist Wolfgang Brand zwischen 75 und 80 Jahren alt und noch immer motorsportinteressiert.
wurde am 2. 9. 1918 in Hechingen geboren.
Seine ersten motorsportlichen Versuche reichen in das Jahr 1939 zurück, wurden aber sofort wieder
durch den Krieg beendet. So bezeichnete die Presse den 32 Jahre alten Fahrer 1950 als
´Nachwuchsfahrer`. 1952 belegte Braun auf Moto - Parilla/250cm³ am Feldberg im Taunus den dritten
Rang.
Er war als guter Regenfahrer bekannt. Und so kam er auch bei
Regen zu seinem größten Erfolg, als er 1954 auf einer NSU-Sportmax beim Großen Preis der Schweiz im Berner Bremgarten
hinter NSU - Werksfahrer Rupert Hollaus Zweiter der 250er - Klasse wurde und HP Müller, Taveri
und Colombo hinter sich ließ. Dieser Erfolg brachte ihm den 6. WM-Platz ein.
Im selben Jahr gewann er auf Horex/250cm³ den G. P. der Saar in St. Wendel vor Pagani It./Moto
Guzzi und Heck auf Adler-Eigenbau. Auf dem Nürburgring wurde er auf Horex/500cm³ Zweiter hinter
Ray Amm/Austr. auf Norton.
Braun gehörte nach dem Krieg zu denen, die ihre Rennmaschinen in Eigenbau schnell machen
konnten. Er fuhr in allen Soloklassen und auf vielen verschiedenen Motorradmarken: DKW-Kompressor, Mondial,
Moto-Parilla und 1954 auf der Werks-Horex, mit der er hinter Walter Zeller (BMW) Deutscher
Vizemeister wurde.
1955 startete Georg Braun auf der Isle of Man und verunglückte schwer. Nach seiner Genesung
ging er nur noch zweimal an den Start. Als der Erfolg ausblieb, entschloss er sich, seine
Karriere zu beenden. Er widmete sich fortan seiner Reparaturwerkstatt und seiner Tankstelle in Hechingen.
Nach seinem Tod übernahmen seine beiden Söhne dieses Erbe.
fuhren 1934 und 1935 drei Siege am Feldberg heraus, zwei auf Horex und einen
auf Tornax mit Horex-Motor. Hinzu kommt noch ein zweiter Platz 1936 auf DKW hinter dem schweizer
Ehepaar Staerkle. 1934 konnten sie hinter Toni Babl Deutsche Berg-Vizemeister werden.
Auch auf anderen deutschen Rennstrecken waren Karl Braun und Beifahrer Erwin Badsching
erfolgreich. So konnten sie sich zwischen 1933 und 1937 auf folgenden Rennstrecken mit je zwei
Siege in die Analen einschreiben: Schauinsland bei Freiburg, Schleizer Dreieck, Solitude bei
Stuttgart und auf dem Hockenheimring.
Je einen Sieg feierten sie auf der Eilenriede bei Hannover, dem Marienberger Dreieck in Sachsen,
dem Nürburgring und bei Rund um Schotten.
Braun - Badsching wurden 1935 auf Horex erstmals Deutsche Seitenwagen-Straßenmeister in der
1000cm³-Klasse vor Schumann-Böhm (NSU) und Ehrlenbruch (Imperia) und ex aequo Paul Weyres-A.Plum/
Aachen/ Harley-Davidson, dann folgten zwei weitere Titel 1936, jetzt aber als DKW-Werksfahrer,
in der 600cm³-Klasse vor Bock-Vogt/Norton und Schumann-Höller/NSU und 1937, ebenfalls auf
DKW/600.
Durch den Sieg beim Grand Prix der Schweiz in Bremgarten bei Bern wurden sie 1937 auch noch
Europameister.
Dann aber...
Karl Braun verunglückte beim Schleizer Dreieckrennen am 22.8.1937 tödlich.
Erwin Badschnig blieb unverletzt. Das 600cm³-DKW-Seitenwagengespann war aus einer Kurve
herausgetragen worden. Braun stammte aus Karlsruhe. Am 19.9.1937 wurde auf dem Schottenring
der letzte Lauf zur Deutschen Meisterschaft ausgetragen und Hermann Böhm konnte mit einem Sieg
zu dem in der Meisterschaft führenden Karl Braun aufschließen. Man vergab den Titel posthum
an Braun-Badsching.
Angesichts der vielen tödlichen Seitenwagenunfälle (fünf sind mir bekannt) der beiden letzten
Jahre, wurden für 1938 alle SW-Rennen in Deutschland verboten. Auf manchen Rennstrecken wurde
der Rennbetrieb ganz eingestellt: Solitude, Schleiz und auch das Feldbergrennen.
Erst nach dem Krieg wurden SW-Rennen wieder erlaubt.
aus Frankfurt am Main konnte zweimal am Feldberg gewinnen. 1935 und 1936
war er in der Sportwagenklasse bis 1100cm³ ohne Kompressor erfolgreich. Nach dem Krieg setzte
er seine Karriere fort und wurde 1952 Deutscher Sportwagenmeister auf einem Glöckler-1-Porsche/1100.
gewann 1934 das Feldbergrennen und das Dreifaltigkeitsrennen bei
Spaichingen mit einem Amilcar in der Sportwagenklasse bis
1100 cm³. In der Deutschen Meisterschaft des Jahres 1939 wurde er Dritter hinter Helmut Polensky
und Huschke von Hanstein, alle auf BMW 328. 1940 war Willi Briem am Mannschaftssieg von BMW
bei der Mille Miglia in Brescia beteiligt.
ist 1899 in Kotulin geboren.
Er konnte das Feldbergrennen zweimal gewinnen. 1934 siegte er in der Sportwagenklasse bis 800cm³
auf MG und 1936 gewann er in seinem 2,3-Ltr.-Bugatti die Rennwagenklasse bis 3000cm³. Man kann
seine Siege nicht alle aufzählen, es sind zu viele. Außer den bereits genannten Marken fuhr er
auch NAG, Horch, Wanderer, BMW (1940 2. Platz bei der Mille Miglia), Borgward, Lloyd und Goliath.
Auch er fing als Motorradrennfahrer an, fuhr von 1924 bis 1927 für Victoria/Nürnberg. 1926
siegte er in der Rekordzeit von 165km/h beim Schauinsland-Flachrennen (500cm³), das er später auch auf vier
Rädern gewinnen konnte. Bis 1928 war er bei weiteren 42 Motorradrennen erfolgreich. Auch, wenn
er sich ab 1928 dem Autorennsport zuwandte, war seine Motorradkarriere
keineswegs beendet. Er stand bei Bergrennen manchmal an einem Tag in zwei Motorrad- und zwei
Autoklassen am Start und zwar erfolgreich; wer will die Siege zählen?
Für Borgward, Goliath und Lloyd fuhr er zwischen 1950 und 1955 100 Welt- und Klassenrekorde.
1953 wurde er beim 1000km-Rennen auf dem Nürburgring Klassensieger bis 1500cm³.
Adolf Brudes beendete seine Karriere auf Raten zwischen 1968 und 1976.
Er starb 1986 in Bremen im Alter von 87 Jahren. Mehr als 50 Jahre davon war er aktiver Motorsportler.
geboren am 21.3.1896 in Tillendorf, begann seine Karriere, wie viele andere,
als Motorradrennfahrer und konnte zwischen 1922 uns 1928 24 Siege einfahren.
Seine Erfolge beim Feldbergrennen erzielte er jedoch auf vier Rädern. Er war
1934 Doppelstarter und wurde in der Sportwagenklasse bis 800cm³ auf Austin Zweiter hinter
Adolf Brudes (MG) und siegte anschließend in der Sportwagenklasse bis 1500cm³ auf Bugatti.
Burggaller war Luftwaffen-Major. Am 2.2.1940 berührte seine Maschine bei einer Tiefflugübung
bei Immenstadt den Boden und zerbarst. Ernst Günther Burggaller starb bei dem Unglück.
wurde am 19.2.1898 in Dortmund geboren.
Ab 1922 war er bei Hanomag als Versuchs-Ingenieur an der Entwicklung des ersten deutschen
Kleinwagens beteiligt, 499cm³ und 10 PS, das Volk nannte das Auto "Kommissbrot".
Um die Ausdauer des Fahrzeugs zu beweisen nahm Butenuth an Langstreckenrennen teil und um die
Stritzigkeit des Autos zu demonstrieren, fuhr er Bergrennen - und gewann. So 1927 beim
Feldbergrennen im Taunus und beim Eröffnungsrennen des Nürburgring (Rennw. bis 750cm³).
Butenuth erhielt von Hanomag die Generalvertretung von Berlin und Brandenburg.
Während des Krieges stattete er Ford-LKWs mit Dampfmotoren aus und führte die Entwicklung dieser
Motoren nach dem Krieg für die Berliner Dampfmotoren Gesellschaft, die von 1946 bis 1952
bestand, weiter. Der Zweitakt-Dampfmotor lief mit Koks und Steinkohle. 1948 wurde Butenuth dann
auch zum Firmengründer. Seine Firma "Econom" stellte zum Teil mit Mitteln des Marshallplanes
preiswerte LKWs mit hoher Zugkraft her. Er musste das Werk aber schon 1954 schließen, weil er
mit den Großen der Branche nicht konkurrieren konnte.
Hellmuth Butenuth führte dann ein Ford-Autohaus in Berlin-Spandau. 1978 gehörte er zu den fünf
Personen, die in diesem Jahr mit der Ernst-Reuter-Plakette ausgezeichnet wurden.
Er starb am 20. Aug. 1990 in Berlin.
Der Australier belegte am Feldberg 1954 den 4. Platz auf einer 350er
Norton. Er wohnte damals im Salzgrund/Oberreifenberg. Zwischen 1954 und 1956 gewann Keith Campbell in Europa
20 internationale Rennen.
1956 erhielt er von Moto Guzzi einen Werksvertrag und wurde prompt 1957 nach Siegen bei den
WM-Läufen in Assen/Holland, Belgien und Ulster/Irland Weltmeister der 350cm³-Klasse. Er heiratete
im selben Jahr die Schwester von Geoffrey Dukes Ehefrau Pat Geraldine Reid.
1958 mußte er wieder auf Norton umsteigen, weil sich Moto Guzzi und Gilera vom
Motorsport zurückzogen. Keith Campbell, der am 2.10.1931 in Melbourne geboren wurde,
verunglückte am 13.7.1958 in Cadours/Frankreich tödlich. Seine Maschine war auf einer Ölspur
weggerutscht.
Ausführlicher bei http://www.eggersdorfer.info/campbell/campbell.htm
* 21.3.1889 in Frankfurt am Main, gewann 1924 die Gesamtwertung des Ettal-Bergpreises bei
Garmisch-Partenkirchen und beim Feldberg-Bergrennen im Taunus die Rennwagenklasse der
Privatfahrer, beides in einem Stoewer. Die Stoewer-Werke befanden sich bis 1945 in Stettin. Mit
dem Stoewer Typ D 2,6 Ltr. hatte er bereits im Jahr zuvor ein Bergrennen bei Oberbeerbach an der
Bergstraße gewonnen.
1926 war Willi Cleer am Großen Feldberg wiederum erfolgreich und siegte in der 12PS-Klasse auf
Alfa Romeo-RLSS. Im gleichen Jahr war er beim ersten Großen Preis von Deutschland, der auf der
Avus ausgetragen wurde und nur für Sportwagen ausgeschrieben war, am Start. Er
wurde mit dem Alfa Gesamt-Dritter und Zweiter in der 1,5-Ltr.-Klasse-P. Gesamt-Sieger war
damals Rudolf Caracciola.
1927 fuhr Willi Cleer einen 1,5-Ltr.-Bugatti, achtzylindrig, mit Kompressor und mit
obenliegender Nockenwelle. Mit diesem Fahrzeug startete er bei der Eröffnung des Nürburgrings
und wurde als Zweiter seiner Klasse Gesamt-Sechster. Am Neroberg in Wiesbaden holte er sich
einen weiteren Klassen-Sieg.
Willi Cleer zog sich am Ende der Saison 1927 vom aktiven Rennsport zurück.
geboren 1911, gewann 1952 auf NSU/125cm³ das Feldbergrennen.
Er war 1952 Deutscher Meister der 125cm³-Klasse, 1951 Vizemeister hinter H.P. Müller und 1953
Vizemeister hinter Werner Haas. Mit einem 3. Platz beim GP von Deutschland in Schotten 1953
erreichte den 9. WM-Platz.
Otto Daiker ist bereits 1968 gestorben.
war als Dipl. Ingenieur bei den Standard-Werken in Ludwigsburg angestellt.
Als Rennfahrer war er mit seinen Konstruktionen sehr erfolreich.
So gelang ihm 1927 auf seinen ´Standard`- Werksmaschinen (500- und 1000cm³)
ein Doppelsieg beim Feldbergrennen. Zwischen 1927 und 1930 siegte er unzählige Male, darunter
waren Erfolge in Schotten, Solitude(2X), Schleiz, Eilenriede. 1930 konnte er seine Karriere mit der
Deutschen Meisterschaft in der 350cm³-Klasse krönen.
Conrad Dürr wurde 1907 in Ludwigsburg geboren. Mit seinem Copiloten Heiner
Frey belegte er auf Standard-Jap-1000 1934 hinter Braun-Badsching auf Tornax mit
1000cm³-Horex-Motor den zweiten Platz beim Feldbergrennen im Taunus.
Im selben Jahr konnten die
beiden in der damals wichtigen Deutschen Bergmeisterschaft hinter Toni Babl (Douglas) und Karl
Braun, noch vor Joseph Möritz (Victoria) den dritten Platz belegen. Neben dem Feldbergrennen
zählten auch die Platzierungen am Kesselberg und im Schauinsland zu dieser Meisterschaft.
Dürr-Frey müssen also auch dort vordere Plätze belegt haben.
Auf der Internet-Seite www.standard-gutbrod.de findet man die Erfolgsliste des Conrad Dürr auf
deutschen Bergrennstrecken (Klausenberg, Ratisbona, Eisrennen Titisee und Gabelbach bei Ilmenau).
Schwiegersohn Hans Jürgen Schneider weiß aber auch von Siegen in der Schweiz: Solothurn, Lugano
und Basel. Das alles zwischen 1931 und 1934.
Dürr startete auch bei Solo-Rennen auf Moto-Guzzi/250 und Norton/500. Er starb 1999 fast 93-jährig.
Feldberg - Sieger 1952 vor Hillebrand - Barth, beide BMW.
Ebersberger war einmal Deutscher Vizemeister mit Strauß, der
später mit Schneider 2x Weltmeister werden konnte. Zwischen 1949 und 1952 feierten
Ebersberger.-.Strauß auf BMW u.a. Siege beim Schleizer Dreieckrennen (2X) und am Sachsenring.
geborene von Gans, wurde am 11.7. 1899 in Boulogne sur Mer geboren.
Sie war mit Adolkar Haubold Siegfried von Einsiedel in zweiter Ehe für ca. dreieinviertel Jahre
verheiratet. Nach der Scheidung behielt sie den Namen ihres Mannes.
Sie war später mit Huldreich Heusser liiert, daher auch das "Rennteam" Heusser/von Einsiedel.
Heusser fuhr meist in der Rennwagenklasse, sie den Sportwagen.
Nach Heussers Rennfahrer-Tod heiratete sie 1929 einen Briten und zog nach Südafrika. Diese und
die nächste Ehe hielten nicht sehr lange, aber in 5. Ehe heiratete sie 1947 den Engländer
Harold Rydon, dessen Name sie auch annahm. Mit ihm lebte sie als Mrs. Margot Rydon in Tansania.
Und nun ihre motorsportlichen Erfolge:
Mit Ernst Udet unternahm sie in den 20er Jahren spektakuläre Flüge, wandte sich aber dann dem
Autorennsport zu und war sehr erfolgreich. Zunächst mit dem Chiribiri, den auch ihr Bruder Jozsi fuhr.
1927 erzielte sie ihren größten Coups, als sie das Feldbergrennen in der Sportwagenklasse bis
5000cm³ im Steyr/4500 des Rennteams Heusser/von Einsiedel gewann. Im selben Jahr gehörte sie zu
den Erststartern am neuen Nürburgring. Sie wurde Dritte ihrer Klasse. Bei der Targa Florio auf
Sizilien konnte sie den 12. Rang belegen. Auch ihr Bruder Jozsi von Gans war Feldberg-Sieger. Er
gewann 1924 die Tourenwagenkl. 3 im Chiribiri.
Ende 1927 zog sich Steyr vom Motorsport zurück und das Team Heusser/von Einsiedel kaufte zwei
Bugattis: für ihn den 35B, für sie einen T37A.
Heusser und sein Beifahrer Otto Feldmann verunglückten 1928 in Ungarn mit dem Bugatti tödlich.
Es ist möglich, dass sich Gräfin Einsiedel (später Rydon) daraufhin vom Motorsport zurückzog.
Sie starb 1986 in Dänemark.
Es gab noch eine zweite Bugatti-Fahrerin mit Namen von Einsiedel:
Beide Damen fuhren einen Bugatti T37, wobei Margot ihren Wagen (37A) aus dem Rennstall von
Huldreich Heusser bekam, "Bea" fuhr einen normalen T37 ohne Kompressor.
Bea startete zunächst mit Autro Daimler, später mit dem Bugatti, bei Bergrennen in Deutschland,
der Tschechoslowakei und der Schweiz, nahm aber meines Wissens nicht an den Feldbergrennen teil.
Willi Faust - Karl Remmert
waren 1954 Zweite der Deutschen Meisterschaften hinter Noll - Cron
und Dritte am Feldbergring. Ihr großes Erfolgsjahr folgte 1955.
Faust - Remmert wurden sowohl Deutsche Meister, als auch Weltmeister
vor Noll - Cron und Schneider - Strauß, alle auf BMW. Außerdem gingen
drei Grand - Prix - Siege auf ihr Konto. Willi Faust war den anderen Gespannfahrern
nicht durch besseres Maschinenmaterial überlegen, sondern wegen seiner Fahrweise.
Er verstand es, mit starkem Kurvendrifting seine Konkurrenten abzuhängen.
Leider konnten sich Willi Faust und Karl Remmert ihrer Erfolge nicht lange
erfreuen.
Am 18. April 1956 erprobten sie ihre neue BMW auf dem Hockenheim -
Ring. Sie kamen von der Strecke ab und wurden in eine
Fahrbahnbegrenzung geschleudert. Karl Remmert, geb. 1925, war sofort tot.
Willi Faust wurde schwer verletzt und lag sechs Wochen in Koma. Er konnte nie mehr ein Rennen
bestreiten und wurde in Fulda Tankstellenbesitzer.
Willi Faust, geboren 1924 in Fulda, starb 1992.
Rudi Felgenheier
wurde am 23.12.1930 in Horchheim am Rhein geboren.
Das erste Rennen, das er mit der Ende 1949 erworbenen Fahrerlizenz
bestritt, gewann er bereits. Es war 1950 auf dem Nürburgring die
125er-Saugmotorenklasse, die damals noch von den Kompressormaschinen
getrennt gewertet wurde. Weitere Siege 1950 gelangen ihm auf der
Solitude - Rennstrecke und in Saarbrücken.
Seinen Sieg 1951 auf einer privaten DKW-125ccm auf dem Feldbergring,
der damals mit etwa 60 Kurven pro Runde schwersten Rennstrecke
Deutschlands, bedeutete, Werksvertrag von DKW ab 1952 und er gewann
sensationell den GP von Deutschland auf der Solitut-Rennstrecke in
der 250er-Klasse mit fast einer Minute Vorsprung vor dem Zweiten des
Rennens Hein Thorn-Prikker. Mit diesem Sieg erreichte er den
5. WM-Platz. Es sollte der einzige DKW-WM-Sieg bleiben. Im gleichen
Jahr 1952 siegte er auf dem Sachsenring vor Ewald Kluge.
Nach einem schweren Sturz im Training zur Tourist-Trophy auf der
Isle Of Man 1953 musste Rudi Felgenheier vorzeitig seine Karriere
beenden. Er betrieb dann eine Mechanische Werkstatt in Lahnstein.
Rudi Felgenheier starb am 20.10.2005. Er war in
seinen letzten Lebensmonaten blind.
Heiner Fleischmann,
geboren am 02.02.1914 in Amberg,
erhielt 1936 einen Werksvertrag von NSU und wurde in der 350cm³ - Klasse noch im selben Jahr
Deutscher Meister und wiederholte diesen Erfolg ein Jahr später. 1938 gelang ihm die Wiederholung
nicht, er wurde DM-Vize hinter Walfried Winkler auf DKW. Fleischmann wechselte 1939 zu DKW.
Mit zwei Grand - Prix - Siegen auf der 350er wurde er Europameister vor den Velocette - Fahrern
Mellors, G.B., Woods, Irl. und DKW-Fahrer Siegfried Wünsche, D..
Außerdem holte er sich im gleichen Jahr wieder die Deutsche Meisterschaft.
Sein Bruder Toni war bereits Anfang der 30er-Jahre NSU - Werksfahrer, auch er war sehr
erfolgreich. So belegte er zum Beispiel 1933 in Hockenheim den zweiten Platz hinter Bernd
Rosemeyer/NSU und vor Walfried Winkler/DKW und siegte auf NSU/1000cm³ im selben Jahr im
Schwarzwald beim Schauinsland-Bergrennen. Auch Bruder Heiner gewann hier 1936 auf NSU/350cm³.
1947 wurde Heiner Fleischmann auf einer 500er - NSU Deutscher Bergmeister und
1950, wie schon 3X vor dem Krieg, Deutscher Meister in der 350cm³ - Klasse.
Auch am Feldberg feierte er Erfolge. 1935: Zweiter über 350cm³ und Dritter über 500cm³, 1936
konnte er in den genannten Klassen auf NSU einen Doppelsieg landen.
1951 kam er mit der riesigen 500cm³ - NSU auf den dritten Rang beim Feldbergrennen
hinter Zeller und Meier, beide BMW.
Er beendete seine Laufbahn im gleichen Jahr, als NSU für die schweren
Klassen den Rückzug vom Motorsport bekannt gab.
Ines und Maurice Folville
Ines Folville, geb. Katharina Burkhart, *15.8.1885 in Frankfurt am Main, belegte mit ihrem Steiger
2,5 Ltr beim Feldbergrennen 1922 hinter Carl Iron/Adler/ den zweiten Platz in der Sportwagenklasse,
1926 war sie wieder Zweite, diesmal bei den Rennwagen bis 1100cm³ hinter Hans von Meister, beide
Amilcar. Ines Folville war wohl die erste Berufs-Rennfahrerin, unterhielt aber auch eine
"Steiger"-Vertretung in Frankfurt.
Ihr erster Ehemann Maurice Folville gewann 1925 die Klasse der Sportwagen bis 2 Ltr. auf Bignan.
Ines Folville hatte schon 1922 bei einem Berg-Turnier in Bad Nauhein einen Gesamtsieg
herausgefahren. Vier 24-Stunden-Rennen hat sie gewonnen, das letzte 1928 in Holland.
Nach ihrer Scheidung von Folville heiratete sie Hans Keil, behielt jedoch auch den Namen
Folville weiter im Doppelnamen. Ihren eigentlich schönen Vornamen "Katharina" hatte sie bereits
vor Jahren geändert und nannte sich "Ines". Das kann man nur verstehen, wenn man weiß, was die
Frankfurter aus dem Namen "Katharina" machen: meist in der Jugend "Kätsche" und später dann
"Kätha".
Ines Keil-Folville wurde 95 Jahre alt, sie starb am 25.8.1980 in Frankfurt am Main..
Richard Fuchs
Der Privatfahrer aus Ransbach gewann 1925 mit seinem Rabag-Bugatti/1500 Typ-13 das Bergrennen am
Feldberg/Ts. in seiner Klasse.
Horst Fügner
wurde am 11. 3. 1923 geboren. Der Chemnitzer gewann am Feldberg 1954 die 125cm³ - Klasse auf Ifa.
Er war dreimal DDR - Meister auf einer 125er MZ. Mit einem Sieg beim GP von Schweden 1958
gelang es ihm Vizemeltmeister zu werden. Er musste seine Karriere 1959 nach einem Sturz in Spa
Francochamps beenden.
Hermann Gablenz
war schon 1938 Dritter der Europameisterschaft und Deutscher
Vizebergmeister auf einer 250er - DKW. Auch ein Sieg am Nürburgring steht 1938 zu Buche.
Nach dem Weltkrieg gewann er 1947 die Deutsche Geländemeisterschaft, ebenfalls auf DKW - 250cm³.
1950 wurde Gablenz auf Moto - Parilla / 250cm³ Deutscher Straßen - Meister und 1951 Vizemeister.
Am Feldberg gewann er 1950 die Saugmotorenklasse mit der Moto - Parilla, 1951
schied er mit dieser Maschine an dritter Stelle liegend aus. Mit einer Horex/250cm³
kam er 1952 nicht ins Ziel.
Hermann Gablenz wurde am 27.7.1913 in Weingarten geboren. Auf der nahen Schauinsland-Strecke bei
Freiburg konnte er 1949 auf DKW/250 gewinnen. Er starb 2001 in Karlsruhe.
Jozsi von Gans
gewann auf Chiribiri 1924 die Tourenwagenwertung bis 1500cm³ auf der 8km
langen Feldberg - Rennstrecke. Chiribiri klingt zwar lustig, war aber ein ernstzunehmender
Automobil-Hersteller in Turin. Das Werk wurde 1910 von Antinio Chiribiri gegründet und mußte
1929 schließen. Tazio Nuvolari war Anfang der 20er Jahre erfolgreicher Chiribiri-Werksfahrer.
1926 konnte Jozsi im Chiribiri noch einmal Dritter der Rennwagenklasse bis 1500 cm³ werden.
Gotthilf Gehring
wurde am 7.1.1927 vermutlich in Ostelsheim geboren. Er war mit seiner
Moto Guzzi 1952 Zweiter auf dem Feldbergring und beim Großen Preis von Deutschland auf der
Solitude bei Stuttgart Fünfter.
Gotthilf Gehring verunglückte am 10.5.1953 mit seiner Moto Guzzi beim Maipokalrennen
in Hockenheim tödlich.
Arthur Geiss
wurde 1903 in Hockenheim geboren. Er fuhr ab 1923 Motorradrennen
auf verschiedenen Marken, jedoch ab 1925 nur noch auf DKW. Auf seiner Erfolgsliste
stehen 10 Grand-Prix-Siege. Unter anderem siegte er in Assen/Holland,
in Ungarn, in Italien beim Preis der Nationen und 2X beim GP von Deutschland. Er gewann
7X das Schauinsland-Bergrennen. Und nicht zu vergessen, Arthur Geiss war 1925 auf
DKW/175 und 1935 auf DKW/250 auch zweimal beim Feldbergrennen erfolgreich.
In den Jahren 1926 bis 1935 war er 6X Deutscher Meister, 1X Vize-EM (1927 175cm³),
1X EM-Dritter (1934 250cm³) und 1935 folgte dann der Sieg in der Europameisterschaft
der 250er-Klasse. Der Vorkriegs-Europameister-Titel ist mit dem heutigen
nicht zu vergleichen, denn damals gab es noch keine Weltmeisterschaften und somit
entspricht der damalige Titel dem WM-Titel von heute. Erfolgreiche Weltrekordversuche
1933 auf, wie könnte es anders sein, der 250er-DKW runden die Erfolgsbilanz ab.
Auf dem Weg zu einer Siegerehrung 1936 stürzte er mit seiner Maschine so schwer, dass
er 15 Monate im Krankenhaus zubringen musste. Der linke Arm war hinterher nicht mehr
voll beweglich. Arthur Geiss musste seine Karriere beenden. Er
betreute jetzt den Rennfahrer-Nachwuchs von DKW.
Auch nach 1945 blieb er DKW treu, er betrieb ein Geschäft und eine Reparaturwerkstatt in
Zaisersweiher.
Arthur Geiss starb 1982.
Seine Enkelin, die Kunstmalerin Rita Sinnl, erinnert an ihn mit den Internetseiten
www.arthur geiss.de
E. Gerlach
aus Weil im Dorf, heute ein Ortsteil von Stuttgart, siegte 1927 am Feldberg
in der Klasse bis 250cm³ auf Standard. Er gewann 1927/28 auch das
Schleizer Dreieckrennen, das Bergrennen am Oberjoch und beim Eilenriede-Rennen bei Hannover.
Erna, Helm, Otto, Walter, Wilhelm Glöckler
Als Walter Glöckler (*1909) am 2. Oktober 1950 am Feldberg in einem
VW-Eigenbau die Sportwagenklasse bis 1100cm³ gewann, war er bereits Deutscher Meister in dieser
Kategorie. 1951 wurde er auf Porsche Deutscher Sportwagenmeister in der 1500cm³-Klasse.
Bereits 1936 hatte Walter Glöckler auf Hanomag/1500 ein Bergrennen von der Hohe Mark zum
Feldberg gewinnen können.
Auch sein Vetter Helm Glöckler (*1909), der 1949 und 1952 Deutscher Rennsportmeister und 1955
zusammen mit Wolfgang Seidel auf Porsche-Spyder Mille Miglia-Sieger war, startete beim
Feldbergrennen, kam aber nicht ins Ziel.
Erna Glöckler gewann 1931 in einem Dixi-BMW die 10000-km-Fahrt durch Europa. Ihr Bruder Helm fuhr
als Begleiter mit. Am Feldberg belegte sie 1927 einen 2. Platz in der Klasse bis 1500 cm³ in
einem NSU-Tourenwagen.
Sie starb 24-jährig durch einen Unfall im Haushalt.
Walter starb 1988 79-jährig und Helm Glöckler 1993 im Alter von 84 Jahren.
Bereits in den 20er-Jahren konnten zwei weitere Angehörige der Glöckler-Familie bei
Motorradrennen Siege erringen: 1921 und 1925 gewann Otto Glöckler/Frankfurt auf Norton/1000 bzw.
750 am Feldberg und 1923 das Solitude-Rennen auf NSU/1000cm³. 1926 war Wilhelm Glöckler auf
Norton/600cm³ am Feldberg siegreich.
Er war außerdem 1921 auf vier Rädern beim Feldbergrennen in der 9PS-Klasse in einem NSU
erfolgreich.
Fritz Gömöri,
Privatfahrer aus Frankfurt/Main, gewann 1926 in einem Steiger die 3 Ltr.- Klasse des
Feldbergrennens. Beim Eifelrennen des Jahres 1928 wurde er Zweiter in dieser Kategorie.
Bevor er auf vier Räder umstieg, war Fritz Gömöri 1924 Deutscher Meister im Zweierbob:
Wetzel/Fritz Gömöri (BC Taunus).
Paul von Guilleaume
gewann am 3.10.1926 das Feldbergrennen der Klasse bis 2000cm³ auf Steyr. Am
15.8. des gleichen Jahres hatte er bereits das Rennen an der Hohen Eule bei Breslau und ein
Bergrennen im Siebertal jeweils in der Klasse 12St.-PS = 3144cm³ gewonnen. Im Jahr zuvor war von
Guilleaume beim Harzer Bergrennen erfolgreich, auch hier auf Steyr.
1927 siegte der Graf beim Buckower Dreiecksrennen in der Rennwagenklasse bis 3Ltr auf Steyr.
Zehn Jahre
später wurde er in Le Mans gemeinsam mit Otto Löhr Gesamt-Neunter und Zweiter seiner Klasse mit
der neuen Adler Trumpf Rennlimousine und 1938 Gesamt-Siebter und Sieger seiner Klasse.
Nach dem Krieg war Paul von Guilleaume einige Jahre ADAC-Sportpräsident.
Werner Haas,
geboren 1927 in Augsburg,
begann seine Rennfahrer-Laufbahn auf selbstgebastelten Maschinen als Grasbahn- und Geländefahrer.
Gleichzeitig erhielt er eine Ausbildung als KFZ-Mechaniker bei der Post.
Nach dem Krieg hatte er eine Anstellung bei den US-Streitkräften.
Er setzte seine Karriere mit einer NSU 500SS Bullus fort. Er fiel
dem Ardie-Händler Sepp Wiedemann auf, der ihn förderte und ihm einen
Vertrag als Versuchsfahrer bei Ardie in Nürnberg verschaffte.
1952 aber erschien er mit einer Puch-Eigenbau
auf dem 60-Kurven-Kurs (pro Runde), dem Feldbergring, und beendete das Rennen als
Vierter und bester Privatfahrer hinter den drei NSU-Werksfahrern
Otto Daiker, Wilhelm Hofmann und Hubert Luttenberger und vor Walter
Reichert (Puch). Er fiel den NSU-Chefs auf und erhielt beim Solitude-Rennen seine große Chance,
weil Colombo und Wilhelm Hofmann im Training gestürzt waren.
Sein erstes Rennen als Werkfahrer beendete Werner Haas mit dem
erstem Sieg. Und das nicht bei irgend einem Rennen, sondern beim
Großen Preis von Deutschland in der 125cm³-Klasse vor dem neunfachen Weltmeister Carlo Ubbiali,
FB-Mondial und Cecil Sandford auf MV Agusta.
1953 gewann Haas auf dem Feldbergring die 125cm³-Klasse vor Walter
Reichert, beide Rennfox. Er wurde im gleichen Jahr Deutscher Meister
und Weltmeister in den Klassen 125 und 250cm³ auf NSU-Rennfox und
NSU-Rennmax.
Dafür wählte ihn die Deutsche Sportpresse zum Sportler des Jahres 1953.
Auch 1954 wurde er wieder in beiden Klassen Deutscher Meister,
Vize-WM der 125ccm-Klasse (hinter Rupert Hollaus, Österreich) und Weltmeister bei den 250ern.
1954 war auch das Jahr seines Tourist Trophy-Sieges. Insgesamt gewann er 11
Weltmeisterschaftsläufe.
Nach dem tödlichen Sturz von Hollaus im Training in Monza zog sich
NSU 1955 vom Motorsport zurück. Werner Haas beendete deshalb seine
Karriere und fuhr 1955 und 1956 nur noch zusammen mit seinem Bruder Otto
einige Gelände-Rennen. Auch an einigen Rallyes beteiligte er noch mit seinem
aus zwei Unfallwagen zusammengebauten 300erSL.
Beruflich betrieb Werner Haas eine DEA-Großtankstelle.
Er erwarb die Privatpiloten-Lizenz und stürzte am 13. November 1956
nach Wartungsarbeiten an einer ´Jodel` nach einer Flugplatzrunde aus 50m Höhe auf den Flugplatz
Neuburg an der Donau.
Er war sofort tot.
Helmut Hallmeier
(1933 - 1976) lag 1954 auf seiner Adler/250cm³ in der vorletzten Runde des Feldbergrennens
an dritter Stelle, schied aber dann leider aus. Dennoch war das Jahr 1954 eines der
erfolgreichsten in seiner Karriere, denn er belegte mit der Adler beim Großen Preis von
Deutschland auf der Solitude hinter Haas und Hollaus (beide NSU) den dritten Platz, vor Wheeler/Irl.
auf Moto Guzzi und Walter Reichert auf NSU. Durch diesen Erfolg kam er auf den 9. Platz in der
WM-Wertung.
Im selben Jahr gewann er das Dieburger Dreieck-Rennen und in Zandvoort (vor Bartos, CSR/CZ und
Walter Reichert, NSU).
Am Sachsenring siegte Hallmeier zweimal: 1955 auf Adler/250 und 1957 auf NSU/305
(aufgebohrte 250er).
Ja, 1957 war sicherlich das Jahr seiner größten Erfolge. Beim Großen Preis von Deutschland
belegte er mit seiner aufgebohrten NSU/305 den dritten Platz hinter Liberati/Gilera und
Hartl/Norton. Das reichte ihm, wie schon 1954, zum 9. WM-Gesamt-Rang.
Er gewann in Tubbergen, auf der Nordschleife des Nürburgrings, in Halle (auch 1958) und wurde
Deutscher Meister der 350er-Klasse.
1958 beendete Hallmeier seine Karriere und eröffnete nicht, wie viele seiner Rennfahrer-Kollegen,
eine Werkstatt, sondern ein Café, in Nürnberg.
Helmut Hallmeier starb 1976. Er wurde nur 43 Jahre alt.
Walter Hamelehle
wurde am 21.10.1912 in Stuttgart geboren. Schon, weil er am selben Tag wie mein verstorbener
Bruder Geburtstag hatte, muss ich ihn hier erwähnen.
Beim Feldbergrennen 1936 wurde Hamelehle Vierter in der 350er-Klasse. Es gewann Heiner
Fleischmann auf der Werks-NSU. Auf seiner privaten Norton/350cm³ konnte Walter Hamelehle im
gleichen Jahr hinter Fleischmann Deutscher Vizemeister werden. Und so wurde DKW auf ihn
aufmerksam und er erhielt für 1937 einen Werksvertrag. Er war nun Mitglied einer sehr starken
Mannschaft. Das Team bestand aus Walfried Winkler, Siegfried Wünsche, Bernhard Petruschke, und
ihm selbst. 1939 kam noch Heiner Fleischmann hinzu.
1938 stürzte Hamelehle am Sachsenring, 1939 gewann er dort den Großen Preis von Deutschland auf
DKW/350cm³ vor den Velocette-Piloten Ernie Thomas und Franz-Josef Binder.
Es war ein Lauf zur Europameisterschaft und blieb sein größter Erfolg, denn nur wenige Wochen
später brach der Zweite Weltkrieg aus und beendete seine Karriere.
Nach dem Krieg eröffnete er in Metzingen eine Tankstelle und er reparierte Autos und Motorräder.
Walter Hahmelehle starb am 11.8.1946 33-jährig an einem Krebsleiden.
(Mehr über ihn finden Sie bei: Eggersdorfer s.u.).
Huschke von Hanstein
ist am 3. Januar 1911 in Halle geboren.
1940: Siegte SS-Mitglied Huschke von Hanstein gemeinsam mit Walter Bäumer beim Ersatzrennen der Mille Miglia auf BMW 328.
1950: Zweiter Platz beim Feldbergrennen der Formel 3-Rennwagen in einem Monopolette/500cm³ hinter
Gottfried Vollmer auf Atlas.
1950: Dritter Rang auf VW beim Feldbergrennen in der Klasse der Sportwagen bis 1100cm³ hinter
Walter Glöckler/VW-Eigenbau und Gustav Hennig/AFM.
1956: Sieg bei der Targa Florio mit Porsche 550 Spyder.
1960: Europa-Bergmeister in der GT-Kategorie auf Porsche.
Nach Beendigung seiner Rennfahrerkarriere wurde er Vizepräsident der Automobilsportkommission.
Huschke von Hanstein starb am 5. März 1996 in Stuttgart.
Rudolf Hasse,
geboren 1906 in Mittweida, ist 1942 in einem Lazarett in Rußland an der Ruhr gestorben.
Der größte Erfolg seiner Rennfahrerkarriere war sein GP-Sieg in Belgien 1937 auf Auto Union.
Er hatte zunächst als Motorradrennfahrer begonnen (Sieg 1927 beim Badberg-Viereck-Rennen auf
Wanderer/750), wechselte 1929 zu den Automobilen. Seinen
Feldbergrennsieg feierte er 1935 in einem Adler-Sportwagen/2000cm³.
Xaver Heiß
aus Augsburg brachte seine 350er Velocette viermal an den Start des
Feldbergrennen, aber wegen der starken internationalen Besetzung der Rennen kam dabei nur ein
einziger achter Platz heraus. Besser waren seine Platzierungen in der 125er-Klasse, da gelegte
er 1953 auf Puch den 6. und 1954 auf MV-Agusta den 5. Rang.
Mit seinem Sieg auf dem Sachsenring wurde Xaver Heiß 1954 auf der Velocette Vieter der Deutschen
Meisterschaft. Nun verschwand er für zwei Jahre aus den Ergebnislisten, um dann 1957 mit einer NSU -
Sportmax/250 und einem Sieg in Mettet/Belgien wieder auf sich aufmerksam zu machen. 1958 belegte
er beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring den 5. Platz, das brachte ihm den 16. Rang
in der WM ein. 1959 gelang Xaver Heiß ein Sieg in Zolder/Belgien.
Wilhelm Herz
wurde am 18.1.1912 in Lampertheim geboren. Seine Karriere begann er 1932 auf
einer 500er DKW. 1937 wurde er in das Werksteam aufgenommen. Aber bereits 1938 zog sich DKW aus
der "großen" Klasse zurück. Herz kaufte zwei Maschinen und mit der 500er DKW konnte er im gleichen
Jahr "Bester Privatfahrer" werden.
1939 wechselte er zu NSU. Der Krieg zerschlug weitere Pläne.
Jedoch schon 1948 war er wieder im Sattel und wurde Deutscher Straßenmeister in der 350er-Klasse
auf NSU. 1951 stellte Wilhelm Herz
auf der Autobahn München - Ingolstadt und 1956 in Bonneville/Utah zahlreiche Weltrekorde für
NSU auf. Er fuhr als erster Motorradrennfahrer schneller als 300km/h.
Wilhelm Herz war nach seiner Motorsport-Karriere 38 lang Jahre Geschäftsführer des Hockenheimrings.
Theodor Heuss verlieh ihm das Silberne Lorbeerblatt und Gustav Heinemann das Bundesverdienstkreuz.
Am Feldberg im Taunus war Herz weniger erfolgreich. 1934 war er mit einer privaten NSU/500 am Start,
möglicherweise auch in den Jahren 1935 und 1936, jedoch vordere Platzierungen blieben aus.
Wilhelm Herz starb am 5.1.1998.
Huldreich Heusser
wurde am 1.11.1889 in der Schweiz geboren. Er besaß in Klein-Schmalkalden eine
Elektrogeräte-Fabrik.
Er war zwischen 1924 und 1928 einer der besten Bergfahrer. So gewann er in diesen vier Jahren
4X das Gabelbergrennen, Je 3X das Naumburgrennen bei Leipzig und das Feldbergrennen im Taunus
(1925/26/27), Winterberg bei Bad Wildungen,2X am Fichtelberg bei Chemnitz, Krähberg im Odenwald
und je 1X die Bergrennen in oder bei Prag, Kückendorf, Hohnstein bei Dresden, Mansfeld,
Hainberg bei Göttingen, Ettersberg bei Weimar, das Schauinsland-Bergrennen im
Schwarzwald und an der Hohen Wurzel bei Wiesbaden. Es handelt sich bei dieser Aufzählung seiner
Erfolge um Gesamtsiege. Hinzu kommen natürlich noch unzählige Klassensiege.
Huldreich Heusser war mindestens 1X Deutscher Bergmeister.
.
Bis 1927 fuhr er den Steyr 4,5 Ltr. Mit diesem Fahrzeug belegte er beim
Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring hinter August Momberger, Bugatti T35B, den 2. Platz.
Dann zog sich Steyr vom Rennsport zurück und Heusser erwarb einen Bugatti/35B. Mit diesem Wagen
lieferte er sich in der Saison 1928 spannende Kämpfe mit Caracciola (Merc.).
Beim Buckower Dreiecksrennen am 20.8.1928 verunglückten Huldreich Heusser und sein Beifahrer
Otto Feldmann tödlich. Feldmann war sofort tot, Heusser starb am nächsten Tag im Krankenhaus
Müncheberg.
Hans Hieronymus,
geboren am 18.12.1902 in Nürnberg, war in allen Sparten des Motorradsports
zu Hause. Er fuhr Bahn- und Straßenrennen, war im Gelände erfolgreich, aber was er 1926 beim
Feldberg-Bergrennen schaffte, dass zeigt seine ganze Klasse. Mit seiner 250er-Ermag siegte er
nicht nur in seiner Kategorie, sondern er war auch schneller als alle 128 Starter, auch
schneller als Fritz Kleemann mit seiner 1000cm³-Horex. In diesem seinem wohl erfolgreichsten
Karriere-Jahr 1926 erzielte er auf der Ermag noch weitere zahlreiche Siege.
Nach seiner Lehrzeit bei Zündapp in Nürnberg war er bald der erfolgreichste Fahrer dieser
Marke auf der Bahn und im Gelände. Aber sein größter Erfolg im Jahr 1923 war sein Avus-Sieg. 1924
wechselte er zu Hecker/Nürnberg, denn dort hatte man ihm einen Werksvertrag angeboten.
Schon ein Jahr später sattelte er wieder um, er ging als Werksfahrer zu Ermag nach Erlangen. Dass
dies kein Fehler war, bewies er beim Feldbergrennen 1926. Aber das haben Sie ja bereits weiter
oben lesen können. 1927 musste Hieronymus erneut die Marke wechseln. Ermag war in wirtschaftliche
Schwierigkeiten geraten. Die zwangen ihn, zu Zündapp zurückzukehren. Dort wurden aber keine
Spezial-Rennmaschinen gebaut. Aber im Gelände war die Zündapp sehr erfolgreich. Für die Bahn-
und Bergrennen setzte Hieronymus einen englischen JAP-Motor ein. Von seinen vielen Erfolgen
möchte ich nur noch die Siegesserie in der Tschechoslowakei zwischen 1927 und 1936 hervorheben.
Dort gewann er die ´Große Tourenfahrt` zehnmal hintereinander.
Leider beendete Ende 1936 auch bei ihm ein Sturz bei einer Probefahrt die Karriere. Er lag über
zwei Wochen bewußtlos im Krankenhaus.
Hans Hieronymus konnte sich aber nach seiner Genesung eine Existenz in Witten/Ruhr aufbauen.
Friedrich Hillebrand,
geboren 22.11.1917 in Weisbach / Zell am See,
lebte aber, wie Heiner Fleischmann, in Amberg. Vor dem Krieg war er
Sandbahnfahrer. Nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1947
fuhr er 1948 auf einer Victoria sein erstes Straßenrennen als Ausweisfahrer,
und erhielt 1949 die Fahrerlizenz. 1951 war das Jahr seiner ersten Erfolge und des ersten
Desasters. So konnte er in Halle an der Saale auf BMW das Rennen der 750cm³-SW-Klasse gewinnen.
Der Mann in seinem Seitenwagen war Kurt Prätorius aus Röthenbach. Am 15.7.1951 verunglückten die
beiden Motorsportler beim DM-Lauf in Schotten. Kurt Prätorius überlebte den Sturz nicht.
1952 und 1954 belegte er zweite Plätze am Feldberg und wurde mit Georg Barth
hinter Sepp Müller / Hermann Huber Zweiter der Deutschen Meisterschaft der Seitenwagen bis 750ccm und
ein Jahr später dann Deutscher Meister dieser Klasse.
Ab 1953 fuhr er mit Grunewald und errang in der Folgezeit 2 TT-Siege.
1956 wurde er hinter Noll / Cron Vize-Weltmeister und nach deren
Rücktritt 1957 Weltmeister.
Das Jahr seines größten Erfolgs war auch das Jahr seines größten
Unglücks. Am 24. August 1957 verunglückte er beim Training des
Großen Preises von Bilbao tödlich. Sein Beifahrer Grunewald
überlebte schwer verletzt.
Ernst Hiller
*19.11.1928 in Gütersloh.
Als er 1954 am Feldberg aufkreuzte und mit seiner 350er AJS Elfter wurde, ahnte keiner der
Zuschauer, dass aus ihm einmal ein ganz Großer würde.
Aber nur er (zwischen 1957 und 1973 auf BMW/RS und Kawasaki) und Georg Meier (zwischen 1938 und 1953 auf BMW) gewannen
je 6 DM-Titel in der Klasse bis 500cm³. Beide hatten zwischendurch 7 Jahre Rennpause.
1960 und 1971 war Ernst Hiller Deutscher Vizemeister. 1958 belegte er Platz 7 in der
Weltmeisterschaft. 1973 war sein Sohn Reinhard WM-14ter und er selbst 19ter.
Ich bin froh, dass ich 1973 beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim dabei war, als Vater
und Sohn Hiller die Plätze drei und sechs belegten. Das dürfte in der Geschichte des Rennsports
ein einmaliges Ereignis gewesen sein. Beide fuhren eine ´König`. Dieses Motorrad wurde von einer
Berliner Firma, die eigentlich Außenbordmotoren herstellte, gebaut. Sieger des Rennens war damals
Phil Read/GB auf MV-Agusta vor Werner Giger/Schz. auf Yamaha.
Ernst Hiller starb am 27.2.2008.
(Mehr über ihn finden Sie auf http://www.eggersdorfer.info/hiller/ernst_hiller.htm).
August, "Gustl", Hobl,
wurde am 13.4.1931 in Frankfurt am Main geboren.
Ab 1952 war Hobl Lizenzfahrer und erschien 1953 erstmals mit der
DKW - Werksmannschaft am Feldberg. Er belegte den dritten Platz in
der 250er - Klasse. Es folgte 1954 sein Sieg auf der 350er-DKW vor den Norton-Fahrern
Maurie Quincey und Jack Ahearn.
1955 wurde er mit der 350er - DKW WM - Dritter, 1956 Deutscher Meister der Klassen bis
125 und 350cm³ und außerdem Vizeweltmeister in der 350cm³-Klasse. 4X war er GP - Zweiter, 3X Dritter.
Karl Hofmann,
aus Frankfurt/Main schied 1951 mit seiner Puch auf dem Feldbergring in
Führung liegend aus. Er war auf anderen Rennstrecken erfolgreicher, z.B. auf dem Nürburgring.
Dort gewann er zwischen 1951 und 1954 3x auf Puch/125 und DKW/350 (1954 vor seinen Markenkollegen Hobl
und Bodmer). Auf dem Sachsenring war er 2x erfolgeich (1951/Puch/125, 1956/DKW/125). Auch auf
der Eilenriede bei Hannover und im Schauinsland siegte er 1953 auf DKW/350.
1956 war Karl Hofmann auf Werks-DKW in den Klassen 125 und 350cm³ jeweils DM-Zweiter hinter
August Hobl, vor Erhard Krumbholz Ifa/125 bzw. Hans Bartl DKW/350. Erwähnenswert ist dabei sein
350er-Sieg in Nürnberg auf dem Norisring vor Hobl. Im selben Jahr war er WM-Achter
auf DKW/125 und WM-Zehnter auf DKW/350cm³.
Karl Hofmann, der 1927 in Frankfurt geboren wurde, starb 1978.
Wilhelm Hofmann,
wurde 1952 beim Feldbergrennen Zweiter hinter Daiker auf einer NSU 125cm³.
Im gleichen Jahr gewann er das Avus-Rennen auf NSU/250cm³.
Ernst Hoske,
*1921, war als Gelände- und als Straßenfahrer erfolgreich. Sein größter
Erfolg war sein Sieg 1950 beim Feldbergrennen auf BMW/500.
Nach seiner Rennfahrerkarriere wurde er als Hersteller von BMW-Tanks,
Sitzen und Auspuffanlagen bekannt.
Ernst Hoske starb 1976.
Rupert Hollaus, Österreich,
wurde am 4.9.1931 in Traisen, Niederösterreich, geboren. Er gewann 1954
mit 5 GP - Siegen die Weltmeisterschaft in der 125cm³-Klasse.
NSU war 1953 auf ihn aufmerksam geworden, als er auf dem
Feldbergring auf einer Mondial hinter den NSU - Werksfahrern Haas
und Reichert Dritter wurde.
Rupert Hollaus verunglückte am 11.9.1954 beim Training in Monza tödlich.
Thomas Karny hat ein Buch über ihn geschrieben: Rupert Hollaus -
Weltmeister für 1000 Stunden.
G. Huth
Fuhr meines Wissens stets die Tourenwagen des Presto-Werks/Chemnitz, das 1895
von Georg Günther zunächst als Fahrrad-Werk gegründet wurde.
Er konnte mit dem Presto/2350cm³/Typ D 1922 die ADAC-Reichsfahrt am Schmiedeberg-Pass/Erzgebirge
gewinnen und 1923 bei der Sachsenfahrt in Lückendorf/Sudetenland Gesamtsieger werden. 1924
startete Huth am Feldberg/Ts. und gewann in seiner Klasse Tourenwagen bis 3000cm³ den
Siegespokal.
Kurt Illmann
gehört zu der erlauchten Gruppe der Feldbergrennsieger. 1935 gewann er auf
BMW die Sportwagenklasse bis 1500cm³. Auf der AVUS in Berlin war er 1938 siegreich, ebenfalls
auf BMW.
Carl Iron
war Ingenieur bei Adler in Frankfurt. Er hat natürlich alle seine Erfolge
auf dieser Marke erzielt. Am Feldberg/Ts. waren es gleich drei Siege bei den Bergrennen: 1920
Gesamtsieg mit dem Adler 12S-PS/2820cm³/50PS, 1922 und 1924 gewann er die Tourenwagen-Klasse bis
4500cm³.
1921 ist auch ein Sieg von ihm am Krähberg im Odenwald bekannt.
Carl Jörns
wurde 1875 in Ludwigshafen geboren. Er war zunächst Radsportler. Zu seinen
Konkurrenten zählten die Opel-Brüder. Als die Firma Opel 1899 mit der Autoproduktion begann,
ließ sich Jörns dort als Einfahrmeister und Fahrlehrer anstellen.
Sein erstes Autorennen fuhr er auf der Pferde-Rennbahn in Frankfurt 1903. Ein Jahr später folgte
der erste Sieg. 1907 wurde Carl Jörns Dritter beim Kaiserpreis-Rennen und sorgte dafür,
dass Opel ´Hoflieferant` wurde. 1914 baute Opel ein Monster, mit 12300 cm³ Hubraum und 260 PS.
Jörns erreichte damit 250 km/h.
Am 22.10.1922 gewann Carl Jörns auf Opel die Gesamtwertung des Feldbergrennens und 1925 konnte
er auf Opel mit 2620cm³ die Wertung der Werksfahrer für sich entscheiden, der Sieger der Wertung
der Privatfahrer Huldreich Heusser war auf Steyr/2620cm³ jedoch schneller als er.
Auch bei Bergrennen in der Rhön, an der
Hohen Wurzel, am Krähberg im Odenwald, dem Wartberg bei Heilbronn und in Bad Kissingen war er
in den 20er-Jahren erfolreich.
Mit einem Sieg beim Herkules-Bergrennen in Kassel beendete er 1926 im Alter von 51 Jahren
seine Laufbahn.
Nach 1945 kümmerte er sich um die Erhaltung der historischen Opel-Wagen.
Carl Jörns starb 1969 in Rüsselsheim.
Hans Kahrmann - Heinrich Eder (und Hans Witzel+)
Hans Kahrmann gewann mit einer Hercules 1932 die Deutsche Meisterschaft in
der 250cm³-Klasse.
1934 wurde er zusammen mit Hans Witzel auf Imperia/600 Deutscher SW-Bergmeister vor Hans
Schumann-Hermann Böhm (NSU). Dennoch nahm die Saison ein schlimmes Ende. Er hatte am 9.
September mit seiner Seitenwagenmaschine auf der Strecke Hohe Mark - Sandplacken, kurz nach der
"Großen Kurve", einen schweren Unfall. Beifahrer Hans Witzel war sofort tot.
1936 und 1937 war er auf DKW mit Heinrich Eder im Boot Deutscher Seitenwagenmeister
in der großen Klasse bis 1000cm³. 1937 belegten deutsche Gespanne die drei ersten Plätze
in der Europameisterschaft. Hans Schumann - Julius Beer vor Hans Kahrmann - Heinrich Eder (NSU)
und Paul Weyres - Barths (Harley-Davidson). Hervorheben lassen sich noch zwei Siege Kahrmanns
im Schauinsland/Schwarzwald, auch hier mit Heinrich Eder im Boot.
Karl "Charlie" Kappler
wurde am 21. Aug. 1891 in Gernsbach/Baden geboren. Er war einer der erfolgreichsten
Bergfahrer der 20er Jahre. Ich kann seine Siege nicht alle aufzählen, wie ich das bei
anderen Fahrern mache. Das würde meine Absicht, es bei Kurzbiographien zu belassen,
sprengen. Deshalb operiere ich bei Kappler einfach mit Zahlen.
Zwischen 1922 und 1928 erzielte er vierzehn Gesamtsiege bei Bergrennen. Die
Klassensiege sind nicht zu zählen. Und doch, einen will ich nennen: Karl Kappler gewann 1927
in einem Simson-Supra/2000 die Sportwagenklasse des Feldbergrennens im Taunus. Bereit 1925 war
er hier Zweiter hinter Maurice Folville aus Frankfurt/M./Bignan geworden.
Die Bergrennen bestritt er zunächst auf Benz, dann mit seinem Mercedes, die meisten Erfolge
brachten ihm jedoch Simson-Supra und Bugatti T35C. Insgesamt stehen 278 Siege auf seinem Konto.
Das dürfte einmalig sein.
Kappler zog sich 1936 vom aktiven Motorsport zurück. Er konnte sich jetzt verstärkt seinem
Reifen- Groß- und Einzelhandel widmen, aber auch seinem Hobby, der Foxterrier-Zucht.
Karl Kappler starb am 30. Nov. 1962 in Gernsbach-Scheuern.
Martin Walter hat ein Buch über das aufregende Leben des Karl Kappler geschrieben: "Im Donner
der Motoren >> Karl Kappler".
Philipp Karrer
aus Frankfurt war einer der Erfolgreichsten bei den Feldbergrennen. Auf seinem
Konto stehen vier Siege in den 20er-Jahren. 1924 und 1925 gewann er auf einer 250cm³-Horex und
1926 auf einer 750er der gleichen Marke. Außerdem konnte er im selben Jahr noch einen Pokal für
den Sieg in einem Opel-Kleinwagenklasse mit nach Hause nehmen.
Lore Keller (später Lore Stößer)
gewann den Feldberg - Bergpreis 1927
und besiegte alle ihre männlichen Kollegen in der Seitenwagen - Klasse bis 600 cm³ auf einer
belgischen FN. Zweiter wurde A. Munk aus Offenbach auf BMW vor Franz Bücker/ Oberursel auf
Bücker, Vierter W. Schmidt/Frankfurt auf Horex. Zudem war Lore Keller wesentlich schneller als
der Sieger der 1000 cm³ - SW - Klasse.
Sie heiratete später ihren Rennfahrer-Kollegen Alois Stößer, der 1927 mit der 500er FN Zweiter
hinter Arthur Dom wurde.
Dr. Ullrich Kerwer
aus Bonn war Privatfahrer. In einem Opel gewann er am Feldberg 1925 und 1926
die Sportwagen-Kategorie bis 1100cm³. 1926 war er sogar Doppelsieger, denn auch in der Rennwagen-
Klasse bis 1100cm³ durchfuhr er die Strecke Hohe Mark - Sandplacken als Schnellster.
Auch beim Eifelrennen gewann er 1925 die 1100cm³-Tourenwagenklasse und 1926 war er bei den
Rennwagen bis 1100cm³ am schnellsten.
Georg Kimpel
war Feuerwehr-Hauptmann im BASF-Werk/Ludwigshafen. Bei dem Oppauer
Explosionsunglück von 1921 erwies sich Kimpel Held. Er sperrte unter Lebensgefahr eine Gasleitung
ab und verhinderte damit noch grösseren Schaden.
Georg Kimpel fuhr seit 1925
Autorennen, zunächst auf Simson-Supra, dann auf Mercedes 10/40/65. Es folgten Starts in einem
Bugatti T39. Bei seinem ersten Start
am Feldberg im Taunus 1926 wurde er in einem Bugatti T35 gleich Gesamtsieger. Die Rennen wurden
am 3. Oktober ausgetragen. Ein Jahr später gewann er die große Sportwagenklasse bis 5000cm³ auf Mercedes S
und wiederholte den Gesamtsieg auf dem Bugatti T35-Rennwagen/2000cm³. Auch 1927 waren die
Rennen erst am 16. Oktober, ein Wagnis im Gebirge. Georg Kimpel siegte auf der Strecke Hohe Mark
- Sandplacken in 5,1 Minuten, das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 96,o1 km/h.
Ab 1929 leistete sich Georg Kimpel einen Mercedes SSK.
Wie am Feldberg, so konnte er auch auf der Eibsee-Bergstraße bei Garmisch zwei Jahre
hintereinander die Gesamtwertung
gewinnen. Hinzu kommen Siege am Ruselberg bei Deggendorf und am Neroberg in Wiesbaden 1926.
Georg Kimpel fiel im 2.Weltkrieg an der Ostfront.
Fritz Kläger
wurde am 14.1.1914 in Dornstetten/Schwarzwald geboren.
Er war nach dem Krieg einer der wichtigsten Fahrer, denn
er baute zwischen 1946 und 1951 schnelle Motore und Getriebe, nicht nur für sich selbst, sondern
auch für seine Freunde und Konkurrenten.
14 X war Kläger bei Deutschen Meisterschaften unter den sechs und 20 X unter den zehn besten.
1954 holte er sich auf Horex - Regina den Titel "Bester Deutscher Privatfahrer" der
350er-Klasse und 1957 wurde er auf der Horex Deutscher Vizemeister hinter Hallmeier/NSU und vor
Karl Hoppe und Hans Hötzer, beide AJS.
Seine Siege beim Schauinsland-Bergrennen (Doppelsieg 1951/250/NSU u. 350/AJS 1961/350/Horex),
Sachsenring (1951/AJS), dem Feldbergrennen
(1952/AJS) und dem Schleizer-Dreiecksrennen (1955/NSU/250) sind legendär.
Fritz Kläger starb am 22.3.2007.
Fritz Kleemann
war der Sohn des Horex-Gründers Friedrich Kleemann, der 1923 die bereits
bestehende Rex-Glasfabrik erweiterte und dann auch Motorräder herstellte. Der Name setzt sich
zusammen aus ´HO` für Homburg und ´REX` für die bekannten Rex-Einmachgläser.
Sohn Fritz konnte das Feldbergrennen viermal gewinnen. 1922 wurde er Doppelsieger in den Klassen
bis 750cm³ auf English Triumph und bis 1000cm³ auf NSU, 1925 auf Horex in der 1000cm³-Klasse.
Auch im Automobil war er erfolgreich. Er gewann 1924 in einem Bugatti das Tourenwagenrennen
bis 8PS.
Es hat am Feldberg noch zwei weitere Horex-Siege gegeben, 1935 durch Braun-Badsching in der
SW-Klasse bis 1000cm³ und 1950 durch Friedel Schön auf der Horex-Regina in der
Saugmotorenklasse bis 350cm³. 1927 wurde der Frankfurter Philipp Karrer auf Horex/1000cm³
Zweiter hinter Arthur F. Dom (Standard). 1921 war Karrer bereits auf einem Opel-Rennwagen 17/70 GP
auf der Saalburg-Strecke erfolgreich.
Horex war 1953 die meistgebaute 350er der Welt, 3/4 der Produktion wurde exportiert, doch 1956
musste die Motorradherstellung dennoch eingestellt werden, weil nicht einmal mehr 3000 Maschinen
abgesetzt werden konnten. Die Zeit des Autos war gekommen. Das Horex-Inventar kaufte Motorradbauer
Friedel Münch.
Josef ´Sepp` Klein
wurde am 4.2.1904 in Merzig/Saarland geboren.
Mitte der 20er Jahre fuhr er seine ersten Motorradrennen. 1924 startete er beim
Feldberg-Bergrennen und gewann auf Allright die Klassen bis 150cm³ und bis 350cm³.
1927 erreichte er auf Horex in den Klassen bis 500cm³ den zweiten und bis 1000cm³
den dritten Platz. Sieger in beiden Kategorien F. Dom auf Standard.
1929 war sein stärkstes Jahr. Er wurde hinter Soenius/BMW/500 Deutscher Vizemeister auf DKW/500.
Und noch besser! Beim GP von Barcelona siegte er in der 175er-Klasse auf DKW und wurde Europameister.
Auf der Frankfurter Zementbahn wurde Klein auf DKW 1930 und 1933 Deutscher Bahnmeister in der
175er-Klasse. Zu den Höhepunkten seiner Karriere zählen Siege beim Eifelrennen, in Schotten,
der Eilenriede und der Ungarischen TT.
Josef ´Sepp`Klein starb am 17.12.1973.
Ewald Kluge
geboren am 19.1.1909 in Lausa-Weixdorf bei Dresden, war in den Jahren 1936 bis 1939 viermal
Deutscher Meister auf der 250er DKW. Nachdem Kluge 1936 bereits EM-Vizemeister und 1937
EM-Dritter war, konnte er 1938 und 1939 den Europameister - Titel zweimal hintereinander gewinnen.
Er siegte damals bei elf EM - Meisterschaftsläufen, darunter war 1938 auch ein TT - Sieg auf
der Isle of Man. Als erstem Deutschen gelang ihm ein Sieg auf der Motorsport - Insel.
1938 und 39 erhielt er den Titel "Meister aller Europameister".
Ewald Kluge arbeitete seit 1934 bei DKW in Zschopau / Sachsen, erhielt
dort 1936 einen Werksvertrag und wurde noch im gleichen Jahr, wie schon erwähnt, Deutscher
Motorradstraßenmeister in der 250er-Klasse. Neben seinen vier DM-Titeln
gewann er 1938 auch die Deutsche Bergmeisterschaft vor Hermann Gablenz. Mit der 250er war
er am Berg meist schneller als die Fahrer der 350er und der 500er - Klasse. Auch nach dem Krieg
war Ewald Kluge noch 3X Deutscher Vizemeister.
Hier noch ein Kuriosum: 1952 lieferten Ewald Kluge und Siegfried Wünsche, beide DKW/350, beim
Hamburger Stadtparkrennen ein ´Totes Rennen`.
Am Feldberg belegte Kluge 1935 hinter Arthur Geiss den zweiten Platz, gewann aber
dann 1936 und 1950 in ´seiner`, der 250cm³-Klasse. Ihm gelang als einzigem
Fahrer vor und nach dem Krieg ein Sieg am Feldberg.
Er blieb der Marke DKW stets treu und wohnte zuletzt auch am neuen
DKW - Standort Ingolstadt.
Ein schwerer Sturz beim Eifelrennen 1953 beendete abrupt seine
Rennfahrerlaufbahn.
Ewald Kluge starb bereits 1964 im Alter von nur 55 Jahren in seiner
neuen Heimat an einem Krebsleiden.
Fritz Knappke
Rudi Knees
wurde 1907 in Ostpreussen geboren. 1950 belegte er beim Feldbergrennen im
Seitenwagen von Ziemer, der aus Danzig stammt, den zweiten Platz. 1952 gewann Knees auf Norton
die 500er-Solo-Klasse. Im gleichen Jahr wurde er auch Deutscher Meister vor Siegfried Fuß
(Norton), Georg Meier (BMW) und Friedel Schön (Horex). Schon 1950 war Rudi Knees auf AJS
Vizemeister in der 350er-Klasse hinter Heiner Fleischmann (NSU-Kompressor) und vor Siegfried
Wünsche (DKW-Kompressor).
Dies bedeutete, dass er in den Sonderwertungen "Bester Privatfahrer" und "Bester Saugmotorenfahrer"
jeweils den ersten Platz belegte. Ein Kuriosum möchte ich noch erwähnen: das Rennen in
Dresden-Hellerau 1952 beendeten Karl Rührschneck und Rudi Knees (beide Norton) in "Totem Rennen".
Otto Kohfink
wurde am 27.6.1907 in Bietigheim geboren.
Bereits 1930 landete er seinen ersten bedeutenden Sieg. Er gewann auf einer Montgomery-Jap
die Klasse bis 250cm³ auf der Solitude-Rennstrecke bei Stuttgart.
Seine größten Erfolge feierte er jedoch 1933 und 1934. 1933 war er mit seiner 250er - Imperia
Deutscher Zementbahnmeister. Er siegte zwischen 1927 und 1950 nicht weniger als
77 Mal auf dem Zementoval, 59 Mal war er Zweiter. 1934 wurde Otto Kohfink mit Erwin
Schumacher im Boot nach seinem zweiten Platz am Feldberg im Taunus Deutscher
Seitenwagen-Bergmeister auf Imperia.
Nach dem Krieg hatte er 1948 auf dem Hockenheimring einen schönen Erfolg. Er siegte
in der 250er-Klasse auf einer DKW.
Ausgerechnet auf dem Feldbergring, an diesem regnerischen Oktobertag 1950, stürzte er am
´Roten Kreuz` so schwer, dass er ins Bad Homburger Krankenhaus eingeliefert werden mußte.
Es war das Ende seiner Karriere. 1952 mußte ihm als Folge des Sturzes der linke Arm
amputiert werden und er litt fortan permanent an Schmerzen. Dennoch hat er im selben Jahr in
Bietigheim ein Autohaus gegründet, das 1987 sein Sohn übernahm.
Otto Kohfink starb 1994. Er wurde 84 Jahre alt.
Robert ´Bobby` Kohlrausch
wurde 1904 in Eisenach geboren.
In den 20er-Jahren probierte er sechs verschiedene Rennmaschinen aus und war erfolgreich: 18 Siege.
Ein Sturz beim Schleizer Dreieckrennen veranlasste ihn, auf vier Räder umzusteigen. Zunächst fuhr
er den Dixi, der in Eisenach hergestellt wurde. Dann schenkte ihm sein Vater einen
BMW 3/15-Wartburg. Sein erstes Rennen damit fuhr er im Juni 1930.
Erstes Rennen, erster Sieg, er gewann in der Klasse bis 750cm³ am Kesselberg.
Es folgten bis 1933 weitere 26 Siege bei Bergrennen, darunter ein Erfolg am Neroberg in Wiesbaden.
1934 startete Bobby Kohlrausch erstmals im Taunus beim Feldbergrennen und erzielte in der Sportwagenklasse bis
1100cm³ den zweiten Platz auf einem MG-Magnette. Sieger wurde Willi Briem auf Amilcar. Im Jahr darauf
gewann Kohlrausch auf MG die Rennwagenklasse bis 1100cm³ vor Walter Baeumer und 1936 konnte er mit dem MG
hinter Baeumer/Austin den 2. Rang in der Sportwagenklasse bis 1100cm³ mit Kompressor belegen.
Bobby Kohlrausch war auch nach dem Krieg wieder bei Bergrennen am Start und ausgerechnet ein
Trainingslauf auf der geliebten Schauinsland-Strecke, wurde ihm zum Verhängnis. Er verunglückte
am 12.8.1953 tödlich. Es gibt allerdings eine zweite Version zu seinem Tod: Kohlrausch sei auf
der Reise dorthin an einem Schlaganfall gestorben. Er wurde nur 49 Jahre alt.
Ludwig ´Wiggerl` Kraus - Bernhard Huser
verabschiedeten sich 1953 vom Straßenrennsport. Kraus fuhr noch
einige Geländerennen und gewann 1956 in Garmisch auch noch eine Goldmedaille. Das war`s dann.
Wiggerl Kraus, geb. 1907, ging im Alter von 14 Jahren zu BMW in die Mechanikerlehre.
1929 kam er im SW - Boot von Sitzberger auf der Solitude bei Stuttgart zu seinem ersten Sieg.
1930 probierte er es selbst auf der Sandbahn in Daglfing und 1933
fuhr er sein erstes Bergrennen am Kesselberg. 1935 bildete er zusammen mit
Sepp Müller, Ernst Henne und Georg Meier die Deutsche Nationalmannschaft
der Geländefahrer und sie gewannen den 6-Tage-Wettbewerb. Ab 1936 war Wiggerl Kraus
BMW-Werksfahrer für den Straßenrennsport und wurde 1939 u. a. mit einem Sieg am Nürburgring
Deutscher Meister in der Solo-Klasse bis 500 cm³. 1938 und 1939 gewann er den GP von Bukarest.
Nach dem Krieg war ´Wiggerl` Kraus zunächst als Privatfahrer, sowohl solo, als auch mit
Seitenwagen unterwegs. Im Boot saß stets Bernhard Huser. Ab 1950 wurden Kraus-Huser wieder als
offizielle BMW-Werksfahrer geführt und wurden gleich auf einer 750er BMW Gesamtdeutscher
Seitenwagen-Meister in der 1200-cm³-Klasse.
1951 und 1953 wurden sie DM in der 500er-SW-Klasse, jetzt aber
nicht mehr gesamtdeutsch. Da Wiggerl Kraus viele Jahre Doppelstarter war, gelangen ihm
in der 500er-Klasse auf BMW 1948 und 1949 noch zwei Solo-Vize-Meisterschaften hinter Georg Meier.
1950 gewann er in Hockenheim solo.
Auch ein Sieg am Feldberg (1951) fehlt nicht in der Erfolgs-Statistik von Kraus-Huser.
Berühmt war die Startnummer 56, mit der die beiden meist weiß pullovert antraten und sich so
von allen anderen Fahrern abhoben.
Legendär waren auch die Auseinandersetzungen des 4-maligen Weltmeisters Eric Oliver und
Wiggerl (Ludwig) Kraus auf dem Hockenheim-Ring 1952 und 1953. Das Duell endete 1:1 unentschieden.
Hochtourig im 3. Gang fahrend hat Wiggerl den Weltmeister einmal auf der Ziellinie
abfangen können.
Wiggerl Ludwig Kraus starb am 3. Nov. 1987, 80-jährig.
Ewald Kroth
ist als langjähriger Sportpräsident des ADAC bekannt, geschätzt ist auch die nach ihm benannte
Medaille, die der ADAC an verdiente Sport-Organisatoren verleiht. Durch einen Doppelsieg bei den
Bergrennen am Feldberg 1922 wurde er aber zunächst als Motorsportler berühmt. Er gewann die
Klassen bis und über 10-Steuer-PS = 2620cm³ auf Adler.
Erhard Krumpholz
wurde 1912 in Wilkau bei Zwickau geboren und starb 2008 in einem Pflegeheim
in Marienberg.
Obwohl er seine Rennfahrerkarriere bereits 1936 begonnen hatte, stellten sich Erfolge erst nach
dem Krieg ein. Auf der 125er-Ifa-MZ wurde er 1952 DDR-Meister. 1950, 1954 und 1956 landete er
auf dem 2. Platz. Auf dem Feldbergring belegte Erhard Krumbholz 1954 den dritten Platz hinter
Horst Fügner und Karl Lottes. In seinem Sohn fand er einen Nachfolger,
Dieter Krumpholz wurde 1963 DDR-Meister, ebenfalls in der 125cm³-Klasse. Er schien ein ganz
Großer zu werden, als er 1965 beim WM-Lauf auf dem Sachsenring Zweiter wurde. Dann aber kam der
Schicksalsschlag. Dieter Krumpholz verunglückte 1966 tödlich.
Otto Ley,
geboren 1903 in Nürnberg, war zweimal Deutscher Zementbahnmeister auf
Triumph- Jap/350cm³ (1930) bzw.
auf Triumph-M.A.G./1000cm³ (1931). Die Deutsche Bergmeisterschaft gewann er 1931 und 1932 auf
Triumph- Jap/350cm³. Zugleich konnte er 1932 hinter Ernst Loof Deutscher Vizemeister auf der
Straße werden, auch hier auf Triumph- Jap/350cm³. Es folgten 1933 und 1934 zwei Staßen-DM-Titel
auf Norton/500cm³ und DKW/500cm³. Mit der
DKW gewann er auch 1934 den Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring.
Für 1935 bekam er einen Werksvertrag von BMW und gewann einige Meisterschaftsläufe.
1936 siegte er beim GP von Schweden und verabschiedete sich vom Motorsport
1937 mit einem Sieg in Hockenheim auf dem Höhepunkt seiner Karriere .
Am Feldberg hat er nur einen fünften Platz in der Statistik stehen. 1927 belegte er bei einem
Sieg von Arthur F. Dom auf Standard diesen Platz auf einer Triumph/500cm³.
Der 6-fache Deutsche Motorradmeister Otto Ley eröffnete 1938 ein Fahrzeuggeschäft in Nürnberg.
Ernst Loof,
geboren 1907 in Neindorf,
gewann acht Deutsche Meisterschaften: 1931, 1932 und 1934 auf einer 350cm³-Imperia, sowie
ebenfalls 1934 in der SW-Klasse bis 350cm³. Zudem konnte er vier Deutsche Bergmeisterschaften
in den Soloklassen bis 350 und 500cm³ gewinnen. Dazu gab es vier Siege bei den Bergrennen im
Schauinsland.
Am Feldberg siegte er 1934 sowohl 350cm³/solo, als auch mit Seitenwagen/350cm³, jeweils auf
Imperia, der Marke also, die damals in Bad Godesberg hergestellt wurde. Zweiter in der
Seitenwagenklasse bis 350cm³ wurde Otto Kohfink. Die beiden Kontrahenten teilten sich 1934
die D. Meistertitel. Loof wurde Straßenmeister, Kohfink Bergmeister.
Nach dem Krieg gründete Loof 1948 zusammen mit Georg Meier und Lozenz Dietrich die Firma Veritas.
Ernst Loof war der begnadete Konstrukteur der neuen Firma. Mit Veritas wurden acht Deutsche
Meisterschaften gewonnen. Unter den Titelträgern waren Fahrer wie Karl Kling, Helm Glöckler,
Fritz Ries (2X), Paul Pietsch(2X) und Toni Ulmen.
Ernst Loof starb, erst 49 Jahre alt, 1956 in Bonn.
Karl Lottes
kam 21 Jahre nach seinem Debüt im Rennsattel zu seinem größten Erfolg.
Er wurde 1955 Deutscher Motorrad-Straßenmeister der 125er - Klasse auf MV-Agusta vor Ifa-Werksfahrer
Horst Fügner und wiederholte diesen Erfolg 1957 auf einer Ex-Werks-DKW.
1951 (250cm²) und 1952 (125cm³ und 250cm³) hatte er bereits drei Zementbahnmeisterschaften
gewonnen.
Außerdem war Karl Lottes auf DKW 1938 und 1939, dann nach dem Krieg 1953 bis 1957 jeweils
"Bester Deutscher Privatfahrer" auf der Straße.
Am Feldberg kam er zweimal als Gesamt-Zweiter, bzw. dreimal als bester Privatfahrer ins Ziel.
1950 teilten sich Hein Thorn - Prikker und Karl Lottes in einem der
im Motorradsport seltenen so genannten "Toten Rennen" den 250er - Sieg beim
Burgringrennen in Monschau.
Karl Lottes, geboren 1912, ist 1997 im Alter vom 85 Jahren gestorben.
Hans Ludwig
aus Bad Homburg/Oberursel gewann in den 20er-Jahren als Privatfahrer vier
Bergrennen am Feldberg:
1921 schaffte er den Sieg in einem Selve/6 PS, 1922 im Opel/8PS, 1924 im Opel/16PS und 1926
gewann er mit einem 3Ltr.-Rennwagen von Opel die 5Ltr.-Klasse.
Hubert Luttenberger,
der 1926 geboren wurde, wohnte während der Feldbergrennwoche im Salzgrund
bei Oberreifenberg. Er wurde zweimal Dritter, 1952 auf NSU/125 und 1954 auf Adler/250.
1958 konnte er auf einer Mondial Deutscher Meister in der 125er-Klasse werden.
.
Daniel Maier
aus Laupheim war Werksfahrer bei Steiger/Burgrieden.
Kurt Mansfeld
gewann 1934 auf einer BMW/1000cm³ das Feldbergrennen im Taunus und belegte
18 Jahre später, 1952, auf einer 500er-Horex-Imperator den 3. Platz.
Die meisten seiner vielen Erfolge hatte er vor dem Weltkrieg: zwei Siege in Hockenheim 1934 und
1935 auf einer 1000cm³-BMW, 1935 und 1936 auf DKW/500 Eilenriede-Siege,
1935 und 1937 auf DKW/500 zwei Solitude-Erfolge. Dann der Krieg, danach gewann er 1947 in Nürnberg und 1948
das Hamburger Stadtparkrennen auf DKW/350cm³. Auch ein Deutscher Meister-Titel gehört zur
Bilanz seiner Laufbahn. Er war 1934 Deutscher Bergmeister auf BMW/750cm³. 1935 folgte dann
hinter Steinbach/NSU die deutsche Vizemeisterschaft auf DKW/500, ex aequo mit dem 5fachen
Deutschen Meister Toni Bauhofer. Das wiederholte sich 1948, als er hinter Wilhelm Herz auf
einer DKW/350 wiederum Vizemeister wurde.
Georg Meier,
geboren am 9.11.1910 in Mühldorf am Inn,
begann seine Laufbahn 1933 als Geländefahrer und gewann mit der
deutschen Mannschaft 1938 die "Silber-Vase", wurde im gleichen Jahr
mit drei GP-Siegen (in Deutschland, den Niederlanden und in Italien) auf BMW/500
Straßen-Europameister.
1939 siegte er auf zwei Rädern beim GP von Europa in den Niederlanden und der "Senior"
Tourist-Trophy auf der Isle of Man und wurde Vize-EM hinter Serafini/Italien. Auf vier Rädern belegte er beim Formel 1 - GP von Frankreich in
Reims auf Auto-Union den 2. Platz hinter H.P. Müller (AU). Der Krieg störte den weiteren Verlauf
seiner Karriere. Er chauffierte in Frankreich den Chef der Abwehr Canaris.
Georg Meier gewann sechs Deutsche Meistertitel auf BMW/500cm³, 1938, 1947,
1948, 1949, 1950 und 1953. Legendär waren zu dieser Zeit seine Duelle mit Heiner Fleischmann (NSU).
1951 war er beim, wegen seiner 29 Rechts- und 34 Linkskurven pro Runde
(lt. Holger Rühl), schwersten deutschen Rennen, dem Feldbergrennen, Zweiter hinter
Walter Zeller (BMW). Einige Wochen vor den Rennen war sich
der Ex-Europameister nicht zu schade, mit Pinsel und einem Eimer weißer Farbe die
11,5 km lange Strecke abzugehen und Unebenheiten zu markieren, die dann noch rechtzeitig behoben
werden konnten. Dennoch konnte er das Rennen nicht gewinnen, weil ihm in der letzten Runde am
Sandplacken der Motor ausging und er wie auf einem Kinder-Sitzroller hinter Walter Zeller, aber
noch rechtzeitig vor Heiner Fleischmann, ins Ziel ´ging`.
1953 konnte er das Rennen dann aber gewinnen
und erneut vor Gerhard Mette (BMW) und seinem Bruder Hans Meier (BMW) Deutscher Meister werden.
Schorsch Meier gewann fünfmal in Folge das Hamburger Stadtparkrennen und sechsmal hintereinander
"Rund um Schotten".
Auch auf vier Rädern war Meier erfolgreich.
1948 gewann er auf Veritas RS-BMW die Deutsche Formel-2-Meisterschaft
und in der Freien Formel vor Egon Brütsch auf Maserati. 1954 siegte er bei der Tulpen-Rallye in
den Niederlanden.
Die Deutsche Sportpresse wählte ihn 1949 zum "Sportler des Jahres".
Nach seinem Rücktritt vom Motorsport 1954 führte er seine
BMW-Vertretung in München bis 1970.
Gestorben ist "Schorsch Meier" am 19. 2.1999 im Alter von 88 Jahren.
Hans Meier
ist der jüngere Bruder von Georg. Auch er war in den 1950er - Jahren ein
erfolgreicher BMW - Werksfahrer.
So siegte er 1951 beim Rundstreckenrennen in Erding vor seinem Bruder.
Zweimal war er Dritter der Deutschen Straßen-Meisterschaft. Am Feldberg im Taunus konnte er sich
nicht platzieren. Beim Training 1951 flog er in der Salzgrundskurve in die Brennnesseln und kam
sofort zu uns und bat darum, dem Schorsch von dem Sturz nichts zu sagen, denn der Gußeiserne, wie er
auch genannt wurde, war offenbar gar nicht so eisern, er hatte um seinen Bruder schlichtweg Angst.
Und die war, wie sich zeigen sollte, nicht unbegründet, denn wenig später kam Hans Meier hinter
dem Sprungbrett auf eine nasse Stelle, bei der Korrektur der wegrutschenden Maschine setzte
aber der Zylinderkopf auf der Straße auf, die BMW wirbelte herum und warf ihren Fahrer ab. Hans
Meier brach sich dabei den Oberschenkel. Bruder Schorsch war als Erster zur Stelle und sorgte
dafür, dass Hans ins Bad Homburger Krankenhaus kam.
Hans Meier war ein begabter Geländefahrer. Er teilte sich 1954
auf BMW mit Harald Oelerich/Horex den Sieg bei der DMV-Zwei-Tage-Fahrt bei Oberreifenberg und
wurde 1955 zum Abschluß seiner Karriere Deutscher Gelände-Meister in der Klasse bis 500cm³.
Hans von Meister
aus Bad Homburg hat wahrscheinlich viele Klassensiege herausgefahren. Mir
sind nur die am Feldberg/Ts. und in Münnerstadt bei Würzburg 1926 und der auf der Solitude 1927
bekannt. Er erzielte diese Erfolge in einem Amilcar. Die Deutsche Dauerprüfung 1923 hat er mit
einem Steiger gewonnen.
Rudi Meister
wurde am 14.11.1916 in Wiesbaden geboren. Er begann
seine Kariere 1936 als Geländefahrer. Nach dem Krieg fuhr er zunächst auf Puch/125cm³, mit der
er 1950 und 1951 am Feldbergrennen teilnahm. 1952 erwarb er eine italienische Mondial und belegte
mit der neuen Maschine beim Großen Preis von Deutschland auf der Solitude-Rennstrecke als bester
deutscher Privatfahrer den achten Rang. 1953 startete Rudi Meister mit der Mondial beim
Feldbergrennen und war leider der einzige Fahrer, der sich an diesem Renntag bei einem Sturz
verletzte. Er brach sich den Knöchel, was ihn aber nicht daran hinderte, seine Laufbahn
fortzusetzen.
Rudi Meister starb 2002 in Wiesbaden.
Fritz K. Mettenheimer
aus Königstein im Taunus siegte 1922 am Feldberg/Ts. auf einer 1000cm³- NSU
und wiederholte seinen Erfolg 1924 als Gesamtsieger auf Sunbeam/500cm³. Seine Familie unterhielt
eine bekannte Kraftfahrzeugfirma. Mettenheiner wechselte 1928 nach einem schweren Sturz auf der
Opel-Versuchsstrecke von zwei auf vier Räder und fuhr jetzt Bugatti Sportwagen.
Franz Mohr - Günther Müller
hatten wohl ihren größten Erfolg am Großen Feldberg, als sie 1951 die
Seitenwagenklasse bis 750ccm auf einer BMW gewannen. Sie waren noch
zweimal Dritte auf dem Feldbergring und zweimal Dritte in der
Deutschen SW - Meisterschaft.
August Momberger
aus Bad Homburg begann seine Rennfahrer-Karriere 1923.
In diesem Jahr 1923 hatte die französische Besatzungsmacht das Rennen zwischen Hohe Mark und
Sandplacken verboten und so wich man zur Saalburg aus. Und dieses Rennen vor seiner Haustüre
gewann der damals 18jährige Gymnasiast August ´Bubi` Momberger in einem Mercedes.
1927 konnte er dann auch einen Sieg auf der ´richtigen`
Feldberg-Rennstrecke landen. Er gewann auf Bugatti die Rennwagenklasse bis 3000cm³.
August Momberger probierte in seiner Rennfahrerlaufbahn bis 1935 viele Marken aus
und fuhr Wagen von Mercedes, Steyr, NSU und Auto Union. Seine größten Erfolge jedoch hatte er in
seiner Bugatti T35B-Zeit, als er acht Siege, darunter den im Eröffnungsrennen des Nürburgrings
1927 (Klasse Rennwagen bis 5000 cm³/ vor Huldreich Heusser/Steyr) und den auf der Solitude im
gleichen Jahr einfuhr.
Nach dem Krieg versuchte Momberger noch einmal einen neuen Anfang mit Borgward.
Joseph Möritz
aus München war 1934 zweimal am Start des Feldbergrennens an der Hohen Mark:
einmal auf drei und einmal auf
vier Rädern. Er wurde jeweils Dritter in der Seitenwagenklasse bis 600cm³ auf Victoria und im
Sportwagenrennen bis 1100 cm³ auf MG-Magnette.
Die Höhepunkte seiner Karriere waren die beiden
Europa-Bergmeistertitel 1931 und 1932 mit einer Victoria-Jap/1000cm³ und die GP-Siege zwischen 1933 und
1935 in Barcelona (2X), Frankreich und der Schweiz (1934). Auch bei den Schauinsland-Bergrennen
war er 2X erfolgreich.
Möritz besaß am Gärtnerplatz in München ein Motorrad-Geschäft, eine Werkstatt in der
Blumenstraße und in der Nymphenburger Straße eine Tankstelle.
Joseph Möritz wurde am 27.11.1896 geboren und starb bereits 40-jährig am 18.7.1937,
höchstwahrscheinlich an Gallensteinen.
H.P. (Hermann-Paul) Müller
Heinz Brendel
Willi Briem
Adolf Brudes
Ernst Günther Burggaller,
Hellmuth Butenuth
Keith Campbell
Willi/Willy Cleer
Otto Daiker
Arthur F. Dom, NL
Conrad Dürr - Heiner Frey
Ernst Ebersberger - Hans Strauß,
Margot von Einsiedel
wurde am 21. Nov. 1909 in Bielefeld geboren.
Er war einer der eleganten Fahrer, einer, der sich seine Rennen klug einteilte
und erst gegen Renn-Ende kontinuierlich zulegte, um seine Konkurrenten abzuwehren.
H.P. Müller war im wahrsten Sinne des Wortes ein "Meister aller Klassen", denn seine acht Deutschen Meistertitel holte er in den Klassen bis 125cm³ (1950, 1951/DKW, fast auch 1952, als er mit Otto Daiker punktgleich war), bis 250cm³ (1947, 1948/DKW), bis 350cm³ (1954/NSU), in der Seitenwagenklasse bis 600cm³ (1932/Viktoria) und in der 500cm³-Klasse (1936/DKW). Im selben Jahr wurde er auch Vize-Europameister in dieser Klasse. Dazu war das Phänomen H.P. Müller noch fünfmal Vizemeister, unter anderem 1952 auf Mondial-125 und 1953 als bester Privatfahrer auf Horex-Regina-350cm³.
Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, 1936 gewann HPM die Gelände-Sechs-Tage-Fahrt.
1937 bis 1939 war er Werksfahrer bei Auto-Union, gewann 1939 den
GP von Frankreich in Reims und wäre nach dem damals gültigen Reglement entsprechend Europameister
(was der heutigen WM entspricht) gewesen, wenn Hitler nicht im September Polen angegriffen hätte.
Das letzte Rennen fand am 3.9.1939 statt. Der internationale Verband unterlies es, einen
Europameister zu benennen und die deutsche Sportbehörde unter nationalsozialistischer Führung
"ernannte" Herrmann Lang zum Europameister:
Lang war Mitglied der SS, H.P. Müller nicht, und Mercedes war die Marke, die Hitler bevorzugte.
Warum dieses Unrecht nach 1945 nicht von Nachfolgeorganisationen korrigiert wurde, kann
ich nicht verstehen.
Der Deutschen Leichtathletik-Verband hat den Deutschen Hochsprungrekord (1,60m) von Gretel
Bergmann, den sie im Jahre 1936 aufstellte, 2009 mit 73-jähriger Verspätung anerkannt. Was der
DLV kann, sollte im Motorsport auch möglich sein: die nachträgliche Anerkennung des
Europameistertitels für H.P. Müller. Wo man Nazi-Willkür berichtigen kann, muss man das tun.
Hier der immer noch inoffizielle EM-Endstand 1939: 1. H.P. Müller 2. Hermann Lang
3. Rudolf Caracciola 4. Manfred von Brauchitsch und Tazio Nuvolari 6. Rudolf Hasse und Rene
Dreyfus 8. Georg Meier 9. Raymond Sommer und Hans Stuck.
Nach dem Krieg errang H.P. Müller von 1947 bis 1951 vier DM-Titel auf DKW. Bei seinen vielen Siegen war natürlich auch ein Erfolg auf dem Feldbergring im Taunus dabei: 1950 auf DKW/125/Kompressor. In Hamburg gewann er ein Rennen auf VW-Eigenbau. 1952 wechselte er auf eine private Mondial und wurde, wie oben schon erwähnt, Deutscher Vizemeister der 125er-Klasse. 1953 gewann er auf Horex-Imperator im Schauinland vor Fritz Kläger/Gilera. Hier hatte er 1936 auf DKW/500 und 1951 auf DKW/125 bereits 2X gewonnen. Nach seinem Wechsel zu NSU erreichte er 1954 jeweils dritte Weltmeisterschafts-Plätze in den Klassen 125 und 250cm3 und gewann 1955 die Weltmeister in der 250cm3-Klasse. Im Jahr des Höhepunktes seiner Karriere war H.P. Müller bereits 45 Jahre alt. Bei der Wahl zum Sportler des Jahres 1955 erreichte er den 4. Rang. Mit seinem Sieg in Hockenheim vor Hans Baltisberger feierte er 1955 auf der 250er-Sport-Max seinen 200. Erfolg. Seine lange Karriere lässt sich sehr gut an seinen insgesamt fünf Erfolgen auf dem Schotten-Ring ablesen. Erster Sieg 1928, letzter Sieg 1955.
1956 stellte H.P. Müller auf dem Salzsee in Utah (Bonneville) 38 Motorrad-Weltrekord in den Klassen 50 bis 350cm³ auf. Er fuhr mit dem von Gustav Adolf Baumm für NSU konstruierten "Fliegenden Liegestuhl" in der 50cm³-Klasse, 13,5 PS, 196 km/h, bis 100cm³, 15 PS, 222km/h und bis 125 cm³, 20 PS, 242 km/h. Wilhelm Herz erzielte Weltrekorde in den Klassen 350 bis 1000cm³, darunter 339 km/h auf einer NSU-Delphin-3/500cm³. Hermann Paul Müller beendete in gleichen Jahr seine 28-jährige (1928 bis 1956) Karriere.
Danach arbeitete er für Audi in Ingoldstadt. Dort starb er auch nach langer Krankheit am 30. Dez.1975.
Reinald Schumann hat ein Buch über H.P. Müller geschrieben, ISBN 3-935517-02-5
Sepp Müller-Fred Minderlein
errangen 1950 am Feldberg den Sieg auf der BMW/1200cm³.
Sepp Müller aus München war in den Jahren von 1947 bis 1951 viermal Deutscher Seitenwagenmeister.
Mit Josef Wenshofer, Karl Fuchs, Karl Rührschneck holte er je einmal den Titel in der
1200cm³-Klasse. 1951 wurde das Reglement geändert und Sepp Müller wurde mit Hermann Huber in der
neuen 750er-Kategorie erneut Deutscher Meister.
Sein Name ist in den Sieger-Listen fast aller deutschen Rennstrecken finden.
Wilhelm Noll-Fritz Cron
holten 1954 auf ihrer Werks-BMW den ersten von insgesamt
22 SW-Weltmeistertiteln, die deutsche Gespannfahrer bis 1982 (Schwärzel)
errangen. Sie gewannen den Titel vor den Briten Oliver und Smith. 1955
waren Noll-Cron Vize-Weltmeister hinter Faust-Remmert und vor Schneider-
Strauß und 1956 folgte ihr zweiter WM-Titelgewinn vor Friedrich Hillebrand
auf BMW und dem Briten Harris auf Norton. Acht GP-Siege gingen auf ihr Pluskonto,
2X waren sie Deutsche Meister und 3X Vizemeister.
Noll-Cron gewannen 4X das Feldbergrennen und waren damit erfolgreichste
Fahrer auf dieser Rennstrecke.
Wilhelm Noll(*15.3.1926 in Kirchhain bei Marburg) und Fritz Cron(*31.3.1925 ebenfalls in
Kirchhain bei Marburg) beendeten Ende 1956 ihre Laufbahn.
Mehr über Noll-Cron bei: http://www.eggersdorfer.info/noll/wilhelm_noll.htm
Eric Oliver, GB,
war viermal Weltmeister und 17-facher GP-Sieger.
1949 gewann er auf Norton mit Denis Jenkinson im Boot die erste Weltmeisterschaft
der Gespannklasse. Jenkinson gewann 1955 zusammen mit Stirling Moss die Mille Miglia.
Am Ende der Saison stellte Oliver für Norton auf der Rennstrecke von Montlhéry/Frankreich
Geschwindigkeitsweltrekorde für Seitenwagen auf.
Mit dem Italiener Lorenzo Dobelli ließ Eric Oliver 1950
und 1951 gleich zwei weitere WM-Titel folgen. Seine vierte
Weltmeisterschaft gewann er mit Stanley Dibben 1953. Im gleichen
Jahr war er beim Feldbergrennen Zweiter hinter Noll-Cron und vor Kraus-Huser.
1954 hatte Oliver, der jetzt mit Nutt unterwegs war, in der ersten
Saisonhälfte mit Siegen in England, Irland und Belgien bereits wieder einen
erheblichen Punktevorsprung, sodass ihm ein einziger Sieg oder zweite und dritte
Plätze zum erneuten Titelgewinn gereicht hätten.
Aber das Feldbergrennen brachte ihm diesmal kein Glück. Er
brach sich bei einem Sturz zwischen Teufelsquartier und Stockborn, unterhalb des
Feldbergs den linken Oberarm. Nach kurzem Krankenhausaufenthalt in
Bad Homburg holte er seinen Transporter und die Seitenwagenmaschine alleine
im Salzgrund, wo er während der Rennen einquartiert war, ab. Ich half ihm, das schwere
Gerät auf den Transporter zu ziehen, denn sein Arm hing ja in einer Schlinge.
Eric Oliver verlor durch sein Pech die Chance auf einen fünften WM-Gewinn. Der Titel ging
an die nun überlegenen Noll und Cron auf BMW. 1955, wieder mit Nutt im Boot, fand Oliver
nicht mehr zu seiner alten Form zurück, denn nach dem Sturz am Feldberg fehlte ihm die
Kraft im linken Arm. Er zog es vor, Ende 1955 seine großartige Karriere zu beenden und
verdiente nun als Motorradhändler sein Geld. 1960 starteten Eric Oliver und Stanley Dibben
noch einmal bei der Tourist-Trophy und verunglückten schwer, bei Oliver wurde sogar ein
doppelter Bruch der Wirbelsäule diagnostiziert und Dibben entging mit viel Glück einer
Enthauptung durch einen Draht, der in dem Moment riss, als er Dibbens Hals berührte.
Gott sei Dank genasen die beiden Pechvögel wieder.
Eric Oliver, geboren am 13.4.1911, starb am 1.3.1980 an einem Herzinfarkt.
Fritz und Hans von Opel
1922 standen zwei Opel-Motorräder auf der Siegerliste des Feldbergrennens,
Fritz von Opel (*1917 in Rüsselsheim, +1971 in Samedan/Schweiz) in der 150cm³- und Fritz Knappke in der 250cm³-Klasse. Von Opel gewann im
gleichen Jahr das Eifelrennen und das Krähberg-Rennen im Odenwald in einem Opel 14HP/2100cm³.
Mit diesem Fahrzeug hatte Fritz von Opel 1921 bereits das Avus-Rennen gewonnen.
Am 23.5.1928 fuhr er mit dem Opel-Raketenwagen RAK 2 mit 230 km/h neuen Rekord,
und am 23.6.1928 stellte er mit RAK 3 einen neuen Weltrekord für Schienenfahrzeuge auf, 254 km/h.
Am 29.9.1929 gelang ihm mit Opel-Sander RAK 1 der erste öffentliche Raketenflug.
Auch Hans von Opel, geboren 1899 in Rüsselsheim, gewann 1925 ein Feldbergrennen mit einem
Opel-Sportwagen/5000cm³. In den Jahren zuvor war er Zweiter, bzw. Dritter.
Hans von Opel war Enkel des Automobilbauers Adam Opel und Sohn von Carl von Opel und Helene
Wilhelmine Mouson. Er starb 1948 in Liestel/Schweiz.
Vater und Firmenchef Wilhelm von Opel hatte sich zuvor ebenfalls als Rennfahrer einen Namen
gemacht, nicht jedoch beim Feldbergrennen. Wilhelm von Opel, geboren 1871 in Rüsselsheim, verkaufte
das Opel-Werk 1929 an General Motors. Er starb 1948 in Wiesbaden.
Erich Pätzold
aus Hannover gehört zu den wenigen Rennfahrern, denen es gelang, bei den
Bergrennen am Feldberg im Taunus einen Sieg herauszufahren. Er gewann 1936 das Rennen der
Sportwagen ohne Kompressor auf einem 2Ltr.-Ford. Im gleichen Jahr wollte er beweisen, wie
schnell ein Autofahrer unter optimalen
Bedingungen auf der Autobahn tatsächlich vorankam. Mit einem
in Köln gebauten "Ford V 8" durchfuhr er mit drei Fahrgästen die Autobahnstrecke
Frankfurt - Bruchsal dreimal (Gesamtstrecke: 652 Kilometer) und benötigte dafür mit zwei
Tankpausen fünfeinhalb Stunden.
Bevor er Autorennen fuhr, war schon, wie bei vielen anderen Rennfahrern, eine Motorrad-Karriere
voraus gegangen. Erich Pätzold war 1924 auf Imperia und 1928 auf Sunbeam Deutscher
Motorrad-Straßenmeister über 350cm³. Der Nürburgring lag ihn, hier gewann er 1924, 1925, 1926
und 1929.
Bernhard Petruschke,
geboren am 6.4.1910, siegte 1934 mit seiner Rudge in der Klasse bis 500cm³
am Großen Feldberg im Taunus.
Im selben Jahr wurde er hinter Ernst Loof jeweils Deutscher Vizemeister der Bergfahrer in den
Klassen 250 und 350cm³. 1935 holte er sich hinter Oskar Steinbach (NSU)
in der Straßenmeisterschaft auf Rudge/350 den deutschen Vizetitel ex aequo mit Werner Mellmann (NSU).
Ab 1937 fuhr er eine Werks-DKW
250cm³ und gewann damit den GP von Belgien. Außerdem wurde er hinter Ewald Kluge Deutscher
Vizemeister. 1938 gewann er in Hockenheim und belegte im selben Jahr, sowie 1939 jeweils den
zweiten Platz in der Europameisterschaft hinter Ewald Kluge.
Nach dem Krieg holte er 1953 und 1954 auf MZ zweimal den DDR - Titel in der 125er-Klasse. Er
startete aber auch in West-Deutschland, was ein Sieg auf Ifa/125 beim Schauinsland-Bergpreis 1953
vor Hubert Luttenberger/MVAgusta, Xaver Heiß/MVAg. und Friedrich Rückert/Puch beweist.
Bernhard Petruschke starb 94jährig am 1.1.2005.
Paul Pietsch
wurde am 20.6.1911 in Freiburg im Breisgau geboren.
Seine Rennfahrerkarriere begann 1932 auf Bugatti/35B/2,3 Ltr. beim Flugplatzrennen in
Wiesbaden-Erbenheim. 1933 erwarb er einen Alfa Romeo, mit dem er 1934 den
Gesamtsieg beim Feldbergrennen im Taunus errang. Er gewann in den 30er-Jahren noch sieben
weitere Bergrennen. 1935 und 1936 fuhr er für Auto-Union und belegte 1935 den 3. Platz beim
GP von Italien. 1937 setzte er seine Laufbahn in einem privaten Maserati fort und
hätte 1939 fast gegen die Übermacht von Auto-Union den Großen Preis von Deutschland gewonnen,
aber Brems- und Zündprobleme warfen ihn vom 1. auf den 3. Platz zurück.
Paul Pietsch war zweimal
Deutscher Meister, 1950 im 1,5 Ltr.-Veritas-RS-Sportwagen und 1951 im Veritas-Meteor
Formel-2-Rennwagen. 1950/51/52 fuhr er je einen Grand Prix.
Nach einem Trainingsunfall zu einem Formel-2-Rennen auf der AVUS zog er sich 1952 vom Rennsport
zurück und widmete sich fortan seiner Verlegertätigkeit.
Maurie Quincey, Australien,
wurde am 10. Mai 1929 geboren.
Er errang auf dem Feldbergring 1954 mit seinen
beiden Norton-Motorrädern wahrscheinlich seine größten Erfolge in Europa, jeweils Platz zwei in
den Klassen bis 350cm³ hinter August Hobl auf DKW und anschließend nach einem spannenden
Rad-an-Rad-Finish mit Jack Ahearn in
der 500cm³-Klasse. Nach der Zieldurchfahrt wurde Ahearn aus der folgenden Rechtskurve getragen
und landete in einer großen Regenpfütze. Völlig durchnässt nahm er seinen Pokal entgegen.
Im selben Jahr wurde Maurie Quincey auf dem Norisring Zweiter hinter Ray Amm, beide auf Norton/500
und Dritter in Schotten hinter Walter Zeller/BMW/500 und Ray Amm. Hinzu kommen zwei vierte
Plätze bei WM-Rennen.
1955 hatte Quincey bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man nach einem 5. Platz in der
350er-Klasse einen schweren Unfall mit der 500er-Norton. Er verbrachte viele
Monate im Krankenhaus und kehrte erst Anfang 1956 nach Australien zurück. 1957 hatte er dort
erneut einen Sturz, der ihn einen Monat ins Melbourne Hospital brachte. 1957 beendete er seine
Motorrad-Karriere, versuchte sich aber nach zehn Jahren Pause nochmal als Autorennfahrer.
Quincey hatte 1947 mit dem Rennfahren auf Velocette begonnen, fuhr aus Marken wie Matchless,
BSA und natürlich am erfolgreichsten auf Norton. Er gewann über 100 Rennen und
insgesamt neun australische Titel.
Maurie Quincey starb 2012 im Alter von 83 Jahren.
Karl Raufenbarth
aus Oberursel war lange Jahre Werksfahrer bei Bücker. Er gewann 1926 auf
einem 175cm³-Motorrad dieses Fabrikats ´Rund um Schotten` und er holte sich 1927 auf der 8 km
langen Strecke zwischen Hohe Mark und Sandplacken die Sieges-Trophäe beim Feldbergrennen.
Das Bücker-Werk wurde 1922 von Franz Bücker auf dem Grundstück seines
Schwiegervaters Konstantin Raufenbarth gegründet. Er stellte Motorräder von 125 bis 1000cm³ her.
Aber er beteiligte sich auch, wie sein Schwager Karl Raufenbarth auch, an Bergrennen. So belegte
er am Feldberg 1926 Platz 2 und 1927 Platz 3 in der 600er-SW-Klasse).
Den größten Erfolg für den Motorradhersteller erzielte jedoch Friedel Schön, der 1949 mit einer
Bücker-JAP Deutscher Straßenmeister der 250cm³-Klasse wurde.
1958 wurde die Produktion von Bücker-Motorrädern eingestellt. Ein kleines Museum in der
Schreinerei Kunz GmbH in Oberursel zeigt 13 restaurierte Bücker-Maschinen.
Walter Reichert
war 1952 hinter drei Werksmaschinen und Werner Haas Fünfter am
Feldberg. Er fuhr wie Haas eine Puch. Beide erhielten durch diesen
Erfolg ein Werksangebot von NSU. Wie es Haas nutzte wissen wir. Auch
Walter Reichert war mit der Renn-Fox und der Renn-Max erfolgreich
und belegte 1953 am Feldberg jeweils den zweiten Platz und konnte
1954 sogar einen Sieg mit der Sport-Max herausfahren. Im gleichen Jahr war
er "Bester Deutscher Privatfahrer" der 250cm³-Klasse.
Walter Reichert, der 1933 geboren wurde, starb 1999.
Ernst Riedelbauch
wurde am 7.3.1922 in Röslau-Grün geboren.
1952 wurde er Lizenzfahrer, aber erst, als er 1954 von Hans Bartl eine Federbett-Norton kaufte,
stellten sich Erfolge ein. Mit dieser Maschine belegte er beim international stark besetzten
Feldbergrennen den 6. Platz. Im selben Jahr wechselte er aber wieder zu BMW und
siegte in Wunsiedel und beim Schleizer Dreieckrennen.
1955 gab es Siege in Dieburg, Schleiz und Halle. Das reichte ihm zur Deutschen Vize-Meisterschaft.
Ernst Riedelbauch wurde 1956 mit guten Platzierungen in Hockenheim, der Solitude, am Norisring
und auf der Avus Deutscher Meister in der 500cm³-Klasse vor Alois Huber/Traunstein/BMW.
Er beendete seine Karriere am Saison-Ende 1957 und konnte sich dann ganz seiner Kunststoff-
Wiederverwertungsfirma in Röslau-Grün widmen.
Ernst Riedelbauch starb am 12.7.1997 an Krebs. (Mehr über ihn finden Sie auf www.eggersdorfer.info)
Liliane Roehrs
aus Hannover stand 1927 zweimal am Start an der "Hohe Mark" und war im Ziel am "Sandplacken"
Siegerin der Sportwagenklasse bis 1500cm³ in einem Adler und mit ihrem Hanomag
(ihr Ehemann war Hanomag-Händler) Zweite der Sportwagenklasse bis 500cm³.
Liniane Roehrs war langjährige Präsidentin des 1926 gegründeten Deutschen Damen Automobil Clubs
e.V. DDAC.
Hans Rösch
ist am 24.12.1914 in München geboren.
Sie werden sich oder mich fragen, was der Viererbob-Weltmeister von 1958
unter all diesen Auto- und Motorradrennfahrern zu suchen hat. Hier die Antwort:
Erstens hat er 1956 mit der Mannschaft Sylvester Wackerle, Alfred Hammer und J. Hummerl einen
seiner vier Deutschen Meistertitel auf der 1954/55 von Philipp Schneikert zwischen Feldberg und
Schülerheim/Oberreifenberg erbauten Bobbahn, gewonnen. Das war sein Feldbergrennen der anderen Art.
Und zweitens hat er seine Sportlerlaufbahn als Motorradrennfahrer begonnen. Er war 1936 unter
den Teilnehmern des Feldbergrennens Hohe Mark - Sandplacken.
1960 gewann er mit der Viererbob-Mannschaft Alfred Hammer / Theo Bauer / Alfred Kandbinder die
Vizeweltmeisterschaft und beendete seine Karriere.
Was er danach unternahm, konnte ich leider nicht ermitteln. Wenn jemand zu dieser zu kurzen
Biographie etwas beitragen kann, der schreibe mir bitte eine E-Mail.
Adolf Ralph Roese
belegte 1935 hinter Kurt Illmann, beide auf BWM, den 2. Platz beim Feldbergrennen.
Geboren wurde er am 27.7.1900 in Mettmann als eines von 11 Kindern. Er war schon als Motorradrennfahrer
sehr erfolgreich und wurde 1931 und 1932 auf BMW Deutscher Straßenmeister in der 1000cm³-Klasse.
1939 folgte dann ein DM-Titel auf vier Rädern in der Rennwagen-Klasse bis 1500cm³ auf BMW 315/1.
1940 errang er zusammen mit Adolf Brudes den 3. Gesamtrang bei der Mille Miglia. Dann folgten
acht lange Jahre Kriegs- und Nachkriegspause. 1948 wurde Roese Deutscher Vizemeister in der 2Ltr.-Sportwagen-Klasse
auf Veritas-BMW. Seinen letzten Sieg fuhr er 1949 auf dem Grenzlandring heraus.
Am 8.Februar 1950 verunglückte Ralph Roese zusammen mit drei Kollegen auf der Autobahn Köln -
Frankfurt bei Neuwied. In einer Baustelle kollidierten sie unverschuldet mit einem entgegenkommenden
Fahrzeug. Die vier Motorsportler verbrannten in ihrem Auto.
Bernd Rosemeyer
wurde am 14.10.1909 in Lingen an der Ems geboren. Am 28.1.1938 verunglückte
er auf der Autobahn bei Mörfelden-Walldorf tödlich, als er mit dem Auto Union-Rekordwagen den
Weltrekord Rudolf Caracciolas von 432/kmh verbessern wollte.
Sein Gesamt-Sieg am Feldberg 1936 gehört nicht zu seinen großen Erfolgen. Eigentlich hatte er
mit Ernst von Delius nur einen Gegner. Vor dem Rennen sagte Rosemeyer zu von Delius, er werde bei diesem
Regenwetter nicht alles riskieren und meinte wohl damit, sein Freund Ernst solle sich auch
zurückhalten. Das tat dieser aber nicht, sondern gab Gas, denn er sah seine Chance, endlich
einmal gegen Bernd zu gewinnen, was man ihm nicht verdenken konnte. Delius gewann nicht, er
übertrieb und landete neben der Straße. Später musste er sich von Rosemeyer den Vorwurf gefallen
lassen, er habe die Situation ausnutzen wollen. Es kam zum Zerwürfnis zwischen den Freunden.
Bernd Rosemeyer fuhr ab 1930 auf DKW und NSU Motorradrennen, gewann u.a. 3X das Schleizer
Dreieck-Rennen, wurde aber bereits 1935 Auto Union-Werksfahrer. Ex-Rennfahrer und Rennleiter
Willi Walb hatte ihn ins Team geholt. Rosemeyer war sofort erfolgreich.
1936 wurde er Europameister. Dieser Titel entspricht ja bekanntlich dem
heutigen Weltmeistertitel. Er gewann drei von den vier GP-Rennen, die für den Titel
angesetzt waren. Zweiter in der EM wurde Hans Stuck, gemeinsame Dritte wurden Nuvolari und Varzi,
5. Rudolf Caracciola.
Bernd Rosemeyer heiratete im gleichen Jahr die bekannte Fliegerin Elly
Beinhorn und hatte einen Sohn mit ihr.
1933 trat Rosemeyer in die SS ein, wohl um seinen Wunsch, Berufsrennfahrer zu werden, zu
beschleunigen.
Adolf Rosenberger
wurde 1900 in Pforzheim geboren.
Er gewann 1924 mit seinem Mercedes-Rennwagen mit Kompressor das Bergrennen am Großen Feldberg
im Taunus in seiner Klasse und die Gesamtwertung des Solitude-Bergpreises.
1925 konnte Rosenberger bei den folgenden Bergrennen die Gesamtwertung gewinnen: Solitude-
Bergpreis, Herkules/Kassel, beides im Benz-Tropfenwagen, beim Pforzheim-Bergrennen im Mercedes
und am Kniebis bei Baden-Baden im Mercedes 1.5 c/s.
1926 gelang ihm ein Gesamt-Sieg auf der Eibsee-Bergstraße bei Garmisch-Partenkirchen in dem
selben Wagen.
Am 11. Juli 1926 kam es beim Großen Preis von Deutschland auf der Berliner Avus zu einem
tragischen Unfall. Adolf Rosenberger verlor bei einem Überholmanöver die Kontrolle über sein
Fahrzeug und schleuderte in ein Zeitnehmerhäuschen. Drei junge Männer starben.
Rosenberger und sein Beifahrer wurden verletzt.
1927 gewann er wieder am Herkules/Kassel auf Mercedes-GP, am Klausenpass auf Mercedes-GP,
an der "Hohen Wurzel" bei Wiesbaden, Semmering bei Wien und beim Schauinsland-Bergrennen bei
Freiburg, jeweils im Mercedes Typ S. Hinzu kommen noch unzählige Klassensiege bei anderen Bergrennen.
Bei dem Eröffnugsrennen des Nürburgrings, belegte Adolf Rosenberger hinter Rudolf Caracciola
(beide Mercedes-Benz S.) den zweiten Platz.
1928 wurden Adolf Rosenberger und Georg Kimpel auf Mercedes SS Fünfte beim Großen Preis von
Deutschland und
1929 war Rosenberger zusammen mit Willy Rosenstein bei gleicher Veranstaltung Sechster auf Mercedes SSK.
1931 wurde Adolf Rosenberger 15%-Teilhaber der neu gegründeten Dr. Ing. h.c. F. Porsche G.m.b.H..
Die weiteren Anteile lagen zu 70% bei Ferdinand Porsche und zu 15% bei Dr. Anton Pièch.
Rosenberger wurde kaufmännischer Direktor der Firma.
Sein Bekanntheitsgrad und sein Renommee als einer der besten europäischen Rennfahrer verhinderte
nicht seine Verhaftung am 5.9.1935 wegen "Rassenschande". Die Nazis brachten Rosenberger in das
KZ Kislau bei Mingolsheim/Baden. Nach vier Tagen ließ man ihn wieder frei. Es folgte der
Zwangsverkauf seiner Anteile an der Porsche G.m.b.H. an den Sohn des Firmen-Inhabers Ferry
Porsche und die Emigration Rosenbergers über Frankreich und England in die USA. Er wurde 1944
US-Bürger und änderte seinen Namen in Alan Arthur Robert. Er baute sich in Kalifornien eine neue
Existenz auf. Auch hier war er im Motorsport und der Automobilbranche tätig. Nach dem Krieg
forderte Robert von Ferry Porsche eine Abfindung und erhielt DM 50000.- und einen Porsche.
Alan Arthur Robert starb in Kalifornien am 6. Dezember 1967.
Friedrich Rückert
aus Wiesbaden nahm an allen Nachkriegs-Feldbergrennen teil. Er wohnte in der Rennwoche
bei der Familie Meister in Oberreifenberg-Salzgrund. 1951 war er auf seiner 125er-Puch-Eigenbau
zweitbester Privatfahrer hinter Rudi Felgenheier. Auf einer Tornax belegte er 1953 beim
Schauinsland-Bergrennen den 4. Rang.
Karl Rührschneck
gehörte vor und nach dem Krieg zu den bedeutenden Solofahrern.
Bei den Europameisterschaften 1939 belegte er in der 500er-Klasse den Siebten Platz.
Nach dem 2. Weltkrieg gewann er 1947 in Nürnberg das 500er-Rennen auf NSU, fuhr aber auch
Zementbahnrennen auf Puch. 1950 belegte er beim Feldberg-Rennen den zweiten Platz hinter Ernst
Hoske und 1952 siegte er auf den Sachsenring. Beide Erfolge erzielte er auf Norton/500.
Als Schmiermaxe im Boot von Sepp Müller hatte er jedoch die größeren
Erfolge: Die beiden wurden 1948 und 1949 Deutsche Meister und 1950 DM-Dritte in der 1200cm³-Klasse.
Ich glaube mich an ein "Totes Rennen" zwischen Hans Baltisberger und
Karl Rührschneck 1952 in Nürnberg in einem Lauf der 500cm³-Klasse erinnern zu können,
bin aber unsicher.
Karl Rührschneck hat ein solch seltenes Ereignis schon einmal herbeigeführt, als er 1938 mit
seinem Bruder Otto in Schotten Rad an Rad über die Ziellinie preschte und beide als Sieger
genannt wurden. Auch in Dresden-Hellerau endete ein Rennen mit Rührschneck ex aequo.
Damals waren Rudi Knees und er im Ziel gleichauf.
Hans Schäfer - Franz Höller
wurden 1950 Zweite des Feldbergrennens in der
1200cm³-Klasse. Im gleichen Jahr siegten sie auf dem Nürburgring.
Beifahrer Franz Höller hatte schon vor dem Krieg
große Erfolge mit den Fahrern Hans Kahrmann, Hans Schuhmann und Erwin Zimmermann
durch Siege in Hockenheim, dem Nürburgring, Schleiz(2) und Solitude(3).
Walter Schneider - Hans Strauß
Walter Schneider wurde am 15.1.1927 in Weidenau geboren.
1958 und 1959 waren Schneider und sein Copilot Stauß die überragenden Seitenwagen-Artisten
und wurden in beiden Jahren Weltmeister, 1958 auch Deutsche Meister. Viermal siegten sie bei
der Tourist Trophy auf der Isle of Man und gewannen sieben Grand Prix-Rennen in ihrer Laufbahn,
ebenfalls 7X belegten sie den 2. Platz. Auf dem Höhepunkt des Erfolges traten Schneider-Stauß
Ende 1959 vom aktiven Motorradsport zurück.
Theodor Heuss verlieh ihnen das
Silberne Lorbeerblatt, die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik an Sportler.
1953 hatte Walter Schneider sein erstes erfolgreiches Jahr, als er mit Walter Nüssen im Boot
Vierter in der Deutschen Meisterschaft wurde. Die beiden waren sogar hinter Schmid-Kölle/Norton
zweitbeste Privatfahrer. 1954 belegte Schneider, der jetzt mit Hans Strauß unterwegs war, auf
dem Feldbergring und in der DM den vierten Platz. 1955 reichte die Punktzahl bereits zu
Platz drei in der DM. Einen Werksvertrag bei BMW erhielten Schneider-Strauß 1956 und 1957
konnten sie bereits hinter Hillebrand-Grunewald Vizeweltmeister werden.
So ganz konnte Walter Schneider nach seinem Rückzug jedoch nicht von seiner Leidenschaft lassen.
Er kehrte 1961 auf vier Rädern in die Motorsportszene zurück und wurde auf BMW Deutscher
Automobil-Rundstreckenmeister. 1964 lag er in der Tourenwagen-EM in Führung, als er bei einem
Bergrennen in Mont-Ventoux 200m tief in eine Schlucht stürzte, aber, Gott sei Dank, überlebte.
Roland Schnell
wurde 1921 geboren. Er war 1951 und 1952 auf Deutscher Meister in der
350er-Klasse auf einer Moto-Parilla. Bereits 1949 konnte er hinter Siegfried
Wünsche/DKW und vor Wilhelm Herz/NSU den zweiten Platz in der DM belegen. Er war punktgleich
mit Wünsche, wurde aber durch ein ungerechtes Regelwerk auf den 2.Platz gesetzt. Auf einer
Horex-Regina wurde er im Laufe der 50er-Jahre noch einmal "Bester Deutscher Privatfahrer".
1951 belegte er am Feldberg den zweiten Platz hinter Hans Baltisberger.
Roland Schnell ist 1980 gestorben.
Friedel Schön
aus Frankfurt/Main wurde am 7.2.1914, also im ersten Weltkriegs-Jahr, geboren.
Er begann seine Karriere als Motorradrennfahrer Anfang der 30er Jahre. 1933 siegte er auf einer
Bücker-Jap/250 bei "Rund um Schotten".
1948 kam er aus englischer Kriegsgefangenschaft zurück und wurde 1949 mit Siegen in Hockenheim,
beim Eifelrennen, bei Rund um Schotten, dem Hamburger Stadtparkrennen und in Nürnberg mit
Höchstpunktzahl Deutscher Motorrad-Straßenmeister in der 250cm³-Klasse. Und das mit der selben
Bücker-Jap, mir der er schon 1933 in Schotten gewonnen hatte. Dass ein Rennfahrer in einem
Abstand von 16 Jahren zweimal auf der selben Maschine auf der selben Rennstrecke gewann,
dürfte weltweit einmalig sein.
Zweimal war er Deutscher Zementbahnmeister, einmal auf Bücker-Jap/250
und einmal auf einer von Harald Oelerich 1949/50 aufgebauten 350er Horex.
Wenn einige Wochen vor dem Feldbergrennen Äthergeruch über der
Strecke lag, dann wussten wir, dass ein Rennfahrer aus den nahen
Städten Königstein, Wiesbaden oder Frankfurt einige Trainings-Runden
dreht, manchmal war es Friedel Schön. Als Frankfurter hatte er es
nicht weit zu Rennstrecke. Damals waren die Rennfahrer noch an der
Tatsache, dass sie Sturzhelme trugen, zu erkennen, denn kein privater
Motorradfahrer wäre auf die Idee gekommen, sich ein solch "lästiges
Ding" auf den Kopf zu setzen, dies war Sache der Rennfahrer.
Gott sei Dank hat sich das Bewusstsein in dieser Hinsicht geändert.
1952 wurde Schön von Horex/Bad Homburg als Werksfahrer verpflichtet.
Hinter Siegfried Wünsche auf DKW belegte er 1953 auf einer 350cm³-Einzylinder-Schnell-Horex den
zweiten Platz beim Feldbergrennen. Mehrfach hatte Friedel Schön das Pech, in Führung
liegend, wegen kleiner technischer Defekte, ausscheiden zu müssen, so auch am Feldberg. Ihm lag
aber diese damals schwerste Rennstrecke Deutschlands mit ihren vielen Kurven. Schön hat in
seiner Laufbahn Siege in allen Soloklassen aufzuweisen: 125, 250, 350cm³ und als Werksfahrer
auch zwei Siege auf der Horex-Imperator/500cm³: 1952 in Hockenheim und auf der Avus.
Als sich Horex 1954 vom Motorsport zurückzog, beendete auch er seine Karriere. Er betrieb
im Frankfurter Ostend eine Tankstelle. Friedel Schön starb 2005.
Schultze-Steprath
gewann 1921 in der Jägerallee in Baden-Baden die Gesamtwertung eines Bergrennen auf Mercedes 95.
Am Feldberg wurde er, obwohl Tagesschnellster, nach der damals gültigen Formel, auf den zweiten Platz
der 12-Steuer-PS-Klasse gesetzt, hinter den Adler-Werksfahrer Schwarz. Die so genannte Slevogt-
Formel berücksichtigte neben der gefahrenen Zeit auch das Gewicht des Wagens und die Steuer-PS
(1 Steuer-PS = 262cm³). 1922 war er beim Feldbergrennen der Tourenwagen bis 2,5 Ltr. siegreich,
vor Hans von Opel (Opel). Und 1923 siegte er am Hainberg bei Göttingen in der Gesamtwertung auf
Benz.
Hans Schumann
aus Nürnberg, später Neckarsulm, war zweimal SW-Europameister: 1934 mit
Hermann Böhm im Seitenwagen der NSU/600 cm³ und 1937 mit Julius Beer auf der Werks-DKW/1000cm³.
Im selben Jahr gewannen die beiden auch den Großen Preis der Schweiz in Bremgarten bei Bern.
Beim Gewinn seiner drei DM-Titeln auf NSU 1933, 1934 und 1935 (vor Kahrmann und Loof) hatte
Hans Schumann Hermann Böhm im Boot.
Fünf zweite und dritte Plätze belegte Hans Schumann bei den Rennen am Feldberg 1934 bis 1936.
Im Seitenwagen turnte 1934/35 Hermann Böhm und 1936 Franz Höller.
1949 ging Hans Schumann noch einmal mit dem DKW-Vorkriegs-Werksgespann UL-600cm³ an den
Start und feierte Siege in Dieburg, Ingolstadt, Hof und Tübingen (hier gewann er auch die
1200er-Klasse). Zweite Plätze erzielte er in Aachen und im Schauinsland.
Dieses Gespann wurde 1980 von Karl Reese für das Deutsche Zweirad-Museum restauriert und
befindet sich im Besitz der Auto Union.
Hermann Böhm, geb. 1916, starb 1983. Leider fehlen mir die Lebensdaten von Hans Schumann
und Franz Höller.
Wilhelm Schwarz
aus Koblenz, in den 20er-Jahren noch Coblenz, ist dreifacher Feldberg-Rennsieger.
Mit seiner privaten Saroléa gewann er 1925 die 350cm³-Klasse, 1926 siegte er auf Diabolo und
1927 auf AJS/350cm³.
Schweder aus München
gehört zu der ehrwürdigen Truppe der Sieger eines Feldbergrennens. Der
Sport-Journalist aus München gewann 1936 mit seinem Adler-Trumpf-Sport die Klasse der Sportwagen
bis 2000cm³ ohne Kompressor. In der kleineren Klasse bis 1500cm³ wurde er Zweiter.
Mehr konnte ich leider nicht über ihn in Erfahrung bringen. Für weitere Infos wäre ich dankbar.
Ludwig Schweitzer
gewann 1924 auf Harley-Davidson die Seitenwagenklasse bie 750cm³ und 1925
die Soloklasse bis 1000cm³, ebenfalls auf einer Harley-Davidson.
Willi Seibel
Willi Seibel wurde 1897 in Diez an der Lahn geboren.
Das Feldbergrennen 1926 war eines seiner ersten Rennen überhaupt.
Und er gewann mit seinem Bugatti/1,5 Ltr. seiner Klasse. 1927 folgte ein zweiter Platz
beim Eifelrennen.
Seibel blieb der Marke Bugatti stets treu. Zunächst fuhr er den Typ Brescia, dann den Typ "37A",
den er 1928 nach einem Unfall auf dem Nürburgring durch einen neuen "37A" ersetzen mußte. Es
folgten noch viele Erfolge bis 1935, da zog er sich vom Rennsport zurück, fuhr aber bis zu
seinem Tod Veteranenrennen mit seinem Bugatti 37A.
Während des Zweiten Weltkrieges hatte er das Fahrzeug, in Einzelteile zerlegt und in Kisten
verpackt, vergraben. So konnte er den "37A" über die Zeit retten.
Hans Soenius
brachte es in seiner 12-jährigen Karriere auf acht Deutsche Meistertitel.
Vier davon auf der Zementbahn: 1925, 1926, 1930, 1931 und vier auf der Straße: 1927, 1928, 1929
in der 500er-Klasse auf BMW und 1934 auf NSU/1000cm³. Insgesamt konnte er 198 Siegespokale mit
nach Hause nehmen. Neben den genannten Marken fuhr er auch Imperia und Norton.
Geboren ist Hans Soenius 1901 in Godorf bei Köln, dort ist er auch 1965 gestorben. Ein Sturz
beim Training in Schotten hatte ihn 1936 gezwungen, den Motorsport aufzugeben. Seine Eltern
hatten ein Hotel, das er nach deren Tod übernahm.
Ehepaar Hans und Cilly Staerkle Schweiz
waren 1936 die gefeierten Doppelsieger beim Feldberg-Bergrennen im Taunus.
Sie gewannen auf NSU die Rennen bis 600cm³ vor Schumann _NSU_ und bis 1000cm³ vor Braun _DKW.
Zwischen 1933 und 1936 erzielten sie auch Siege im Schauinsland (3X), auf der Eilenriede bei
Hannover (2X) und auf dem Nürburgring. Hans Staerkle gewann auf NSU/600cm³ fünfmal den Großen
Preis der Schweiz in Bern (1931/32/33/34/35), sein Bruder Ernst 1935 auf BMW die 1000er-Klasse.
Hans war bereits 1928 Vize-Europameister in der SW-Klasse bis 600cm³.
Oskar Steinbach
gehört zu der erlesenen Schar der Feldberg-Rennsieger. Er landete 1935
einen Doppelsieg für NSU und gewann über 350 und 500cm³. Im selben Jahr kam es beim
Schleizer-Dreiecksrennen zu einem legendären Ex Aequo zwischen Steinbach und Werner Mellmann.
Beide auf NSU/500 rasten sie Rad an Rad als Sieger über die Ziellinie.
Steinbach wurde 1935 Deutscher Meister in beiden Klassen. Er gewann unter anderem den
Meisterschaftslauf auf der Solitude bei Stuttgart.
1936 konnte er auf NSU/350cm³ hinter Freddie L. Frith (GB) und vor Heiner Fleischmann
Vize-Europameister werden.
Oskar Steinbach ist am 10.3.1937 bei Probefahrten in der Nähe von Mannheim tödlich verunglückt.
Leo Steinweg
wurde am 11.Juni 1906 in Münster/Westf. geboren und 1945 im KZ Flossenburg
von den Nazis ermordet.
Ich weiß nicht, ob Leo Steinweg an einem der Feldbergrennen teilgenommen hat, aber ich möchte
doch an dieser Stelle an ihn erinnern.
Er war ab 1924 DKW-Werksfahrer mit 175- und 250er-Maschinen und konnte sich 1929 mit den Preisgeldern
ein Motorrad- und Fahrradgeschäft mit Werkstatt einrichten. Aber 1933 hat ihm die SA das
Geschäft geschlossen. Auch wurden an Juden ab 1933 keine Fahrerlizenzen mehr vergeben. Zu spät
flüchtete er 1938 mit seiner Frau Emmy, die er 1935 geheiratet hatte, nach den Niederlanden,
lebte dort mit ihr in Utrecht in einem Versteck, wurde 1942 entdeckt und nach Auschwitz gebracht,
wo er Motorräder und Autos der Wehrmacht reparierte. Kurz vor der Befreiung durch die
Alliierten wurde Leo Steinweg im KZ Flossenburg umgebracht.
Emmy Herzog, vormals Steinweg, hat 97jährig ihre Erinnerungen an Leo Steinweg aufgeschrieben.
Hier die ISBN-Nummer des Buches: 3-402-05369-1.
Rudolf Steinweg,
geboren 1888 vermutlich in München, war Bergspezialist auf vier Rädern.
Er war ab 1929 als Berufsrennfahrer zunächst auf BNC 1100cm³, dann auf NSU 1500cm³ und
schließlich auf Amilcar 1100cm³ unterwegs. Auf diesem Fahrzeug war er am erfolgreichsten, denn er
gewann in drei Jahren 21 Bergrennen. Dann verkaufte er den Amilcar an Willi Briem und erwarb
einen Bugatti, den vor ihm schon Karl Kappler (mindestens 20 Siege bei Bergrennen) und Fürst
von Feiningen besaßen. Er fuhr zwar
stets ´Gebrauchtwagen`, aber immer ergolgreich. So siegte er 1934 beim Feldbergrennen auf dem
neu erworbenen Bugatti 2000cm³ und am 27.10.1935 auf einem zweiten Bugatti/1500cm³.
Leider ereilte ihn nur eine Woche später das Rennfahrerschicksal. Beim Training zum
Guggenbergrennen bei Budapest am 2.11.1935 verunglückte Rudolf Steinweg mit einem seiner
Bugattis tödlich. Er wurde 47 Fahre alt.
Alois und Eugen Stößer
Alois Stößer wurde 1927 am selben Tag, an dem seine spätere Ehefrau Lore Keller das Seitenwagenrennen am
Feldberg im Taunus gewann, Zweiter hinter Arthur Dom in der 500cm³-Klasse auf FN. 1928 siegte
er am Kesselberg auf einer Standard/350, nachdem er bereits Dritter in der 500er-Klasse geworden
war. 1930 wurde er an gleicher Stelle Zweiter mit der FN/350. Sein Bruder
Eugen siegte mit seiner 250er Puch. Eugen Stößer setzte seine Rennfahrerlaufbahn auf vier Rädern
fort und gewann 1931 das Kesselberg-Rennen und das Ratisbona-Rennen bei Regensburg im BMW-Dixi/750.
Hans Stuck Sen.,
geboren 1900 in Freiburg, fuhr 1924 sein erstes Autorennen. Er wurde 1930
erstmals Europa-Bergmeister für Rennwagen auf einem Austo-Daimler vor Laszlo Hartmann.
1932 wiederholte er diesen Erfolg auf Mercedes-Benz in der Sportwagenklasse.
1934 gewann Stuck die Großen Preise von Deutschland und der Schweiz für Auto Union, war aber
auch bester europäischer Bergfahrer. Um das ganze abzukürzen, Hans Stuck siegte in seiner 38jährigen
Laufbahn in 455 Autorennen, fuhr 38 Weltrekorde und war 12X Deutscher Meister. 1936 war Stuck
hinter Bernd Rosemeyer auf Auto Union Vize-Europameister. Als 60jähriger wurde er 1960
auf einem BMW/700 noch einmal Deutscher Tourenwagen-Bergmeister.
Am Feldberg im Taunus hat dieser überaus erfolgreiche Rennfahrer 1927 auf Austro-Daimler die
Sportwagenklasse bis 3000cm³ gewonnen und wurde 1935 auf Auto-Union Gesamtsieger.
Die Leute im Hochtaunus waren stolz auf ´ihr` Feldbergrennen. Aber leider muss man an
dieser Stelle auch über negative Tatsachen seitens der Besucher berichten.
Hans Stuck wurde am Feldberg von Nazis diffamiert. Es wurden Flugblätter verteilt und
Hasstiraden auf die Strecke geschmiert. Stuck war mit der ´Halbjüdin` Paula von Reznicek verheiratet.
Die Auto Union weigerte sich aus diesem Grund 1934, Stuck wieder unter Vertrag zu nehmen.
Aber die Nazis, u.a. Himmler, setzten die Auto Union unter Druck, weil sie Sympathieverlust
beim größeren Teil der Bevölkerung befürchteten, denn Hans Stuck sen. war ein sehr bekannter
und erfolgreicher Mann.
Er starb 1978 in Grainau an Herzversagen.
Willy Thorn
Wiesbaden-Bierstadt, war 1950 auf einer Vespa/125 Dritter am Feldberg. Sein größter Erfolg war
ein Sieg auf dem Schottenring 1948 auf einer DKW/125er. Im Hamburger Stadtpark gewann er 1949
auf FBS/125. Willy Thorn verunglückte 1952 beim Bamberger Zementbahnrennen tödlich.
Hein Thorn - Prikker
war in der 250er-Klasse zweimal Deutscher Meister (1951 und 1952) und einmal
Vize auf Moto-Guzzi.
Bei den Feldbergrennen war er zweimal erfolgreich. Beim GP von Deutschland
belegte er 1952 den 2. Platz hinter Rudi Felgenheier und wurde damit WM-Siebter.
Hein Thorn-Prikker, geboren 1911, starb 1998 im Alter von 87 Jahren.
Ernst-Dietrich Troeltsch
* in Wildgutach bei Freiburg im Breisgau, gewann 1936 die Rennwagenklasse bis 1500cm³ des
Feldbergrennens im Taunus mit dem Bugatti/51A, den zuvor schon Burggaller und der 1935 tödlich
verunglückte Rudolf Steinweg gefahren hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fuhr Ernst-Dietrich
Troeltsch einen von Ernst Loof konstruierten Veritas mit Erfolg. Mit seinem Freund Paul Pietsch gründete er
1946 die Zeitschriften "Das Motorrad" und "auto motor sport".
Ernst-Dietrich Troeltsch wurde nur 42 Jahre alt. Er starb am 21. März 1956.
Gottfried ´Friedel` Vollmer
gewann 1950 am Feldberg auf VW-Spezial die Rennwagenklasse der Formel-3 bis
500cm³ vor Huschke von Hanstein. 1949 war Gottfried Vollmer Deutscher Vizemeister auf diesem
Fahrzeug. Schon vor dem Krieg gewann er 1939 ein Rennen im
Hamburger Stadtpark in der 1,1 Ltr.-Sportwagenklasse.
Emil Volz
aus Frankfurt am Main konnte 1921 in dem Adler 12 S-PS = 2820cm³ den Gesamtsieg am Feldberg/Ts.
erringen. 1924 und 1925 folgten zweite Plätze hinter Hans Birk/Bugatti in der Rennwagen-Klasse 1.57 Ltr.
Willi Walb
wurde in Schriesheim geboren.
Walb gewann 1924 die Gesamtwertung des Rennen am Königstuhl bei Heidelberg in dem berühmten
von Edmund Rumpler unter aerodynamischen Gesichtspunkten entwickelten Tropfenwagen, der schon
1921 auf der Deutschen Automobilausstellung in Berlin vorgestellt wurde. Im gleichen Jahr siegte
er auf Benz im Bergrennen Usingen-Wehrheim.
1925 konnte Willi Walb auf Benz beim Stettener und beim Schrießheimer Bergrennen die
Gesamtwertung für sich entscheiden. Das Feldbergrennen im Taunus gewann er in seiner Klasse
mit einem Benz/2620cm³. Viele Klassen-Siege bei anderen Bergrennen bleiben hier unerwähnt.
1926 und 1927 siegte er beim Solitude-Rundstreckenrennen im Mercedes 620 K bzw. 680 S.
Die Rennen um den Großen Preis von Deutschland der Jahre 1927 und 1928 auf dem Nürburgring
beendete er mit Copilot Christian Werner jeweils auf Rang drei, mit dem Mercedes Typ S bzw. Typ SS.
Vor seiner Rennfahrer-Karriere war Willi Walb Ingenieur bei Benz und Mercedes, danach Rennleiter
bei Auto Union. Walb war es, der die erfolgreichen Paul Pietsch und Berd Rosemeyer in dieses
Team holte.
Hugo Walther
aus Hameln gewann als Privatfahrer 1923 und 1925 in seinem Selve/3000cm³ das
Sauerland-Bergrennen. Am Feldberg im Taunus war er 1926 erfolgreich.
Ernst Günther von Wentzel-Mosau
aus Züllichau/Brandenburg fuhr auf Mercedes-Benz drei Siege bei Bergrennen
heraus, die mir bekannt sind. 1921 gewann er in Baden-Baden auf Mercedes 28/95, am Feldberg/Ts.
siegte er im Oktober 1925 in der 5000cm³-Tourenwagen-Klasse der Privatfahrer und an der Hohen
Eule bei Breslau im Oktober 1927. Im Rahmen des G.P. von Deutschland gewinnt von Wentzel-Mosau
die Klasse der Sportwagen bis acht Liter auf Mercedes-Benz Typ SS.
Ernst-Günther von Wentzel-Mosau verunglückte am 29. April 1929 beim Training zum
Steudel-Bergrennen tödlich.
Friedel Wessinger.
Lore Keller war nicht die einzige Frau, die am Feldberg ein Seitenwagen-Gespann steuerte und
gewinnen konnte. Bereits 1925 siegte Friedel Wessinger aus Pforzheim auf Wanderer in der
Seitenwagenklasse bis 1000cm³.
Paul Weyres
ist 1900 in Aachen geboren und auch dort 1984 gestorben.
Er fuhr 1923 sein erstes Rennen. 1927 war Weyres bei der Eröffnung des Nürburgrings dabei.
Er erhielt als einer der ersten einen Werksfahrer, und zwar von Harley-Davidson. Ein weiterer
Sponsor war Continental. Es ist müßig all seine Erfolge aufzählen zu wollen. Es waren über 100
Siege bei ca. 400 Starts. Vielleicht sollte ich doch die folgenden hervorheben: Paul Weyres
gewann mit Beifahrr Barths 4X den GP der Schweiz: 1931, 1932, 1933 und 1936, 3X in Folge am Nürburgring 1932/33/34,
zwischen 1931 und 1934 wurde er 4X Deutscher Seitenwagen-Meister und er erzielte 1935 mit Josef
Allemand im Boot einen 3. Platz am Feldberg im Taunus hinter Karl Braun und Hans Schumann.
Der Krieg beendete seine Karriere und nach dem 12jährigen Reich, das 1000 Jahre dauern sollte,
widmete er sich seinem Lebensmittelgeschäft in Aachen.
Änne Wiest
aus Darmstadt gewann in ihrem Hanomag am Feldberg 1927 die 500er-Sportwagen-Kategorie.
Vordere Plätze konnten auch Franzisca Lüning (Fiat), Erna Glöckler (NSU) und
Else Bull (Fiat) beim Feldbergrennen des Jahres 1927 belegen.
Änne Wiest und und fünf weitere Frauen (Friedel Wessinger, Cilly Staerkle, Liliane Röhrs,
Ines Folville und Margot von Einsiedel) standen in den 20er Jahren in den Sieger-Listen der
Feldbergrennen.
Ada Otto auf Otto gewann 1923 das Ruselbergrennen bei Deggendorf.
Jule Kroh 1927 am Nürburgring mit Amilcar und
Ernes Merck, geb. Rogalla von Biberstein, Darmstadt (1898 - 1929) belegte 1922 beim
Baden-Badener Automobilturnier den 2. Rang auf Steiger.
Die Pragerin Elisabeth Junek (Eliška Junková-Khásová / 1900-1994), gewann zwischen
1926 und 1928 zahlreiche Rennen, darunter das Klausenpass-Bergrennen und beim Großen Preis von
Deutschland 1927 die 3Ltr.-SpW.-Klasse. Nach dem tödlichen Unfall ihres Mannes auf dem Nürburgring
1928 fuhr sie keine Rennen mehr.
Clärenore Stinnes (1901-1990) gewann zwischen 1924 und 1927 mit ihrem Adler 17 Rennen, bevor
sie von 1927 bis 1929 in 25 Monaten von Frankfurt/Main nach Berlin reiste, aber nicht auf dem
direkten Weg, sondern erst einmal rund um den Globus durch 23 Länder.
Und war es nicht ohnehin Berta Benz, die bereits 1888 mutig mit ihren Kindern an Bord die 106 km
von Mannheim nach Pforzheim und drei Tage später auch wieder zurückfuhr?
In den 30er-Jahren erschien dann aber nur noch die Schweizerin Cilly Staerkle im Seitenwagen ihres
Mannes am Start. Die Nazis bereiteten der Emanzipation der Frauen ein jähes Ende. Das Leben der
Frauen sollte sich nur noch in Küche und Kinderzimmer abspielen.
Hier ein Artikel von 1936 aus dem Usinger Anzeiger:
.
Herbert Wimmer
aus Kappelroteck in Baden-Württenberg erwarb 1933 von Paul Pietsch einen
Bugatti, der zuvor bereits im Besitz des Frh. von Morgen war. Trotzdem fuhr Herbert Wimmer
mit dem ´Gebrauchtwagen` sehr erfolgreich Bergrennen und gewann zum Beispiel das Feldbergrennen
1935 in der Rennwagenklasse bis 3000cm³. 1934 hatte er an gleicher Stelle schon den 2. Platz
hinter Paul Pietsch belegt. Ebenfalls zum 2. Platz reichte es 1936 hinter Adolf Brudes. Im
gleichen Jahr gewann er das Wachenburgrennen bei Weinhein, das er schon 1934 einmal gewonnen
hatte.
Walfried Winkler,
geboren 1904 in Chemnitz, gewann 1934 nicht nur das Taunus-Feldbergrennen,
sondern auch den Großen Preis von Europa in Assen und somit den Titel des Europameisters auf
DKW/250cm³. Bereits 1927 war er schon einmal Vize-Europameister.
Zwischen 1927 und 1938 wurde er 3X Deutscher Straßenmeister auf DKW/250 und 1X auf DKW/350cm³.
Walfried Winkler war außerdem 2X Deutscher Zementbahnmeister und 1X Deutscher Bergmeister
(1934 vor Hans Kahrmann). Er fuhr für DKW zahlreiche Weltrekorde.
1935 war er zusammen mit Arthur Geiss und Ewald Kluge Sechs-Tage-Sieger. Insgesamt erzielte
Winkler in seiner Laufbahn ca. 200 Siege, alle auf DKW.
Walfried Winkler starb 1982 in Heßloch.
Siegfried Wünsche
wurde 23.7.1916 in Dresden-Langebrück geboren.
Er kam 1935 erstmals in den Taunus zum Feldbergrennen und gewann prompt auf DKW/250cm³ die
Ausweisfahrerklasse.
1937 war er bereits bester deutscher Privatfahrer und erhielt deshalb von DKW für 1938 einen
Werksvertrag und wurde bei den Europameisterschaften, die ja der heutigen WM entspricht,
hinter Ted Mellors (GB/Velocette) und John White (GB/Norton) Dritter in der 350er-Kategorie.
Auch bei Bergrennen war Wünsche erfolgreich, er gewann u.a. 1938 den Großen Bergpreis von
Deutschland am Groß Glockner.
Dann der Krieg!
1949 wurde Siegfried Wünsche Deutscher Meister in der 350er Klasse auf DKW, 1950 Sieger des
Feldbergrennens in dieser Kategorie. Um Anschluss an internationale Regeln zu finden, kam 1951
das Kompressor-Verbot, da deutsche Fahrer 1952 auch wieder im Ausland starten durften.
1953 war Wünsche wieder Deutscher Meister in der 350er-Klasse, wie immer auf DKW. Mit der
250er-Maschine belegte er auf der Tourist Trophy auf der Isle of Man den dritten Platz
(vor 17 Jahren war er dort schon einmal Fünfter) und wurde hinter Werner Haas (NSU) Deutscher
Vizemeister und WM-Siebter.
Außerdem gelang ihm auf dem Feldbergring ein Doppelsieg (250/350cm³).
Im Schauinsland bei
Freiburg gewann Wünsche die 350cm³-Klasse 1949 und 1950, jeweils vor Heiner Fleischmann/NSU
und 1953 vor H.P. Müller/Horex und Hans Baltisberger/AJS.
1955 beendete Siegfried Wünsche seine Laufbahn mit dem 2. Platz in der 350er-DM. Er
hatte zwar mehr Punkte als August Hobl, doch der profitierte von Streichresultaten.
Ein Kuriosum: 1952 lieferten Ewald Kluge und Siegfried Wünsche, beide DKW/350, beim Hamburger
Stadtparkrennen ein Unentschieden ab, ein ´Totes Rennen` also.
Siegfried Wünsche starb am 20.8.2000 im Alter von 84 Jahren.
Walter Zeller,
dreimal Deutscher Meister (1951, 1954, 1955),
zweimal Vizemeister, ist bis heute der einzige deutsche Motorrad-Rennfahrer, der seit
Austragung der Motorrad-Weltmeisterschaften, in der 500cm³-Klasse Vize-Weltmeister werden
konnte. Bei drei GP - Läufen belegte er den 2. Platz. Das Feldbergrennen gewann er 1951. Noch
heute, 2010, erzählt man sich in Oberreifenberg das aufregende Geschehnis, als man Walter Zeller,
der bei einem Trainingsunfall zwischen Sprungbrett und Sandplacken unter eine Holzbegrenzung
gerutscht war, aus seiner Lage befreien und ihn mit einem Unterarmgriff unter der
Begrenzung hervorziehen wollte, aber erschreckt innehielt, weil sich Zellers Beine in die Länge
zogen. Man begriff aber dann, dass sich lediglich die Stiefel abgestreift hatten.
Walter Zeller, geboren am 11.9.1929, ist am 4.2.1995 in Hammerau an Herzversagen gestorben.
Am Ende
Biographien sind meistens nur eine Datensammlung
Umfangreiche Statistik über Motorradrennen finden Sie bei :
http://www.eggersdorfer.info und
http://www.motorsportstatistik.com/ und
http://members.aon.at/motorsport-autogramme/ und
http://www.chez.com/racingmemo/MOTORSPORT/Index.htm
Aber auch auf anderen Rennstrecken
konnten Frauen Erfolge erzielen:
Großer Feldberg Anfang der 50er Jahre. Foto Walter Elkins
<
Großer Feldberg im Taunus
>
Anregungen, Kritik und Kommentare bitte an:
Hansjoerg.Meister@Haus-B.de
Letzte Änderung dieser Seite: 26.02.2013